winken st. (schw.): 1. 'mit der Hand oder einem mit der Hand geführten Gegenstand ein Zeichen geben, grüßen', winke (wiŋgə) [mancherorts, Christmann Kaulb 69 Henn Mda.-Int. 101 Höh 94 Müller Dietschw 72 Krämer Gal 243]; Part. Perf. st. gewunk (gəwuŋg) [mancherorts WPf, Henn Mda.-Int. 101], gewunke (gəwuŋgə) [mancherorts VPf, Lambert Penns 179 Krämer Gal 243], schw. (neuer) gewinkt [Kaislt]; Zs.: PfWB ab-, PfWB heraus-, PfWB herein-, PfWB herüber-, PfWB her-, PfWB hinauf-, PfWB hinüber-, PfWB zuwinken. Er hot uns met de Hand gewunk [ KU-Schmittw/O]. Die Welt hot ihm gewunke un alles war so nei [Birmelin Penns Poems 46]. Sie stehen an de Stroße / Un winken mit de Kell [Ranssweiler 16]. Dem er vun Zeit zu Zeit als winkt, / Daß er e neier Schoppe bringt [Münch Werke I 72]. Se winke met de Sackdicher 'winken zum Abschied' [ KU-Schmittw/O]. RA.: Dem muß mer mit'm Scheierdor (Gardezaun, Kolwe, Pohl, Scheierdeerle, Stallladern, Dorposchte, Zaunstecke) w. 'überdeutliche Hinweise geben' [mancherorts, Kamm 90 Krieger 15 Thielen 107 Krämer Gal 243]. So alte Leut [Bd. 6, Sp. 1388] winkt dr Bettzibbel früher 'sind früher müde' [Kühn Kumödi 71]. Mach winke, winke!, fordert man ein kleines Kind zum Grüßen auf [mancherorts]. VR.: Damit em Brautpaar es Glick duht w., / dodruff do wolle mer jetzt drinke [Krieger 29]. — 2. 'mit den Augen zwinkern' [Frankth]. — 3. 'schwankend hin- und herbewegen' [ KU-Brück LA-Maik GH-Hatzbühl]; Syn. s. PfWB torkeln. — RhWB Rhein. IX 553/54; LothWB Lothr. 543; ElsWB Els. II 840. | | PfWB ElsWB LothWB winken das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk -i-, –e-, Part. gəwuŋk, –o-; Mosfrk -i-, –e- [WSaarbg, WTrier, WBitb auch -ø-; in Bitb auch -a-; Daun-Neroth -a-, –u-, –e-, Bitb-NWeis -i-, Part. gəwaŋkt, aber Scheppe waŋgən], Part. gəwiŋgt, –e-, –ø- u. -wuŋk, –o- [-a-]; Siegld -e-, Prät. weŋgdə u. woŋk, Part. gəweŋgt u. -woŋgə; Rip -e-, –ø-, –-, Prät. woŋk u. weŋkdə, Part. jəwoŋkə u. -weŋk(t); Berg -e-, –i-, Prät. wiŋkdə, –e-; Part. jəwiŋkt, –e-; SNfrk wie Rip; Eup-Stdt -ę-; Klevld -e-, –ē-, Prät. woŋk, -ō-, Part. γəwoŋkə, –ō- st. (schw.): 1. wie nhd.; einem w.; einem mit einem Tuch w.; du kries gewinkt; mak winke, w.! Aufforderung an kleine Kinder zu winken; jo w.; du moss jo of nä sage, nit w.! Nfrk, Allg. [Bd. 9, Sp. 554]
RA.: Met Winke en Wise durch Gebärden, Gesten Eup. De Helligen han em gewinkt er wurde in der Kirche ohnmächtig May, Daun, Prüm. Er winkt wie en Esel sagt nicht ja, sondern winkt nur Zell-Pünderich, Dür-Weisw; he wenkt alt jo schläft schon ein Dür-Ellen; den hät kenn Horen mehr in den Nack vant Jo-wenken Mörs. De wenk ömmer har on hotz geht mit schiefer Haltung Neuw-Dattenbg. Nicks geseit (gesagt) on n. gewonke, Frau, wat kost de Botter? ich lasse mich auf ein weiteres Feilschen nicht ein, das ist der Preis Kref-Fischeln. De winkt mot dem Kopp, we wann den Orsch plätschjeckig wär der zu allem ja sagt Daun-Tettschd. Den Sterbenden met et Kösse loəte w. Erbschaft erschleichen Heinsb-Breberen. Er wenkt met dem Schauerdor (Zaunpohl, Heggepohl, Tunstaken, Schüreporz, –dür) macht allzu deutliche Anspielungen Rhfrk, Allg.; do bruchs mer net möt de Schüreporz ze w., e Gadepörzche deht et och alt! Köln-Wesseling. Geh häm, dei Motter hot der gewunk met dem Kochleffel! Kreuzn. Wenk ens met der Schöpp derlangs! mach schnelle Bewegungen mit der Schaufel, um das Getreide beim Verlassen der Wannmühle vom letzten Staub zu reinigen Jül-Boslar. Er hot mir Schippe (im Kartensp.) gewunk es abgelehnt Nahe, Hunsr, Mos, Bitb, May, Sol, Bergh-Hüchelhv. — 2.a. zwinkern, auch met den Auen w. Simm-Spesenr, Trier, Dinsl-Hiesf. — b. einem w., ihm drohen Wend. — c. einem eine w., ohrfeigen Bitb-NWeis. — d. ens drüvver w. dünn aufstreuen, –streichen Jül, Aach, Heinsb, MGladb, Grevbr, MülhRh. — Abl.: die Winkerei, dat Gewink(s). |