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| PfWB Wurm (Bd. 6, Sp. 1484) | PfWB ver-rücken (Bd. 2, Sp. 1247) | PfWB be-schusselt (Bd. 1, Sp. 723) | |||||||||||||||||
1. 'langgestrecktes, wirbelloses Tier'; im bes. a. 'im Boden, Humus lebender Wurm, Regenwurm', Worm (worm, woÄm, -ǫ-) [verbr., Heeger Südostpf. 11 Heeger Tiere II 18 Otterstetter 61/62 Müller Dietschw 72 Schneckenburger 28], Worem (wōrəm) [Bertram § 181 PfId. 153], Warm (warm, wḁrm) [KU-A'glan Bedb Erdb Kaulb Kollw Obw/Tiefb O'staufb LU-Alsh [Bd. 6, Sp. 1485] NW-Ungst LA-Herxh Maik BZ-Hofstätt, Bertram § 121 Christmann Kaulb 20, 91 Mang 110 Lambert Penns 173], Warrem (warəm) [Lambert Penns 173], Wärm [ FR-Merth], Wurm (wurm) [ HB-Nd'gailb LA-Göckling Wollmh BZ-Nd'horb], Wurem (wurəm) [BZ-Nd'horb (Karch Jockgr/ Nd'horb 160)]; Pl. Werm [verbr.], Werem [ LU-Altr], Wirm [ LA-Wollmh], Wermer [BZ-Albw, Mang 113]; Dim. Sg. Wermche [WPf NOPf, Lambert Penns 172], Wermel [mancherorts VPf], Wermelche [ LA-Venn], Pl. Wermcher [WPf NOPf], Wermlich [mancherorts SOPf], Wirmlich [ LA-Wollmh], Wermle [östl. VPf SPf]; Zs.: PfWB Pfuhl- 1, PfWB Erd-, PfWB Regen-, PfWB Regenwetterwurm. Jetzt sieht mer Wermcher zawle / em Garde un em Feld [Burgey Keschte 38]. RA.: sich krimme wie e W., vor Schmerzen [ KU-Bedb]; Käs mit Wermcher 'dummes Zeug' [ IB-Hass]; eem die Werm aus de Nas ziehe 'jemanden ausfragen, zum Reden bringen' [Kus, verbr.]. Er dreht sich wie 'n W. 'Er windet sich, sucht Ausflüchte, will nicht Farbe bekennen' [ NW-Kallstdt, vereinzelt]. Kinder, die in der Nase bohren, fragt man: Willschde Werm fange? [ LU-Opp]. Wenn jemand viel pfeift, sagt man: Dem Veelche muß mer e Wermche such, weil's so schäin peife kann [ KU-Schmittw/O]. SprW.: E getretner W. krimmt sich [ Gal-Obl]. Der, wo borgt uhne Pand, der hot e W. Verstand [Hebel 45]. BR.: Die Werm krawweln (kummen aus em Borrem), 's gebt noch Rää [ RO-Steinb, mancherorts]. Volksgl.: Am Freitag soll kein Mist hinuntergezackert werden, denn ihn fressen sonst die Würmer [PfH 16/1931]. Eine Wöchnerin darf vor 6 Wochen an keinen Brunnen gehen, sonst wachsen rote Würmer in demselben [Journ. 1790 142-144]. KR.: Uf em Därmche (Türmchen) sitzt e Wermche / mit 'm Schermche unnerm Ärmche. / Kommt e Stermche, nimmt es Wermche / mit em Schermche unnerm Ärmche / vun dem Dermche [Pirmas]. — b. 'parasitischer Wurm im menschlichen oder tierischen Körper' [verbr.]; Zs.: PfWB Bändel-, PfWB Band-, PfWB Dreh-, PfWB Hunds-, PfWB Nage- 1, PfWB Nasen-, PfWB Spring- 2, PfWB Spulwurm. Er hat Werm bei sich [ KL-Reichb]. De Hund hot Werm [ PS-Schmalbg]. RA.: Er hot 'n W. (e Wermel, Wermche) im Hern (Kopp) 'Er ist verrückt' [LA-Gommh, verbr.]. Der loßt sich liewer e Wermel aus 'm Arsch zieche, as daß er e Penning rausgebt, von einem Geizhals [ BZ-Dierb]. Volksmed.: Mittel gegen Würmer, Wurmkuren: rohe Karotten, rohes Sauerkraut essen [ NW-Wachh, mancherorts]; Knoblauchwasser trinken [ GH-Kand]; Milch mit Knoblauch trinken [ KU-Bedb]; Traumus (s. PfWB Traubenmus) mit untergemengten gezupften und kurzgeschnittenen Leinenfäden essen [GH-Kand, ähnl. Pauli Heilm. 134]. Zwiebeln, roh und nüchtern gegessen, bilden ein Mittel gegen Würmer [KL-Ottbg (Wilde 282)]; weitere Mittel bei Pauli Heilm. 