NRhWB Brühe Rhfrk brī; NSaarl, Merz -e·ĭ.; Mosfrk -ē:t [Bitb -ī:]; Rip, SNfrk -:, meist -:t [über -ø·y., –·y., –ȳ, -:j, –y im SNfrk s. [Bd. 1, Sp. 1036]
blühen]; Klevld -ø,-, – Sg. t. f.: 1. Bezeichnung einer Flüssigkeit, die durch Auflösung irgendeines Stoffes in siedendem Wasser entsteht, Flesch-, Wursch-, Zoppe-, Kaffebr. Im bes. a. bei Speisen für Menschen. Fleischbr. Dat Flesch git en fette Br. Rip; meist nur in Zs. Fleschbr., die genügend verlängert durch zugegossenes Wasser die Fleschzupp gibt. In RA. noch häufig: Dat mäck och de Br. net fett Nfrk, Rip. Et Fett von der Br. ofgeschäfft han Eif. Ohne Möh küt ken Og (Fettauge) op de Br. NBerg. De Br. läft em am Bart erunner, so gut hots geschmeckt Rhfrk. Dat get him noch en deier Br. Bitb. De hät de Br. versalten ist mit dem fertig Kemp-SPeter. Dem elo hön ech dack genog gesöt, wat drei Ersen fer en Br. gen Trier-Thomm. Dat es de Br. nit wert es lohnt sich nicht der Mühe Geld-Nieukerk, Bitb-NWeis. Do kost de Br. mih wie de Brocken Westerw. Ich hun die Br. devun ich danke dafür Nahe, Hunsr; do geve ich de lef Br. van ich mache mir nichts draus Dür. Dat geht alles mat einer Br. her alles in einem Prüm-Burb. Halt stif fette Br. zo! lass niemanden davon wissen Schleid-Hellenth. Die sin all met en Br. begote (ower-) alle gleich Klevld, Berg. — mat ener Br. begoss Prüm-Burb. Dat es Schottel we Br. einer ist so schlecht wie der andere Eup. Besser on de Br. geschoss(en) (geschissen) os wie klor Wasser auch den kleinsten Vorteil soll man nicht versäumen Prüm-Ihren. De hascht de Br. beschutt daraus wird nichts Trier-Mettnich. Scherzh. Rat gegen Zahnschmerzen: De Kopp koche un de Br. drinke Koch-Ulmen. — Erdäppel met langer Br., Kartoffeln mit viel Flüssigem uWupp; lang Br. schlechte Suppe NBerg; Grombiere met Br. mit Fleischbr. übergossen Moselfrk. — Wurstbr., in der die Würste gekocht sind. — Hinkelsbr. Hühnersuppe Rhfrk. — Klesbr. ein Fleischgericht aus Schweine- oder Kalbfleisch, ragoutartig, bei der Kirmes u. bei Hochzeiten abends aufgetragen Simm-Laub. — b. die über Eingemachtem stehende Br., z. B. Kappesbr., Prummebr De Br. muss iwer det Kraut gehn Rhfrk, Allg. — c. Viehsaufe aus Häcksel, Kleie, Spreu, Kartoffelschalen, mit Spülwasser abgebrüht Hunsr, auch Gebrihs. Dau gäfst on de irschter Br. nöt waich on gäfst dabei en schlecht Sauf Bernk-Burgen. Wo der Ferken ze vill send, würd de Br. mager wo viele Erben sind Mettm. — d. Seifenlauge; Farbenbr. Allg. — e. Lederbeize Eif. Den hat seng Hant on der Br. er ist ein Tagedieb Prüm-Ihren. — f. tierische Jauche Altk, Wittg, OSieg, Waldbr, Gummb. — g. Speichel, in der RA.: Do läft em jo de Br. em Maul zesamme Rhfrk, Allg. — Blut, de rode Br., in der RA.: Ich gen der ein, dass der de rot Br. kommt (erunnerläft, [Bd. 1, Sp. 1037]
spritzt, zum Maul erauskommt) Rhfrk, — des der de Br. aus dem Asch erausspritzt! Birkf-Herrst. — h. Traubensaft beim Keltern; de Drauwen gen vill (kän) Br. nMos. — 2. in verächtl. Sinne a. schlechter, trüber Kaffee; jedes fade Getränk Allg. Die Br. kannste kenem Esel en et Uhr schödde Rip; dat es awer en Br., wemmer die em Esel of de Schwanz schitt, da läft e von hei danne bes Berlin Westerw, — dei es fir en Hond ze schlecht Saar; en Br. esu deck; wa mer se er Gess (Ziege) an (in) e Uhr schett, da get se am dritten Dag bockig Bitb-NWeis. — b. trübes Wasser. En der Bach es en dröf Br. Allg. — c. Pfeifensutter. — d. Regen. Dat es en nette Br. Allg. — 3. übertr. a. de (grusse) Br. Ozean. Üver de (grusse) Br. gohn; sech över de Br. gen auswandern Rip, Berg. — b. längere wenig oder nichtssagende Rede Simm. — c. Verlegenheit, nette Geschichte, Bescherung Allg. Ech han de Br. devun danke dafür Kreuzn, Birkf. Sech en Br. mache (enbrocke, parat make) Rip, SNfrk. En de Br. kunn (geroden); en de Br. setze; sech en de Br. setze Rip, Allg. Enen en de Br. ärbede Eusk-Dirmerzh. Enen en de Br. renne Sieg-Ägid. He köt an de Br. vors Gericht MüEif, — anne Br. Elbf. Dörch de Br. gohn durchbrennen ebd. En dreckliche Br. eine unsaubere Sache ebd. — 3 c eine volksetymol. Umdeutung von Brü < Brüde Schlag, Stoss, Quälerei. | | Brühe f.: 1.a. 