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1. 'Silberweide (Salix alba), Korbweide (Salix viminalis)', beide Arten werden in der Benennung kaum unterschieden, beide können als Kopfweiden zum Schnitt von Weidenruten gezogen werden (im Unterschied zur Salweide Salix caprea), Weid (waid) [verbr. ges. Pf außer lothr. SWPf und mittl. Südpfalz, Krämer Gal 240], Weide m. f. [Lambert Penns 176], Wäid (węid) [ HB-Böckw IB-Seelb], Wääd (wd) [vereinzelt ges. Pf, »vielfach, vor allem VPf« (Wilde 255)], Waad (wād) [KB-Gauh Orb (um 1930 von älteren Leuten)], Widd (wid) [mancherorts lothr. SWPf, GH-Kand (um 1930 von älteren Leuten) Neubg Vogelgesang Bliesmg 176], Wied (wīd) [ PS-Schweix]; Pl. Weide (waidə) [vereinzelt], Weire (wairə) [verbr.], Waaire (wāirə) [ ZW-Schmitshs], Weiere (waiərə) [ ZW-Käshf L'wied Marthh], Widde [IB-Ormh KL-Fischb Kaislt (Wilde 255)], Weede [Umg. von KL-Landstl (Wilde 255)], Werre [Umg. von KL-Landstl (Wilde 255)], Wääre (wrə) [KL-Weilb »Landau Ost, Umg. von KL-Kindsb« (Wilde 255)], Waare (wārə) [ KL-Drehthhf Reuschb], Weile (wailə) [ KU-Bedb Erdb IB-Wolfh], Wille (wilə) [HB-Nd'gailb IB-Ensh (Glass 131) Vogelgesang Bliesmg 176], Wiere (wīrə) [ PS-Schweix]; s. K. 384; vgl. PfWB Entennest 2; Zs.: Band-, Trauer-, Gelb-, Korb-, Reißsal-, PfWB Salweide 1, PfWB Salweidenlaub; Syn.: PfWB Bandenbaum, PfWB Bandenstock, PfWB Bandstumpfen, PfWB Kätzelbaum, Rieslingstock, PfWB Strunk(en) 1 b, PfWB Weidenbaum, -busch, -putsch, PfWB Wilge; Zahme Weire [KL-O'arnb (Wilde Notizen)], diese Bezeichnung für angepflanzte Korbweiden steht im Unterschied zu Wilde Weide (Weide1 3 a und b). Bappele un Weire wachse om Wasser [ KU-Schmittw/O]. Ich such mer an de Bäch die Weire / un mach die scheenschde Körb devun [Burgey Keschte 58]. Dann han alle Weide ihr Kätzelcher bliehe [Kröher Lyoner 102]. RA.: Er kann sich oon de Weire hewe 'Er bekommt nichts mehr von seiner Geldforderung zurück' [ KU-Schmittw/O]. Eine Scherzfrage s. PfWB Bruchsal. a. 1482: Wiese by der langen widen [LandsbgZb. Bl. 45 r]. a. 1530: 6 dußet 8 hundert weyden holtz zu houwen [GgHospR]. — 2. Teile der Weide1 1 (Salix). a. 'die geschnittenen Weidenruten', als Flechtmaterial für Körbe, als Bindematerial für Reisig oder Reben, besonders auch im alten Kammertbau (Scharff 187/88), meist im Pl. Weire [verbr., Kamm 68 Wilde 255], Weile [ IB-Wolfh], [Bd. 6, Sp. 1163] ![]() [Bd. 6, Sp. 1165] Wiere [ PS-Schweix], Wille [Vogelgesang Bliesmg 176]; Dim. Pl. Weidcher (waidχər) [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB Band 5 a, PfWB Bandwide, PfWB Biegband, PfWB Trudel1 3, PfWB Garbenseil, PfWB Gebund 3 b, PfWB Gerte 1, PfWB Klank, PfWB Klang 1, PfWB