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 PfWB Weg (Bd. 6, Sp. 1125)   ElsWB Wëg (Bd. 2, Sp. 799a) 
   Weg m.:
1. 'befahrbarer Weg, Feldweg', Weeg, Wääg (wēg, wg) [verbr. mittlere WPf NPf nördl. VPf vereinzelt übrige Pf Christmann Kaulb 12, 66, 69 Mang 145 Lambert Penns 176 Krämer Gal 239], Wäig (wig) [ BZ-Gräfhs], Weech, Wääch (wēχ, wχ) [verbr. nordwestl. WPf südl. VPf vereinzelt übrige Pf, Heeger Südostpf. 15 PfMus. 10/1920], Wee, Wää (wē, w) [verbr. lothr. SWPf Westrand der WPf, Glass 128 Hussong Kirkel 169], Waag (wāg) [ PS-Erfw Bruchw/Bärb Bundth Busbg Schönau], Waaj (wāj) [ PS-Hirschth], Waich (wāiχ) [ BZ-Dörrb], Wäag (wag) [ PS-Busbg], Weesch, Wääsch (wē, w) [ NW-Lambr Spey BZ-Queichhmb GH-Zeisk], Wegg (węg) [ HB-Bliesdlh Peppk LA-Essing], Wḁḁ (w) [ GH-Neubg]; zur Verbr. s. K. 383; Pl. Weech [Karch Jockgr/Nd'horb 146], Wää, Wee [ KU-Bedb Schmittw/O], Wääje, Weeje (wjə, wējə) [ RO-Schweisw], Waaje (wājə) [ PS-Schönau]; Dim. Wägel [ LA-Nd'hochstdt GH-Kuhdt]; Zs.: PfWB Ab-, PfWB Aus-, PfWB Privat-, PfWB Burg-, PfWB Dieb-, PfWB Dings-, Trift-, PfWB Drittgewannen-, PfWB Eigentums-, PfWB Esels-, PfWB Fahr-, PfWB Faulenzer-, PfWB Feld-, PfWB Vieh-, PfWB Floz-, Flöz-, PfWB Fuhr-, PfWB Fuß-, PfWB Garten-, PfWB Geh-, PfWB Gemeine-, PfWB Gewannen-, PfWB Gras-, PfWB Heer-, PfWB Heim-, PfWB Her-, PfWB Heu-, PfWB Hin-, PfWB Hohl-, PfWB Holz-, PfWB Hunds-, PfWB Irr-, PfWB Kirch(en)-, PfWB Kirchhof(s)-, PfWB Kreuz-, PfWB Kühunter-, PfWB Lands-, PfWB Mittel- 1, PfWB Not-, PfWB Orts-, PfWB Richt-, PfWB Rück-, PfWB Sau-, PfWB Schlau- 1, PfWB Schleich-, Schleif- 1, PfWB Schlitt- 1, PfWB Schul-, PfWB Seiten-, PfWB Sommer-, PfWB Spazier-, PfWB Stell-, PfWB Um-, PfWB Wald-, PfWB Wingertsweg; stejle Wähe (Pl.) enoff [Kraus Arwed 12]; latze Waag 'falscher Weg' [ GH-Wörth]; de schlaue W. 'der ansteigende Weg' [ KL-O'arnb PS-Saalstdt]; de lange (brääde) W. zackere 'der Länge (Breite) nach pflügen' [KU-Kaulb, Hussong Kirkel 25, 169]; e Stunn (Stick) Wegs Genit. [KU-Kaulb Kreimb HB-Kirrbg NW-Haßl, Kühn Kumödi 87]; de anner Wää luue 'in eine andere Richtung schauen' [Vogelgesang Bliesmg 172]. Die Gemeen geht Wee mache, von Ausbesserungsarbeiten am Wegenetz [ KU-Brück WD-Niedkch]. Un was em in de Weg komm is, / Das hat er dapper dotgebiß [Münch Werke I 67]. Ich wäß genau, es gibt kän Wäh redour [Kraus Arwed 39]. Ich muß de onnere W. luhe, wennich dassellich siehn, sunschd kimmd mass Kotze! [Glass 128]. RA.: gute W. mache 'für einen anderen sprechen' [ BZ-Apphf]; im W. sin (stehe) 'hinderlich sein' [vereinzelt Lambert Penns 177]; 'tratschen, schwätzen' [ PS-Erfw]; seine (aajene) Weeg gehn 'sich um nichts, nicht um fremde Angelegenheiten kümmern' [mancherorts, PfRSch. 10. 2. 1927]; (einem, ebbes, de Arwet) aus em W. geh'e 'Abstand halten, jemanden meiden, nicht behindern' [verbr.]. Er is (steht) sich selbscht im W. [vereinzelt]. Heit is em alles im W. 'Heute ist er schlecht gelaunt' [ ZW-Battw]. Schaff dich aus em W.! 'Verschwinde!' [ NW-Lach/Speyd]. Er geht 'm uff de W. 'Er lauert ihm auf, beobachtet ihn' [ KU-Bedb

