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| PfWB Wolfs-milch (Bd. 6, Sp. 1443) | PfWB Würz-wisch (Bd. 6, Sp. 1501) | |||||||||||||||||||||||||||
1. 'Pflanze aus der Gattung Euphorbia (bes. Euphorbia Cyparissias) und ihr Saft', Wolfsmilch, -millich [ KU-Schmittw/O Wolfst PS-Geisbg LU-Alsh Neuhf BZ-Dernb Gleisz]; vgl. Teufels-, Vogels-, Geißen- 2, Gift-, Hexen-, Hunds-, PfWB Katzenmilch, PfWB Geißenbart 2 e, PfWB Hundsblume 1 a, Raupen-, PfWB Schafskraut. Volksmed.: Warzen vertreibt man mit der Milch der W. [PS-Geisbg, Bock Kreutterbuch 108v]. — 2. 'Leinkraut (Linaria vulgaris)' [ZW-Hornb (Wilde 159)]; Syn.: PfWB Butterwurzel, PfWB Frauenflachs, PfWB Frauenhaar, PfWB Hasenmaul 2 a, PfWB Herrgottsschuh 2 g, PfWB Hundsblume 3, Jungfraubettstroh, PfWB Leinkraut 1, PfWB Löwenmaul 2, PfWB Maria-Bettstroh 1, PfWB Marienflachs, PfWB Maulaffe 2 b, PfWB Muttergottesbettstroh, PfWB Muttergottesschuh. — 3. 'Schellkraut (Chelidonium maius)' [NW-Hamb (Wilde 225)]. — RhWB Rhein. IX 622.
| [Bd. 6, Sp. 1502] Walsemer Werzwisch. Waldsee (Selbstverlag) 1991, Karl Blum in: Feierowend 6/1954 Nr. 33 S. 6 und Sprissler in: Landauer Anzeiger 15. 8. 1933. Der geweihte W. wird im Haus (unter dem Dach) oder im Stall angebracht; er soll gegen Blitzschlag [mancherorts], Hexen oder Krankheiten von Vieh und Mensch wirken [mancherorts, Becker Vk. 330 Stoll 65]. Von seinen Kräutern wird dem krankem Vieh etwas in das Saufen beigemengt [ FR-Mörsch GH-Knitth]. Wenn eine Kuh kalbt, dann gibt man ihr vom W. zu fressen [ KL-Lind]. Bei drohendem Gewitter wird zum Schutz vor Blitzschlag etwas von dem W. in das Feuer geworfen [ HB-Kirrbg]. »Gegen Hexen wird ein geweihter W. an den Stallpfosten gehängt« [Schandein Bav. IV,2 337]. Der katholische Brauch wurde als Aberglauben bekämpft: a. 1566: Vom Kräuter weihen: Bei 10 fl. Strafe ist verordnet, daß niemand hinfortan zu den gottlosen, aberglaubigen Meßpfaffen oder Mönchen laufen, Wachs, Palmen, Kerzen oder Kräuter weihen lasse, mit welchem man nachmals Zauberei, Segerei und Hexenwerk braucht [PfMus. 39/1922 148 (Leininger Polizeiordnung)]. a. 1443: Weihen der Palmen. Würtzwisch und Lichter [UrkKG Nr. 634 (KU-Roßb)]. a. 1496: Der Pfarrer soll an Mariä Himmelfahrt die Würtzwische in Niederbexbach weihen [UrkKG]. a. 1577: Ist der gewächs eines (nämlich die Stabwurz), das man inn die Wurtzwüsch tht damit die alten Weiber vil narrenwerck treiben [Bock Kreutterbuch 123]. — RhWB Rhein. IX 670; LothWB Lothr. 545 Wirzwisch; ElsWB Els. II 875; DWB DWb. XIV, II 2400.
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