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| PfWB Zottel (Bd. 6, Sp. 1645) | PfWB Schloß (Bd. 5, Sp. 1103) | PfWB Schluß (Bd. 5, Sp. 1131) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. a. '(herabhängender) Fetzen, Faser, Franse (an zerissenen Kleidern), Lumpen', Zoddel (dsodəl, dsǫdəl) [verbr. VPf SWPf mancherorts übrige Pf, PfId. 156 Lambert Penns 184], Zorr(e)l (dsorəl, dsǫrəl, dsǫrl, dsǫÄl) [mancherorts WPf vereinzelt VPf, Christmann Kaulb 79 Höh 78 Müller Dietschw 74], Zoll (dsol) [vereinzelt], Zurrl (dsurl) [ KU-Gangl Körbn Rathskch RO-Cölln], Zerrl [ KB-Dannfs Gauh], de Zorrle m. [vereinzelt westl. WPf FR-Kindh]; Pl.: Zodd(e)le, Zorr(e)le, Zoll(e)le, Verbr. wie Sg. [verbr.]; Dim. Sg. Zärrlche [KL-Landstl Lind]. Die Zoddele henn vum Rock runnergehanke [ NW-Weish/S]. RA.: de Puddel fer e Z. 'vom Regen in die Traufe' [ Don-Schowe]. Ich verschlaan dich, daß die Zoddele wechflie'e 'Ich schlage dich, daß die Fetzen fliegen', Drohung [ IB-Herbh]. Volksgl.: Wammer'n neie Kuh krigt, soll mer ... die Zottle vumme Spiellumpe verschneide un des no all in re Pann mixe un's die Kuh aus der Pann fresse losse, no krigt sie ken Heemweh [Fogel Beliefs Penns Nr. 821]. — b. 'herabhängende Haarsträhne; unordentliche, strähnige Frisur' [mancherorts]. De Gepäckträger am Bah(n)hof hot die Zottle iwwer die Halsankel 'Nacken' nunnerhenke ghatt [Hartmann Unkel 14]. Der käm mer nimmi dorch die Deer mit deene lange Zolle [Burgey Keschte 20]. — c. 'Haarbüschel am Schwanz der Kuh', die Zoddel [ NW-Geinsh]. — d. 'kleine grüne Kiefernäste', nur Pl. Zoddele [Wilde 123]. — 2. '(schlechte, verschlissene) Kleidung', abschätzig, meist im Pl. verwendet [verbr.]. Was die anzieht sinn Zottle [ LA-Gommh]. Er kummt in Zoddele doher [ LU-Alsh]. Pack dein paar Zorrle un geh!, Aufforderung an den faulen Knecht, den unfolgsamen Sohn [ FR-Carlsbg]. Hat das e Zorrl an! [ KU-Krottb]. Er hat käi Zorrl for anzeziehe [ WD-Niedkch]. Was han dann ihr eierem Kind far Zoddele ongeduun? 'angezogen' [ IB-Ommh]. Geb mer dapper mei Zorrle [ HB-Kirrbg]. Der versaift alles, darrer käin Zorrle of de Arsch kritt 'Er versäuft alles, so daß er keine Kleider kaufen kann' [ WD-Niedkch]. — 3. 'Hund mit langen Haaren' [ RO-Ebbg BZ-Dierb]; vgl. PfWB Zottelarsch 2, PfWB -bär 2, PfWB -bock 2 b, PfWB Zotteles. — 4. a. 'unordentliche, schlampige, zerlumpte Person' [verbr., Glass Klutzkopp 134], bei Bezug auf Frauen Gen. f., bei Männern (seltener gebr.) Gen. m.; Zs.: PfWB Heidenzottel; Syn. s. PfWB Schlampes 2. Schlabb heeßt's un Schlamb un dummi Zoddel [Glückstein 41]. — b. 'weibliche Person mit liederlichem, sittlich anstößigem Lebenswandel' [vereinzelt, Klein Prov. 249]; Syn. s. PfWB Hure 1 a. — RhWB Rhein. IX 833/34; LothWB Lothr. 560; ElsWB Els. II 920.