130 ff. Brauchspruch: So der Mensch Würmer im Leibe hat: Petrus und Jesus fuhren aus gen Acker, ackert 3 Furchen, ackert [Bd. 6, Sp. 1486] auf drei Würmer. Der eine ist weiß, der andere ist schwarz, der dritte ist roth, da sind alle Würmer tod. Im Namen + + + Sprich die Wortt 3 Mal [Handschr. Anf. 19. Jh. Rockhs, ähnl. aus HB-Kirrbg (hier jedoch gegen den Wurm im Finger)]. ca. 1492: die pferdt, so grindig seyndt vnd den wurm haben, die soll man in den Ziegenseh dreiben [PfWeist. 170 (LU-Böhl)]. — c. 'im Holz fressende Schädlinge' [verbr.]; Zs.: PfWB Holz- 1, PfWB Spintwurm. De W. is im Holz [ KU-Bedb]. RA.: Do isch de W. drin 'Da steht es schlecht' [PS-Rodalb (Bernhard 190)]. — d. 'in Obst, Fleisch, Getreide, Mehl, Käse und anderen Lebensmitteln vorkommende Würmer, Maden, Larven, Käfer, Fliegen u. a. Insekten' [verbr.]; Zs.: PfWB Käse- 1, PfWB Korn- 2, PfWB Mehl- 1, PfWB Obstwurm. Im Appel is e W. [Krämer Gal 245]. Volksgl.: Mer soll net schlachte im e lewendiche Zeeche (Sternkreiszeichen) schunscht krigt's Fleesch Werm [Fogel Beliefs Penns Nr. 1271]. — e. 'Pflanzenschädlinge', bes. im Weinbau [mancherorts]; Zs.: PfWB Heu-, PfWB Nadel-, PfWB Sauer-, PfWB Springwurm; die schwarze Wirm 'Schädlinge an jungen Rübenpflanzen' [ LU-Friesh]. De W. orrer die Perenoschbra hot alles kabutt gemacht [ NW-Gimmdg]. Die Spinn, die Kreiselmilb, de W., / die machen am veel Kummer [Burgey Keschte 24]. — f. 'Engerling' [vereinzelt]; häufiger in den Zs.: PfWB Pfetz-, PfWB Brach-, PfWB Grundbirnen-, PfWB Grund- 1, PfWB Käfer-, PfWB Kappes-, PfWB Kartoffel-, PfWB Kraut-, PfWB Madenwurm. — g. sonstige Tiere in den Zs.: PfWB Blut- 1, PfWB Draht-, PfWB Glüh- 1, Johannis-, PfWB Korn- 1, Leucht-, PfWB Licht-, PfWB Ohrwurm 1; -würmchen. — 2. fressende Krankheiten. a. 'Entzündung um den Fingernagel, Nagelbettvereiterung', frißt in schlimmen Fällen den Knochen an [mancherorts]; Zs.: PfWB Finger-, PfWB Leichen-, PfWB Nagelwurm. Volksmed. und Volksgl. s. PfWB Fingerwurm, PfWB Umlauf 2. Er hot de W. am Finger [RO-Sippf]. — b. weitere (entzündliche, fressende) Krankheiten u. ä. (für die nach früherer Volksmeinung ein Wurm verantwortlich gemacht wird) in den Zs.: PfWB Haar-, PfWB Haut-, PfWB Ohr- 2, PfWB Ring-, PfWB Spalt-, PfWB Zahn-, PfWB Zehrwurm. — 3. Personen. a. 'kleines, schwächliches Kind', meist in Verbindung mit entsprechenden Attributen (arm, armselig), die das Bedauernswerte herausstellen sollen [verbr.]; Zs.: PfWB Elendswürmchen. So e armer W.! [ LA-Ilbh]. Des is e aremselich Wermche (Wermel) [ NW-Freinsh, mancherorts]. Das orem Wermche dauert mich [ KU-Schmittw/O]. — b. 'schwächliche, bedauernswerte Person' [mancherorts]; ein rauliche W. 'schwach gewachsener Mensch' [Höh 156]. Das is e armer W., von einem Kranken [ ZW-Battw]. — c. Schimpfwort [ KL-Wörsb NW-Kallstdt]. Du elendicher (unselicher) W.! [ KL-Wörsb, NW-Kallstdt]. — d. vgl. die Zs.: PfWB Pfuhl- 2, PfWB Blut- 2, PfWB Bohr-, PfWB Brot-, PfWB Geiz-, PfWB Grund- 2, PfWB Holz- 2, PfWB Käse- 2, PfWB Mehl- 2, PfWB Nage- 2, PfWB Neid-, PfWB Steinwurm. — 4. FlN, amtl. Im Wurm [ NW-Mußb]. a. 1390: phat der durch den worm get [Liber animarum Kollegiatsstift Neustdt [Bd. 6, Sp. 1487] (NW-Mußb)]. a. 1726: Schnapprädel beim Wurm [GGA A. Nr. 502 (NW-Mußb)]. — RhWB Rhein. IX 656 ff.; LothWB Lothr. 550; ElsWB Els. II 854, ALA II 190/91.
