NRhWB Braut Rhfrk uNahe -au-, –ǫu-, sonst -ou-, Pl. -ai-, –ęi-, –ei-; Mosfrk -ou-, Pl. -ei-; Bitb, Prüm brokt, Pl. -e-; Rip -ok, Pl. -- [Köln -u-, Pl. -y-]; SNfrk -ūt, Pl. -ȳ:t, –y·y., am SRande -yk; Klevld -ut, –yt f.: 1. wie nhd. RA.: Blöht en Blom buten Tit, geft et en Br. of en Lik Nfrk; en Rösken te Ontitt gif en Dojen of en Brütjen Klevld Wo drei Lichter brennen, es en Br. em Haus Allg.; drei Lampen en iənem Rik, göt en Br. of en Lik Sol, Nfrk. Sechs Nöss (Haselnüsse) op enen Bock, du wiəsch nu bal Brock wenn ein Mädchen sechs Haseln. zusammengewachsen findet Schleid-Hellenth. Munch al Juffer get näs (noch einmal) gren, wenn se soll Br. gen Bitb-Wiersd. We et Glöck hät, de let (leitet) de Br. hem Berg, — leit de Br. te Kerken Geld, — föhrt de Br. in et Hus Ess, Bitb, — schleft de Br. hem Merz, — fehrt de Br. on de Kirch Prüm, — geht met de Br. no Bett Mörs-Xanten. Wer warte kann, der krit e Mann; wer Gott vertraut, der krit e Br. Saarbr. Wörd de Mad (Magd) Br., ös öhren Tit ut (es dat Johr ut) Nfrk. Wann de Br. ös över de Herd, ös der Köppeler nüs mih wert MüEif; es de Br. jüs henger der H., es der K. kene Fuss mih weərt Jül-Linnich. Wann de Br. zor Kerche geht, an jeder Düər ne Gabbeck (Gaffer) steht Rip. Jongfer Br., de golden Dage sin ut Nfrk; Br., de guje Dage sin ut, de guje Nachte fangen an! Klev. »Weinende Bräute, fröhliche Frauen« Kref-Ürding. Et es noch wit van Lache, sei de Br., du schreide (hülde, griən, kresch) se Nfrk, Rip. Nu mar langsam möt de Br. en et Bett, se kösch e Ben breəke! ruft man dem Stürmischen zu MGladb-Rheind. De geht (fährt) mot der N., wie wenn hen en Br. fihr vorsichtig, bedächtig Prüm-Ihren. De Br. hät de Katt gut gefujert wenn am Hochzeitstage gutes Wetter ist Nfrk, Allg. Setz dich uf den Arsch, do hot ach dei Motter gesess, [Bd. 1, Sp. 935]
wie se Br. wor Simm-Ebschd. Stina Schultze es de Br., die met Schörke (Georg) Müller traut Wesel. — Kinderspr. Mädjen, plöck dej Kränzekrut, tukunft Johr bös do de Br.; Kränzekrut, dat plöck ek nit, ek sin jongk on hirot nit; bös do jongk on hirots nit, sin ek stolz on nöhm dej nit Ruhr-Hünxe. Ännche, Susännche, wat häste e dingem Kännche? Rude Wing (Wein) of wisse W.? Morge sollste Br. sin Köln. Petersilie Suppenkraut wächst in unserm Garten; unser Ännchen ist ne Br., will nicht länger warten; Roter Wein, weisser W., Pfingsten soll die Hochzeit sein Bernk-Wehlen. Annemrei, spann de Gei met Vejulenkraut, iwermuar, wenn't Möttig laut, da geste Br.; da kennt e Mann vu Wittlich, de schleht dech kromm un krepplich Saarbg-Greimerath. Ho, ho, ho, de Fasenacht is ho; de Br. is meun, ber mer siwe Gulde get, dem soll se seun usf. Koch-Poltersd. — Äs min Far min Moder kreg, do wor mi Moder en Br.; do kreg min Far dat Dengen erut on stek se en de Hut Sol. — Schemmelig Br. das Mädchen, das der Bräutigam nach dem kirchl. Aufgebot wieder verlässt Prüm-Mürlenb. — Volksgl. Eine Br., welche zur Wäsche schlechtes Wetter hat, erfreut sich keines treuen Bräutigams MGladb-Corschenbr. Je mehr Scherben der Br. am Hochzeitsabend vor die Türe geworfen werden, desto mehr Glück in der Ehe ebd. Wenn eine Br. mit einer brennenden Kerze in der Hand in ihr Schlafgemach geht u. zugleich von dem Docht knisternde Funken absprühen, kann sie annehmen, dass ihr Bräutigam sie herzlich liebt ebd. — Ein Riss im Schleier bedeutet einen Riss in die junge Ehe; ebenso wenn bei Verletzungen Blut auf das weisse Kleid oder den Schleier gerät Saarbr. Scheidet die Braut leicht vom Elternhause, so sehnt sie sich oft danach zurück, u. es wird ihr schwer fallen, sich ein eignes glückliches Heim zu gründen Trier. Man soll der Br. nichts Spitzes schenken; es trennt Freunde u. Verlobte Saar. De Br. durf dem Breitigam nemmen (nur) bas un de Scheller