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 PfWB Zottel (Bd. 6, Sp. 1645)   PfWB Zottel-bock (Bd. 6, Sp. 1646)   ElsWB Bock (Bd. 2, Sp. 28a) 
   Zottel f., m.:
1.
a. '(herabhängender) Fetzen, Faser, Franse (an zerissenen Kleidern), Lumpen', Zoddel (dsodəl, dsǫdəl) [verbr. VPf SWPf mancherorts übrige Pf, PfId. 156 Lambert Penns 184], Zorr(e)l (dsorəl, dsǫrəl, dsǫrl, dsǫÄl) [mancherorts WPf vereinzelt VPf, Christmann Kaulb 79 Höh 78 Müller Dietschw 74], Zoll (dsol) [vereinzelt], Zurrl (dsurl) [ KU-Gangl Körbn Rathskch RO-Cölln], Zerrl [ KB-Dannfs Gauh], de Zorrle m. [vereinzelt westl. WPf FR-Kindh]; Pl.: Zodd(e)le, Zorr(e)le, Zoll(e)le, Verbr. wie Sg. [verbr.]; Dim. Sg. rrlche [KL-Landstl Lind]. Die Zoddele henn vum Rock runnergehanke [ NW-Weish/S]. RA.: de Puddel fer e Z. 'vom Regen in die Traufe' [ Don-Schowe]. Ich verschlaan dich, daß die Zoddele wechflie'e 'Ich schlage dich, daß die Fetzen fliegen', Drohung [ IB-Herbh]. Volksgl.: Wammer'n neie Kuh krigt, soll mer ... die Zottle vumme Spiellumpe verschneide un des no all in re Pann mixe un's die Kuh aus der Pann fresse losse, no krigt sie ken Heemweh [Fogel Beliefs Penns Nr. 821]. —
b. 'herabhängende Haarsträhne; unordentliche, strähnige Frisur' [mancherorts]. De Gepäckträger am Bah(n)hof hot die Zottle iwwer die Halsankel 'Nacken' nunnerhenke ghatt [Hartmann Unkel 14]. Der käm mer nimmi dorch die Deer mit deene lange Zolle [Burgey Keschte 20]. —
c. 'Haarbüschel am Schwanz der Kuh', die Zoddel [ NW-Geinsh]. —
d. 'kleine grüne Kiefernäste', nur Pl. Zoddele [Wilde 123]. —
2. '(schlechte, verschlissene) Kleidung', abschätzig, meist im Pl. verwendet [verbr.]. Was die anzieht sinn Zottle [ LA-Gommh]. Er kummt in Zoddele doher [ LU-Alsh]. Pack dein paar Zorrle un geh!, Aufforderung an den faulen Knecht, den unfolgsamen Sohn [ FR-Carlsbg]. Hat das e Zorrl an! [ KU-Krottb]. Er hat käi Zorrl for anzeziehe [ WD-Niedkch]. Was han dann ihr eierem Kind far Zoddele ongeduun? 'angezogen' [ IB-Ommh]. Geb mer dapper mei Zorrle [ HB-Kirrbg]. Der versaift alles, darrer käin Zorrle of de Arsch kritt 'Er versäuft alles, so daß er keine Kleider kaufen kann' [ WD-Niedkch]. —
3. 'Hund mit langen Haaren' [ RO-Ebbg BZ-Dierb]; vgl. PfWB Zottelarsch 2, PfWB -bär 2, PfWB -bock 2 b, PfWB Zotteles.
4.
a. 'unordentliche, schlampige, zerlumpte Person' [verbr., Glass Klutzkopp 134], bei Bezug auf Frauen Gen. f., bei Männern (seltener gebr.) Gen. m.; Zs.: PfWB Heidenzottel; Syn. s. PfWB Schlampes 2. Schlabb heeßt's un Schlamb un dummi Zoddel [Glückstein 41]. —
b. 'weibliche Person mit liederlichem, sittlich anstößigem Lebenswandel' [vereinzelt, Klein Prov. 249]; Syn. s. PfWB Hure 1 a. — RhWB Rhein. IX 833/34; LothWB Lothr. 560; ElsWB Els. II 920.