Leimrute, PfWB Ring, Rink(en) 1 c κ, PfWB Saum, PfWB Saumen1 2 b, PfWB Schleiße, PfWB Schleize 1 b, PfWB Schmicke 3, PfWB Schneller 1 c, PfWB Schnelzer 1 b, PfWB Stiefelband, PfWB Stockband, PfWB Stopfer 4 a, PfWB Weidenband, -gerte, -rute, PfWB Wiede1; Zs.: Bieg-, Bind-, Busch-, Heft-, Kammert-, Sillen-, Stock-, PfWB Wingertsweide(n); dinne Weide [LA-Leinsw (WKW 66, 70)]; Weire schneire [ KU-Patb]; Weire butze 'Bindeweiden vorbereiten: säubern, kürzen, sortieren' [ BZ-Nd'horb, mancherorts]. Die Weire werre geschless (schleißen, schleizen) 'der Länge nach gespalten oder entrindet' [ KU-Schmittw/O]. Ich geh Weire (Pl.) schneide [ LU-Opp]. Die Körb vun Weire, Plastik, Droht, / zu allem dun se dauche [Burgey Keschte 46]. RA.: Sie ist zäh wie e Weid [allg. (Wilde 260)], biegt sich wie e Weid [allg. (Wilde 260)]. Der werd noch sei Schuh mit Weire binne 'Es wird ihm noch schlecht gehen' [Krieger 43]. Sie spare an alle Ecke, awwer ehr Schuh brauche se sich net mit Weire ze binne! [Feierowend 5/1953 Nr. 24]. SprW.: Wer in de Weide sitzt, schneid't sich Peife 'Jeder ist auf seinen Vorteil bedacht' [ LU-Opp]. Wann mer en de Weide huckt, muß mer sich Peife schneide 'Man muß die Gelegenheit, Chance nutzen' [ LA-Herxh]. Volksgl.: »Für das Hauen, Stechen und Schneiten und Blutstillen: Mit einem Stickchen Weit, Gebraucht In den drey Hechsten Namen darüber gefahr, Bis schweiß daran hengt wieder Zusammengebunden Mit einem Vaten gebunen und in meinem Koth geschmiert und in Babier eingewickelt und in Beth Stroh gelegt oder in den Schanste (Schornstein) gehengt« [NPfGV 11/1926 104 (Montforterhof bei RO-Duchr/O'hs)]. Um Salzflechte loszuwerden, gehe man dreimal vor Aufgang und nach Untergang der Sonne zu einer Weide und lasse sich dort die kranke Hautstelle je dreimal von einer Person des anderen Geschlechtes mit einem jungen Weidenzweig kreuzweise bestreichen. Dazu werden allerlei formelhafte Worte gemurmelt [Feierowend 8/1956 vom 17. 3. 1956]. »Weidelein, ich knüpfe dich, ich knüpfe 77erlei Fieber in dich, das kalte und das heiße aus meinem Blut, aus meinem Fleisch, aus meinem Schweiß. Im Namen des +++« [Heeger Vhk. 36]. »Beim abnehmenden Mond darf man keine Weiden und Reben schneiden, kein Kalb abbinden; dies muß im Zeichen des Löwen geschehen« [PfH 1931 Nr. 16, Feierowend 4/1952 Nr. 5 1]. Vieh werd därr oder kriegt Geelwasser 'Wassersucht' wammers mit Weide hagt (haut) [Fogel Beliefs Penns Nr. 765]. Volksmed.: Tee aus abgekochter Weidenrinde lindert Darmkatarrh, Erkältung, Kopfschmerzen, Rheuma, schwärende Wunden [Feierowend 8/1956 vom 17. 3. 