| 1. 'etwas von seiner Stelle rücken', vericke [allg.]; vgl. PfWB verrutschen 1, PfWB verschieben 1 a. a. 1512: wilcher gewalt drybt und gemarcken verruckt 'Grenzsteine versetzt' [PfWeist. I 468 (KU-Eßw)]. — 2. adj. Part. Perf. a. 'geistig irre, nicht recht bei Verstand', verickt [fast allg.], vrickt [ KU-Bechb ZW-Wiesb PS-H'einöd], vereckt [ WD-Niedkch IB-Rohrb Ingb LA-Gommh], veruckt [ KU-Konk Don-Lovrin Kathreinf Rußl-Spey]; subst. Verickder, Verickdi [allg.]. Er is v. im Hern (im Hernkaschde, im owwre Stibbche) [LU-Alsh, verbr.]; vgl. PfWB hirnverrückt. Er is rein v. 'ganz v.' [KU-Diedk, verbr.], halwer v. [BZ-Eußth, verbr.]. Mer maant, du wärscht v. [RO-Sippf]. Deckmols denkt mer, die Welt isch v. [ ZW-Battw]. SprW.: Wann ener v. werd, fangt er im Kopp an [ ZW-L'wied, KU-Albb]. Alter Gassenhauer: Du bischt v., mein Kind, s. PfWB Berlin (I 710/11). Syn.: PfWB anderthalbtappig, PfWB beohmt, PfWB pervers, PfWB beschoßt, PfWB beschusselt, PfWB bestußt 1, PfWB plem-plem, PfWB daneben 2 b, PfWB tappig 2 a ε, PfWB darüber 1, PfWB darüberdraußen, PfWB desperat, PfWB toll I 1 a, PfWB tollhirnig 3, PfWB töricht 1, PfWB dösig 3, PfWB durcheinander 3, PfWB duselig 1 b, PfWB einfältig 2, PfWB verschroben, PfWB geck, geckerig, PfWB geckig, PfWB geistesabwesend, -gestört, -krank, PfWB hirngepickt, -krank, -los, -stößig, -toll, -verbrannt, -wütig, PfWB hüpfig, PfWB idiotisch, irre, PfWB irrsinnig, PfWB kindisch, PfWB letz, PfWB letzohrig, PfWB meschugge, närrisch, nebendran, -drauß, PfWB rabiat, PfWB rammdösig, PfWB rappelig, PfWB rappelkappig, -köpfig, PfWB rappig, PfWB scheckig, schockerzig, schockig, PfWB schotig, PfWB schusselig, PfWB unzurechnungsfähig, PfWB wahnsinnig; Adj. und Adv. mit vorangestelltem nicht (ganz) s. daheim, PfWB dicht, PfWB gescheit, PfWB hell, PfWB just, PfWB klar, PfWB koscher, PfWB normal, PfWB recht, PfWB richtig, PfWB sauber, PfWB zapfenduster; die Part. Perf. zu PfWB beißen, PfWB picken, PfWB verdrehen, verna- [Bd. 2, Sp. 1248] geln 2 b, PfWB verwirren 2, PfWB schucken, PfWB stechen, PfWB überschnappen, PfWB -spannen; die Subst. Bajaß 2, PfWB Bläß 5 c, PfWB Tappes 1 b δ, PfWB Tippel 2, PfWB Dollbohrer 2 a, PfWB Tolo 2, PfWB Tolpatsch 2, Turnel 2 f, PfWB Eulenspiegel 2 b, PfWB Halbnarr, -schäse, -schoten, -stiefel, PfWB Hanswurst, PfWB Haspel, PfWB Hospes, PfWB Irrwisch, PfWB Jochnagel, PfWB