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 PfWB Wirts-haus (Bd. 6, Sp. 1410)   PfWB Baum (Bd. 1, Sp. 626)   PfWB Birken-baum (Bd. 1, Sp. 931) 
  -haus n.: 'Gastwirtschaft, Gaststätte', -haus [verbr., Krämer Gal 243]; Zs.: PfWB Dorfwirtshaus; Syn. s. PfWB Butik 3 a; weitere Syn.: PfWB Batzenhäuslein, PfWB Beize, PfWB Pfaffenschänke, PfWB Bierausschank, -garten, PfWB -haus, -schenke, PfWB -stube, -wirtschaft, PfWB Bockstall 2, PfWB Dorfschenke, PfWB Dorfwirtschaft, PfWB Traktier, PfWB Dreckbutik, PfWB Dreckwirtschaft, PfWB Trinkzimmer, PfWB Gassenschenke, PfWB Gasthaus, PfWB Gasthof, PfWB Gaststube, PfWB Gifthütte, PfWB Groschenfalle, PfWB Heckenwirtschaft 2, PfWB Hurenbutik, -nest, -wirtschaft, PfWB Kantine, PfWB Knallbude, PfWB Knallwirtschaft, PfWB Kosthaus, PfWB Leibwirtschaft, PfWB Lokal 2, PfWB Luck, PfWB Lumpenwirtschaft 1, PfWB Lust 2, PfWB Restaurant, PfWB Restauration, Schankhaus, PfWB Schankstube, PfWB Schnapsbude, -butik, -kneipe, -kram, -laden, -wirtschaft, PfWB Stammkneipe, PfWB -lokal, -wirtschaft, PfWB Stinkbude, PfWB Straußwirtschaft, PfWB Wirtslokal. Namen von Gasthäusern (s. auch: Stock: Wirtshausnamen. In: NPfGV 1/1925 6 ff., 2/1925 14/15): Adler 2, PfWB Baum 5, PfWB Pflug 3, PfWB Bock(wirt), PfWB Bürste 4, PfWB Daumen 2 c, PfWB Fasanerie 2, PfWB Friedenslinde, PfWB Himmelreich 2 b, PfWB Hirsch 2 c β, PfWB Hof 3, PfWB Klosterhof 2, PfWB Kreuz(wirt), PfWB Krone 1 a γ, PfWB Linde 2, PfWB Löwe 3 a, PfWB Ochse 3 a, Schafs(wirt), PfWB Schwan 2, PfWB Sonne 4, PfWB Stern 6 b, PfWB Stiefel 2 c, PfWB Storch 3, PfWB wild 6 b; s. Abb. 118 Wirtshausschild. W. zur goldige Bunz (Bunz) [Schandein Sprachsch. 8]; ens W. gehe [ LA-Nd'hochstdt]. 's alt W. schdeht noch fescht [Burgey Keschte 97]. Die wo im W. hinnerm Schoppe / Ganz ferchterliche Sprich als kloppe [Münch Werke I 175]. Im W. verduften die Schagrille 'böse Gedanken' [Kühn Kumödi 10]. Im W. bleib hocke / Bis dr Mond scheint un d' Stern. / Un wann de dann hääm gehscht, / Dann brauchscht kään Latern [Kühn Kumödi 31]. RA.: Alle heilige Zeit äämol kumm ich ins W. (nämlich selten) [ ZW-Battw]. Wu unser Herrgott e Kirch hinbaut, baut de Deifel e W. denäwe [ GH-Kand, LU-Opp]. E neii Kabell un e neies W. wern am menschde b'sucht [ LA-Wollmh]. Der kommt se zwett ausem W. 'ist betrunken' [ KL-Reichb]. Der hot Haus un Hof ins W. getrage [ LU-Opp]. RA. für 'oft und ausgiebig ein W. besuchen': die Hosse im W. durchritsche [ RO-Obd]; oon käim W. vorbei kenne [ KU-Schmittw/O]. Er sitzt Dag un Nacht (tagelang) im W. [ GH-Kand]. Wann mer den spreche will, muß mer ne im W. suche [ LU-Opp]. Der sterbt emol noch im W. [ LU-Opp]. Der kann uhne W. nit lewe [ LU-Opp]. Der fihlt sich am wohlschte im W. [ LU-Opp]. Neckvers auf die Einwohner von Neustdt: Die Neistadter sehnen garen (sehen gern) die Berge vun unne, die Kerche vun auße un die Wertsheiser vun inne [ BZ-Dernb]. SprW.: Wann ich Geld hab, geh ich in's W.; wann ich