1956]; vgl. PfWB Weidenschabsel, -rinde. Vk.: Zur Bedeutung der [Bd. 6, Sp. 1166] Weide in der pfälzischen Volkskunde (insbesondere die Korbflechterei, das Herstellen der Weidenpfeifchen) s. Becker Vk. 133; Schandein Bav. IV,2 356/ 57; Feierowend 8/1956 vom 17. 3. 1956. KR.: Reene, reene, Troppe! / Die Buwe/Mäd muß mer kloppe. / Die Mäd/Buwe muß mer schneide / mit de lange Weide. / Die Buwe/Määd kummen ins Fedderbett, / die Määd/Buwe kummen ins Scheißeck [ Gal-Brig]; Var. s. PfWB Federbett, PfWB Mädchen 1 a, PfWB schneiden 1. VR.: Schneid Weire ab, schneid Weire ab unn loß die Stoppel steh'; wenn die Mädcher verheiert sein, sein se net mäi schee [Brandstätter in: PfMHk. 7/8 1925 169, GH-Berg Wilde 259]. Do unne im Dal, wo die Weide sich bie'n, verhaaen zwä Männer sich die Plottköpp, daß die Hoor ewegg flie'n [KL-Trippstdt (Wilde 259)]. Sunn, Sunn, scheine, / fahr mer iwwer de Rheine, / fahr mer iwwers Glockehaus, / gucken drei Buppe raus. / D'erscht spinnt Seire, / zwett spinnt Weire, / dritt spinnt e rorer Rock, / fer unser Vedder Jakob [ GH-Vollmw]. Die Eisebahn fahrt iwerzwerch / Vun Mannem bis uff Heidelberg, / Fahrt iwers Gloggehaus, / Gucken drei schöne Bobbe raus. / Die ä' spinnt Seide, / Die anner wiggelt Weide / Die anner spinnt en rode Rock. / Fer unsern liewe Herrgott [VPf (Wilde 259)]. Reire, reire Reßche, / dart owwe steht e Schleßche, / dart owwe steht e Herrehaus, / gucken drei Madamme raus. / Aan wickelt Weire, / die anner spinnt Seire, / die drett macht e rore Rock / far mein Brurer Jakob [KU-Hefw, Donnersberg-Jahrbuch 1981 165]. Weitere VR. u. Var. s. PfWB Madam 1 a, PfWB Roß, PfWB Schloß 2, PfWB Seide 1. Bastlösereime, Weidenklopflieder: Saft, Saft, Seide, / Hur in die Weide, / Hur in das Dindeglas, / Daß de Saft erauslaaft! / Mudder geb mer e' Nodelche! / Was dust de mit 'm Nodelche? / Säckelche flicke, Säckelche flicke, / Stäänche lese, Stäänche lese. / Was duste mit de Stääncher? / Vö'elcher werfe, Vö'elcher werfe! / Was dust de mit de Vö'elcher? / Brode, brode, / Daß de Saft ganz gut gerode [KU-Wolfst (Wilde 257), Donnersberg-Jahrbuch 1981 168]. Saft, Saft, Seire, / Holler in de Weire, / Holler in de Reggebach / Un do is mei Peif gemacht! [Carl Pfalz im Jahr 74]. Holler, holler Weire, / Saft in de Seire, / Saft in de Hollerbach / Is mei Peifche ausgemach [ KU-Körbn]. Weid, geb mer e Peifel! / For was dann e Peifel? / Musik mache, Musik mache. / For was dann Musik mache? / Zum Spiele, zum Spiele [Neustdt (Wilde 257)]. Wuppe, wuppe, Weide / Mein Messer will net schneide; / Do werf ich's in de Grawe, / Do freß es die Hinkel un die Rawe! ... [PS-Saalstdt (Wilde 258)]. Huppert, Huppert (Huppert), Weire, / Saft, Saft, Seire, / 's Messer leit im Grawe, / Do hole mer's die Rawe, / do