 

  -bock m.:
1.
a. 'Mensch in schlechter, zerlumpter Kleidung', Zoddelbock, Zorr(e)l-, Zoll- [mancherorts, Wilms Alph. 57]; Syn. s. PfWB Schlampes 2. VR.: Räächeweddertropfe / d' Buwe muß mer klopfe, / d' Mädle sin die Rosesteck, / d' Buwe sinn die Zoddelbeck [ GH-Kand]; Var. s. PfWB Rosenstock, PfWB Schloß 2. —
b. nur Pl. Zollbeck 'Gesindel' [ LA-Wollmh]; Syn. s. PfWB Gesindel. —
c. nur Pl. Zollbeck 'lärmende Kinderschar' [ BZ-Bindb]; Syn. s. PfWB Rackerbande. —
2.
a. 'Ziegenbock mit zottigem Fell' [Mang 103]. —
b. 'Hund mit langen Haaren' [mancherorts]; vgl. PfWB Zottel 3. — RhWB Rhein. IX 834.

 

  Bock [Pòk, Pok fast allg.; Pùk Dollern Dehli.; Pl. Pèk allg.; Demin. Pèklə Fisl., Pèkli Banzenh., Pèkla Dü., Pækla Westhalten Su., Pèkali Heidolsh.; Pèkl U. W.] m. 1. Bock, Männchen der Ziege, des Schafes. Rda. Je älter dr Bock, je härter s Horn Laster und Untugenden nehmen mit dem Alter zu Z.; s. auch laufeⁿ 3 Seite 565. Rda. Deⁿ B. zuem Gärtner setzeⁿ Bf. Vergleiche: Stiff wü e B. Z. Du bis eso gstiff aˡs e B. Su. Luegeⁿ wie e gstocheneʳ B. so starr vor Staunen Gebw. Der verkeʰrt di Aueⁿ wi e B., wann er uf um Schraueⁿ lijt Dehli. Ër steʰt do, wie-n-e B. uf em Is so steif Ruf. Er het s wie dr B. uf em Is ist unbeholfen Hi. [Tó tet s jo wè tòysik Pèk Co.] Er stinkt wie(-n-)e B. Banzenh. Z., wi dr B. am Michlsta Dehli. Oermi. Dr B. stinkt sagt man von dem eigentümlichen Geruch, der beim Kaffeerösten entsteht Oermi. Dr B. schingeⁿ den Bock schinden, einen Purzelbaum schlagen Fisl. Felleri. ‘Kesseldi Bock, wia mang Herner streckt d'r Bock? Spiel’ Stöber Mäder 8.; s. Seite 325. 2. steifer Mensch Su.; geiler Mensch Hf. 3. schalkhafter, munterer Knabe Liebsd. 4. bockähnliches Gestell, daher Sägebock Osthsn., Gestell zum Abladen der Traubenbottiche Co.; Gestell, welches als Fuß zu Tischen benutzt wird U., auch Demin. NHof; Kutschbock Dü.; Gestell zum Heben des Wagens beim Einfetten der Radachsen, Zss. Schmierbock

[Bd. 2, Sp. 28b]
K. Z. 5. Brustbein der Vögel Hf. 6. ein gewisser Beigeschmack des Weines M.; auch Demin.: Dëʳ Wiⁿ het e Böckl Hi.; Syn. Ërdgust Seite 242. 7. Fehler: Rda. E B. schießeⁿ Illk. Str. ‘einen B. machen, schießen’ Klein. 8. entstellt aus Gott in: Zi Bock! = bi Gott Riedish. Schweiz. 4, 1122. Bayer 203.