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 PfWB zeitig (Bd. 6, Sp. 1575)   ElsWB zitig (Bd. 2, Sp. 919a)   RhWB zeitig (Bd. 9, Sp. 750) 
   zeitig Adj.:
1. 'pünktlich, früh', zeidich (dsaidiχ) [mancherorts, Juner 107], zeirich (dsairiχ) [mancherorts, Braun Lääsebuuch 242 Ehrhardt 91], zeilich (dsailiχ) [ KU-Bedb], zeidisch [Feierowend 8/1958]; Zs.: PfWB vor-, PfWB früh-, PfWB gleich-, PfWB recht-, PfWB unzeitig; z. dran sein 'früh sein' [vereinzelt]. Ich kann z. dort sin [ PS-Gersb]. Er kummt immer z. zur Ärwet [ LU-Opp]. SprW.: Z. ins Bett un z. eraus, bringt Wohlsein und Wohltat un Wohlstand ins Haus [LA-Impfl]. BR.: Wann die Schwalwe frih kummen, gebt's z. Frihjohr [ ZW-Bechhf]. —
2.
a. 'reif zum Ernten, zum Essen', von Obst, Käse usw., zeirich [verbr. ges. Pf, Juner 107 Mang 121 Müller Dietschw 73 PfId. 155 Thielen 125 WKW 23 Wilde 287], zeirisch [KU-Etschbg Frankb Körbn O'alb HB-Alth ZW-Gr'steinhs Mörsb RO-Als KL-Frankst W'lein Weilb PS-Eppbn Nünschw Rodalb Vinn KB-Stauf FR-Beindh LU-Iggh NW-Wachh BZ-Spirkb Bernhard 192 Schneckenburger 44], zeierich (dsaiəriχ) [ ZW-Käshf L'wied Mittb], zaairich (dsāiriχ) [ RO-Lohnsf PS-Hetths BZ-Nd'horb], zaairisch (dsāiri) [ PS-Hilst], zejrich (dsęjriχ) [ HB-Bliesdlh Breitft Brenschb Jägbg IB-Nd'würzb Ommh Seelb], zeidich [mancherorts VPf SPf vereinzelt übrige Pf, Otterstetter 192 Wilms Alph. 57 Lambert Penns 182 PennsDeitschEck 28. 11. 1953 Krämer Gal 246], zeidisch (dsaidi) [ ZW-Hornb Bergz], zaaidich (dsāidiχ) [ GH-Neubg], zeiðich (dsaiðiχ) [ KU-Kaulb LA-Edk], zeilich [ KU-A'glan Bedb Dennw/Frohnb Dietschw Erdb Jul Patb Rathsw Ulm ZW-Lambsbn RO-Als Dielkch H'stätt Ransw LU-Altr LA-Göckling BZ-Gräfhs Münchw Nd'ottb Steinf GH-Freckf Jockgr Rülzh Wind], zeilisch (dsaili) [ HB-Böckw], zejlich

[Bd. 6, Sp. 1576]
(dsęjliχ) [ HB-Böckw], ziddich (dsidiχ) [ HB-Utw IB-Habkch Reinh], zirrich (dsiriχ) [HB-Medh Nd'gailb Peppk IB-Bliesmg/Bolch Eschring Gersh Witth], zillich (dsiliχ) [HB-Seyw IB-Bebh Ensh (Glass 135)]; s. K. 412; Zs.: PfWB patsch-, PfWB überzeitig; Syn. (auch für überreif): dreckweich, edelreif, gut I 3 e, PfWB matsch 1 a, PfWB matschig, PfWB morsch1 1 c, PfWB morschfaul, PfWB morschtig, PfWB mostig, PfWB muddig, PfWB muselig, PfWB reif 1, PfWB überreif, insbesondere vom Getreide: dürr 3, vom Käse: durchfaul, faul 1 a δ, PfWB schmierig, PfWB überfaul, vom Tabak: blumig 3, von Trauben: edelfaul, mopsig 3; zeiliche Äppel [ RO-H'stätt]. Die Trauwe werre z. [ KB-Zell]. De Kees isch z. 'Der Handkäse ist ausgereift, weich' [vereinzelt]. 's Holz is z. 'Das Rebholz ist gut entwickelt' [ FR-Albsh]. 's Korn werd vun alle Frocht 's erscht z. [ KU-Schmittw/O]. 's is Summer. 's Korn is z. [Münch Werke I 97]. Es summert nit, wie kann dann do was z. werre [ ZW-Battw]. Am Keschtebaam drauß, sin die Weschglamme z. [Birmelin Penns Gezw. 70]. Die wern so jetzt aa schun z. [Kröher Lyoner 112]. RA.: Er wachst unner (hinner) sich (macht sich) wie zeirich Gerscht 'Er wird infolge Alters immer kleiner' [KL-Hirschhn Hebel 13 Don-Gert]. SprW.: Dem reiche Mann sei Märe und dem arme Mann sei Korn weren über Nacht z. [JKurpf. 1927 S. 16]. Wann de Appel mol z. is, fallt er runner [ PS-Saalstdt]. VR. s. PfWB halala, PfWB Katharina-Elisabeth. a. 1579: so er in dem felt geth vnd vermerckt daß die frucht zeittig ist, soll ers dem schultheisen verkündten [PfWeist. 225 (NW-Dackh)]. —
b. 'den Höhepunkt der Entzündung erreicht haben', von Geschwüren [ KU-Bedb Kaulb KL-Hirschhn PS-Erfw LA-Rhodt]. Mer derf de Schwäre 'Geschwür' net ufschneire, ewwer z. is [ KL-Reichb]. —
c. übertr. 'gereift, bereit für eine Veränderung sein', vom Menschen; vgl. PfWB gesetzt, PfWB mannbar. Der Eli is now zeitich [Reichard Penns 152]. RA.: Se esch z. 'alt genug zum Heiraten' [ LA-Rhodt]. Er es z. fer uf Klingeminschter 'Er ist verrückt' [ KL-Niedkch]. Den will ich schun z. mache 'gehorchen lernen, zum Nachgeben bringen' [ LA-Venn, KU-Schmittw/O KB-Kerzh]. — Rhein. VII 292 K. VII 7, IX 750; ElsWB Els. II 919 zitig.