hole mer's die Mückeschwänz / Wawapp, wawapp / Mein Peifche geht aus unn geht ab [ KU-Brück]. Männel uff 'm Dach! Peifl krach, krach, krach! [ PS-Claus]. Sachkunde und Var. s. Wilde 257 ff. und Huppe, Huppert 1 a, PfWB Saft 1 a, PfWB Weidenpfeife. Kinderspiel: Ich wasche meine Hände, / Trockene sie ab, steck se [Bd. 6, Sp. 1167] in de Sack, / Steck se in die Seite, / Mach wickle, wickle Weide [Umg. von Zweibr (Wilde 260)]. a. 1788: »Das Weidenschneiden vor Martini ist verboten bei 1 fl 30 kr Straf« [Eyselein 123]. — b. 'die Blüte der Salweide (Salix caprea)', Pl. Wille [ IB-Ensh]; vgl. PfWB Weidenkätzchen. — 3. a. 'Flohknöterich (Polygonum persicaria)', Wille Weide Pl. [LA-Altd Marzell III 942], Wille Weire Pl. [KL-Fischb Umg. von Kus (Wilde 250) Marzell III 942], die Pflanze sei gleich Weiden als Bast verwendbar (Wilde 250); Bezeichnung nach der Form der Blätter (Marzell II 942); vgl. PfWB Flohgras, -kraut, Weidenbast-, gras, -kraut, PfWB Weiderich 1. — b. 'Blutweiderich (Lythrum salicaria)', Wilde Weire Pl. [KL-Fischb (Wilde 24) Marzell II 1514]; vgl. PfWB Blutkraut 1, PfWB Blutweiderich, PfWB Fuchsschwanz 2 a γ, PfWB Rattenschwanz 4 c, PfWB Rotschwanz, -schwänzchen 2 a, PfWB Spitzweiderich, PfWB Weiderich 2. — c. ein nicht näher bezeichnetes (Garten-)Unkraut, wille Weire Pl. [RO-Sippf KB-Kriegsf]. — 4. FlN, amtl. Unter den Weiden [ KB-Ilbh]. Zu weiteren Weide-FlN s. Zink FlN 121. um 1300: an den widen [P. Weissenberger: Geschichte des Klosters Kirschgarten in Worms. Worms 1937 57 (FR-O'sülz)]. a. 1477: das felt hynder der wyden [Veld. I 86 (Burg Lichtenberg)]. a. 1587: Item anderthalben morgen an den dicken Weiden [Kurpf. Fasz. 1088 Bl. 14 (LA-Gleisw)]. a. 1599: hinder der weiden [SSp A 14/847e, 6v (KB-Ilbh)]. — 5. weitere Zs. in PfWB Trauerweide 2. — F.: Das Wort Weide für den Baum Salix ist zu trennen von Wiede1 'Rute aus Hasel, Eiche, Weide usw.'. — RhWB Rhein. IX 369 ff.; LothWB Lothr. 541 Wied; ElsWB Els. II 792/93 Wid(e); Marzell IV 8 ff.; WKW 66, 67, 70.
| 1. a. ringförmiger Schmuck. α. 'Finger-, vorn. Ehering', Ring (riŋ) [verbr., auch Auslandspfälzer], Rink (ring) [vereinzelt]; Zs.: PfWB Daumen-, PfWB Treu-, PfWB Trau-, PfWB Ehe-, PfWB Erbs-, PfWB Verlobungs-, PfWB Fingerring. Sie kääfe die Ring (zur Verlobung) [ PS-Erfw], hole die Ring, dass. [ LU-Limbghf]. Sie zieh'n die Ring an 'Sie verloben sich' [ NW-Kallstdt]. Er (Sie) hot e R. on 'ist verlobt' [ KU-Schmittw/O]. Sie tragen die Ring 'sind verlobt' [ PS-Erfw]. Sie hän sich die Ring wirrer g'schickt 'Sie haben sich entlobt' [ LA-Mörzh, KU-Schmittw/O KB-Kerzh]. Die hot em de R. vor die Fiß geworf, dass. [ KU-Schmittw/O]. Die Ringe werden gegenseitig