| Netz-Navigator | ||||||||||||||||||||||||
| PfWB Zahn-schmelz (Bd. 6, Sp. 1529) | DWB schmelz (Bd. 15, Sp. 1010) | |||||||||||||||||||||||
1) in eigentlicher bedeutung: durch schmelzen gewonnenes gefärbtes metallisches glas, schmelzglas 2, 827. das mit kobalt bereitete blaue schmelzglas heiszt auszer schmelz auch mit der durch das romanische gegangenen wortform schmalte. s. daselbst (sp. 925) und Adelung; schmelz, n., schmelz-glas encaustum. ein glas, das von allerley farben gemacht wird, zum emailliren, oder geschmelzte gemählde auf gold, silber oder kupfer zu machen. 2, 207b. es dient insbesondere: [Bd. 15, Sp. 1011] a) zu einem krustenartigen überzuge auf gold und silber, wobei eine mit zinn- oder bleiasche versetzte masse verwendet wird; in diesem sinne ist das fremdwort émail üblicher. 1, 583a, so auch mnd., z. b.: twe sulveren schalen, dar dat smelt inne steit. Livl. urk. von 1392 bei 4, 261b; ein kästchen .. von prächtigem altem ansehn, es schien von gold zu seyn, mit schmelz geziert. 21, 60. vergl.: sein leib wie schmelz (Or.: sîm silber), wie bihischt (frühling) sein gesicht. b) auch, um damit auf gold, silber oder kupfer zu malen a. a. o. Frisch s. oben, vergl.: und selbst ein goldnes herz, mit ihrer mutter nahmen das oberkleid, das goldne, schlage drüber ... c) kleine, glänzende, korallenähnliche röhrchen oder perlen, durchlochte körner, die aus derselben masse oder aus calciniertem zinn oder blei in verschiedenen farben hergestellt, auf einen draht gereiht und zu verschiedenen zierraten der frauenkleidung verwendet werden; auch schmelzwerk, strohschmelz, stiftchen (vgl. das.) 4, 3b und 7, 246. a. a. o. öconom. lex.2 2613. alltagsleben 56: er (der architekt) machte in seiner ganz schwarzen knappen modernen civilgestalt einen wunderlichen contrast mit jenen flören, creppen, franzen, schmelzen, quasten und kronen. 17, 232 (wahlverwandtschaft 2, 4); der mann im scharlachpelze ich sah den unzufriednen haufen 2) übertragen auf den glänzenden, glasartigen überzug, die glasur der zähne, substantia vitrea dentium Nemnich, vgl. 4, 31. 137. 3) sehr häufig steht schmelz in freier, bildlicher verwendung von einem metall- oder glasähnlichen glanze, überhaupt von glänzenden, leuchtenden farben. a) so besonders schmelz der blumen Adelung: der bäume glänzend laub, der schmelz der blumen glüht ihn (den blinden) erquickt nicht mehr wie weiszer rosen schmelz im morgentau. wenn sich ihr (der weizenhalme) bestralter schmeltz beweget. im frühling gläntzet sie (die flut) als ein polirter spiegel, du schmelz der bunten wiesen! wie Lamon so sein innerstes eröffnet, der wiesen schmelz, der wälder grüne nacht. vgl. und da waren farben auf der wiese, des grases grüner schmeltz. schöner ist kein schmelz am laube. schmelz der blätter, glanz der blume. wie bedaur' ich dich, o silfe, dasz ihre zarte haut den schönen schmelz verliere. b) von malfarben: (sie) setzte sich vor den zeichentisch, wählte aus dem zarten gewebe der vergangenen stunde den [Bd. 15, Sp. 1012] herzlichsten augenblick, und bot allen zauber der kunst auf, um durch den schmelz der farben und den hauch der wahrheit das liebliche schattenbild ihrer noch frischen erinnerung zu beleben. reise 8, 86; einige grosze bilder der Genfer schule, mächtige baum- und wolkenmassen in mir unbegreiflichem schmelze gemalt, waren die zierden der ausstellung. 1, 265; es waren alles umfangreiche blätter aus Italien, auf starkes grobkörniges papier mit wasserfarben gemalt, doch ... mit unbekannten kühnen und geistreichen mitteln, so dasz sie ebenso viel schmelz und duft, als klarheit und kraft zeigten. 2, 19; denn wo der 'schlohweisze' menschenkörper (bei Böcklins triton) in den fisch übergeht, trifft ein durchbrechender sonnenstrahl die fischhaut, dasz diese im schönsten schmelze beglänzter perlmutterfarben irisirt. nachlasz 224. so von einem bilde: der schmelz ist hin und kommt nicht wieder. c) noch freier vom blühenden aussehen eines menschen: der jugendliche schmelz Nadinens. Kampanerthal 13; sein gesicht übergosz sich mit einem schmelz von freundlichkeit. briefe 1, 141; auf geistiges übertragen: Genuas grösten mann .. der .. alle gröszen seines geschlechts im lieblichsten schmelze verband. Fiesko 1, 1. 4) bei den falknern der mist des falken Campe, vgl. Nemnich s. v. falco communis und schmelzen IV. 5) schmelz stint, s. DWB schmelt 2.
| ||||||||||||||||||||||||
|
| |||||||||||||||||||||||
| © 2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | ||||||||||||||||||||||||