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 PfWB werfen (Bd. 6, Sp. 1260)   PfWB schnellern (Bd. 5, Sp. 1322) 
   werfen st.:
1.
a. 'etwas mit Schwung an eine andere Stelle befördern', werfe (węrfə) [verbr., Christmann Kaulb 13, 65 Henn Mda.-Int. 101, 200 Mang 96 Müller Dietschw 71 Otterstetter 51 Krämer Gal 241], warfe (warfə) [ BZ-Dernb], worfe (wǫrfə, wḁrfə) [ KU-Kreimb Kus]; Part. Perf. geworf (gəworf) [WPf, Schneckenburger 25, 41], gewarf (gəwarf, gəwḁrf) [KU-Bedb Christmann Kaulb 18 Mang 104, 195], g'worfe (gwǫrfə) [VPf]; mda. geläufiger ist schmeißen; vgl. PfWB schicken1 1 b; Zs.: PfWB ab-, PfWB ane-, PfWB an-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB be-, PfWB tot-, PfWB Tüpfen-, PfWB durch-, PfWB Eier-, PfWB ein-, PfWB ent-, PfWB ver-, PfWB vor-, PfWB Geißen-, PfWB heraus-, PfWB herum-, PfWB herunter-, PfWB her-, PfWB hinab-, PfWB hinauf-, PfWB hinaus-, PfWB hinein-, PfWB hinüber-, PfWB hinunter-, PfWB hin-, PfWB nach-, PfWB Schneeballen-, PfWB über-, PfWB um-, PfWB wegwerfen; eem ebbes ins Kreiz w. [ KU-Bedb]. Des werft e (hocher) Schnee! 'Es schneit viel' [ KU-Bedb

[Bd. 6, Sp. 1261]
FR-Bockh]. RA.: die Flint ins Korn w. 'resignieren, Selbstmord begehen' [vereinzelt]; aus'm Sarrel w. 'aus dem Sattel w., besiegen' [ KU-Schmittw/O]; sich in Buschduur (Postur) w. 'sich aufrichten' [Kaislt]; in Staat w. 'elegant kleiden' [ KU-Herschw/Petth]; sich in die Bruscht w. 'stolz auf sich und die eigenen Taten' [ KU-A'glan LU-Opp]; ebbes in die Woochschal w. 'Argumente liefern' [ LU-Opp]; sich jemand an de Hals w. [vereinzelt]; eem ebbes in die Ribbe (Seit) w. 'jemanden bestechen' [vereinzelt]; mit de Worscht (Brot, Brotworscht) noom Schinke w. 'Gutes für Besseres hergeben' [vereinzelt]; Sprenkel (Sprenkel1) w. 'Hindernisse bereiten' [ KU-Kaulb LU-Limbghf NW-Lach/Speyd]; vun de Kanzel w. 'Aufgebot durch den Pfarrer' [ KU-Bedb Don-Schowe]. Er hat e Aa uf's geworf un wann es das hinnerscht es [ KB-Kriegsf]. Ich werf der aa emol widder 'n Stään in deine Garde 'Ich werde mich für diese Gefälligkeit revanchieren' [mancherorts]. Sie rafft die Steen un er werft se [ Don-Gottlob, KU-Schmittw/O]. 's werft 'n 'Er ist betrunken (und stürzt)' [ KU-Bedb]. Er hot sunscht nix in die Woogschal ze w. g'hat 'keine Argumente' [ BZ-Dernb]. Mer werft rechter em beese Hund e Brocke hie wie em gude [vereinzelt]. De Petrus kechelt, er werft alle nein (neune), sagt man, wenn es donnert [ KB-Kriegsf]. Er ißt die Kersche un werft der d'Steen ins G'sicht [ BZ-Dierb]. Werf'm e Stäin on de Kopp, do gehrer aach net lohm [ KU-Schmittw/O]. Der is wie e Katz, denne kannschte w., wie de willt, er fallt immer uf die Fieß [vereinzelt, auch Don Gal]. Eine weitere RA. s. PfWB Bettelbube. Einen AR. s. PfWB Bohnenblatt 1. KR.: Nikolaus, fang die Maus / Und werf die Maus zum Fenschder naus [Der Trifels 24. 12. 1933]. Heit Owend kummt de Belznickel / Was will dann der bei mer? / Ich nemmen an de Zippelkapp / Un werfen vor die Deer! [Donnersberg Jahrbuch 1981 167]. —
b. in verschiedenen Spielen: 'einen Gegenstand wegschnellen' [vereinzelt]; Eier w. 'im Spiel Eier auf der Wiese kugeln' [ KU-Bedb]. Beim Klickerspiel w. [ RO-Ruppeck KB-Bennhs]; vgl. Hinaus-, PfWB Nachwerfchens; Syn. s. PfWB schnellern 2 und K. 243 knäupeln. Beim Kegelspiel: in die Volle w. 'der erste Wurf, bei dem noch alle Kegel stehen' [ RO-Dielkch]; e Loch w. 'nur einige der Kegel treffen' [ LA-Wollmh]; Sand w. 'die Kugel neben das vorgesehene Brett auf den Boden werfen' [ LA-Wollmh GH-Kand]. —
2. 'Junge zur Welt bringen' [mancherorts, Lambert Penns 172]; vgl. PfWB Gewerf, PfWB Werfe. Die Kuh (Katz, Loos) werft [ NW-Frankeck]. Die Sau hot zehn Junge geworf [ PS-Geisbg]. —
3. 'sich (auf)wölben', sich w. [vereinzelt]. Das Kleid werft sich [ KL-Neukch]. 's Breed (Brett) (Holz) hot sich geworf [ KU-Schmittw/O]. —
4. 'mit losen Stichen anheften, reihen' [ KU-A'glan]. De Schneirer worft die Ärmel mit Reihfärem in de Rock [ KU-A'glan]. — RhWB Rhein. IX 435 ff.; LothWB Lothr. 538; ElsWB Els. II 848.