gegeben und bezahlt [ LA-Ilbh], werden vom Bräutigam bezahlt [ RO-Obd]. Der Bräutigam kauft die Ringe, die Braut kauft ihm eine Uhrkette [ KU-Diedk]. Volksgl.: Bringt die Braut dem Bräutigam bei der Trauung den Ring nicht auf den Finger, wird die Ehe bald geschieden [ BZ-Pleisw/O'hf]. Bei der Trauung den R. übers Kreuz, d. h. über die Hand geben, bedeutet nichts Gutes [ GH-Steinw]. Einen VR. s. PfWB Tüpfenflicker. a. 1515: hant geoppert dem heiligen eyn silbern Kindelin übergylt vnd eyn sylbernen ryncke auch übergylt [Bruderschaftsbuch v. KB-Zell (nach: J. G. Lehmann Diplom. Gesch. des Stifts d. hl. Philipp zu Zell)]. a. 1537: Ein Gürttel Silberin verguldt Senkell, rinken vnd spangen mitt einem Schwartzen portten [SpeyTreudInv.]. — β. s. die Zs. PfWB Arm-, PfWB Ohrring 1. — b. 'ringförmiges Kissen als Unterlage für Kopflasten', Ring u. Rink [(im Häufigkeitsverhältnis 60 : 40, nach der Schreibung der Gewährspersonen) verbr. WPf NPf VPf (ausgenommen die Belegorte mit nachstehenden Formen sowie die lothr. SWPf u. die äußerste SOPf, wo Wisch gilt) mancherorts NWPf (neben PfWB Pfülben), Christmann Kaulb 15, 93 Mang 100 Müller Dietschw 57 Schneckenburger 51, 56 [Bd. 5, Sp. 543] Höh 89 Bertram § 81, 199, 263 Klein Prov. 258 Schandein Sprachsch. 48], Reng [KU-Altkch Dunzw Frohnhf Krottb HB-Breitft Frankholz Kirrbg O'bexb KL-H'spey Morb RO-Lohnsf LA-Herxh Impfl Mörzh Walsh], Renk [ LA-Arzh Burrw Edk Ilbh BZ-Albw O'schlettb Rohrb Silz Stein GH-Steinw], Räng [ LA-Mörzh], Ränk [ LA-Göckling Leinsw Siebdg BZ-Kling Münchw Spirkb], Rinke [ PS-Bobth Bruchw Bundth Busbg Erfw Hirschth Lu'wink Nothw Rumb Schönau]; Zs. u. Syn.: PfWB Trag- 1, PfWB Kopf-, PfWB Korb-, Sprauring; weitere Syn.: PfWB Bausch 1, PfWB Pfülben 5, PfWB Tragkissen 2, PfWB Kopf(en)kissen (Nachtrag), -pfülben 3, -polster 1, PfWB Kringen, PfWB Kützel, Radbogen, PfWB Reif2 2b, PfWB Wisch. Der Dung in die Wingertzeilen wurde von den Männern mit dem Schubkarren, von den Frauen mit dem Mistkorb auf dem Kopf mit dem R. als Unterlage eingetragen [LA-Edk (nach: P. Graeber in: 1200 Jahre Edenkoben, Mannheim 1969, S. 256)]. — c. ringförmige Teile an landwirtschaftlichen Geräten. α. 'R. am Geschirr der Zugtiere, durch den der Strang oder die Lanne geht', Ring [verbr.], Rink [RO-Sippf KL-Schneckhs], Reng [ LA-Walsh PS-H'einöd BZ-Rohrb], Rinke [ PS-Bundth]; vgl. PfWB Ringel 1 a; Zs.: PfWB Deichsel- 3, PfWB Tragband-, PfWB Trag- 2, PfWB Führ-, PfWB Führungs-, PfWB Halte-, PfWB Hebe-, PfWB Kamm-, PfWB Ketten-, PfWB Kreuzriemen-, PfWB Kummet-, Kummetscheit-, PfWB Landen-, PfWB Lein(en)-, PfWB Leit-, PfWB Leitseil- 2, PfWB Leitungs- 2, PfWB Mittel- 2, PfWB Rückriemen-, PfWB Rück-, PfWB Rückstrang-, Schlauf-, PfWB Schwanzriemen-, PfWB Schwebe-, PfWB Strang-, PfWB Strupf-, PfWB Zaum-, PfWB Zug-, PfWB Zügelring; de R. for d' Lein [ GH-Erlb], de R. am Kummetspan [ ZW-Riedbg], am Traagescherr [ PS-Ruhbk], am Traasaddel [ PS-Glashtt], am Rickrieme [ RO-Obd PS-Schmalbg], am Rickgort [ KL-Fischb]. Mach die Lein dorch de R.! [ PS-Vinn]. — β. 