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 PfWB Weihnachts-baum (Bd. 6, Sp. 1177)   PfWB Baum (Bd. 1, Sp. 626)   PfWB Schlag-baum (Bd. 5, Sp. 1009) 
  -baum m.: 'Christbaum', -baam, -boom, -bääm s. PfWB Baum [westl. NPf vereinzelt übrige Pf]; Dim. -baamche, -beemche, -bäämche [mancherorts WPf]; zu Sachkunde, Verbr. und Syn. s. K. 265 und PfWB Kristbaum; weitere Syn.: Paradies-, PfWB Tannenbaum 2, PfWB Holzstock, PfWB Kristtagsbaum; den W. schmücken Syn. s. K. 76 und PfWB putzen 3 a; weitere Syn.: PfWB krönen 2 b; den Schmuck abnehmen s. PfWB abkolten 1 b, PfWB abkrönen 2, PfWB ableeren, PfWB abputzen, PfWB abzieren, PfWB scheren 1 c, PfWB schütteln 2 a; Baumschmuck s. PfWB Eiszapfen 2 a, PfWB Engel 5, PfWB Engelsgeläute, PfWB Engelshaar, PfWB Vogel 2 d α, PfWB Glaskugel 2, PfWB Glassachen, PfWB Glasspieß, PfWB Glocke 2 c, PfWB Glockengeläute 1, PfWB Glockenkranz, PfWB Goldfäden, PfWB Kristbaumgutsel, PfWB -kerze, PfWB -licht, -spitze, PfWB Kristei, PfWB Kristkindchenslicht, PfWB Kristkindleinshaar, PfWB Kristkindleinslicht, PfWB Kristlicht, PfWB Krone 2 f β, PfWB Kugel 1 d, PfWB Licht 1 b β, PfWB Schelle 2 a, PfWB Schleier 2 b, PfWB Schnee 2, PfWB Schneeballen 4, PfWB Silberfaden, PfWB Spitze 3 b, PfWB Spritzkerze, PfWB Stern 2 c, Stern(en)schlager, -spritzer, -werfer, PfWB -kerze, PfWB Wachsfigur, PfWB Weihnachtsglocke, PfWB -kugel. 's Krischkinnel butzt 'schmückt' de W. [ LU-Alsh]. So 1550 bis 1600, saat mer, wär im Elsaß de Chrischtbaam als Woihnachtsbaam in die Haiser komm [Kröher Lyoner 134]. Weihnachtsbäämcher! - Bud an Bud [Sommer Hausapothek 44]. Die Weihnachtsbäämcher werren eweggebotzt 'gestohlen' [ KU-Bedb]. Rhein. IX 376; ElsWB Els. II 45 Wihnachtsbaum; Eichhoff WA I 45; Stoll 31/32, 174 ff. —

 

