Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 RhWB ein-ander (Bd. 2, Sp. 72)   PfWB ein-and(er) (Bd. 2, Sp. 769) 
 ein-ander ənandər (s. ander) Allg. ausschl. Nfrk, wie nhd.; doch schon Rip vielfach umschrieben; de helpen sech en dem anger; de schlohn sech onger en usf. Bei vorgesetztem Adv. hat das Klevld ausschl. -ēn, seltener -ənēn (u. makārə); das Rip, SNfrk zieht -ənēn vor gegenüber seltenerm -ēn u. noch seltenerm -ənandər; Prüm hat neben -ənandər auch -nēn; nur das Mosfrk (mit Ausnahme der WEif), Rhfrk besitzt ausschl. -ənandər: 1. Dat. Sie han sech ə. də Wohrhet gesat u. ä. Allg. — Im Rhfrk (Kreuzn, Wend, Saarbr, Ottw, Birkf, SSaarl) ənanərn u. na- schnell, vorwärts hintereinander; mach ə.! hiermit treibt man zur Eile an. — 2. Acc. Bes die zwei ə. han, läft noch viel Wasser die Bach awere Rhfrk, Allg. — 3. mit Adv.

 

   ein-and(er) reziprokes Pron.: wie schd., enand (ənand) [NW-Deidh LA-Venn BZ-Dernb Schandein Ged. 235], enann [Schandein Ged. 235], enanner (ənanər, r) [Hauptform in allen Teilen der Pfalz], nanner (neben enanner) [KU-Altkch Lambert Penns 108 Don-Tscherwk Schowe Torscha Lenauh Gal-Dornf], inander [ PS-Erfw]. Zs. ab-, allemiteinzig-, an-, auf-, aus-, bei-, PfWB durch-, gegen-, hinter-, in-, langs-, mit-, nach-, neben-, über-, um-, unter-, von-, vor-, wider-, zu-, zusammeneinand(er). —
1. im Dat. Die sähnen enanner ähnlich wie än Ää (Ei) em annere [ GH-Schwegh, KU-Schmittw/O]. Sie sin enand gleich 'Sie sind quitt' [ KU-Albess]. Sie gleichen enanner [ KL-Stelzbg]. Die zwä Nochbersweiwer hän wirrer inander 's Häwwel ufgedeckt 'einander die Meinung gesagt' [ PS-Erfw]. RA.: Dort saaje (sagen)

[Bd. 2, Sp. 770]
die Hase un Fichs enanner gure Nacht, von einer armseligen Gegend [ KL-Reichb KU-Schmittw/O]. Des is dort, wo sich Fuchs un Has enanner gure Nacht saan [ KB-Kerzh]. a. 1293: Wie aber wir von den vorgenanten stetten enander helfen sollent [SpeyUrk.]. —
2. im Akk. Sie zerren sich enand erum [ BZ-Dernb]. Sie nemmen enanner 'Sie heiraten einander' [ KB-Bubh]. Die zwää kennte enanner vergifte, von zwei Verfeindeten [ KL-Wörsb]. RA.: Sie verschlaan enanner, daß die Hunn 's Blut lecke [ KU-Diedk]. Geschwister Hahn gehen nix meh nanner aan, von entfernter Verwandtschaft [ KU-Altkch]. Geschwischderenkel werfe enanner met Sprengel, dass. [ RO-Rehbn]. SprW.: Die sich nanner schännen, die sich nanner nemmen 'Pack schlägt sich, Pack verträgt sich' [verbr. Don Gal Buch]. —
3. einander nach 'nacheinander', zumeist als ein Wort empfunden, s. PfWB einandernach. — Südhess. II 63; RhWB Rhein. II 72; Saarbr. 57; LothWB Lothr. 122; ElsWB Els. I 49; Bad. I 646.