 

  PfWB  RhWB zitig [tsitik S. O. Bf. Osthsn.; tsiti Barr U.; tsitiχ Rothb. Lützelstn. Dehli.; tsæìtiχ N.] Adj. 1. reif (dies Wort fehlt) a) von Obst. ‘S Obs wo früej zyddi isch,

[Bd. 2, Sp. 919b]
wurd au am erste fuul’ Pfm. IV 1. ‘kurz vor Weihnachten zeitige Erdbeeren’ Co. 1772 JB. XIX 146. ‘wanne das (obs) zittig würt, so sol man das abelesen’ Str. 15. Jh. Brucker 52. ‘damit solchs mit den Khornfrichten zittig werd’ Wattw. 16. Jh. JB. III 59. b) von Geschwüren, die aufzuschneiden sind. Dis Eisl is zitti, dis kanns ufstëcheⁿ! Ingenh. 2. flügge (von Vögeln) Sier. ‘allerleye yunge vogel, die do zittig sint usznemen us den nestern’ Str. 1449 Brucker 226. 230. In der älteren Spr. auch übtr. von Menschen: ‘Darumb seind die schälk vnd Narren dis jar bald zeitig’ Fisch. Prakt. 3. 3. heiratsfähig. Spw. In deⁿ richeⁿ Lüt iʰre Meidli un in deⁿ armeⁿ Lüt iʰr Weisseⁿ sin gliʰ z. Erbtöchter und der Weizen armer Leute sind früh reif Banzenh.; s. auch Kalb 1, Tochter. 4. (scherzh.) Eineⁿ z. macheⁿ lang warten lassen, so dass er ungeduldig wird Dü. [èinə losə t. wárə mürb machen, so dass er nachgibt M.] Der is z. schaut wie erfroren drein Hi. Basel 326.

 

  PfWB  ElsWB zeitig -eid-, –aid-, –eir-, –egd-, –igg- usf. Adj.: 1. im Süd. unseres Geb. [SMalm, SPrüm, Daun, WMay, NGoar als Nordgrenze, s. Karte VII 7 (reif)] ersetzt das Wort den Begriff »reif«; reif selbst herrscht nördl. der angegebenen Grenze. a. von Getreide, Obst, Wein udgl.; loss de Praumen hänken, bes dat se z. sen Saarbg-Faha, Allg.; de Biren sen noch nit z. Allg.; de Äpel sein dies Johr spit (spät) zegdig Bitb, Allg.; wann et Kor z. is, muss mer et schneiden Saarl-Berus, Allg. RA.: De wachst wie z. Gerscht (Gerste) von einem, der eher kleiner als grösser wird, wie reife Gerste, die sich auf den Boden neigt Simm-Laub, Verbr., — wie en z. Zwiewel sehr wenig Bernk-Neumag. Hen seiht an seine Biren, wenn annerleits B. z. sen Trier-Mehring. — b. von anderen Dingen. α. Holzist z., das geschlagen werden kann Trier-Mehring. — β. ein Geschwür ist z., das zu eitern beginnt Ottw-Schiffw, Saarbg-Schoden, Trier-Beuren Wasserliesch. — γ. das Brot is nit z. nicht gar, unausgebacken Kreuzn-Seibersb. — 2.a. zeitig, früh im Jahr, am Tage; diese Bed. auch ausserhalb des obigen Geb., also Rip, Berg, Eup; fi mutten tidig morn opston; sei koumen alt t. Wippf; z. hēm kommen Rip. RA.: Wat enen Hoke wäde sall, muss mer z. krömme beizeiten Köln-Stdt. — b. einer Sach zeidig sen müde, überdrüssig Wittl-Binsf. — c. rechtzeitig, gerade zu der Zeit. RA.: Wann et ens Weckbrei ränt, dann hät mer z. keine Läffel Köln-Stdt.