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 PfWB Wind-strang (Bd. 6, Sp. 1379)   PfWB Seil1 (Bd. 6, Sp. 37)   PfWB Leine (Bd. 4, Sp. 922) 
  -strang m.: = PfWB Windseil, -strang [ PS-Bobth Bundth Busbg Erfw Haust Rumb Schönau BZ-Dimb O'schlettb V'weidth]; Syn. s. PfWB Ernteseil. a. 1793: ein Winnstrang [SSp v. d. Leyen Fasz. 100]. —

 

   Seil1 n.:
1. 'aus Fasern, Strohhalmen gedrehter Strang zum Binden oder Ziehen', im Ggs. zu PfWB Bändel, PfWB Bindfaden, PfWB Fissel, PfWB Garn, PfWB Kordel, PfWB Schnur bezeichnet das Wort die dickere, stärkere Ausführung, im Vergleich zu PfWB Strick meist die dünnere, schwächere. Gegenüber Tau2, PfWB Leine, PfWB Strang, die meist auf spezielle Verwendungsweisen eingeschränkt sind, gilt es als allgemeiner Ausdruck, Sääl (sl) [verbr. (außer Teilen der NOPf NWPf), Altenhofer 19 Glass 92 Müller Dietschw 58 Krämer Gal 196], Sääil (sil) [KU-Nußb Odb Schmittw/O WD-Niedkch HB-Einöd RO-Münstapp], Seel (sēl) [mancherorts NOPf mittl. WPf SOPf vereinzelt übrige Pf, Beam Penns 99 Lambert Penns 148 Krämer Gal 196], Saal (sāl, sl) [NOPf mancherorts NWPf PS-Bundth LU-Altr, Christmann Kaulb 24 Mang 131 Krämer Gal 196], Saael (sāəl) [ KU-Albess Breitb Dunzw Konk RO-Kalkof Wintbn KL-Wörsb], Saail (sāil) [RO-Schiersf GH-Neubg, Krämer Gal 196]; Pl. -er [ KU-Erdb Krottb Rammb IB-Erfw/Ehling ZW-Käshf Zweibr Frankth LU-Altr Opp Schauh NW-Duttw Elmst Frankeck LA-Diedf BZ-Dörrb Nd'ottb GH-Kand], Sääl [ KU-Bedb RO-Als KL-Matzb PS-Wallhalb KB-Gauh BZ-Dernb GH-Kand], Saal [ KU-Adb RO-Rehborn FR-Albsh], Sääle [ KL-Weltb]; Zs.: Bickel-, Trag-, Draht-, Trückel-, Tücher-, Garten-, Gerüte-, Glocken-, Harz-, Keller-, Kelter-, Leit-, Narren-, Rollen- 1, Rüst-, Ruten-, Scheuer-, Schrot-, Spann-, Sprung-, Stufen-, PfWB Wäscheseil. Sin uf de Asselstää mit Sääl un Hoke gekrawwelt [Kröher Lyoner 124]. RA.: an aam (einem) S. ziehe 'gemeinsam handeln' [PfMHk. 1925 175]. 's rechent an ääm S. (fort) 'Es regnet ununterbrochen' [GH-Nd'lustdt, mancherorts mittl. u. südl. VPf]. Der loßt sich liewer (erschder) e hoorich (fusserich) S. dorch de Arsch (dorchs Arschloch, dorch de Hinnere, dorchs Maul) ziehe, als wie er eem ebbes (en Penning) gebt, von einem Geizhals [ ZW-Hornb, mancherorts]. Der kennt aa nimmi uf 'm S. danze, von einem Betrunkenen [ KL-Reichb]. SprW.: Wen unser Herrgott am Sääl hat, den braucht mer nimmi ze stumbe [Heimatkalender Kaislt 1973 30]. Volksbr.: Bei Hochzeiten wird das aus der Kirche kommende Brautpaar durch ein über die Gasse gespanntes Seil aufgehalten und erst nach Abgabe eines Trinkgeldes o. ä.