[Bd. 6, Sp. 1411]
keens hab, bleib ich draus [Fogel Prov. Penns Nr. 1928]. Volksbr.: Uff Karfreidag sein die Leit net ins W. gang [ KU-Schmittw/O]. Zur Eröffnung der Kirchweihe stellen die Burschen am Samstag Abend Birken vor das W. [ LA-Böbing]. Weiteres Brauchtum s. Becker Vk. 50, 284. KR.: Uf de Heh wachst de Klee / Fudder fer mei Gailche. / Wann mei Vadder ins W. geht, / macht mei Mudder e Mailche. / Wann se awwer Kaffee trinkt, / hupst (peift) se wie en Dischdelfink (Kniereiterreim) [mancherorts, Feierowend 1950 Nr. 2 S. 1]. Herrgottsveelche (Maikäfer) flieh eweg, / dei Modder sitzt im Kihdreck, / dei Vadder hockt im W., / sauft die ganze (leere) Gläser aus [ Gal-Bagbg, HB-Jägbg]. Reits, reits Gäuli, / Alle Stunn e Meili, / Alle Meil e W., / Bring em Daddy en Bretzel raus [Horne Penns 117]. VR.: Vorm Dorf drauß steht e W., wohnt e Fraa drin, die hääßt Kätt (Katharina); horre (hat ein) Bappmaul, horre Schlappmaul, horre Nas wie e Trumbet [KL-Fischb, Var. Donnersberg Jahrbuch 1981 166]. Vadder im W., / Mudder im Bett, / Kinner im Kohlekaschde, / fressen die Brikett [Der Bote vom Trifels 1928 Nr. 27 (BZ-Annw)]. Einen weiteren VR. s. PfWB Gackel. a. 1534: Zum Fünfften sol niemants des Nachts nach dem Nachtessen yn kheins Würtzhausz zeren oder sitzen [Schandein Weist. von LU-Neuhf]. 16. Jh.: Von wurtten vnd wurttsheusern [PfWeist. 668 (LA-Gleisw)]. a. 1615: die entweders in Würtsheußern arrestiert, oder wol gar gethurnt 'in den Turm geworfen' [Vogel 27]. RhWB Rhein. IX 580; Lothr. 544; ElsWB Els. I 384.

 

   Baum m.:
1. Baum im botanischen Sinne, Baam, Boom, Boum, Bääm, Beem, Bäim, s. F. u. K. 26. Zs. mit Baum als Grundwort: Apfel-, Arles-, Palm-, Band(en)-, Pappel-, Bellen-, Pfirsich-, Pflaumen-, Bieg-, Bienen-, Birn(en)-, Praumen-, Buchs-, Putsch-, Tannen-, Eichel-, Fichten-, Flügelsamen-, Forlen-, Haselnuß-, Holunder-, Kastanien-, Kästen-, Kätzlein-, Kauten-, Kiefern-, Kirschen-, Knaller-, Knallerbsen-, Laub-, Lebens-, Linden-, Lorbeer-, Mandel-, Maulbeer-, Mutter-, Nägelches-, Nasen-, Nuß-, Obst-, Ohren-, Quasten-, Quetschen-, Rosen-, Rusten-, Sade-, Samen-, Schalks-, Schatten-, Schieß-, Schneeballen-, Schneeblätter-, Segen-, Seifen-, Seihen-, Setz-, Sperben-, Stand-, Weiden-, Weinblumen-, Wilgen-, Zapfel-, Zasel-, Zettelbaum; weitere Zs. s. unter 2., 4. u. 6. Vergleiche und RA.: E Kerl wie e Baam [KL-Alsbn, verbr.]. Des Kind is wie e Fischel uf em Bam, von einem Kind, das elend aussieht [Land]. Der kann noch Bäm ausreiße, ein Alter, der noch gut bei Kräften ist [verbr.]. Der sieht vor lauder Bääm de Wald nit [GH-Büchbg, verbr.]. Uf die Bääm, sie kummen! (scherzh. Warnruf) [Kaislt] Er hot geloo, daß sich die dickschte Bääm geboo han [WPf]. Ich schlach der ufs Kabidal, daß de die Beem im Oorewald (Odenwald) wachse heerscht [LA-Impfl]. SprW.: De Appel fallt net weit vum Baam (parodistisch: ... vum Beerebaam 'Birnbaum') [RO-Sippf, verbr.]. Uf äin Streich fillt käin Bäim [KU-Schmittw/O, verbr.]. Wie de Baam fallt, so leirer 'liegt er' [ KU-Herschw/Petth]. Unser Herrgott sorcht, daß die Bääm ned in de Himml wachsen [ GH-Kuhdt]. E alte Baam soll mer net versetze [Hebel Humor 47]. WR.: Märzeschnee tut alle Bäum un Frichte weh [ IB-Rubh, allg.]. Wann die Beem winters mit Eis sin, gebts viel Obscht 's nechscht Johr [Fogel Beliefs Penns Nr. 1084]. Volksgl.: Wenn ein Baum verdorrt, stirbt jemand [ KL-Wörsb]. Der Baum, an dem sich jemand erhängt hat, wird umgemacht und auf dem Platz verbrannt, nicht zu Haus im Ofen [ KU-Diedk]. Abendgebet: Im Himmel steht e Bäämche, do schirrl (schüttle) ich mer e Träämche (Träumchen), do leh ich ab mei Sinn (Sünden), in Gottes

[Bd. 1, Sp. 627]