 

   schnellern schw.:
1.
a. 'eine rasche Bewegung machen, springen, sich überschlagen (beim

[Bd. 5, Sp. 1323]
Sturz)', schnellere (nelərə) [mancherorts, Glass 58], schnellre (nęlrə) [PS-Gersb BZ-Dierb, Albrecht 111]; Part. Perf. geschnellert (gənęlərd) [ LU-Neuhf]; Syn. s. PfWB schnellen 1; in die Heh' geschnellert, vom Fisch, der über die Wasseroberfläche springt [ LU-Neuhf LA-Gommh]. De Fisch schnellert, wenn ein Fisch beim Flußaufwärtswandern über ein Wehr springt [ KU-A'glan ZW-Battw PS-Erfw Fehrb Pirmas]. Die Fisch schnellere (schnellre) [KU-Bedb Hundh WD-Niedkch RO-Dielkch KB-Kriegsf LU-Oggh Opp NW-Frankeck Kallstdt LA-Mörzh Land BZ-Dierb], schnellere mit dem Schwanz [ KU-Adb], schnellere in die Heh' [ LU-Limbghf], schnelleren dohin [ NW-Freinsh]. Auf und ab und ab und auf schnellert's [W. Wüst in: JKurpf. 1926 45]. RA.: Er schnellert (erum) wie e Fisch (Fusch) [ KU-Diedk ZW-Battw]. Der geht jere Sunndag sch. 'Der geht jeden Sonntag seinem Vergnügen nach' [ KU-A'glan]. —
b. 'etwas ruckartig in Bewegung setzen, etwas fortschleudern, in kreisende Bewegungen versetzen', schnällre [PS-Rodalb (Bernhard 165)], schnellere [KU-Hundh Bergz (Kamm 58)], schnällere lonn (lassen), den Gummi, das Seil usw. [Glass 58]; mit Bogen und Pfeil sch. [ LU-Opp]; mit einem Gummi sch. [Glass II 58]. Und schnellerte seinen schmalen Körper zwei-, dreimal im Klingel (Klüngel 2 'Kreis') herum [W. Wüst in: JKurpf. 1927 29]. Kinderspiel: Die Kinn schnellere um Niss, sie spielen das Glückspiel, bei dem der Schneller 3 a auf einem Holzbrett die Zahl der gewonnenen oder verlorenen Nüsse anzeigt [KU-Schmittw/O Feierowend 51/1953]. Die Knaben schnellern de Dänzer an, sie nehmen einen Knopf mit 5 Löchern, stecken durch das mittlere einen Stift und lassen den 'Kreisel' (Driller 1 a) sch. [ FR-Tiefth]. —
2. bes. Bewegungen der Finger.
a. 'mit zwei Fingern etwas ruckartig wegstoßen', bes. beim Kinderspiel mit Bohnen, Klickern oder Knöpfen [Ingb KL-Stelzbg NW-Frankeck Iggb LA-Mörzh BZ-Dörrb GH-Leimh, südl. Hälfte der östl. WPf, Verbr. s. K. 243]; vgl. PfWB Kaute 1 g; Zs.: PfWB fortschnellern; Syn.: abschnelzen, anschmeißen 2, Ansetzen, pfetzen 5, picken 5, picksen, pickesen, pinken2, butzen, taumisch 2, Degern, ticksen, titscheln, toppseln, dornschnäppen, fortknäubeln, fortscheibeln, fortschnärren, fortschnelzen, gaukeln 2 b, haseln2 2, herauspicksen, hicksen, hineinbullen, kauteln, kauten1 2, klickern 1, klicksen, knacksen 1bα u. β, knallen 2bβ, knällen, knällern 1, knällsen 1, knärbeln2, knarren 1b, knaubeln 1a, knaupeln 1a, knicken3, knickern2, knicksen2, knipsen 4, knobeln 2bβ, knöpfseln, knöpfsen, knurren, knorren1 5,

