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 PfWB -nacht (Bd. 6, Sp. 1175)   PfWB Ameisen-geist (Bd. 1, Sp. 198) 
 -nacht f., -nachten Pl.: 'Kirchenfest im Dezember, an dem Christi Geburt gefeiert wird', Weihnachde (ˈwainaxdə) [verbr., Heeger Südostpf. 10 Henn Mda.-Int. 44 Karch Gimmdg/Muttstdt 36 Schmitt Billh. 118 Schneckenburger 25 Lambert Penns 176], Weihnaachde (waiˈnāxdə) [mancherorts ges.

[Bd. 6, Sp. 1176]
Pf, Hussong Kirkel 171], Woihnachde [ LU-Neuhf]; Weihnacht [Damm Nachtdischlamp 53]; neben dem heute weit verbreiteten Wort findet sich in der Pfalz resthaft veraltendes Kristtag; vgl. PfWB Weihnachtsnacht; uf W. 'an W.' [ KU-Kaulb]; iwwer die W. 'während der Feiertage' [ BZ-Rinnth]; 's leddschdemoo 1901 om Weihnaachde [Hussong Kirkel 54]. An de nächschde Weihnacht kriehsch se widder [Damm Nachtdischlamp 53]. Ja, dann zieht e bissel Woihnachde ins Gemiet [Kröher Lyoner 135]. Nooch de Wejnaachde gehds schunn werrer nauszuus mid de Daache! [Braun Lääsebuuch II 172]. Nau sei mer schun drei W. im Feld 'Krieg' [ KU-Kaulb]. Daß acht Monat druf gewiß / Weihnachte am Himmel is [Ranssweiler 39]. Nooch de W. lossen mer de Wein ab [ BZ-Albw]. RA.: Die is verschrumbelt wie e Äbbelche an Weihnachte! [Westrich (Wilde Notizen)]. En Rieb nach de W., en Appel nach de Ouschdere un en Mädel nach de Dreißich sin nimmer begehrt [ LA-Herxh]; Var.: ... die hän alle drei de Geschmack verlor! [Feierowend 6/1954 1, Brandstätter in: PfMHk. 7/8 1925 169/70]. Die han Gehannsdag un W. uf ääne Dag, sagt man von Leuten, die ohne rechte Ordnung arbeiten [ KU-Kollw]. WR.: griene W., weiße Oschdere [mancherorts]; W. im Klee, Oschdere im Schnee [vereinzelt]. W. feicht un naß, bringt leere Speicher un Faß [ PS-Geisbg]. W., Sau schlachte; Maria Lichtmeß, alles ufgeß [ FR-N'lein]. Volksgl.: Zwischen W. und Neujahr (vgl. PfWB Rauhnächte) darf man keine Wäsche waschen, sonst stirbt jemand [ LA-Birkw]. Zu brauchtümlichen und sagenhaften Erscheinungen um W. s. PfWB Adventsgeist, PfWB Parforschjagd, PfWB Pelznickel (hier Syn.), Bettelchristkind, Bollhammel 1, PfWB Feuermann 2, PfWB Hexenstuhl, PfWB Jesuskind, PfWB Krampus, Kristine 3, PfWB Kristkind 2, Schukkert, PfWB Stampfes 3 c, PfWB Stampfesnickel, PfWB Weihnachtsmann. Volksbr.: In der Weihnachtsnacht (um 1910) wird Heu in den Garten gelegt und Wasser ins Haus gebracht, von dem am nächsten Morgen jedes Tier etwas bekommt als Schutz vor Krankheiten [ KU-Kaulb]; s. auch: PfWB Kristblock, -brand. Vk.: Speisen an W.: Die Juden essen eine Gans [ RO-Dielkch]. An W. werden Puppen und Hasen aus Teig gebacken [IB-Eschring BZ-Böllbn]. An W. wird das Patenkind beschenkt (Kleidungsstück, Zuckerzeug) [ KU-Glmünchw WD-Niedkch]. W. in volkskundlichen Aspekten s. Stoll 29 ff., 141 ff.; Becker Vk. 145, 286 ff. KR.: Krischkinnel kumm in unser Haus, / leer dein goldisch Kerwel (Säckel) aus, / stell de Krischtbaam uf de Disch / daß mer sischt, daß Weihnacht iss [ LU-Altr, LU-Neuhf NW-Haßl]; Forts.: stell de Eisel uf de Mischt / daß er Hää un Hawer frißt [ LA-Kl'fischl]. Scherzfrage: Wu leit dann der Ort? Antwort: drei Stunn hinner W. [ RO-Odh]. a. 1323: an der nehsten mittewochen vor dem heiligen dag ze wihenaht [SpeyUrk. 283]. a. 1341: alleierlich vmme vir schillinge penninge zur winachten zu geben deme meister [OttbgUrkb. 419].

[Bd. 6, Sp. 1177]
a. 1476: nemlich einmal zwischen weihenachten und fasznacht [Grimm Weist. 696 (HB-Webh)]. a. 1480: Item der schultheis hait recht eycheln zu lesen jme stickswerde mit sinem gesinde, mit dem knecht den er zu wynachten dingt vnd mayde die er zu der eren dinget [HagbWeist. (MHVPf. 4/1874 4)]. a. 1530: vnd ist der knecht Zill vff winachten [GgHospR]. a. 1532: zuo winachtten [PfWeist. 264 (KB-Dreis)]. a. 1602: umb weynachten auch gemauert [PfWeist. 64 (LU-Altr)]. RhWB Rhein. IX 376; LothWB Lothr. 542 Wihnachte; Hess.-Nass. IV 592 und K. 35.

 

   Ameisen-geist m.: 'Weingeist über Ameisen

[Bd. 1, Sp. 199]
abgezogen', Äämetzegeischt [Rockhs], Aamääzegääscht [Pirmas], Ameisegeischt [ NW-Elmst]; vgl. PfWB Ameisenbranntwein.