   Baum m.:
1. Baum im botanischen Sinne, Baam, Boom, Boum, Bääm, Beem, Bäim, s. F. u. K. 26. Zs. mit Baum als Grundwort: Apfel-, Arles-, Palm-, Band(en)-, Pappel-, Bellen-, Pfirsich-, Pflaumen-, Bieg-, Bienen-, Birn(en)-, Praumen-, Buchs-, Putsch-, Tannen-, Eichel-, Fichten-, Flügelsamen-, Forlen-, Haselnuß-, Holunder-, Kastanien-, Kästen-, Kätzlein-, Kauten-, Kiefern-, Kirschen-, Knaller-, Knallerbsen-, Laub-, Lebens-, Linden-, Lorbeer-, Mandel-, Maulbeer-, Mutter-, Nägelches-, Nasen-, Nuß-, Obst-, Ohren-, Quasten-, Quetschen-, Rosen-, Rusten-, Sade-, Samen-, Schalks-, Schatten-, Schieß-, Schneeballen-, Schneeblätter-, Segen-, Seifen-, Seihen-, Setz-, Sperben-, Stand-, Weiden-, Weinblumen-, Wilgen-, Zapfel-, Zasel-, Zettelbaum; weitere Zs. s. unter 2., 4. u. 6. Vergleiche und RA.: E Kerl wie e Baam [KL-Alsbn, verbr.]. Des Kind is wie e Fischel uf em Bam, von einem Kind, das elend aussieht [Land]. Der kann noch Bäm ausreiße, ein Alter, der noch gut bei Kräften ist [verbr.]. Der sieht vor lauder Bääm de Wald nit [GH-Büchbg, verbr.]. Uf die Bääm, sie kummen! (scherzh. Warnruf) [Kaislt] Er hot geloo, daß sich die dickschte Bääm geboo han [WPf]. Ich schlach der ufs Kabidal, daß de die Beem im Oorewald (Odenwald) wachse heerscht [LA-Impfl]. SprW.: De Appel fallt net weit vum Baam (parodistisch: ... vum Beerebaam 'Birnbaum') [RO-Sippf, verbr.]. Uf äin Streich fillt käin Bäim [KU-Schmittw/O, verbr.]. Wie de Baam fallt, so leirer 'liegt er' [ KU-Herschw/Petth]. Unser Herrgott sorcht, daß die Bääm ned in de Himml wachsen [ GH-Kuhdt]. E alte Baam soll mer net versetze [Hebel Humor 47]. WR.: Märzeschnee tut alle Bäum un Frichte weh [ IB-Rubh, allg.]. Wann die Beem winters mit Eis sin, gebts viel Obscht 's nechscht Johr [Fogel Beliefs Penns Nr. 1084]. Volksgl.: Wenn ein Baum verdorrt, stirbt jemand [ KL-Wörsb]. Der Baum, an dem sich jemand erhängt hat, wird umgemacht und auf dem Platz verbrannt, nicht zu Haus im Ofen [ KU-Diedk]. Abendgebet: Im Himmel steht e Bäämche, do schirrl (schüttle) ich mer e Träämche (Träumchen), do leh ich ab mei Sinn (Sünden), in Gottes

[Bd. 1, Sp. 627]

