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 PfWB Zores (Bd. 6, Sp. 1639)   PfWB Tanz (Bd. 2, Sp. 78)   PfWB Konter-tanz (Bd. 4, Sp. 451) 
   Zores m., n.:
1.
a. 'Schererei, Streit, Zank, Ärger', Zores (dsōrəs) [verbr., Klein Prov. 249 PfId. 156], Zoures (dsōurəs) [Höh 152], Zorres (dsǫrəs) [ RO-Odh], Zures, Zurus (dsūrəs, dsūrus) [vereinzelt Gal]; Syn.: PfWB Affäre 2, PfWB Attacke 1, PfWB Auftritt, PfWB Bataille 1, Polterei, Broges, PfWB Tanz 2 a, PfWB Differenz 2, PfWB Durcheinander, PfWB Gehändel, PfWB Gekampel, PfWB Gekarambol, PfWB Gestritts, PfWB Gezeter, PfWB Hader, PfWB Händel, PfWB Hudel 3 b β, PfWB Kampanje, PfWB Kampez, PfWB Karambol, PfWB Katzius, PfWB Kippes2, PfWB Klumpatsch, PfWB Krach 2 a, PfWB Krakeel, PfWB Krawall 2, PfWB Krieg 2, PfWB Lebtag 2 b, PfWB Musik 2 a, PfWB Reiberei, PfWB Riesenkrach, PfWB Spalt 3, PfWB Span2, PfWB Spektakel, PfWB Strabatz, PfWB Strabutz, PfWB Strandel, PfWB Streit 1, PfWB Streiterei, PfWB Streitigkeit, PfWB Strubbel, PfWB Strubutz, PfWB Stunk, PfWB Sturm 2 a, PfWB Zank1, PfWB Zankerei, PfWB Zankens, PfWB Zerrerei 2, PfWB Zertiererei, PfWB Zerwes, PfWB Zoff, PfWB Zwiespalt, PfWB Zwietracht, PfWB Zwist. Mach mer kä Z.! [Kaislt]. Des werd noch e Z. gewwe! [Feierowend 5/1953 Nr. 24]. Sie henn Z. g'hatt

[Bd. 6, Sp. 1640]
[ FR-Lambsh]. Mit dem hat ma nix wie Z. [ ZW-Contw]. Die lewe ständig im Z., von uneinigen Eheleuten [ GH-Lingf]. D'r Schorsch, der lebt mit seiner Fraa / seit Woche schun im Z. [Kühn Hamet 8]. Drum gebt's bei Pälzer Eheleit / fascht niemols Zores oder Streit [Münch Werke I 230]. Mer hot jo doch bloß Z. mit Unnermieter [Burgey Keschte 30]. Daß ich Kurasch habb, is schun lang bewisse, / Ich war bei manchem Z. schun debei [Müller Schneiderche 100]. —
b. 'Zorn' [vereinzelt, PfId. 156]. —
2.
a. 'lärmendes Durcheinander, Spektakel, Trubel, Aufruhr' [verbr., Müller Dietschw 74 Krämer Gal 248]; Zs.: PfWB Gezores 1; Syn. s. PfWB Spektakel; Z. mache 'lärmen' [ LA-Göckling, mancherorts]. Do war e Z.! [ KB-Zell]. Was is das fer e Z., mer versteht jo sei eije Wort nemmeh! [ KL-Mackb]. Mach um die do Zitt känn so e Z. doher, die Liet in de Stroß wille schlofe [IB-Ensh (Glass 136)]. Wann ich zurückdenk - ze Läbdaa war dehääm Z. un Rummeldibuschur [Damm Schoggelgaul 26]. —
b. 'Spaß, Allotria' [ LU-Opp]. —
3. vorwiegend Gen. n.
a. 'lärmende Kinderschar' [mancherorts]; vgl. PfWB Gezores 2; Syn. s. PfWB Rackerbande. —
b. 'Pack, Gesindel' [mancherorts, Thielen 126]; Syn. s. PfWB Gesindel. —
4. Schallwort in der Wend. Zick, zack, zores, gesprochen beim Fortschnellen der Bohnen im Bohnenspiel [ KL-Siegb]. — Jidd. zore, Pl. zoress 'Leiden, Plage' (Althaus 156 Post Jüd. 256), Bed. 3b nach Wolf 6388 zu jidd. zoir 'Geringer, Niedriger, Kleiner'. — RhWB Rhein. IX 830/31; LothWB Lothr. 560; ElsWB Els. II 913.