'Verbindungsring zwischen Leuchsen bzw. Storren und Wagenleitern', Ring [Kus PS-Gersb]; Zs.: PfWB Leiter-, PfWB Leuchs(en)-1, PfWB Storrenring. — γ. 'Eisenband, das zur Befestigung der Deichsel um die Vorderbacken des Wagens gelegt ist', Ring [ KU-Frohnf IB-Ensh LU-Neuhf], Rink [ RO-Rehborn]; Zs.: PfWB Backen-, PfWB Deichselring 1. — δ. 'die beiden Ösen am oberen Verbindungseisen der beiden Griesstecken des Vorderpflugs, durch die die Leine geht', Dim. Pl. Ringlich [ LA-Essing]; Zs.: Galgen-, PfWB Leitseilring(e). — ε. 'der Haken an der Kette zur Befestigung des Vorderpflugs an den Hinterpflug', Rink [ NW-Wachh]. — ζ. 'Eisenring zur Befestigung des Sensenmessers an den Wurf', Ring [ KU-W'mohr KB-Kriegsf]; Zs.: PfWB Sensen-, PfWB Spannring. — η. 'R. am oberen Ende der Dreschflegelrute', Ring [ KU-Herschw/Petth SP-Heiligst GH-Schwegh]; Zs.: Flegel(s)ring. — θ. Teil der geschmiedeten Gabel, Ring [ KU- [Bd. 5, Sp. 544] Herschw/Petth]. — ι. 'Kettenglied', Ring [ KU-Brück]. — κ. 'Weidenband, mit dem die Rebe an den Pfahl oder Draht gebunden wird (und das daher ringförmig gewunden ist)'; Rinke (Renke) lese 'die beim Rebschnitt abfallenden alten Weidenbänder auflesen' [ LA-Rhodt, Ilbh]. — λ. s. die Zs.: PfWB Deichsel- 2, PfWB Eggen-, PfWB Knebel-, PfWB Langwieden-, PfWB Leuchsen- 2, PfWB Mittel- 1, PfWB Nab(en)-, PfWB Nas(en)-, PfWB Not-, PfWB Schlag-, PfWB Schmier-, PfWB Sech-, PfWB Stoß-, Well-, PfWB Zugring. — d. 'sonstige ringförmige Teile oder Gegenstände. +α. Teil in der Mühle. a. 1709: Annwell samt Zapfen und Ring ... Zapfen, Ring und Kumpf [Kurpf. 1443, 2a (LU-Rehhtt), R. Wihr Rehhütter Chronik 42, 43]. — β. 'Ringe der Ofenplatte', Pl. Ring [ RO-Dielkch], Ringe [Pirmas]; Zs.: PfWB Herd-, PfWB Ofenring. 's elektrisch Licht war ehr se deier, die Ring vum Oowe, schunn leicht 's Feier [Fuhrmann 10]. — γ. 'eiserner R. um den Kessel'; Zs.: PfWB Kesselring. a. 1596: 1 altter meßender Keßell ohne einen rinckh [WerschwSchR Bl. 601]. — δ. ein Teil am Eimer. a. 1425: von klammen vnd ringen an eymer zü machen [LeinArch. (Löhne)]. — ε. 