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 RhWB Anton (Bd. 1, Sp. 202)   PfWB Anton (Bd. 1, Sp. 290) 
  NRhWB Anton Rhfrk, Mosfrk antun, tūn, tūnəs, tīn, tinəs, tōn, tōni, don, –ō:-, dun, tyn; Rip anton, antun, tun, tyn, tøn, tynəs, –ø-, antønχə, tynχə, antoniəs, toniəs, tonĭjəs [die Formen von tynəs an auch mit Schärfung]; Nfrk antūən, antūnə, tūən, ton, tyən, tyənə, tn, tønəs, tønəskə, tøntjə [Eup antwęŋ(əlχə)] m.: 1.a. der hl. Antonius von Padua; er wird angerufen, damit man verlorene Sachen wieder findet; auch wenden sich die heiratslustigen Mädchen an ihn. Hellege Antonius, betet ein Mädchen, verleih mer ene Mann, äver kene ruəde, worauf der Küster hinter dem Altar verborgen antwortet: Et es kene angere do; darauf das Mädchen: At (schon) her dermet Monsch. — Antonius von Padua hat siewe Kinner und doch ken Fra Goar-Wiebelsh. Antuən va Padua soət a jen Oəfe on schliəp, du verbronnt e sech der decke Tiəhn, da soəschte ens, wat e liəp Heinsb-Dremmen. — 2. Der hl. Antonius, der Einsiedler, dessen Tag der 17. Januar ist. Er ist Patron der Haustiere, bes. der Schweine, weshalb er auch vom Volke heute noch Säutünnes, Schweinetines genannt wird. Bis noch vor wenigen Jahren wurden am Tünnestag in der Antoniuskapelle zu MülhRh-Waldbr Würste, Schinken, Speck, Rippen geopfert. Von Wippf kam eine Schweinszunge. Noch heute ist der Brauch, bei Krankheiten der Schweine dem hl. A. zu opfern, zu wallfahrten nach dem Säutünnes (z. B. auf dem Petersberge im Siebengeb. noch 1850) nicht erloschen. Auf Antoniustag müssen die Pferde feiern und die Herrschaften müssen zu Fuss reisen oder zu Hause bleiben, damit ihnen kein Unheil beim Reiten oder Fahren zustosse MGladb-Corschenbr. — S. Tönis b. Kref = De Sup Sen Tünəs. Wetterregeln zum 17. Januar. Zent Tönnes brengt Is of brecht Is Aach, verbr. (Forts. uder let et, wie et es Grevbr-Wevelinghv). Zent Tüənes es ene Ismäəker, ene Isbreəker oder heə lett et, wi et es Geilk. — 3. der Vorn. Anton, sehr beliebt; Neckverse: Antun, Kaffebun mit mannigfachen Fortsetzungen: — Zuckerplätzche. Gessesterzche verbr., — Äppeldätzke MGladb, — Zuckerlecker, Melchseffer Kobl-Bend, — Röpeschnetzel, Feldbunn Aden-Wershf, — Geetestiərtz, Zuckeriərz MGladb. A. hät Botze an met rude Strife dran Bo. A. e Nüffche, för drei Pennek e Schnüffche, för drei Pennek e Karewin mat der A. et Näsche fin Aach. Antönche plöck et Höhnche Jül-Hasselsw. A. Schmantdun, drei Reihe

[Bd. 1, Sp. 203]
Knäpp, richt eraf May-Trimbs. Andön, dravandon, drawupp holen dech uəwen bei der Kupp Merz-Mond. Dünnche, freəss Bünnche, sos kreiste ke Stöck May-OMendig. A. Muhrebunn, leck de Hongk de Fott schun Aach-Merkst. Dünnes D., decke Dor, hät de Katz de Schwanz geschor May-Rieden. A. Tinntonn, Männenett, komm on sett dech jet Heinsb. A. Kappestonn, leg dech en de Bohne, wenn et siwe Uhr schleht, kannste widderkome Düss. A. wol ens Ridder weaden, hatt awer king Helm, do nohm de Modder en Zuppenpott on sett en dem A. op de Kopp usf. Kinderreim: A., A., Trampelben, küt en ganzen Dag nit hem, küt gesongen on gesprongen mot der freche Kirmesjongen Aden-Liers. RA.: De sekt (sieht) aus wie Kurfirschten A. vortrefflich Prüm-Ihren. E ment, e wöər Vogts Tünnes er bildet sich viel ein Eusk-Billig. Senke losse, sat der vollen A., du feil heə bei Fenger no jen Kellertrapp eraf Aach. Dat lit dre, sat der vollen A., du log heə ejen Sif Aach. Ruhig Blut, Antünche Aach. De ös zu rich wie A. (ein Edelmann von Kompanien, der sehr reich war u. seinen goldenen Degenknauf für eine Monstranz zu Wollseifen vermachte Roer). Bei den A. kommen auf den Friedhof kommen, begraben werden Simm. Die Kirchenbediensteten scheinen im Hunsr A. genannt zu werden. Vgl. auch die Nachahmung des Glockengeläutes in Goar-Kratzenbg: Neuer Antun bring Geld her, Kasparsch A. schneid Sopp in, breng die Leffel rin, dat ma esse, Amen.4. Der Tünnes ist eine der stehenden Figuren des Kölner Puppen- und des daraus entstandenen Hänneschen-Theaters; die komische Rolle des Tünnes met der decke Nas fordert immer erneute Lachausbrüche heraus; deshalb wird auch allg. ein Mensch mit einer langen Nase T. genannt Monsch-Witzerath, MülhRh-BGladb. — 5. Tünnes einfältiger, dummer, ungeschickter Mensch Rip, Nfrk; Tines Mosfrk; gecke T. Possenmacher; Tünnes am Reck dass. Ahrw-Gelsd; fule Tönnes Faulpelz Altk-Birken, Mettm-Gruiten; egebeldte T. Eusk-Zülp; dau dommen Tines Bitb-Mettend. Tün, Tün, rufen die Kinder den Fastnachtsnarren nach Ahrw-Gelsd. RA.: Du bruchs mech net für en Tünnes-che ze halen für dumm, den man belügen kann Ahrw-Sinzig. — 6. Tünnes verächtl. Kopf Aach. — 7. et Antönche sehr kleines frisches Würstchen, das nach der Schlachtung an Nachbarn verschenkt wird Düss-Kaisersw, Kemp-UWeiden.

 

   Anton m.:
1. männl. VN, vorn. in kathol. Orten der VPf, Andan (ḁndÄn) [LA-Venn BZ-O'ottb Schweig verbr. Don], Andun (ḁndun)

[Bd. 1, Sp. 291]
[verbr. VPf], Donl (dōnl) [ PS-Erfw], Danel (dnl) [ GH-Lingf], Dunl (dūnl) [ LA-Edh], Duni (dūni) [ BZ-Hofstätt], andunich (ḁndūniχ) [verbr. südl. VPf]. —
2. Pl. Danle (dnlə), Neckname für die Lingenfelder wegen ihrer Vorliebe für den Namen Anton. —
3. der Kirchenheilige Antonius, im Ausruf des Unwillens: Heilicher Andon! [ ZW-Battw]. — RhWB Rhein. I 202; Bad. I 64.