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 PfWB Zand (Bd. 6, Sp. 1531)   PfWB Zahn (Bd. 6, Sp. 1521) 
  Zand s. PfWB Zahn.

 

   Zahn m.:
1. 'Kau-, Beißwerkzeug im Mund von Lebewesen', Zahn (dsān, dsn) [verbr. VPf NPf MPf, Christmann Kaulb 7 Otterstetter 43 Lambert Penns 181 Krämer Gal 245], mit fließendem Übergang zu Zohn (dsn) [mancherorts NPf vereinzelt übrige Pf, Lambert Penns 181 Krämer Gal 245], Zahn (dsān, dsn) [SWPf westl. WPf, Castleman 32 Krämer Gal 245], Zohn (dsn) [vereinzelt SWPf RO-Odh], Zohng (dsnŋ) [ RO-Gerb Mannw Schönbn], Zann (dsan, dsḁn) [vereinzelt SWPf], Zant (dsand, dsḁnd) [mancherorts äußerste SWPf, PfId. 155], Zahnt (dsnd) [ HB-Bexb ZW-Battw], Zonnt [IB-Ensh (Glass 136)], Zouh, Zauh (dsǫu, dsḁu) [mancherorts SOPf, Heeger Südostpf. 7]; Pl. Zähn [verbr. NOPf mittl. WPf mittl. und südl. VPf], Zehn [vereinzelt], Zäih [mancherorts SOPf], Zähn [mancherorts SWPf], Zänn [äußerste SWPf], Zihn [mancherorts WPf SOPf Westrand der NPf, Mang 91], Zihn [äußerste mittl. WPf]; s. K. 407; Dim. Sg. Zähnche, Zähnche [WPf nördl. VPf, Lambert Penns 181], Zihnche [mittl. WPf west. NPf], Zähnel [VPf],

[Bd. 6, Sp. 1522]
Zäinel [ GH-Zeisk], Pl. Zähncher, Zähncher [WPf], Zähnercher [mancherorts WPf], Zähnlich [mancherorts SOPf], Zähnle [südl. und östl. VPf]; Zs.: PfWB Augen-, PfWB Backen-, PfWB Perl-, PfWB Pferds-, PfWB Brot-, PfWB Eber-, PfWB Eck-, PfWB Eiter-, PfWB Elefanten-, Fang-, PfWB Verstands-, PfWB Fleisch-, PfWB Vorder-, PfWB Gauls-, PfWB Gift-, PfWB Gold-, PfWB Hack-, Haken-, PfWB Hasen-, PfWB Hätschen-, Hau-, Hexen-, Hinter-, PfWB Hirn-, PfWB Hunds-, Kaffee-, Kau-, Kinder-, PfWB Magen-, PfWB Mahl-, PfWB Mause-, PfWB Milch-, PfWB Ober-, Raff-, PfWB Reiß-, Schick-, PfWB Schneide-, PfWB Stefz-, PfWB Stift-, PfWB Stock-, PfWB Stoß-, PfWB Über-, PfWB Unter-, PfWB Wackel-, PfWB Wasser-, PfWB Wein-, PfWB Weisheits-, PfWB Wolfs-, PfWB Zuckerzahn; -zähne; e hohler Z. [ ZW-Battw]; faule Zäih [ LA-Herxh]; die zwatte Zänn (nach den Milchzähnen) [ WD-Niedkch]; die falsche Zähn 'künstliche Zähne' [ KL-Reichb]; die Zähn blicke 'blecken' [ ZW-Bechhf]; d' Zihn butze [ BZ-Nd'horb]. Die Zäih kumme, beim Kleinkind [ LU-Altr]. 's Kind kriet Zähncher [ KL-Fischb]. De Zahn is lodder (los, wackelich, abgebroch) [ RO-Alsbr, mancherorts]. Die Zähn flicke 'plombieren' [ KU-Wolfst]. Ich losse mer e Z. roppe 'ziehen' [ HB-O'bexb]. Das kleppt (klopft) mer im Z. [ WD-Niedkch]. Ich muß mer mei Zähn mache losse [ KL-Fischb]. Eich lorremer (lasse mir) die faule Zänn plombeere [ WD-Niedkch]. Die Zähn fallen aus [ RO-Lohnsf]. Er hot kenn Z. (meh) im Maul [ LA-Herxh]. Die Zäih henn mer gekläppert, vor Kälte, Angst [ NW-Lach]. Der Gaul hot zwää brääde Zäih (Vorderzähne), do isch er drei Johr alt [ LA-Gommh], um das Alter von Pferden beim Verkauf zu verschleiern, wurde ihnen in betrügerischer Absicht ein Zahn ausgeschlagen oder abgefeilt [ ZW-Battw LA-Gommh RO-Obd]. RA.: stumpe Zäh krie 'einen Rückzieher machen' [Thielen So rerre mer 128]; dorch die Zähn scheiße 'sich erbrechen' [ BZ-Annw, mancherorts]; sich die Zähn ausbeiße 'auf (unerwartete, unüberwindliche) Schwierigkeiten stoßen' [ RO-Alsbr]; die Zähn ufenanner beiße (sesammebeiße) 'etwas klaglos durchhalten, verschmerzen' [ KL-Ottb]; die Zähn boliere (butze) 'verhauen' [ PS-Winz]; e gesunder (de letschde) Zoh ziehe 'Wollust austreiben' [Thielen So rerre mer 129]; Hoor uf de Zähn han 'ein böses Mundwerk besitzen' [ PS-Ruppw]; eem uf de Z. (die Zähn) fihle 'jemanden zur Rede stellen, in Erfahrung bringen, was er denkt, weiß' [ ZW-Battw, mancherorts]; eem lange Zähn mache 'jemandes Verlangen wecken' [ BZ-Dernb]; eem unner die Zähn falle 'jemandem ausgeliefert sein' [ KU-Wolfst]; ebbes zwische die Zähn kriche 'etwas zu essen bekommen' [ SP-Harths]. Liewer loß ich mer e Z. ziehe, als ... [ SP-Harths]. Dem sollt mer gesunder Z. ziehe, Verwünschung [Kaislt]. Das is for e hohler Z. 'Das ist viel zu wenig' [ KU-Schmittw/O]. Eich han em die Zänn gewess 'ihn zurückgewiesen' [ WD-Niedkch]. Die Trauwe blicken die Zähn, bildl., von infolge Regens aufgeplatzten Trauben [ LA-Frankw, mancherorts].