'Öse, in die die Hafte eingehängt wird', Dim. Ringelche, Pl. Ringelcher [verbr. westl. der Linie Kus—PS-Schmalbg—Hintwdth—Lu'wink, KL-Wörsb LA-Maik Rhodt Edh LU-Altr], Rengelche, Pl. Rengelcher [ WD-Niedkch Ingb HB-N'alth], Ringel [ BZ-Nd'ottb GH-Schaidt], Rinkel [ BZ-Steinf]; Zs.: PfWB Haftenring. — ζ. s. die Zs.: PfWB Tisch-, PfWB Faust-, PfWB Leim-, Scheid-, Wendering. — η. übertr. in den RA.: Rinke mache, Rinke un Schlinke mache 'Ausflüchte machen, List anwenden, verdrehen' (R. in der urspr. Bed. 'Schnalle'?, s. DWB DWb. VIII 1016) [KU-Kaulb, mancherorts, Kühn Hamet 130], Renke un Schlenke mache, dass. [Kus]; Renke schmiere, dass. [ KU-Schmittw/O]. Der macht sein Rinke un Schlinke [ NW-Weish/S]. Guck emol, was er Rinke macht! [ PS-Hintwdth]. Auch: allerhand Rinke un Schlinke mache 'Schwierigkeiten machen' [ FR-Albsh]. — e. Ringförmiges. α. 'Jahresring am Horn des Rindes', meist Pl. Ring [KU-Brück RO-Sippf KL-Alsbn Lind BZ-Albw Hermbghf]; vgl. PfWB Ringel 1 b; Zs.: PfWB Jahresring. — β. 'Altersring (Geburtsring), den das Horn der Kuh nach dem Kalben ansetzt', Ring [ KU-Schmittw/O KL-Wörsb], Ring u. Rink [ ZW-Gr'bundb]; Zs.: PfWB Kälberring. Wann die Kuh veel Ring on de Herner hot, do hot se schun veel Kelwer gemacht, do is se alt [ KU-Schmittw/O]. — γ. 'Kreis spielender Kinder' im Kinderspiel Kessel, Kessel, Daler, Ring s. PfWB Kessel 2 aγ; vgl. auch PfWB Ringel 1 d. — δ. 'dunkler R. unter dem menschlichen Auge'. Er hot Ring um die Aage [ NW-Hardbg], unner de Aue [ KU-Diedk]. Dem sieht mer'sch am Gesicht schun an met de bloe Ring um die Aue, daß er klebbert 'geschlechtskrank ist' [ KL-Reichb]. — ε. vgl. PfWB Augenring. — [Bd. 5, Sp. 545] ζ. 'Hülse des Kleesamens'. De bloo Klee hot Ringele [ KU-Schmittw/O]. — η. s. die Zs.: PfWB Teufels-, PfWB Hexen- 1, Kleeseidenring; PfWB Hexenring 2. — θ. 'Dunstring um den Mond'. De Maand hot en Ring [ LU-Altr]. WR.: Wann de Muund en Ring hot gebbt's Rege oder Schnee [Fogel Beliefs Penns Nr. 1248]. — ι. ein Gebäck, Ring [ GH-Wörth], Dim. Pl. Ringelcher [ RO-Obd], Ringelich [ LA-Mörzh]; Zs.: PfWB Butter-, PfWB Vanillering. Ringe mit farbigem Streuzucker werden an den Weihnachtsbaum gehängt [ RO-Obd]. — κ. 'Haarlocke', Dim. Pl. Ringelcher [ ZW-Mörsb]; vgl. PfWB Kringel 2 a. — λ. s. die Zs.: PfWB Halsrinken, PfWB Ohrring 2 a u. b. — 2. a. 'Umkreis, Bezirk, Revier'; Zs.: PfWB Bering. a. 1357: quamen darnach aber wieder in den ring [PfWeist. 260 (KB-Dreis)]. a. 1560 (Kopie 16. Jh.): dem sollen sie den indersten rinck geben oder den obersten, welch er will, in dem krigholtz [ebd. 557 (NW-Freinsh)]. — b. FlN, amtl. Im Ring, mda. Im Reng [ LA-Flemling]; Zs.: PfWB Mandelring. a. 1625: der Ring genannt, im herrling gelegen [LA-Impfl]. a. 1673: Acker im Ring [StArch. NW-Deidh, Güterbuch]. — Südhess. IV 1412 ff.; RhWB Rhein. VII 436/37; LothWB Lothr. 414; ElsWB Els. II 267/68.
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