[Bd. 1, Sp. 629]
Name schloof ich in [ KU-Kaulb Kreimb, ähnlich Gal-Dornf]. VR.: 1, 2, 3, geht e Gässl nein. Im Gässl esch e Gäärdl, im Gäärdl esch e Bääml, im Bääml esch e Neschdl, im Neschdl esch e Eile, im Eile esch e Dodderle, im Dodderle esch e Häsl. Geh weg, ich schlach d'r ufs Näsl! [ LA-Edh.]. a. 1307. Sie sollent auch me hauwen dri baume alle iare [MüPfUrk. Fasz. 86 Nr. 1407]. a. 1552-1557: hatt mein gnediger herr die öpfel von den bawmen [LeinSb. Bl. 29]. —
2. 'Christbaum', bes. im Dim. Häufiger als das Simplex verwendet man die Zs. PfWB Christ-, Christkindchen-, Weihnachsts-, PfWB Zuckerbaum. Ehr hun awwer e scheene Baam! (bm) [KB, PS-Gersb LU-Friesh]. Hunner schun e Bäimsche? [KU-Schmittw/O, verbr.]; 's Bäämel butze 'schmücken' [PS-Ruppw, verbr.], das Baaml abmache 'seines Schmuckes entkleiden' [PS-Schönau, verbr.]; 's Bäämche schillele (schütteln), dass. [KU-Bedb, verbr. westl. WPf, älteste Gener. (1930)]. KR.: Chrischkindche kumm in unser Haus, leer dei golde Säggelche aus, stell dei Beemsche uff de Disch, daß mer sieht, daß Weihnachde is [RO-Schweisw, verbr.]. In früheren Zeiten verfertigte man den Christbaum selbst, indem man in einen entsprechenden Stab Löcher bohrte und in diese kleine Tannenzweige steckte, so in KB-Bennhs. S. Chrisrtmann Vk. 61 ff. — Als Brauchtumselement erscheint der Baum auch in PfWB Pfingst-, Hagel-, Kirben-, PfWB Kletter-, PfWB Kranich-, PfWB Maibaum. —
3. 'Rispengras (Poa)', Bäämche u. Bäumche [verbr. VPf (Wilde 78)]. —
4. Teil eines Gerätes.
a. des Schubkarrens; zwei, in Handgriffe auslaufende Bäume, die die Last tragen, die Baam, Bääm, auch Dim. Bäämelcher [verbr.]; dafür auch die Zs. Karch-, PfWB Schubkarch-, PfWB Scherbaum. —
b. des Wagens, de unnerscht Bäim, de owwerscht B. 'der untere, der obere Leiterbaum' [ KU-Schmittw/O]. Siehe auch die Zs. PfWB Leiter-, PfWB Heu-, PfWB Heuleiter-, PfWB Langbaum, Lannen-, PfWB Ober-, PfWB Rund-, PfWB Unter-, PfWB Wein-, PfWB Wies(en)baum. —
c. an der Kelter, s. Zs. PfWB Kelter-, PfWB Spindel-, PfWB Zwingbaum. —
d. an sonstigen Geräten s. Zs. PfWB Eggen-, PfWB Sensen-, Webe-, PfWB Zeug-, PfWB Zitterbaum (die drei letzten am Webstuhl), Zoge(t)-, Zugbaum (am Pflug). Vgl. auch PfWB Hebe-, Lade-, PfWB Mast-, PfWB Wellbaum. —
5. zum griene Baam, Gasthausname [ NW-Frankeck LU-Maud]. —
6. Weiteres ist zu ersehen aus Abrahams-, Hüt-, Lach-, Loch-, Los-, Mal-, Regen-, Wetterbaum. F.: Sing. bām, bm, bōm, bēm, bm, bęim, baum, bḁum, bǫum; die Verbr. zeigt K. 26. Pl. fast allg. bm; bēm wurde angegeben für: HB-Einöd, ZW-Ernstw Hornb RO-Sippf KB-Albish FR-Hettldh Bobh NW-Dürkh (neben bm); bām für KU-Reichsth Hefw Kaulb/Kreimb Obw i. T. RO-Bistschd

[Bd. 1, Sp. 630]
Obd KL-Erzhs PS-Busbg KB-Kriegsf (neben bm) Mörsf GH-Neubg; bęim für KU-Schmittw/O. Das Dim. Sg. wird in der WPf und nördl. VPf mit -che (Bäämche, Beemche, Baamche, Boomche), in der mittl. u. südl. VPf (einschließlich Ostteil von PS) mit -(e)l (Bäämel, Baamel) gebildet; im Pl. erscheinen in der WPf u. im westl. Teil der mittl. u. südl. VPf -cher (Bäämcher, Beemcher, Baamcher, Boomcher, Bäämelcher), im Raum um Land und Bergz -ich (< ahd. ahi, eine Menge bezeichnend) (Bäämlich) und im übrigen Teil der mittl. u. südl. VPf -le (Bäämle Baamle); im einzelnen s. K. 27. — RhWB Rhein. I 549 ff;, Saarbr. 13; LothWB Lothr. 21; ElsWB Els. II 43 ff.

 

  Birken-baum m.: 'Birke', rkebaam, -boom, -bääm (s. PfWB Baum) [verbr.]. Südhess. I 864; RhWB Rhein. I 709. —