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 RhWB brühen (Bd. 1, Sp. 1037)   PfWB brühen (Bd. 1, Sp. 1278) 
  NRhWB brühen Rhfrk brīən; Mosfrk -ē·ə.n [Merz -e·ĭ.-; Bitb -ī:d-]; Rip -:nə u. -:də, –·ə.; SNfrk -:, –·ə., –ø·y.-, –·y.-, –ȳ-, –:j-, –y- (s. blühen); Siegerld ; Klevld -øə, –ə; Mülh-Ruhr -yə; Dinsl -ən schw.: 1. etwas mit siedendem Wasser übergiessen Allg. — Im bes. a. Fässer, Geschirre br., ausbähen. Heute mehr ‘bähen’. — b. ein geschlachtetes Schwein br. zum leichteren Abschaben der Borsten Allg. — c. Wäsche br., einkochen Heinsb-Karken; meist ‘kochen’. — d. Futter, Kaff, Kartoffeln udgl. als Viehsaufe einkochen Rhfrk. Vor et Vieh muss gebriht were; Rummeleblirer br.e. die Milch br., auf dem Feuer zum Gerinnen

[Bd. 1, Sp. 1038]
bringen zur Käsebereitung Rhfrk, Hunsr, Saar, Trier-Ld. De Käs es ze stark gebriht, et es Hinkelskäs Goar. — f. en hart Gebröhte hartgesottener Sünder MüEif. — 2. brennen, trans. u. intrans. bröhe, aber Prät. brannt, Part. gebrannt Wittl, Bitb, Prüm, Daun, Aden, Koch, May, Ahrw, Rheinb, Schleid, Malm, Monsch, Dür, Neuw, Altk, OSieg, Siegld, Waldbr, Gummb (vereinzelt auch noch Jül, Grevbr, MGladb). RA.: Wenn alt Schüre br., os schleət lösche Schleid, — da get et e gruss Für Schleid-Reifferschd; wenn Feier on Strih sesamme kit, da breht et Daun-Neroth. De secht de Burg (Burgfeuer) net mih br. er stirbt dieses Jahr Prüm-Ihren. Dat Mess schneid, wie kalt Wasser briht Westerw. De laft net, on wenn de Bach bröht ebd. Dat bröht wie Hovvelspähn Schleid. Vorn usgemacht breht henne net Siegld-Wilnsd. Mer meint, et wär am breh Siegld, Allg. De löft nit, un wenn et brüht Waldbr. Et bröht em am Arsch die Lage wird für ihn unhaltbar Schleid. Et bröht, als wenn ene Jödd gebaschte wenn eine Lampe schlecht brennt Schleid-Reifferschd. — Dat bröht schmerzt; De Fenger bröht arg schmerzt, klopft bei Verletzung Allg., — bröht Dreck eitert Malm-Amel. — Et bröht! wenn das suchende Kind im Spiel dem versteckten Gegenstand nahe kommt Allg.; brih, brih! dass. Prüm-Mürlenb. — b. trans. Brase breh Rasen brennen Siegld. Et möt ön ens döchteg br. Schleid. Wat mech net bröht, dat blos ech net Allg. — Z. T. durch ‘brennen’ neuerdings verdrängt, so Bitb-Dudeld ‘nur von alten Leuten’. — 3. brīən brüten Nahe, Simm, Saarbr, Ottw, Saarl. Er sitzt do, als sollt er Eier (aus)br. — Übertr. Er briht an er Krankhet. — Im Klevld fällt nhd. brühen u. brüten zusammen.

 

   brühen schw.:
1. 'mit heißer Flüssigkeit (Wasser) übergießen'.
a. Kaffee (Tee) brih, brihe, brije, briche, s. F. [allg.]. Un Krottebalsam, Hollerbliet, vun dem hot sie uns oft gebriht [Birmelin Penns Gezw. 73]. a. 1592: Kessel ... dem Vieh darin zu brüehen [HornbSchR]; vgl. Gebrühtes. Zs. PfWB anbrühen. Klöße aus gekochten Kartoffeln heißen gebrihte Knepp [Bertram 157]; vgl. Grundbirnenknöpfe; die Grumbeere (vor dem Stampfen) brihe [ Gal-Dornf]. —
b. 's G'scherr brihe (mit heißem Wasser spülen) [ KB-Kriegsf]. —
c. von Schlachttieren. Die Sau werd in der Muhl (Mulde) met hääßem Wasser gebriht [ KL-Reichb, allg.]; de Hahn ('s Hinkl) werd gebriht [allg.]. SprW.: 'me gescheide Mann fallen die Hoor vun selwer aus, en Saukopp muß mer brihe [ PS-Erfw]. Zs. PfWB abbrühen. —
d. de Finger brihe 'in heißem Wasser baden' [ PS-Erfw]; vgl. PfWB bähen 1 b. Zs. PfWB verbrühen. —
e. Er ist gebrüht 'närrisch' [Klein Prov. 138]. —
2. 'brüten'.
a. Die Gluck briht gut [ GH-Kand, allg.]; vgl. PfWB brüteln 1, PfWB brüten. Die Dauwe (Tauben) brihe verzeh Daae, die Hinkel drei Woche [ KU-Schmittw/O]. Unbefruchtete Eier werden von der Glucke faul gebriht [ PS-Hermbg FR-N'lein]. Zs. PfWB ausbrühen. —
b. vom Sonnenschein. Die

[Bd. 1, Sp. 1279]
Sunn briht heit [ Gal-Dornf]. —
c. 's Kind briht an eppes 'scheint krank zu werden' [ KU-Neunkch Bedb]. —
d. 'sinnen, beabsichtigen'. Er briht [LA-Impfl, GH-Bellh]. Es brije zwää an eppes 'suchen Streit miteinander' [ KL-Wörsb]. — F.: vorwiegend brīə, in Pirmas bei der älteren Gener. brījə, bei den Jahrgängen ab 1914 brī; Heeger Tiere II 6: brīχə. Bezüglich der F. brīdsə in der lothr. SWPf vgl. PfWB brühzen. — Bad. I 351 hält brīd (3. Sing.) und gəbrīd für Kurzformen zu 'sie brüt(et), hat gebrüt(et)' und verneint eine urgermanische Wesensgleichheit mit 'brühen'. Dagegen in DWB DWb. II 424: »Ursprünglich galt es (das Wort 'brühen') auch für incubare ovis, was hernach durch brüeten, brüten ausgedrückt wurde«. — Südhess. I 1164/65; RhWB Rhein. I 1037/38; LothWB Lothr. 64; ElsWB Els. II 185 u. 206; Bad. I 343.