[Bd. 6, Sp. 38]
wird der Weg freigegeben [ KU-Schmittw/O, mancherorts]. a. 1550: hen wir geben vor sel zu sant Ulrich zu glocken [Wenz 291]. a. 1679: dem Seiler vor ... Seiler vndt wagengeschirr [GgHospR]. — Im Bes.
a. 'Seil zum Niederbinden des Heubaumes' [mancherorts]; Zs.: Bind-, Ernte-, Heubaum-, Heu-, Rollen- 2, Wagen-, Wiesbaum-, Wiesen-, PfWB Windseil; Syn. s. PfWB Ernteseil. —
b. 'Strohseil zum Zusammenbinden der Garben' [mancherorts, auch Auslandspfälzer]; Zs.: Garben-, PfWB Strohseil. —
2.
a. Maß für eine Getreidegarbe (mit einem Seil von vorgeschriebener Länge); vgl. PfWB Seil 1 b und DWB DWb. X, I 213 Seil 3bδ; um 1532: Der buttell soll auch inn meines hern beunnen (s. PfWB Beunde) genn, wilch frucht hant, vnnd soll zweyvnndfunfftzig seyll korens darinn nemen ongeferlich, die soll er heimschaffenn [PfWeist. 265 (KB-Dreis)]. —
b. ' Teil des Zehnts'. »Der Mutterstadter Zehnte wurde dabei in gleichgroße Teile gegliedert und diese hinfort Seile (Saile, Seyle, Sayle usw.) genannt« [Eyselein 53, 165]. —
3. FlN, amtl. Im Seil [ KL-Enkb]. a. 1784: am Seil [BrPr. 184 Nr. 17 (KL-Enkb)]. Kann auch zu Seigel2, PfWB Seihel gehören. —
4. vgl. PfWB Stockseil. — RhWB Rhein. VIII 52 ff.; LothWB Lothr. 426 Säl; ElsWB Els. II 350; Eichhoff WA 51 'Springseil'; 74 'Bindfaden'.

 

   Leine f.:
1. 'Hanfseil', Lein (lain, -an-, -ḁ-) [verbr., Christmann Kaulb 16, Lambert Penns 98], Laain (lāin) [ RO-Schweisw]; Pl. -e (-ə); Zs.: PfWB Hanfleine.
a. 'Zügel zum Lenken der Zugtiere' [verbr., auch Gal, Beam Penns 65]; vgl. PfWB Leitseil, PfWB Zügel; Zs.: PfWB Acker-, PfWB Kreuz-, PfWB Lederleine. Zieg die L. an! [ LU-Alsh]. SprW.: Mer därf die L. net aus der Hand gewwe, so lang mer uf'm Waa sitzt [ Gal-Lindenfeld Neu-Chrusno]. —
b. 'Seil zum Niederbinden des Heubaumes' [ KL-Nanzdzw Stelzbg NW-Lambr]; Zs.: PfWB Bindleine; Syn. s. PfWB Ernteseil. —
c. = PfWB Hundsleine [mancherorts]. —
d. 'Angelschnur' [Beam Penns 65]. Volksgl.: Wann iwwer'm Fische die Schlangehider 'Libellen' sich uf die Gert oder Lein hocke, kammer ken Fisch fange [Fogel Beliefs Penns Nr. 1380]. —
e. = PfWB Schuhbändel. Die L. hot sich dorchgefutschelt 'durchgerieben' [ RO-Ransw]. —
f. Zs. PfWB Wäscheleine. —
2. Zieh Leine! 'Geh weg!, Verschwinde!' [Spey]; mit dem Zusatz: dei Mudder braucht Bettwäsch [ LU-Oggh]. Die RA. stammt aus der Zeit der alten Binnenschiffahrt, als die Schiffe von Zugknechten oder -pferden mit der Leine vom Leinpfad her gezogen wurden (Röhrich 594). Die urspr. Bed. des Wortes ist abgeblaßt; im Zusatz scherzh. Umdeutung zu 'Leinen' oder 'Wäscheleine'. — Südhess. IV 279/80; RhWB Rhein. V 370/71.