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| PfWB Wurm (Bd. 6, Sp. 1484) | PfWB Leich(en)-wurm (Bd. 4, Sp. 901) | |||||||||||
1. 'langgestrecktes, wirbelloses Tier'; im bes. a. 'im Boden, Humus lebender Wurm, Regenwurm', Worm (worm, woÄm, -ǫ-) [verbr., Heeger Südostpf. 11 Heeger Tiere II 18 Otterstetter 61/62 Müller Dietschw 72 Schneckenburger 28], Worem (wōrəm) [Bertram § 181 PfId. 153], Warm (warm, wḁrm) [KU-A'glan Bedb Erdb Kaulb Kollw Obw/Tiefb O'staufb LU-Alsh [Bd. 6, Sp. 1485] NW-Ungst LA-Herxh Maik BZ-Hofstätt, Bertram § 121 Christmann Kaulb 20, 91 Mang 110 Lambert Penns 173], Warrem (warəm) [Lambert Penns 173], Wärm [ FR-Merth], Wurm (wurm) [ HB-Nd'gailb LA-Göckling Wollmh BZ-Nd'horb], Wurem (wurəm) [BZ-Nd'horb (Karch Jockgr/ Nd'horb 160)]; Pl. Werm [verbr.], Werem [ LU-Altr], Wirm [ LA-Wollmh], Wermer [BZ-Albw, Mang 113]; Dim. Sg. Wermche [WPf NOPf, Lambert Penns 172], Wermel [mancherorts VPf], Wermelche [ LA-Venn], Pl. Wermcher [WPf NOPf], Wermlich [mancherorts SOPf], Wirmlich [ LA-Wollmh], Wermle [östl. VPf SPf]; Zs.: PfWB Pfuhl- 1, PfWB Erd-, PfWB Regen-, PfWB Regenwetterwurm. Jetzt sieht mer Wermcher zawle / em Garde un em Feld [Burgey Keschte 38]. RA.: sich krimme wie e W., vor Schmerzen [ KU-Bedb]; Käs mit Wermcher 'dummes Zeug' [ IB-Hass]; eem die Werm aus de Nas ziehe 'jemanden ausfragen, zum Reden bringen' [Kus, verbr.]. Er dreht sich wie 'n W. 'Er windet sich, sucht Ausflüchte, will nicht Farbe bekennen' [ NW-Kallstdt, vereinzelt]. Kinder, die in der Nase bohren, fragt man: Willschde Werm fange? [ LU-Opp]. Wenn jemand viel pfeift, sagt man: Dem Veelche muß mer e Wermche such, weil's so schäin peife kann [ KU-Schmittw/O]. SprW.: E getretner W. krimmt sich [ Gal-Obl]. Der, wo borgt uhne Pand, der hot e W. Verstand [Hebel 45]. BR.: Die Werm krawweln (kummen aus em Borrem), 's gebt noch Rää [ RO-Steinb, mancherorts]. Volksgl.: Am Freitag soll kein Mist hinuntergezackert werden, denn ihn fressen sonst die Würmer [PfH 16/1931]. Eine Wöchnerin darf vor 6 Wochen an keinen Brunnen gehen, sonst wachsen rote Würmer in demselben [Journ. 1790 142-144]. KR.: Uf em Därmche (Türmchen) sitzt e Wermche / mit 'm Schermche unnerm Ärmche. / Kommt e Stermche, nimmt es Wermche / mit em Schermche unnerm Ärmche / vun dem Dermche [Pirmas]. — b. 'parasitischer Wurm im menschlichen oder tierischen Körper' [verbr.]; Zs.: PfWB Bändel-, PfWB Band-, PfWB Dreh-, PfWB Hunds-, PfWB Nage- 1, PfWB Nasen-, PfWB Spring- 2, PfWB Spulwurm. Er hat Werm bei sich [ KL-Reichb]. De Hund hot Werm [ PS-Schmalbg]. RA.: Er hot 'n W. (e Wermel, Wermche) im Hern (Kopp) 'Er ist verrückt' [LA-Gommh, verbr.]. Der loßt sich liewer e Wermel aus 'm Arsch zieche, as daß er e Penning rausgebt, von einem Geizhals [ BZ-Dierb]. Volksmed.: Mittel gegen Würmer, Wurmkuren: rohe Karotten, rohes Sauerkraut essen [ NW-Wachh, mancherorts]; Knoblauchwasser trinken [ GH-Kand]; Milch mit Knoblauch trinken [ KU-Bedb]; Traumus (s. PfWB Traubenmus) mit untergemengten gezupften und kurzgeschnittenen Leinenfäden essen [GH-Kand, ähnl. Pauli Heilm. 134]. Zwiebeln, roh und nüchtern gegessen, bilden ein Mittel gegen Würmer [KL-Ottbg (Wilde 282)]; weitere Mittel bei Pauli Heilm. 