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[Bd. 6, Sp. 1502] Walsemer Werzwisch. Waldsee (Selbstverlag) 1991, Karl Blum in: Feierowend 6/1954 Nr. 33 S. 6 und Sprissler in: Landauer Anzeiger 15. 8. 1933. Der geweihte W. wird im Haus (unter dem Dach) oder im Stall angebracht; er soll gegen Blitzschlag [mancherorts], Hexen oder Krankheiten von Vieh und Mensch wirken [mancherorts, Becker Vk. 330 Stoll 65]. Von seinen Kräutern wird dem krankem Vieh etwas in das Saufen beigemengt [ FR-Mörsch GH-Knitth]. Wenn eine Kuh kalbt, dann gibt man ihr vom W. zu fressen [ KL-Lind]. Bei drohendem Gewitter wird zum Schutz vor Blitzschlag etwas von dem W. in das Feuer geworfen [ HB-Kirrbg]. »Gegen Hexen wird ein geweihter W. an den Stallpfosten gehängt« [Schandein Bav. IV,2 337]. Der katholische Brauch wurde als Aberglauben bekämpft: a. 1566: Vom Kräuter weihen: Bei 10 fl. Strafe ist verordnet, daß niemand hinfortan zu den gottlosen, aberglaubigen Meßpfaffen oder Mönchen laufen, Wachs, Palmen, Kerzen oder Kräuter weihen lasse, mit welchem man nachmals Zauberei, Segerei und Hexenwerk braucht [PfMus. 39/1922 148 (Leininger Polizeiordnung)]. a. 1443: Weihen der Palmen. Würtzwisch und Lichter [UrkKG Nr. 634 (KU-Roßb)]. a. 1496: Der Pfarrer soll an Mariä Himmelfahrt die Würtzwische in Niederbexbach weihen [UrkKG]. a. 1577: Ist der gewächs eines (nämlich die Stabwurz), das man inn die Wurtzwüsch tht damit die alten Weiber vil narrenwerck treiben [Bock Kreutterbuch 123]. — RhWB Rhein. IX 670; LothWB Lothr. 545 Wirzwisch; ElsWB Els. II 875; DWB DWb. XIV, II 2400.
| 1. a. 'die Getreideart Avena sativa', Hawwer (hawər, hawÄr) [WPf NPf nördl. VPf Lambert Penns 78 verbr. Don Gal Buch Rußl], (hḁwÄr) [ NW-Haßl Geinsh LA-Gommh GH-Freisb], (hḁwər) [KB-Immh verbr. mittl. VPf (Bertram § 18) Nordteil der südl. VPf (Heeger Südostpf. § 52)], (hǫwər) [Südteil der südl. VPf (Heeger a.a.O.) NW-Ungst Erpolzh], Hawere [verbr. mittl. u. südl. VPf]. Das Stick H. werd morje gemäht [ KU-Bedb]. Die Leit dun H. abmache (binne) [verbr.]. Der H. do is wie Ried, wenn der Hafen kräftige Halme hat [ KU-Schmittw/O]. De Gaul kriegt Hawwere [ LA-Gommh]. De Hawwere treibt 'macht das Pferd feurig' [ BZ-Stein]. RA.: Den sticht de H., von einem Übermütigen [KB-Bubh, verbr., auch Don Gal Buch]. Den drickt de H., dass. [ ZW-L'wied]. Ist die Ernte gut, dann hot's Hawwere geräänt [Wilde (Nachlaß)]. SprW.: Hawwere esch die bescht Peitsch [ BZ-Dierb]. De Gaul, wo de H. verdient hat, kriet'n net [PS-Gersb, verbr., auch Gal]. BR.: Wann de H. im Hedderich verstickt, git's Hunich [ ZW-L'wied]. Fault mein Heu, wachst mein H. [ KU-Krottb]. Andere BR. s. PfWB Bartholomäus, PfWB Johannistag. Spiele mit Kleinkindern s. PfWB fressen 1, PfWB Gans 1 a. Brauchtum In de Wärzwisch (s. PfWB Würzwisch) kommt aach Hawwere [ GH-Knitth]; vgl. auch PfWB Esel (II 968, Z. 43). VR.: Hab Hafer gedrosche, hab Linse gesät, hab manches scheen Mädel im Tanze gedreht [SPf]; vgl. auch PfWB dreschen 1. a. 1456: Die capell zu Bisterschied gibt einem pastor 20 malter frucht, halb korn und habern [PfWeist. II 509 (RO-Finkb)]. a. 1737: und bestehet der fruchtze- [Bd. 3, Sp. 566] henden allein in korn, weitzen, gerst, speltz, haber und reppig [ebd. II 582 (NW-Freinsh)]. Zs.: PfWB Fahnen-, PfWB Forst-, PfWB Früh-, PfWB Futter-, PfWB Gelster-, PfWB Hornungs-, PfWB Rauch-, PfWB Rispen-, PfWB Saat-, PfWB Sam-, PfWB Spät-, PfWB Weiß-, PfWB Wickhafer. — b. 'haferähnliche Pflanzen' s. PfWB Bach-, PfWB Flug-, Katzen-, Maushafer. — 2. a. H. im Kopp 'Alkoholrausch' [Schandein Ged. 238]. Er hat H. [KL-Gimsb u. Umg.]. — b. 'Schläge'. Er kriet H., wo die Gail nit fresse [ FR-N'lein]. Aweil krieschde H. [ KU-Wolfst Breitb Rothsbg]. Dem han se sein H. gebb [ KU-Eschau]. Zs.: PfWB Stengel-, PfWB Stockhafer. — Südhess. III 37/38; RhWB Rhein. III 57 ff.; LothWB Lothr. 234; ElsWB Els. I 294; Bad. II 519.
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