gohn; as sei grusser as dat, dann get et Streit en der Familich Bitb-Wiersd. — Gebräuche s. Hochzeit; bes. der Br. rappeln am Abend vor der kirchl. Trauung Waldbr-Odenspiel. De Br. afbennen die Brautkrone aufsetzen Hunsr. De Br. fangen ein Seil spannen beim Austritt aus der Kirche Rip. De Br. fänken am Eingange ihres künftigen Wohnortes der auswärtigen Br. den Weg versperren, bis sie sich durch Wein oder Branntwein löst Hunsr, Eif. Helau, de Br. brüht! Mülh-Ruhr; Br. schmiərt de Stut! Ruf am Hochzeitshause, wenn der Br.zug eingetreten war, worauf der Zugführer ein grosses Korinthenbrot für die Menge hinwarf [Bd. 1, Sp. 936]
(bis 1860) Kemp-Dülken. De Br. stehlen Elbf; de Br. verstoppen s. Hochzeit; dort auch Einladesprüche zur Hochzeit. Die Br. wurde am Abend vor der Hochzeit mit dem Br.wagen abgeholt, an den die schönste Kuh aus dem Stalle des Vaters gebunden war (Br.Kuh), die um den Hals einen Kranz trug. Am Herde schwang der Vorarbeiter in Anwesenheit des ganzen Hauses den Hohl (s. Hahl) um die Br., fasste sie an die Hand u. sagte: Jungfrau Br., din besten Tiə (Zeiten) sin ut, die beste Johre fangen nu an, wo du kas schlopen be dinem Mann. Alle Dage Brot on alle Johr en Kind, bis dat et fifontwintig sind Mörs-Orsoy (bis 1870). — 2. übertr. a. das Bräutje ungetauftes Kind Siegld-Niederscheld. — Brütchen die die Prozession begleitenden jungen Mädchen mit Symbolen in den Händen Aach. — b. Braut leden Trier-Wasserliesch, Bitb-Speicher; de Br. begleden Bernk-Maring, Simm-Schlierschd; Br. schleihn (schlohn) Saar, WEif; (de) Br. werfen ebd, — schmeissen Merz-Büschf, — schiessen Merz-Losh; der »Brauət« scheiwen Bitb-Betting; Br. machen Saarbg-Canzem; de Br. stechen Altk-Wissen: einen glatten Stein so über eine Wasserfläche werfen, dass er hingleitend mehreremale aufschlägt u. wieder abspringt. — c. en Brüt (f.) König u. Königin beim Kartensp. 66, wobei man 20 melden kann Erk, Aach; -ū- Selfk; Bellbrut Eup; der verkiehrde Brüt mit dem Unterschiede, dass der gewinnt, der die niedrigste Karte hat Aach. | | Braut f.: 1. wie schd., früher nur 'Braut an ihrem Hochzeitstag', Braut, Braaut, Brout, Brutt, s. F. [allg.]. Das Wort hat die ältere Bez. Hochzeiterin im lebendigen Gebrauch nach dem Stand von etwa 1960 gänzlich verdrängt. Die ewich B., scherzh., spöttisch von einem Mädchen, dessen Brautzeit ungewöhnlich lang dauert [verbr.]. RA.: Wenn in einem Zimmer zwei Lichter brennen, fragt man im Scherz: Is e B. im Haus? [ KU-Bedb LA-Nd'hochstdt]. Er hot'ne stehn geloß wie e Lump sei Braut 'hat ihn keines Wortes mehr gewürdigt' [Don (Steinmetz)]. Vor allzu ungestümem Vorgehen warnt man: Langsam mit der B., sunscht fallt se in de Dreck [ Don-Gottlob]. Von der Art des Kleidens [Bd. 1, Sp. 1173] für die Feldarbeit heißt es: Ins Hee (Heu) wie e B., in d'Stopple (zum Kornschneiden), daß em graut [ GH-Zeisk, KL-Stelzbg]. SprW.: Wer 's Glick hat, fehrt die B. häim, die B. mit reicher Mitgift, die B., die viele Freier hat [KU-Schmittw/O PfMHk. 1925, S. 169 Krieger 29], ... derf die B. in die Kerch fehre [Don (Steinmetz)]. Wer warte kann, kriet aach e Mann; wer uf Gott vertraut, werd aach noch Braut [Kaislt, verbr., auch Don Gal Buch]. Wer Mirte (Myrten) baut, werd niemols Braut [ KU-Bedb]. Den VR von 's Korbmachers Tochter un 's Besembinners Sohn s. bei PfWB Besembinder 1. In IB-Alschb gehörte zur Ausstattung der B. ein großer schwarzer Schal, dazu der aus weißen Wachsperlen gefertigte Orangenblumenkranz; den Riesenschal, der mit seinen acht Zipfeln die ganze Person und jegliche Körperform verhüllt, konnte man später bei allen Anlässen tragen, besonders bei Begräbnissen [Dimel 140]. Kostspielig wurde für den jungen Mann die Brautwerbung in IB-Alschb, wenn die Auserwählte noch eine ältere ledige