[Bd. 1, Sp. 629]
Name schloof ich in [ KU-Kaulb Kreimb, ähnlich Gal-Dornf]. VR.: 1, 2, 3, geht e Gässl nein. Im Gässl esch e Gäärdl, im Gäärdl esch e Bääml, im Bääml esch e Neschdl, im Neschdl esch e Eile, im Eile esch e Dodderle, im Dodderle esch e Häsl. Geh weg, ich schlach d'r ufs Näsl! [ LA-Edh.]. a. 1307. Sie sollent auch me hauwen dri baume alle iare [MüPfUrk. Fasz. 86 Nr. 1407]. a. 1552-1557: hatt mein gnediger herr die öpfel von den bawmen [LeinSb. Bl. 29]. —
2. 'Christbaum', bes. im Dim. Häufiger als das Simplex verwendet man die Zs. PfWB Christ-, Christkindchen-, Weihnachsts-, PfWB Zuckerbaum. Ehr hun awwer e scheene Baam! (bm) [KB, PS-Gersb LU-Friesh]. Hunner schun e Bäimsche? [KU-Schmittw/O, verbr.]; 's Bäämel butze 'schmücken' [PS-Ruppw, verbr.], das Baaml abmache 'seines Schmuckes entkleiden' [PS-Schönau, verbr.]; 's Bäämche schillele (schütteln), dass. [KU-Bedb, verbr. westl. WPf, älteste Gener. (1930)]. KR.: Chrischkindche kumm in unser Haus, leer dei golde Säggelche aus, stell dei Beemsche uff de Disch, daß mer sieht, daß Weihnachde is [RO-Schweisw, verbr.]. In früheren Zeiten verfertigte man den Christbaum selbst, indem man in einen entsprechenden Stab Löcher bohrte und in diese kleine Tannenzweige steckte, so in KB-Bennhs. S. Chrisrtmann Vk. 61 ff. — Als Brauchtumselement erscheint der Baum auch in PfWB Pfingst-, Hagel-, Kirben-, PfWB Kletter-, PfWB Kranich-, PfWB Maibaum. —
3. 'Rispengras (Poa)', Bäämche u. Bäumche [verbr. VPf (Wilde 78)]. —
4. Teil eines Gerätes.
a. des Schubkarrens; zwei, in Handgriffe auslaufende Bäume, die die Last tragen, die Baam, Bääm, auch Dim. Bäämelcher [verbr.]; dafür auch die Zs. Karch-, PfWB Schubkarch-, PfWB Scherbaum. —
b. des Wagens, de unnerscht Bäim, de owwerscht B. 'der untere, der obere Leiterbaum' [ KU-Schmittw/O]. Siehe auch die Zs. PfWB Leiter-, PfWB Heu-, PfWB Heuleiter-, PfWB Langbaum, Lannen-, PfWB Ober-, PfWB Rund-, PfWB Unter-, PfWB Wein-, PfWB Wies(en)baum. —
c. an der Kelter, s. Zs. PfWB Kelter-, PfWB Spindel-, PfWB Zwingbaum. —
d. an sonstigen Geräten s. Zs. PfWB Eggen-, PfWB Sensen-, Webe-, PfWB Zeug-, PfWB Zitterbaum (die drei letzten am Webstuhl), Zoge(t)-, Zugbaum (am Pflug). Vgl. auch PfWB Hebe-, Lade-, PfWB Mast-, PfWB Wellbaum. —
5. zum griene Baam, Gasthausname [ NW-Frankeck LU-Maud]. —
6. Weiteres ist zu ersehen aus Abrahams-, Hüt-, Lach-, Loch-, Los-, Mal-, Regen-, Wetterbaum. F.: Sing. bām, bm, bōm, bēm, bm, bęim, baum, bḁum, bǫum; die Verbr. zeigt K. 26. Pl. fast allg. bm; bēm wurde angegeben für: HB-Einöd, ZW-Ernstw Hornb RO-Sippf KB-Albish FR-Hettldh Bobh NW-Dürkh (neben bm); bām für KU-Reichsth Hefw Kaulb/Kreimb Obw i. T. RO-Bistschd

[Bd. 1, Sp. 630]
Obd KL-Erzhs PS-Busbg KB-Kriegsf (neben bm) Mörsf GH-Neubg; bęim für KU-Schmittw/O. Das Dim. Sg. wird in der WPf und nördl. VPf mit -che (Bäämche, Beemche, Baamche, Boomche), in der mittl. u. südl. VPf (einschließlich Ostteil von PS) mit -(e)l (Bäämel, Baamel) gebildet; im Pl. erscheinen in der WPf u. im westl. Teil der mittl. u. südl. VPf -cher (Bäämcher, Beemcher, Baamcher, Boomcher, Bäämelcher), im Raum um Land und Bergz -ich (< ahd. ahi, eine Menge bezeichnend) (Bäämlich) und im übrigen Teil der mittl. u. südl. VPf -le (Bäämle Baamle); im einzelnen s. K. 27. — RhWB Rhein. I 549 ff;, Saarbr. 13; LothWB Lothr. 21; ElsWB Els. II 43 ff.

 

   Schlag-baum m.:
1.
a. 'herablaßbare Schranke an Grenz-, Bahnübergängen', Schlaabaam, -bääm; Schlaach-, Schlag-, Verbr. der Formen s. PfWB Schlag u. PfWB Baum [mancherorts]. —
b. 'herablaßbare Stauvorrichtung im Bach, um das Wasser zur Bewässerung der Wiesen abzuleiten', Schlaggbaam [ NW-Geinsh]. —
2. 'überaus große

[Bd. 5, Sp. 1010]
männliche Person', Schlaabaam [ KU-Brück]. — Südhess. V 344; RhWB Rhein. VII 1220. —