| 1. a. 'Vorrichtung zum Verschließen', Schloß (lǫs) [verbr., Christmann Kaulb 16 Mang 124 Müller Dietschw 65 Schneckenburger 25 Lambert Penns 135 Krämer Gal 188], Pl. Schlesser [verbr., Christmann Kaulb 21]; Dim. Sg. Schleßche, Schleßje [WPf], Schlessi [mancherorts äußerste NWPf], Schlessel [VPf]; Pl. Schleßjer [mancherorts WPf], Schleßlich [mancherorts SOPf], Schleßle [mancherorts VPf]; Zs.: PfWB Baskülen-, PfWB Türen-, PfWB Fenster-, PfWB Häng-, PfWB Mal-, PfWB Schnappschloß; 's Sch. in de Deer [Krämer Gal 188]; e Sch. ufbreche [ PS-Schmalbg]. Dabber will ich 's Sch. ufbringe [Schandein Ged. 29]. RA.: hinner Sch. un Riegel 'im Gefängnis' [LU-Opp, verbr.]. Dem geheert e Sch. ans Maul, von einem Schwätzer [ KU-A'glan]. VR.: An meim Arsch is aach koo Sch. / kannscht mich lecke, wann ich loß [ Gal-Bagbg]. a. 1537: Ein Damasten koller Schwartz vnd golltgeel mit schwartzen Samat belegt vnd mit zweien schlossen [SpeyTreudInv.]. a. 1566-87: dem Schlosser von Anueyler von den Schlossen zu machen geben [SSp Kirchenrechnungen Nr. 63 BZ-Wernbg]. — b. α. 'Vorrichtung zum Befestigen des Sensenblattes am Sensenwurf' [mancherorts]; [Bd. 5, Sp. 1104] Zs.: PfWB Sensenschloß. — β. vgl. PfWB Sechschloß. — c. 'Kopplungsstelle von Balken 2 e und PfWB Stiefel im Kammert [LA-Essing Rhodt (Scharff 159)]. — d. 'Verschlußvorrichtung mit Patronenteil an Feuerwaffen', veralt. [vereinzelt, Beam Penns 94]; Zs.: PfWB Feuer- 1, PfWB Geschloß. — e.'Scheide, Geschlechtsteil der Kuh' [ GH-Leimh Neubg]; vgl. PfWB Schluß 1aα. — 2. 'prächtiges oder befestigtes herrschaftliches Bauwerk, Residenz, Palast, Burg' [verbr.]; Zs.: PfWB Hagen-, PfWB Luftschloß; als FlN, Burgenname vgl. Bed. 3; 's Dernbacher Sch. 'die Burgruine Scharfeneck' [ BZ-Dernb]; 's Eschbacher Sch. 'Die Ruine der Madenburg' [ LA-Eschb]; 's Hambacher Sch. 'die Kästenburg' [ NW-Hamb]; 's Merzalwer Sch. 'die Ruine Gräfenstein' [ PS-Merzalb]; die Dahner Schlesser 'die Ruinen der nebeneinander liegenden Burgen Altdahn, Grafendahn, Tannstein' [ PS-Dahn]. Un' 's Frääle kummt zum Sch. eraus [Schandein Ged. 160]. Do war im Heidelberger Schloß / E Mädche, hibsch als wie e Ros' [Münch Werke I 119]. RA.: Der baut Schlesser in de Luft, von einem Träumer [ GH-Vollmw]. VR. (Kniereiterreim): Troß, troß, troß, / dort owe steht e Sch. / Dort owwe steht e Boppehaus, / gucken drei Boppe raus. / Die eent spinnt Seide, die anner wickelt Weide, die dritt macht e rode Rock / for de alde Zoddelbock [ Gal-Dornf, in Var. mancherorts]; weitere Var. u. VR. s. PfWB Herrenhaus, PfWB