[Bd. 6, Sp. 1126]
Herschw/Petth, KL-Hütschhs]. Denne W. misse mer all gihn 'sterben' [ KU-Schmittw/O KB-Kerzh GH-Schwegh]. Dem kammer nit iwwer de W. traue [Kamm 95]. Er nemmt de W. unner die Fieß (zwische die Bän) 'Er geht, bricht auf' [mancherorts, Kühn Kumödi 105]. Sich bei Zeite uff de W. mache 'rechtzeitig aufbrechen' [ KB-Kerzh]. Ich muß mich uff der W. schaffe [Beam Penns 107]. Die kann anhalle wie e Krippel am W. 'Sie bleibt hartnäckig in ihrem Vorhaben' [RO-Schweisw PS-Fehrb Vinn, Bayerland 1933 S. 480 Kamm 88 Kraus Naube 32 PfL 5. 9. 1924]. Dem is de W. net bräät genunk 'Er ist betrunken' [KL-Reichb Hebel 25]. Er findt de W. nimmi, dass. [ KU-Bedb]. War'scht am W. g'hockt?, sagt man zu jemandem mit einer Augenentzündung, mit einem Wegschisser [ LU-Böhl]. 's hot sech en de W. gesetzt, dass. [ KB-Kriegsf]. Er is so frech (schlecht) wie de Dreck am W. [ KU-Kaulb Trahw]. Die is schlecht wie de W., von einem leichtfertigen Mädchen [Land, Hebel 16]. Der macht die krumme Weje aach net all grad [ KB-Bischh]. Der es uff em verkehrte W. [ RO-Als]. Ich hunnem noch käin Stäin in de W. geleet 'ihn nicht behindert' [ KU-Schmittw/O]. Du bisch merr en Stään im W., sagt ein Wahlkandidat zu seinem Gegner [ PS-Erfw]. Wann se enanner begeene (begegnen), guckt jerer e annere W. 'Sie sind böse miteinander' [ KU-Schmittw/O]. 's isch änner W.! 'Es ist die gleiche Entfernung; es ist egal' [Glass II 80]. Er kennt W. un Steg 'kennt sich gut aus' [ KU-Schmittw/O]. Do geht kan W. un kan Steg hen 'ist weit abgelegen' [HB-Limb (PfId. 150)]; einem W. un Steg verstelle 'eine Begegnung mit jemandem herbeiführen', z. B. mit einem geliebten Menschen [mancherorts, Kleeberger 101]. Den W. hat der Fuchs gemess un de Schwanz dreingebb 'doppelt so lang wie angegeben', von einer Strecke [Land, RO-Obd]. 's is so grad wie de W. uff Krummbach, von einem krummen Weg [ KU-Schmittw/O]. De Deiwel steck d'r die Kerz aan, wann de mer in de W. laafscht, scherzhafte Warnung [ NW-Weish/S]. Er geht sei alter W. weirer 'Er ist nicht sehr für Neuerungen' [ ZW-Battw]. Do geht kaa W. driwwer 'Das ist unvermeidlich' [PfMHk. 7/8 1925 176]. Iwwer Machulle geht kee W. 'Der Konkurs ist unabwendbar' [ FR-O'sülz]. Es schneidt so schlecht wie der Weg, von einem stumpfen Messer [RO-Sippf]. Bauer aus dem W.!, wenn sich beim Kartenspiel Hurrsau 1 b β die zwei roten Bauern folgen, gibt es einen Schlag [ FR-Mühlh]. SprW.: Eme beese Hund soll mer aus'm W. gehe [vereinzelt, auch Don Gal Buch]. Wasser sucht sei W. [Danner Penns 169]. Es Geld laaft äner Wäh [Kraus Arwed 19]. Eine Scherzfrage s. PfWB Bruchsal. Volksgl.: Wenn einem ein Hase über den W. läuft, bedeutet das Glück [ PS-Fehrb], Unglück [ RO-Dielkch]. Wann der 'n schwärzi Katz iwer der W. lḁft, gebt's en Unglick [Fogel Beliefs Penns Nr. 443]. KR.: Do geht e Weechel naus, / Do springt e Häsel raus / Der (Daumen) schießt's / Der (Zeigefinger) träigt's hääm / Der (Mittelfinger)

