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| RhWB Bürste (Bd. 1, Sp. 1145) | PfWB Bürste (Bd. 1, Sp. 1379) | PfWB Kehr-bürste (Bd. 4, Sp. 150) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
[Bd. 1, Sp. 1146]
| 1. a. 'Haarborste des Schweines und anderer Tiere', Berscht, gew. im Pl. Berschde [fast allg.]; de Sau (beim Schlachten) die Berschde rausroppe 'herausreißen' [ KB-Kriegsf, allg.]. Die Berscht (Bürste) do hot arich (arg, sehr) harte Berschde (Borsten) [verbr.]; vgl. PfWB Borste 1. Zs. PfWB Saubürste. — b. 'struppiges, ungeordnetes Haar des Menschen', verächtlich vom Haar überhaupt, vgl. PfWB Borste 2. Zs. Naupen-, PfWB Widerbürste. Der mit seine rode Berschde! [KU-Wolfst, verbr.]. Du hoscht awwer Berschde in deim Schnorres (Schnurrbart)! [ GH-Zeisk, allg.]. — c. 'kurzes, trockenes Gras'. Die Wiß hat lauder Berschde [KL-Weilb, verbr.]. — 2. 'das aus Borsten hergestellte Reinigungswerkzeug', Berscht, Birscht usw., s. F. [allg.]. Die Art der Verwendung der B. zeigen die Zs. PfWB Auftrags-, PfWB Bart-, PfWB Pferds-, PfWB Einschmier-, PfWB Gauls-, PfWB Glänz-, PfWB Haar-, PfWB Kehr-, PfWB Kleider-, Küh-, PfWB Schlicht-, PfWB Schmier-, PfWB Schmutz-, PfWB Schnurres-, PfWB Schuh-, PfWB Stall-, PfWB Wichsbürste. [Bd. 1, Sp. 1380] Das für die Herstellung der B. verwandte Material s. in den Zs. PfWB Draht-, Reis-, PfWB Wurzelbürste. Die hausierenden Bürstenhändler rufen: Berschte kaaft! Berschte kaaft! [Kühn Schnitze II 56]. — 3. eine Distelart in der Zs. PfWB Gläserbürste. — 4. Gastwirtschaft, deren Schild eine B. zeigte. Wann ich emol widder in die Berscht kumm [Firmenich 15 (Frankth)]. — 5. 'weibliche Scham', Berscht [ GH-Zeisk]. Syn. s. PfWB Bunz. — 6. a. rodi Berscht 'rothaarige Frau' [ Gal-Obl]. — b. 'widerborstiges, zanksüchtiges Weib', Berscht [ GH-Zeisk]; gew. in der Zs. PfWB Kratzbürste. — 7. keine B. 'nichts'. Es geht dich käin Berscht on 'Das geht dich gar nichts an' [ KU-Schmittw/O, FR-Bockh]. Do hocken jo so Drache, wo vum Geschäft keen Berscht verstehe [Müller Butterbärwel 24]. — Aus mhd. burst m. (der Nebenform zu borst, s. PfWB Borste). Die mhd. Pluralform bürste könnte eine Doppelentwicklung durchlaufen haben: 1) Sie wurde als Sammelbegriff zu Bürste f. (Werkzeug); 2) Es wurde aus ihr die feminine Singularform burst (mda. bärd usw., s. F.) gebildet (vgl. auch Südhess. I 1243, RhWB Rhein. I 1145; Bad. I 378). — F.: fast allg. bärd, vielerorts mit teilweiser oder vollständiger Vokalisierung des r-Lautes: bäÄrd u. bäÄd; bäd in KU-Eisb RO-Münstapp Winnw KL-Bann BZ-Hofstätt; bÄrd in KU-Albess Ehw Dennw/Frohnb Herchw Körbn WD-Hoof Marth Saal Niedkch RO-Rehborn Odh KL-Niedkch LA-Venn Nußd GH-Neubg; bad u. bād verbr. NWPf PS-Merzalb LU-Fußgh NW-Deidh; bird u. biÄrd in KU-Rathskch Hefw Seel verbr. HB u. IB KL-U'sulzb verbr. südl. VPf (LA u. BZ) GH-Bellh; bīrd in LA-Leinsw. Im Pl. tritt zu diesen Formen der Murmellaut — ə hinzu. — Südhess. I 1243; RhWB Rhein. I 1145; Saarbr. 28; LothWB Lothr. 45; ElsWB Els. II 91; Bad. I 378.
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