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 RhWB Bürste (Bd. 1, Sp. 1145)   PfWB Bürste (Bd. 1, Sp. 1379)   PfWB Wichs-bürste (Bd. 6, Sp. 1298) 
  NRhWB  PfWB Bürste Rhfrk uNahe bęăt, Pl. -də; Mosfrk -īă-, –ēă-; Rip bȳə, Pl. -tə [Köln --] f.; Monsch, Dür bȳətəl; NBergh, Jül, bȳəəl m.; SNfrk br(t)əl, -ə-, –ȳə-; um Heinsb-Waldfeucht btel; Klevld brsəl m.; ö. der Ürd-L. Elbf bătə; Wippf -ȳə-; Siegld -īə- f.: 1. Bürste, Klere-, Anschmer-, Kratz-, Stab-, Dreck-, Wichs-, Peərds-, Geilsb. Rhfrk, Allg. En Kopp wie en B. Aach. Grad gent de B. genau das Gegenteil Ahrw-Rech. De B. geəve schelten; B. krige ausgezankt werden Eup. — 2. Borste, meist Pl. Allg., auch im Geb., wo Buscht gilt neben diesem; Seibirschten Mosfrk, Allg. Hor wie B.ən so straff Allg. Ke B. es stehn blieb so genau wurde das Gras gemäht Saarbr. Mer hot ken B. meh devun gesehn es war spurlos verschwunden Trier-Mehring. — 3. verächtl. Haar, bes. straffes, struppiges H. Enen an (met) de B.ə krigen; se han sech met de B.ə; sech en de B.ə lige zanken Rip, Allg. En hot B.ə wie e Spessegel Bitb-Mettend. En hot rut B.ə; dem stohn de B ən richt aus Mosfrk. Dem sein bescht B.ə sen neischt wert Merz-Saarhölzb. Eich gen der en, dat der de B.ən ausgehn! Merz-Wadern. Mach, dats de es de rut B.ən opgeduhn kres! Bitb-Dudeld. — Et hat böschtele Hor Aach. — 4. Kolben des Schilfrohrs Prüm (wohl verbr.). — 5. bīt (nur Sg.) [-ō- Simm-Ebschd] Krankheit beim Schwein, dem die Borsten durch die Schlundröhre wachsen; Borstenfäule, wobei eine einzelne B. oder Zwickelb. sich zur Wurzel senkt, so dass Blutstockung u. Entzündung eintreten; beim Rindvieh, wobei auf dem hintern Ende der Zunge eine Anzahl Haare wächst, die das Tier am Fressen hindern; das Schwein muss ‘geschnitten’ werden, dem Rind wird die B. ausgebrannt; et krit de B. geschniden, auch übertr. er wird scharf hergenommen WMosfrk. Den hot de B. er ist total bezecht Bitb-Badem. — 6. übertr. persönl. Stiftekopf Heinsb; widerhaariger, ungefälliger Mensch Rheinb, Eusk; Mann mit aussergewöhnlichen Kräften Bo-Witterschlick; rauh auftretendes

[Bd. 1, Sp. 1146]
Frauenzimmer Hunsr, Zell; rot B. rothaariges Fr. ebd. — 7. vulva Saarbr-Sulzb.

 

   Bürste f.:
1.
a. 'Haarborste des Schweines und anderer Tiere', Berscht, gew. im Pl. Berschde [fast allg.]; de Sau (beim Schlachten) die Berschde rausroppe 'herausreißen' [ KB-Kriegsf, allg.]. Die Berscht (Bürste) do hot arich (arg, sehr) harte Berschde (Borsten) [verbr.]; vgl. PfWB Borste 1. Zs. PfWB Saubürste. —
b. 'struppiges, ungeordnetes Haar des Menschen', verächtlich vom Haar überhaupt, vgl. PfWB Borste 2. Zs. Naupen-, PfWB Widerbürste. Der mit seine rode Berschde! [KU-Wolfst, verbr.]. Du hoscht awwer Berschde in deim Schnorres (Schnurrbart)! [ GH-Zeisk, allg.]. —
c. 'kurzes, trockenes Gras'. Die Wiß hat lauder Berschde [KL-Weilb, verbr.]. —
2. 'das aus Borsten hergestellte Reinigungswerkzeug', Berscht, Birscht usw., s. F. [allg.]. Die Art der Verwendung der B. zeigen die Zs. PfWB Auftrags-, PfWB Bart-, PfWB Pferds-, PfWB Einschmier-, PfWB Gauls-, PfWB Glänz-, PfWB Haar-, PfWB Kehr-, PfWB Kleider-, Küh-, PfWB Schlicht-, PfWB Schmier-, PfWB Schmutz-, PfWB Schnurres-, PfWB Schuh-, PfWB Stall-, PfWB Wichsbürste.