'Suppenbrühe', Brih (brī) [allg.]; scheeli B. 'wässerige Suppe' [SOPf (Nachlaß Heeger)]; mihn B. wie Brocke, dass., auch übertr. für 'viel Aufhebens um Belangloses' [ KU-Schmittw/O]. Zs. PfWB Fleisch-, PfWB Grundbirnen-, PfWB Wurstbrühe. RA.: Dem hun ich's gesaat, was drei Linse (auch: drei Erbse) for B. koche 'Dem habe ich die Meinung gesagt' [Hebel 33, verbr.]. Dem han ich gewiest (gewiesen), was drei Erbse for B. gin (ergeben) 'Den habe ich verhauen' [ IB-Reinh, BZ-Dernb]. Die B. kummt teierer wie die Brocke 'Die Reparatur eines alten Hauses ist teurer als ein Neubau' [Krieger 37]; Var. hierzu s. PfWB Brocken 1 a. Mach der sauri B. driwwer! 'Behalte es, für mich ist es wertlos' [verbr., auch Don Gal Buch Rußl]. Antwort auf die Frage, was man gegessen hat: Stritzgebackenes unnich de Besem gejaat, un sauri B. driwwer [ Gal-Lindenf]. Der hot mer e schäni B. angericht 'mich in eine unangenehme Lage gebracht' [Schandein Sprachsch. (Notizen)]. Do hätt ich die B. devun! 'Darauf pfeife ich!' [KU-Kaulb, NW-Hardbg u. Umg. LU-Muttstdt Don-Schowe Tscherwk Klein Prov. 64]. SprW.: Der ään kriet die Brocke, der anner die B. [verbr.]. Tanzlied: Wann do e Dippe voll Bohnesupp steht un do e Schissel voll B., do loß ich Kraut un Bohne steh un geh zu meiner Marie! [Feierowend Nr. 8/1950]; Var. hierzu s. PfWB Bohnensuppe. VR.: Marie, koch die B., koch se net zu dick, daß dei Mann net dran verstickt [verbr. Gal]. Grumbeeresupp un sauri B., wie der Deiwel schmackt dann die? [ Gal-Bagbg]. Eine scherzh. Antwort auf die Frage nach der Uhrzeit s. PfWB Brocken 1 b. — b. 'Soße, flüssiges Fett'; gemachti (gschmeerti) B. [ NW-Kallstdt]; Grumbeere mit brauner (weißer) B. [ PS-Erfw]. Das Wort Soße kam erst nach 1900 auf. Zs. Kastanien-, PfWB Klöß-, PfWB Zwiebelbrühe. Die B. läift'm die Backe erunner [ KU-Schmittw/O ZW-Battw PS-Erfw]. Zs. PfWB Tunkelsbrühe. — 2. 'Beeren-, Gemüsesaft'. Die Trauwe hän B. [ LU-Alsh, BZ-Heuchh]. [Bd. 1, Sp. 1278] Zs. PfWB Dividenden-, PfWB Most-, PfWB Rotrübenbrühe. — 3.a. 'schlechter Wein', e B., e sauri (schlechti) B. [allg.]. RA.: Er verzappt aldi B. [ BZ-Dierb]. Syn. s. PfWB Gesöff. Zs. PfWB Plämpel-, PfWB Holzapfel-, PfWB Lacks-, PfWB Lappel-, PfWB Säckelsbrühe. — b. 'schlechter Kaffee'; scheeli B. [VPf]. Sie dunke (tunken) zufriede ehrn Schneirerkäs (trockenes Brot) in ehr lapprig B. aus Muckefuck [Westrich-Kalender 1957, S. 102]. Zs. PfWB Hutzel-, PfWB Kaffee-, PfWB Schlabber-, PfWB Schloriampels-, PfWB Zichoriebrühe. — 4. B. im Kopp (im Hern) 'Rausch' [ KU-Schmittw/O Pirmas FR-Bockh LU-Muttstdt]. — 5.a. rote B. 'Blut'. Ich schlag der äni ins Gesicht, daß die rot B. rausspritzt [ LU-Alsh, KU-Bedb KL-Morlt Wörsb RO-Ruppeck Gal-Dornf], ... erauslaaft [ KU-Kaulb Kreimb]. — b. gelbe B. 'Rotz'. Hau der en hin, daß der die rot un gääl B. aus der Nas fährt [ NW-Frankeck]. — 6.a. 'Regen, schmutziges Wasser'. WR.: De Olichkopp kocht Biebelcher, do krien mer B. 'Wenn der Wald am Ohligkopf (nordostw. KL-Ottbg) dampft, gibt es noch mehr Regen' [ RO-Semb]. Wann der Dunnerschberg Hutzele kocht, krien mer die B., dass. [NPf]. Zs. Schnuttelbrühe. — b. 'Durchfall beim Rindvieh'. Die Kuh macht B. [ PS-Winz]. — c. Wenn die Buben in GH-Hatzbühl am Karsamstag keine Belohnung bekommen, dann singen sie: Alle-, Alle-, Alleluja, ihr habt uns keine Gabe gegeben, drum soll eich d'Brih am Aarsch nablääfe. — Südhess. I 1163/64; RhWB Rhein. I 1035; LothWB Lothr. 64; ElsWB Els. II 184; Bad. I 343. | | Plämpel-brühe f.: = PfWB Plämpel 2, Plämpelbrih [ PS-W'fischb]. |