130 ff. Brauchspruch: So der Mensch Würmer im Leibe hat: Petrus und Jesus fuhren aus gen Acker, ackert 3 Furchen, ackert [Bd. 6, Sp. 1486] auf drei Würmer. Der eine ist weiß, der andere ist schwarz, der dritte ist roth, da sind alle Würmer tod. Im Namen + + + Sprich die Wortt 3 Mal [Handschr. Anf. 19. Jh. Rockhs, ähnl. aus HB-Kirrbg (hier jedoch gegen den Wurm im Finger)]. ca. 1492: die pferdt, so grindig seyndt vnd den wurm haben, die soll man in den Ziegenseh dreiben [PfWeist. 170 (LU-Böhl)]. — c. 'im Holz fressende Schädlinge' [verbr.]; Zs.: PfWB Holz- 1, PfWB Spintwurm. De W. is im Holz [ KU-Bedb]. RA.: Do isch de W. drin 'Da steht es schlecht' [PS-Rodalb (Bernhard 190)]. — d. 'in Obst, Fleisch, Getreide, Mehl, Käse und anderen Lebensmitteln vorkommende Würmer, Maden, Larven, Käfer, Fliegen u. a. Insekten' [verbr.]; Zs.: PfWB Käse- 1, PfWB Korn- 2, PfWB Mehl- 1, PfWB Obstwurm. Im Appel is e W. [Krämer Gal 245]. Volksgl.: Mer soll net schlachte im e lewendiche Zeeche (Sternkreiszeichen) schunscht krigt's Fleesch Werm [Fogel Beliefs Penns Nr. 1271]. — e. 'Pflanzenschädlinge', bes. im Weinbau [mancherorts]; Zs.: PfWB Heu-, PfWB Nadel-, PfWB Sauer-, PfWB Springwurm; die schwarze Wirm 'Schädlinge an jungen Rübenpflanzen' [ LU-Friesh]. De W. orrer die Perenoschbra hot alles kabutt gemacht [ NW-Gimmdg]. Die Spinn, die Kreiselmilb, de W., / die machen am veel Kummer [Burgey Keschte 24]. — f. 'Engerling' [vereinzelt]; häufiger in den Zs.: PfWB Pfetz-, PfWB Brach-, PfWB Grundbirnen-, PfWB Grund- 1, PfWB Käfer-, PfWB Kappes-, PfWB Kartoffel-, PfWB Kraut-, PfWB Madenwurm. — g. sonstige Tiere in den Zs.: PfWB Blut- 1, PfWB Draht-, PfWB Glüh- 1, Johannis-, PfWB Korn- 1, Leucht-, PfWB Licht-, PfWB Ohrwurm 1; -würmchen. — 2. fressende Krankheiten. a. 'Entzündung um den Fingernagel, Nagelbettvereiterung', frißt in schlimmen Fällen den Knochen an [mancherorts]; Zs.: PfWB Finger-, PfWB Leichen-, PfWB Nagelwurm. Volksmed. und Volksgl. s. PfWB Fingerwurm, PfWB Umlauf 2. Er hot de W. am Finger [RO-Sippf]. — b. weitere (entzündliche, fressende) Krankheiten u. ä. (für die nach früherer Volksmeinung ein Wurm verantwortlich gemacht wird) in den Zs.: PfWB Haar-, PfWB Haut-, PfWB Ohr- 2, PfWB Ring-, PfWB Spalt-, PfWB Zahn-, PfWB Zehrwurm. — 3. Personen. a. 'kleines, schwächliches Kind', meist in Verbindung mit entsprechenden Attributen (arm, armselig), die das Bedauernswerte herausstellen sollen [verbr.]; Zs.: PfWB Elendswürmchen. So e armer W.! [ LA-Ilbh]. Des is e aremselich Wermche (Wermel) [ NW-Freinsh, mancherorts]. Das orem Wermche dauert mich [ KU-Schmittw/O]. — b. 'schwächliche, bedauernswerte Person' [mancherorts]; ein rauliche W. 'schwach gewachsener Mensch' [Höh 156]. Das is e armer W., von einem Kranken [ ZW-Battw]. — c. Schimpfwort [ KL-Wörsb NW-Kallstdt]. Du elendicher (unselicher) W.! [ KL-Wörsb, NW-Kallstdt]. — d. vgl. die Zs.: PfWB Pfuhl- 2, PfWB Blut- 2, PfWB Bohr-, PfWB Brot-, PfWB Geiz-, PfWB Grund- 2, PfWB Holz- 2, PfWB Käse- 2, PfWB Mehl- 2, PfWB Nage- 2, PfWB Neid-, PfWB Steinwurm. — 4. FlN, amtl. Im Wurm [ NW-Mußb]. a. 1390: phat der durch den worm get [Liber animarum Kollegiatsstift Neustdt [Bd. 6, Sp. 1487] (NW-Mußb)]. a. 1726: Schnapprädel beim Wurm [GGA A. Nr. 502 (NW-Mußb)]. — RhWB Rhein. IX 656 ff.; LothWB Lothr. 550; ElsWB Els. II 854, ALA II 190/91.
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