 

   Tanz m.:
1.
a. wie schd., Danz, Pl. Dänz [allg.], Dim. Dänzche [WPf (außer Ost-PS) NPf nördl. VPf], Dänzel [mittl. u. südl. VPf Ost-PS]; de Danz aanfehre (-fihre) [verbr.]; e Mädel zum Danz fihre [LA-Impfl, verbr.]. Er loßt kee D. aus (bei Tanzveranstaltungen) [ Gal-Dornf]. Ken Danz hot se annerscht vergewwe als an sellen [VPf]. RA.: Er hot sein mehrschde Dänz gemach 'ist alt und gebrechlich' [KU-A'glan, verbr.]. SprW.: E Dänzche in Ehre kann niemand verwehre [KL-Kindsb, verbr.]. VR.: Leck mich am Arsch is aach e Danz, awer kän franzesischer; unser Kuh hot aach e Schwanz, awer kän vun de greschde [Schandein Sprachsch. 2]. Aus esch 's Liedl, aus esch de Danz; Siwile (Sybille), geh hääm un fieder dein Gans [ LA-Nußd]. Die drei ersten Tänze der Kirbe werden am Kirbesamstag versteigert [ HB-Beed], sie sind den Straußbuben vorbehalten [ KL-Enkb]. a. 1630: Auch sollen die Dänz bei den Hochzeiten im Winter bis umb 4 und Sommerszeiten umb 6 Uhre und länger nit währen [Kuseler Chronik 100]. Zs. PfWB Altweiber-, PfWB Bauern-, PfWB Braut-, PfWB Ernte-, PfWB Extra-, Hammel-, PfWB Hasen-, PfWB Hexen-, PfWB Hörner-, Katzen-, PfWB Kirbe-, PfWB Kissen-, PfWB Konter-, PfWB Lock-, PfWB Schnecken-, Schuster-, PfWB Spiegel-, PfWB Vortanz. Tanzarten: Polka, Buchelklopfer, Dreher, Dritthalb, Francaise, Galopp, Kehraus, Lancier, Quadrille, Rheinländer, Rütscher, Schieber, Schmiedchen, Schottisch, Siebenschritt, Walzer, Winneweh.
b. 'Tanzveranstaltung', im VR.: Mädche, gehschde net zum Danz?Mutter, ich han kän Schuh.Zieh die alde Schläppelcher aan, danz die Lecher zu [Wilde 212]. —
c. s. PfWB Veitstanz. —
2. übertr.
a. 'Streit, Zank' in den RA.: Do eß de Danz werre von vorne angang [WD-Niedkch, verbr.]. Oun do war de Danz aus [ebd.]. —
b. 'Spaß, Vergnügen, Freude' in den RA.: Selle Dänz sin vorbei (sin gedanzt, hän ufgeheert, hän jetzt e Enn) [NW-Frankeck, verbr.]. VR.: Die Metz un die Maad hun 'm Kaiser de Danz versaat 'Metz und Magdeburg haben dem Kaiser den Gehorsam versagt' [ KU-Schmittw/O]. —
c. 'Dummheiten, Flegeleien' in den RA.: Heer mer uf mit denne Dänz! [ LU-Friesh]. Was macht dann der widder for Däns? [ LU-Opp]. Die Dänz gehn bei uns nit! [ GH-Kand]; vgl. PfWB Tanzmärsche. —
d. 'Mühe, Arbeit' im SprW.: Korze Dänz un lange Brotwärscht 'Wenig gearbeitet, aber viel gegessen' [ KU-Schmittw/O]. —
e. in der Wend. Dänz mache 'prahlen' [ LU-Opp], 'viel reden' [NW-Hardbg u. Umg.]. — F.: WPf NPf u. nördl. VPf

[Bd. 2, Sp. 79]
haben vorn. dḁnds; in der SWPf klingt -ḁ- sehr dunkel, so daß von den Gewährpersonen vielerorts -o- (-ǫ-) geschrieben wird. Normales -a- wird vielerorts im West- und Südteil von KU sowie im Westteil der NPf gesprochen. In der mittl. VPf herrschen nach Bertram 18 vor Nasalen verdumpfte Formen des -a-: dḁnds im Elmsteiner Tal oberhalb NW-Appth, an der Mittelhaardt in NW-Niedkch Deidh Ruppbg Königsb Gimmdg, im Süden in SP-Mechth LA-Edh Maik Mart; dǫnds im übrigen Gebiet, also im größten Teil der mittl. VPf. Die südl. VPf hat nach Heeger Südostpf. 32 von Süden her bis zur Linie LA-Rhodt — LA-O'hochstdt — GH-Nd'lustdt — GH-Hördt Verdumpfung, die im Süden -ǫ- erreicht und nach Norden zu heller wird. Mitteloffenes u. offenes -a- gilt im Übergangsbereich von der südl. zur mittl. VPf und vielfach in Städten und Stadtnähe. Die Verdumpfung des -a- vor dem Nasal -n- ist nach Bertram 18 als eine junge Bewegung aufzufassen. Mit dieser Feststellung läßt sich das bei den Pfälzern in Gal (und wohl auch Don u. Buch) herrschende mittlere und helle -a- in Einklang bringen. Auch die Nasalierung des (kurzen) Vokals vor -n, die in der Pfalz in schwächerem oder stärkerem Maße weithin zu beobachten ist, dürfte verhältnismäßig jung sein; es ist jedenfalls auffallend, daß sie bei den Auslandspfälzern kaum zu beobachten ist. Das auslautende -z empfinden die Sprecher nicht selten als -s (Schreibung Dans), meist aber als -ds. Südhess. I 1356/57; RhWB Rhein. VIII 1054/55; Saarbr. 43; LothWB Lothr. 79; ElsWB Els. II 695; Bad. I 418.

 

   Konter-tanz m.: nur in der Wendung Kunderdänz mache 'unsinniges Zeug treiben' [ KU-Konk]; vgl. PfWB Konter. ElsWB Els. II 696.