Herrgott 1 a, PfWB hoppe, PfWB hotte, PfWB Jungfer 1 a, PfWB kleinwunzig, PfWB Madam 1 a, PfWB Meile, PfWB reiten 1 a, PfWB Roß, PfWB Sachsen, PfWB Saft 1, Sal, PfWB Seide 1. a. 1409: die über das obgenannt Sloß sagent [LeinArch. Burgfriedensbrief Veste Diemerstein]. a. 1599: hinter dem Schloß vor der Oberpfortten gelegen [StArch. KU-Wolfst Stadtbuch]. a. 1619: Volgen nuhn die gütter so zu solchem Schloß gehörig [SLgb. Winzingen Bl. 5]. a. 1681: der Berg ... auf welchem vor Zeiten ein Schloß gelegen, Heidelsburg genannt [PfW 1915 252 (PS-W'fischb)]. — 3. a. FlN, amtl. Am (Auf dem, Im, Hinterm, Beim usw.) Schloß [ KU-Herschw/Petth Lauteck PS-H'einöd FR-Bockh NW-Deidh], Hinterm Schlößchen, Dim. [ KB-Stett]. a. 1658: Vom alten schloß ahn biß ahn den waldt [GdArch. KL-Ottbg Gewannenbuch S. 40]. a. 1754: hinterm Schloß aufm seß [Kurpf. A. 213/33 b (Kaislt)]. — b. Name einer Burgruine bei Klingmst, amtl. Schlössel, Dim. [Pfalzatlas I K. 48]; auch Namensgrundwort in Altschloß (bei PS-Eppbn), Heidenschlößchen (bei NW-Gimmdg), Paulinerschloß (Bergz) und Steinenschloß (bei PS-Th'eischw); vgl. auch Bed. 2. — Südhess. V 458; RhWB Rhein. VII 1371; LothWB Lothr. 452; ElsWB Els. II 474.
| 1. gegenständl. a. α. 'Schleide, Geschlechtsteil der Kuh', Schluß (lus) [verbr.], Pl. Schliß [ KB-Morschh KL-Hütschhs]; Zs.: PfWB Verschluß; Syn.: PfWB After 2, PfWB Pfeife 4 b, PfWB Pritsche 2 b, PfWB Tasche 2bε, PfWB Tute1 2aγ, PfWB Ficke1 1 b, PfWB Flappe2 1 b, PfWB Fotze 1 b, PfWB Futte [Bd. 5, Sp. 1132] 1 a β,Gemäch2, Gewerf 1a, Kuhfotze, -täsche, Scham 2a, Scheide 1cα, Schloß 1e, Schlotte 4, Schnecke, Wurf, Zotte. Die Kuh kann net mache (vgl. PfWB machen 1bδ), de Sch. is so eng [ LU-Alsh]. — β. 'Scheide, Geschlechtsteil der Stute' [ KU-Hundh HB-Kirrbg ZW-Battw RO-Dielkch KB-Albish Kriegsf]. — b. 'After des Rindviehs' [mancherorts, Pauli Heilm. 140]; vgl. PfWB Scheißloch. — 2. abstr. 'Ende, Abschluß' [verbr., Christmann Kaulb 19 Mang 108 Lambert Penns 136]; Zs.: PfWB Ab-, PfWB An-, PfWB Schulschluß; de Sch. vum Schuljohr [ KB-Kerzh]; Sch. mache 'etwas beenden', auch 'sein Leben (durch Selbstmord) beenden' [ PS-Th'eischw, mancherorts]. Sch. domit! [ BZ-Dernb]. Ich han de Kriech mitgemach bis zum Sch. [ KL-H'spey]. Ho, ich meen aa, mer sollte Sch. mache [NPfGV 8/1934]. Erscht owends so um Uhrer acht, / Do han sie endlich Sch. gemacht [Münch Werke I 116]. — 3. vgl. PfWB Be-, PfWB Ent-, PfWB Kurzschluß. — RhWB Rhein. VII 1414; ElsWB Els. II 475.
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