Schwester hatte, weil er ihr eine Geiß schenken mußte [Dimel 140]. In KU-Diedk kauft der Bräutigam die Ringe und erhält von der Braut eine Uhrkette. Volksgl.: Wenn die B. rauhe Haare hat, dann wird das Ehepaar reich [Kus KU-Gries], desgleichen, wenn es der Braut beim Kirchgang in den Schleier regnet [ BZ-Wernbg], oder wenn die Schneiderin einen Pfennig in den Saum des Brautkleides einnäht [Zweibr]. Es bedeutet Glück in der Ehe, wenn die B. mit dem rechten Fuß zuerst auf die Kirchenstufe tritt [ GH-Hagb], wenn die B. am Altar weint [ ZW-Hengstb], wenn sie am Hochzeitstag weint [ LA-Kirrw]. Dagegen bedeutet es Unglück in der Ehe, wenn sich die B. auf dem Weg zur Trauung umschaut [ IB-Hass LU-Opp], oder wenn der B. in der Kirche der Handschuh oder der Blumenstrauß auf den Boden fällt [ LU-Fußgh]. Verliert die B. beim Überschreiten der Kirchenschwelle den Schuhabsatz, dann bedeutet dies ihren baldigen Tod [ KL-Mackb]. Die Ehe wird bald geschieden, wenn die B. bei der Trauung dem Bräutigam den Ring nicht über den Finger streifen kann [ BZ-Pleisw]. Lustichi Braut, unglücklichi Fraa [ FR-Hettldh]. Wann's de Braut rächet (regnet) uf de Kopf, gitt's (gibt es) en arme Tropf [ GH-Kand]. Wenn die B. die Katzen nicht gern hat (sie nicht gut füttert), dann bedeutet das kein Glück in der Ehe [ RO-Mannw KB-Mauchh]. Auf das Brautkleid dürfen keine Perlen aufgenäht werden, sonst gibt es Tränen in der Ehe [ FR-Bobh]. Man wünscht der B. eine schlechte Ehe, dann wird sie bestimmt glücklich; auch das Zerschlagen von altem Geschirr bringt Glück [ RO-Mannw]. Junge Burschen versperren dem Brautpaar mit [Bd. 1, Sp. 1174] einem Seil den Weg; dabei sagen sie: Baue de Braut un dem Bräutigam e Brück. Kommt sie darüber, hat se viel Glück; kommt sie nicht drüber, bricht ihr das Glück [Vogelsgesang 32]. — 2. übertr. a. 'geistliche Braut bei der Primiz des Priesters'. a. 1730: Auch rügte der Bischof, wie im Bistum Speier u. a. auch der böse ärgerliche Gebrauch bestehe, daß neugeweihte Priester, wenn sie ihre erste Messe lesen, eine Jungfer mit sonderbarer Distinction beiziehen, welche sehr wohl und hochzeitlich aufgeputzt in der Kirche miterscheint, auch ein besonderes Prärogativ im Knien vor anderen Anwesenden sich anmaast und noch oben darauf die geistliche Braut ärgerlicherweise pfleget genannt zu werden [Seel, Chronik von Deidesheim, S. 233]. — b. 'als Braut gekleidetes Mädchen im Pfingstumgang', vgl. PfWB Pfingstbraut. — c. 'Gewehr des Infanteristen', scherzw. in der Soldatensprache. — d. 'Wirbelwind' in der Zs. PfWB Windsbraut. — e. Braut im Haar 'Schwarzkümmel (Nigella damascena)' [vereinzelt VPf (Wilde 225)]. — F.: brud in der lothr. SWPf; Verbreitung der F. mit -au-, -āu-, -ou- wie etwa bei brauchen. Die Pluralform braid belegt für KU-Eschau FR-Flomh Bockh NW-Frankeck LA-Mart. — Südhess. I 1082/83; RhWB Rhein. I 934 ff.; LothWB Lothr. 69; ElsWB Els. II 205; Bad. I 312. | | Pfingst-braut f.: zu Pfingsten als Braut geschmücktes Mädchen, s. Abb. 18. Die Pfingstbräute gehen zu Pfingsten gabenheischend durch den Ort und singen dabei: Braut, Braut, uff de Stää (Stiege); unnar de Stää hat de Braut ehr Schnawel gelää (gelegen). Wär ich net hinzugekommen, hätt die Braut ehr Schnawel net gefunden. Dort drunne in dem Katzeneck, dort leit e goldnes Schnürchen; die kleene Buwe kiß ich gern, die große noch viel liewer. Drei Eier oder e Stick Speck, eher gehn mer net vor de Hausdeer [Bd. 1, Sp. 835] eweg. Der Brauch wird noch heute (1966) in HB-Nd'bexb geübt. Um 1940 wurde die P. von zwei Mädchen geleitet; das Gesicht der P. war mit einem Schleier unkenntlich gemacht. Vgl. OZfVk. 17. Jg. (1943), Heft ⅓, S. 35 ff. Früher war der Brauch auch in HB-Kirkel bekannt. — RhWB Rhein. VI 751/52; Hess.-Nass. II 608.  |