Kalfakter, Kasper, PfWB Mackes, PfWB Narr, PfWB Narrenbeutel, -bläß, -kopf, -vieh, PfWB Schalbes, PfWB Schampel, Schaus, PfWB Schockes, Schocko, PfWB Schossert, PfWB Schoten, PfWB Schotenbläß, -sabbel, PfWB Schussel, PfWB Simpel, PfWB Sparrenfantel, -gockel, PfWB Spinner, PfWB Spurkel, PfWB Stoffel, PfWB Strohbock, PfWB Zwickel; Wend. wie 'Er hat einen Käfer im Kopf' s. PfWB Boben 1 a, PfWB Drehwurm, PfWB Driller 2 b α, PfWB Drilles 3 b, PfWB Tupfen 4, PfWB Fieber 1 a, PfWB Fimmel 1, PfWB Fips 1 a, PfWB Flemme 3 d, PfWB Vogel 2 d ε, PfWB Furz, PfWB Hitze, PfWB Hormel, PfWB Käfer, PfWB Kaffeemühle, PfWB Klaps, PfWB Kopfweh, PfWB Krampf, PfWB Leibschaden, Narrengetüpfel, PfWB Rappel, PfWB Ratte, PfWB Schagrillen, PfWB Schlag, PfWB Spange, PfWB Spatz, PfWB Spinnenfieber, PfWB Spleen, PfWB Splitter, PfWB Sprosse, PfWB Stich, PfWB Stieben, PfWB Stroh, PfWB Stuß, PfWB Wurm, PfWB Zwirbel; Wend. wie 'Er spinnt' oder 'Es rappelt bei ihm' s. PfWB plaudern, PfWB brummen, PfWB träumen, PfWB drillern, PfWB fehlen, PfWB funken, PfWB krabbeln, PfWB rappeln, schnarren, PfWB simulieren, PfWB spinnen, PfWB spuken; weitere Wend. s. PfWB Pfingsten (I 836, Z. 14/15), Dach 2 a, PfWB Takt 1 c, PfWB Trost 1, PfWB Erbse 2 c, PfWB Fährte 1 b, Gefährt, PfWB Gehirn, PfWB Geiß, PfWB Geld, PfWB Geschichte, PfWB Gleis, PfWB Groschen, PfWB Gummizelle, PfWB Haus, PfWB Hirn, PfWB Hollen, PfWB Kappe, PfWB Klingenmünster, PfWB Linse, PfWB Mücke, PfWB Narrenhaus, PfWB Nerv, PfWB Oberspeicher, -stube, PfWB Rad, PfWB Schraube, PfWB Sinn, PfWB Sparren, PfWB Sprit, PfWB Stock, PfWB Stube, PfWB Wagen, PfWB Wasser, PfWB Zicken, PfWB Ziegel. — b. übertr. 'im Verhalten vom Normalen stark abweichend'. α. Ausdruck des Tadels: Des is emol 'n verickder Kerl (Mensch) [KB-Harxh, verbr.]. Du verickdes Huhn! [NW-Kallstdt, verbr.], verickder Hund! [ KL-Hütschhs GH-Max'au]. — β. 'sehr aufgeregt'. Er rennt (laaft, fahrt) wie v. [LA-Maik, verbr.]. — γ. 'versessen auf etwas', vgl. PfWB verpichen 2. Er is ganz v. uf's Lese [ KU-Schmittw/O]. Du schaffscht jo wie v. [KL-Stelzbg, verbr.]. — δ. 'heftig verliebt'. Sie esch v. of ehn (in ehn) [GH-O'lustdt, verbr.]. Die zwää sin v. ufnanner (inanner) [Frankth, ZW-L'wied SP-Schiffstdt]. Zs. mannsleutverrückt. — Südhess. II 593/94; RhWB Rhein. VII 560/61; ElsWB Els. II 249; Bad. II 97.
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