-stroh n.: 'ungeordnetes, wirres Stroh, Abfallstroh', im Ggs. zum Boßen-, PfWB Langstroh, Werrstroh [Feierowend 1965 Nr. 15 Krämer Gal 243]; vgl. PfWB Gewirrtes, PfWB Krummstroh, PfWB Wickel 2, [Bd. 6, Sp. 1405] PfWB Wickelstroh. »Das Lager selbst hat zu unterst einen ausgebreiteten Bosen Stroh, darauf das Werr- (Wickel- oder Flegel-)stroh, bei ärmeren Leuten frei liegend, bei Mittelleuten in einen Strohsack gefüllt« [Schandein Bav. IV,2, 207]. RhWB Rhein. IX 577. — | | ElsWB PfWB RhWB Stroh [tró fast allg.; dró Ri. Ha.; tréï D. Si.] n. wie hd. Stroh: um Str. schlofe. Uff um leere Str. dresche unnütze Arbeit verrichten Ri. Et as mer eweï enger Koh em d'Streïh frêszen ich habe keine Lust dazu Si. — Zss. | | PfWB LothWB RhWB Straü, Stroü, Stroʰ [ʿStrày Olti. Lutterb.; ʿStrài Hi. Hirzfn. Mü. NBreis. Obhergh. Ruf. Su. Bf.; ʿStròi Gebw. Co. Horbg.; ʿStroi Hlkr. Winzenh. M. Dü.; ʿStrœy Damb.; ʿStrûì Ndhsn. Meis.; ʿStró Str. Hf. W.; ʿStrû K. Z. Rothb.; ganz vereinzelt steht das Demin. ʿStraiələ Dü.] n. Stroh. Gi mⁱr e Wëll S. für im Viʰ ze [Bd. 2, Sp. 622a]
sträüeⁿ Damb. Das is n-e nëtteʳ Boseⁿ Straü ein schönes Gebund Hirzfn. Do git s nit vil Garbeⁿ, das is [tà] klein Sträüele Dü. ‘’s stekt mer im Kraaue wie Hamfle gschnidde Stroh’ Pfm. III 1. Rda. Er het, glaüw ich, Stroü im Hirn ist dumm Dü. Er hat keⁱⁿ Straü im Kopf ist klug Geberschw. Lër Stroʰ drescheⁿ Avolsh. ‘Drescht leer Strau’ Mü. Mat. 4, 44. ‘Lär strow tröschen’ Geiler in Als. 1862, 158. Uf s Stroʰ leieⁿ oder bringeⁿ jem. unter den Boden bringen, auch bildlich, z. B. hereinlegen beim Kartenspiel. Er lijt uf m S. ist tot Hf. Der luejt ʰrus wü us ere Wëll Stroʰ, sagt man von einem schmutzigen, ungewaschenen Menschen Z. ‘I kann jo zu mie'm Heu Stroh sauje’ Als. 1850, 29. ‘Botz stroh!’ für ‘gott strôff mich!’ Bergmann 15 u. 26 Anm. 20. ‘Do ist alles durchenanner wie Hèj un Stroh’ Dehli. JB. XI 54. Straü, Straü, alti Husfraü! rufen die Burschen, welche am Fastnachtssonntag Holz und Stroh für das Fasnachtsfür sammeln Hi. ‘habern, haw, straw’ Str. 1592 in Als. 1858, 26. Der böse Geist habe ‘ihr. sodann Geld gegeben, das, wie gewöhnlich, nur strauw vnd laub gewesen’ Hagenb. Hexenproz. 1614, Als. 1856, 299. ‘das Beht vndt Strau angezindt’ Mü. 1663 in Als. 1868, 306. Zss. Straü- bezw. Stroʰband, –bluem, –dach, –halmeⁿ, –huet Bf., –mann Vogelscheuche Bf., –mësser, –sack, –seil, –stueʰl, –wëlle, –win, –wisch. — Basel 280. Schwäb. 513. Bayer. 2, 802. |
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