[Bd. 1, Sp. 1380]
Das für die Herstellung der B. verwandte Material s. in den Zs. PfWB Draht-, Reis-, PfWB Wurzelbürste. Die hausierenden Bürstenhändler rufen: Berschte kaaft! Berschte kaaft! [Kühn Schnitze II 56]. —
3. eine Distelart in der Zs. PfWB Gläserbürste. —
4. Gastwirtschaft, deren Schild eine B. zeigte. Wann ich emol widder in die Berscht kumm [Firmenich 15 (Frankth)]. —
5. 'weibliche Scham', Berscht [ GH-Zeisk]. Syn. s. PfWB Bunz. —
6.
a. rodi Berscht 'rothaarige Frau' [ Gal-Obl]. —
b. 'widerborstiges, zanksüchtiges Weib', Berscht [ GH-Zeisk]; gew. in der Zs. PfWB Kratzbürste. —
7. keine B. 'nichts'. Es geht dich käin Berscht on 'Das geht dich gar nichts an' [ KU-Schmittw/O, FR-Bockh]. Do hocken jo so Drache, wo vum Geschäft keen Berscht verstehe [Müller Butterbärwel 24]. — Aus mhd. burst m. (der Nebenform zu borst, s. PfWB Borste). Die mhd. Pluralform bürste könnte eine Doppelentwicklung durchlaufen haben: 1) Sie wurde als Sammelbegriff zu Bürste f. (Werkzeug); 2) Es wurde aus ihr die feminine Singularform burst (mda. rd usw., s. F.) gebildet (vgl. auch Südhess. I 1243, RhWB Rhein. I 1145; Bad. I 378). — F.: fast allg. rd, vielerorts mit teilweiser oder vollständiger Vokalisierung des r-Lautes: bäÄrd u. bäÄd; bäd in KU-Eisb RO-Münstapp Winnw KL-Bann BZ-Hofstätt; bÄrd in KU-Albess Ehw Dennw/Frohnb Herchw Körbn WD-Hoof Marth Saal Niedkch RO-Rehborn Odh KL-Niedkch LA-Venn Nußd GH-Neubg; bad u. bād verbr. NWPf PS-Merzalb LU-Fußgh NW-Deidh; bird u. biÄrd in KU-Rathskch Hefw Seel verbr. HB u. IB KL-U'sulzb verbr. südl. VPf (LA u. BZ) GH-Bellh; rd in LA-Leinsw. Im Pl. tritt zu diesen Formen der Murmellaut — ə hinzu. — Südhess. I 1243; RhWB Rhein. I 1145; Saarbr. 28; LothWB Lothr. 45; ElsWB Els. II 91; Bad. I 378.

 

   Wichs-bürste f.: 'Bürste zum Auftragen oder Auspolieren von Schuhcreme', Wichsberscht

[Bd. 6, Sp. 1299]
(wigsbęrd) [Hussong Kirkel 172]; Klääder-, Wichs- un Uffdragsberschde [»Ramberger Tal« (Feierowend 1950 Nr. 2 S. 1/2) PfL 15. 9. 1934]. Heit geht jo aach alsemol noch alles noo meim Kobb: nore sinns Pandoffele, Wichsberschte, Schtiwwelzieher und so Sache [Kühn Kumödi 11]. Sei Schuh, sei W. un sei Hemm, / Wie's eener braucht for in die Fremm [Räder 66]. Schunn daglang hunn sei Schlappe / Keen W. mehr gesiehn! [Müller Hahnepeter 39]. RA.: Der hot en Schlag mit de W. 'ist verrückt' [vereinzelt]. Er is so behend wie e W. 'flink' [Hebel 15]. Er es bei de Hand wie e W., wammer se braucht, es se net do [ KB-Bennhs]. Loß dich häämgeije mit de W., Ausdruck der Geringschätzung [ NW-Freinsh]. Dää esch sou oorm, daßer uffd W. schbauche muß! [Braun Lääsebuuch II 182]. Stimmungslied: De Vadder geht de Mudder medd de W. noo [Hussong Kirkel 172]. RhWB Rhein. IX 474; ElsWB Els. II 91 Wichsburst.