[Bd. 6, Sp. 1523]

[Bd. 6, Sp. 1525]
Dem dut kään Z. meh weh 'Er ist gestorben' [ RO-Alsbr]. Do harrer in seiner Boset (Bosheit) of de Zänn gewatzt 'die Zähne gewetzt' [ WD-Niedkch]. Er hat Zähn wie e Reche, drum kann er net spreche [Hebel 13]. Drohende RA.: Ich schlaan der die Zähn in de Hals eninn [ KU-Kaulb]. Ich schlag der uf's Maul, daß die Zähn zum Arsch nausfahren [ LU-Alsh, mancherorts]. Der hat schun lang kää Zähn meh geschlickt [Krieger 61]. SprW.: Baurebrot macht die Zähn sauwer [ KL-Siegb]. Jed Kind koscht en Z., d. h. jede Schwangerschaft [ BZ-Dernb]. Volksgl.: Frih Zähn, viel mähn, d. h. wenn das erste Kind früh zahnt, kommen noch zahlreiche Kinder nach [ FR-Kl'karlb]. Wammer draamt, mer hätt en Z. verlore, sterbt eens aus der Familie (Verwandtschaft) [Fogel Beliefs Penns Nr. 269, mancherorts], dass. wenn jemand einen Zahn verliert [ LU-Alsh NW-Erph]. Ausgefallene oder gezogene Zähne werden durchbohrt und als Anhänger getragen, das bedeutet Glück [ KU-Diedk NW-Neidfs]. Damit an die Stelle ausgefallener Zähne neue treten, wickelt man sie in Papier und wirft sie über den Kopf hinter sich [Kus], steckt sie in ein Mauseloch [ RO-Lohnsf, mancherorts], wirft sie unter das Bett [ HB-O'bexb KL-Miesb], dabei sagt man: Maus, da hosch e bäänerner Z. geb mer werre e eiserner [ KL-Siegb]. Maisel, geb mer e Zähnche, ich geb der e Bäänche [Heeger Vhk. 57]. Maisje, do hoscht des alt Zihnche, geb mer e neies defor [ KU-Krottb]. Volksmed.: Friher hat unser alder Schmitt die Zehn met de Beißzang gezoh [ KL-Reichb]. Zum Ziehen von Zähnen bindt mer de Z. an e Stick Worschtgordel un bind die Worschtgordel an die Deerschlenk un schlaat die Deer zu [ ZW-Bechhf, mancherorts]. Wann en Kind am Zahne is, zahnt's leichter, wammerm en Fischel därichs Maul ziegt [Fogel Beliefs Penns Nr. 1672]. Ausgefallene Zähne wirft man dreimal hinter sich, dann bekommt man kein Zahnweh [ RO-Obd]. VR. s. PfWB schmunzeln. —
2. an Geräten und Maschinen.
a. 'Zinken am Kamm, Rechen, Grubber, an der Egge, Hechel' u. ä. [verbr.]; Zs.: PfWB Eggen-, PfWB Eisen-, PfWB Feder-, PfWB Rechen-, Reiheggen-, PfWB Strählzahn. E Ee (Egge) mit gekreppde Zihn [ KU-Bedb]. —
b. 'hervorstehende Zacke (zum Zerkleinern, Zerschneiden)', bes. an der Säge, Rübenmühle [verbr.]; Zs.: PfWB Mühl-, Griff-, Mähmaschinen-, PfWB Sägezahn; -zähne. Rätsel von der Säge: Wer hot Zähn un kann nit kaue? [ LU-Opp]. —
c. 'Fortsatz zur Kraftübertragung an Zahnrad, Zahnstange' [mancherorts]. —
3. 'Geschwindigkeit, Tempo', neu [mancherorts]; Zs.: PfWB Affenzahn. Der hat e Z. druf! [Kaislt]. —
4.
a. Pflanzennamen in den Zs.: PfWB Pferds- 2, PfWB Gauls- 2, PfWB Löwen- 1, Kälberzahn; -zähne.
b. vgl. PfWB Eck- 2, PfWB Eggen- 2, PfWB Gift- 2, PfWB Guts-, PfWB Löwen- 2, PfWB Mause- 2, PfWB Neid-, PfWB Sau-, PfWB Wolfszahn 2. — Die südwestpfälzischen Zant-Formen entsprechen mhd. zant 'Zahn' ( Lexer Lexer III 1029). — RhWB Rhein. IX 696 ff.; Lothr. 552/53 Zant, ALLG I 83; ElsWB Els. II 905, ALA I 66.