[Bd. 5, Sp. 1324]
kopfen 2, kurpeln, lämpeln 2a u. b, lenzen2 2, lotschen2, machen 4dα, rasseln, rollen 1 d, rosseln, rugeln 2, russeln 2 b, schanzen 2, schicken1 1bβ, schießen 1c, schmeißen 1a, schnakkeln 4, schnäppen 2, schnärren 1b, schnattern 5, schnätzeln, schnätzen, schnaupeln, schnellen 2a, schnelzen 2, schnelzern 2, schnicken, schnicksen, schnipsen 2, schocken 2, schuben, schucken 1 b, schupfen 1 c, schussern, spritzen; Klickerspiele s. PfWB Klickerchens, K. 243 knäupeln; die Kneppcher (Knöpfchen) schnellern [ LU-Opp]. Er schnellert [Wilms Alph. 49]. Der kann gut sch. [ KL-Reichb]. Die Knaben schnellere die Klicker met de Fengere fort [ HB-Kirrbg]. Das Sch. erfolgt in drei Etappen: Auf Eins sagt der Spieler: Schnick, auf Zwei sagt er: Schnack und auf Drei sagt er: En de Grawe! [ FR-Kindh]. —
b. 'durch Zusammenschlagen der Finger einen knallenden Ton erzeugen, schnalzen' [ RO-Obd Schweisw FR-Bockh]; oft als Ausdruck der Freude (bes. bei Buben) und zur Unterhaltung der Kinder [ NW-Frankeck]; vgl. PfWB knallen 1bβ, PfWB knaupeln 2bα, PfWB schnellen 2b; mit de Finger sch. [ KU-Körbn KL-Hütschhs KB-Albish FR-Bockh LA-Birkw]. —
c. 'mit den Fingern Zeichen geben', bei Weinversteigerungen kreuzen die Steigerer ihre Zeigefinger zum Zeichen dafür, daß sie bereit sind, die betreffende Nummer mit dem gerade Bietenden zu teilen [ NW-Kallstdt]. —
3. 'das Weberschiffchen durch das Webfach hin- und herschießen', schnellere [Umg. des Donnersberg (PfId. 127) RO-Wartbg Kaislt]. —
4. 'mit kurzen, schnellen Schritten gehen' [ KB-Dannfs]. —
5. 'einen (Schoppen, Schnaps usw.) trinken'; en'r schnellere [ KU-Erdb]; Syn. s. PfWB trinken 1 a; vgl. auch die Syn. zu PfWB betrinken. — RhWB Rhein. VII 1612; Hess.-Nass. III 358; Frankf. V 2789.