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 PfWB wischeln (Bd. 6, Sp. 1414)   PfWB scheuern1 (Bd. 5, Sp. 944)   PfWB wetzen (Bd. 6, Sp. 1295) 
   wischeln schw.:
1. 'mit kleinen, raschen Bewegungen wischen', bes. vom Aufwischen, wischele (wiələ) [ KU-Kaulb Kreimb KL-Hirschhn Katzw]; Syn. s. PfWB scheuern 1. Mer hat gewienert un gewischelt [Damm Nachtdischlamp 32]. —
2. 'schlecht, flüchtig arbeiten' [ RO-Callb]; Syn. s. PfWB pfuschen, PfWB schnudeln 1; e bissi im Garde gewischelt [ RO-Callb]. — RhWB Rhein. IX 586.

 

   scheuern1 schw.:
1. 'mit nassem Lumpen, durch kräftiges Reiben reinigen; polieren', scheiere (aiərə) [vereinzelt WPf NPf mancherorts NWPf nördl. u. mittl. VPf, Lambert Penns 132], schauere [verbr. WPf westl. NPf, Christmann Kaulb 20], schaure [vereinzelt WPf NPf], schoure [ IB-Habkch], schouere [ IB-Rohrb], schauwere [ KU-Heinzhs], schuere u. schure [lothr. SWPf, PfId. 129 Glass 112]; Zs.: ab-, durch-, PfWB verscheuern; Syn.: PfWB abreiben 3, PfWB aufreiben 1, PfWB aufwäschen, PfWB aufziehen I 5, PfWB aushudeln, PfWB putzen 1 f, PfWB fegen 1 b, PfWB schrubben, PfWB schrubbern, PfWB strupfern; 's G'scherr (die Dafel, de Herd, die Trepp) sch. [Lu'haf]. —
2. 'ab-, durchreiben, wund reiben' [verbr. wie 1]; vgl. PfWB aufreiben 2 a. Er hot sich g'scheiert 'sich die Haut wund gerieben' [ LU-Opp]. — Südhess. V 263/64; RhWB Rhein. VII 965; LothWB Lothr. 469; ElsWB Els. II 431.

 

   wetzen schw.:
1.
a. 'scharf oder spitz machen; schärfen durch Schleifen an einem Stein, Stahl o. ä.', wetze (wedsə, wędsə) [allg., Andre 159 Castleman Zwbr. 31 Christmann Kaulb 9 Karch Gimmdg/

[Bd. 6, Sp. 1296]
Muttstdt 38 Mang 87 Müller Dietschw 71 Schnekkenburger 45 Lambert Penns 178 Krämer Gal 242], watze (wadsə) [ RO-Rehborn]; vgl. PfWB abschärfen, PfWB abschleifen1 1, PfWB abziehen I 1 b, PfWB billen1, PfWB dengeln 1, PfWB verschleifen1, PfWB gerben 1 c, PfWB schärfen1 1 a, PfWB schleifen1 1; Zs.: PfWB auswetzen; 's Messer w. [vereinzelt, Bernhard 188]; de Schnawwel w. [vereinzelt]. Hoorscherf gedengelt un gewetzt [Burgey Keschte 49]. RA.: de Verstand w. 'intensiv nachdenken' [ GH-Schwegh]; die Zung (die Gusch, 's Göschel, 's Maul, de Schnawwel) w. 'frech sein, bereit sein für bissige Bemerkungen oder Worte' [KU-A'glan LU-Alsh/Gr NW-Hardbg LA-Maik BZ-Dernb Schandein Sprachsch. 95 Don-Schowe Steinmetz]; en gewetzt Mailche 'Plappermäulchen eines Kindes' [ LU-Alsh], en gewetzter Kerl 'durchtriebener Kerl' [ LU-Alsh/Gr]. Soll ich derr (dir) d' Ääche w.? 'Guck genauer hin, pass besser auf' [ GH-Zeisk]. Schdella voor, wollde ma die Zicheijner e falscher Debbich vakaafe, awwer froo nidd, ich honne gewetzd! [Glass 130]. Uf das (e neiji Sackuhr) hun ich gewetzt 'Darauf habe ich gewartet; das will ich haben' [KU-Bedb Hundh RO-Messbhf Steinmetz]. Uf den hun ich gewetzt! 'Auf den habe ich Wut; der wird was erleben', Drohung [verbr., Bernhard 188 Juner 104 Otterstetter 261]. For denn (demm) haww ich gewetzt, dass. [IB-Ballw Biesing Eschring LU-Opp]. Isch hännsem (hannem) gewetzt, dass. [Hussong Kirkel 170, WD-Niedkch]. SprW.: Gut gewetzt is halb gemäht (geschafft) [Krieger 47, vereinzelt, Fogel Prov. Penns 152 Horne Penns 99]. Wer gut w. kann, dem schneidt 's gut [ ZW-Gr'bundb KL-Reichb]. Ee Messer wetzt's anner [Fogel Prov. Penns 152]. KR.: Metzjer, wetz dein Metzelmesser (Zungenbrecher) [ KU-Schmittw/O]. —
b. 'an etwas hin- und herreiben oder scheuern' [mancherorts]; vgl. PfWB aufstoßen 3, PfWB verkitschen2, PfWB verschabetschen, PfWB knöcheln 1 b, PfWB ribbschen, PfWB schäken, PfWB schäkern1, PfWB schärren 1 h; Zs.: PfWB ab- 1, PfWB auf-, PfWB durch-, PfWB ver-, PfWB kniewetzen; Syn. s. PfWB scheuern; die Knechel (Knöchel) w. [ZW-Stamb]; mit de Lefze w. 'die Lippen aneinander reiben' [ BZ-Nd'horb]. Der wetzt die Schuh 'reibt die Schuhe an den Knöcheln aneinander' [ KL-Spesb]. —
c. 'die Zähne blecken'. Der Hund wetzt die Zähn 'bleckt die Zähne, droht' [vereinzelt]. Der hot die Zähn gewetzt 'Er ist unter allen Umständen bereit für eine (gewinnbringende) Sache' [ FR-Bockh, KB-Kriegsf]. —
2. 'rennen, eilen, hasten' [verbr., Hussong Kirkel 170 Juner 104 Otterstetter 211/12 Thielen 122 Krämer Gal 242]; Zs.: PfWB ab- 2, PfWB an-, PfWB herüberwetzen; Syn. s. PfWB laufen 1 a, PfWB springen 2. Do ischer awwer gewetzt! [Bernhard 188]. Wetze dabber, ihr Bube [Kraus Unser Babbe 35]. —
3. 'dafür gesorgt haben, daß Geld im Beutel ist', nur im Part. Perf. Hosche orndlich gewetzt? [ KL-Stelzbg]. Du hoscht gewetzt [ LU-Friesh Lu'haf NW-Kallstdt Wachh]. Emol muß mer weise, daß im Geldbeidel gewetzt isch ... Korz

[Bd. 6, Sp. 1297]
un gut, do war gewetzt! [Kunnrädel 24/25]. — RhWB Rhein. IX 467/68; ElsWB Els. II 887.