[Bd. 6, Sp. 1127]

[Bd. 6, Sp. 1129]
breet's / Der (Goldfinger) ißt's / Un der klää Stumpernickel (kleiner Finger) schleckt's Pfannel aus, Fingerspiel [ GH-Leimh]. a. 1297: ffe de(n) wec [Lam 1 51r]. a. 1602: ein bach so fast ein meil wegs lang durch den ban luft [ABlieskst 108 (Ingb)]. a. 1655: weist man ein weegel [PfWeist. 154 (LA-Böbing)]. a. 1659: Anderen Tages gab man ihnen zwei Taler uff den Weg [Küchler 245]. a. 1798: nach der französischen Ordnung und Befehl (wurde Anna E. Carius) ohne Klang und Gesang über den Weg begraben [Der Trifels Nr. 17 vom 26. 11. 1933]. —
2. 'der für Fußgänger bestimmte Seitenteil der Straße', Waagel Dim. [ GH-Neubg]; Syn. s. PfWB Perme und K. 34. —
3.
a. Als Bestandteil in FlN: Allmend-, PfWB Bann-, PfWB Pferds-, PfWB Bischofs-, PfWB Born-, PfWB Breiten-, PfWB Breiterden-, PfWB Brombeeren-, PfWB Bruder-, PfWB Diet-, PfWB Trapp-, PfWB Viertgewannen-, PfWB First-, PfWB Flachsgarten-, PfWB Fuchs-, PfWB Galgen-, PfWB Gehren-, PfWB Geißen-, PfWB Gereite-, PfWB Grieß-, PfWB Hagen-, Hart-, PfWB Heide-, PfWB Heier-, PfWB Holder-, PfWB Holländer-, PfWB Holz- 1 c, PfWB Horst-, PfWB Hünkels-, PfWB Kemmel-, PfWB Kirch- 2, Kirsch-, PfWB Knappen-, PfWB Köhler-, PfWB Kreuz- 3, PfWB Krumm-, PfWB Lachen-, PfWB Leich(en)-, PfWB Leicht(en)-, PfWB Mandel-, PfWB Markt-, PfWB Mittel- 2, PfWB Mühlen-, PfWB Mühl-, PfWB Neu-, PfWB Rech-, PfWB Renn-, PfWB Ried-, PfWB Riegel-, PfWB Rind-, PfWB Römer-, PfWB Sack-, PfWB Sand-, PfWB Sau- 2, PfWB Schenkels-, PfWB Schlau- 2, Schleif- 2, PfWB Schlitt- 2, PfWB Schloß-, PfWB Schmal-, PfWB Schnapphahner-, PfWB See-1, PfWB Seiters-, PfWB Serr-, PfWB Setz-, PfWB Steil-, PfWB Steinbrücker-, PfWB Stein-, Stock-, PfWB Stumpfen-, PfWB Sudel-, PfWB Windweg.
b. in weiteren Zs.: PfWB Tret-, PfWB Dürre-, See-2, PfWB Stumpfweg.RhWB Rhein. IX 335 ff.; LothWB Lothr. 534; ElsWB Els. II 799 ff.; Hess.-Nass. IV 546 ff.; WKW 32.

 

  PfWB  LothWB  RhWB Wëg [Wák S. bis Logelnh.; Wáj sonst fast allg.; Wǽj Str. W.; Pl. ebs.; Demin. Wákli S., Wáklə O. bis Logelnh., Wájlə Co., Wájl U., Wǽjl Str. W.] m. Weg. Entfernt sich einer aus einer Gesellschaft junger Leute, die zusammen auf der Strasse stehn, und wird er gefragt, wohin er gehn wolle, so anwortet er scherzh.: Wo dr W. über e Nëst hängt! Liebsd. Iʰ bin ein Stück Wëgs mit ⁱʰm gangeⁿ Lutterb. Dëⁿ W. müen alli macheⁿ, het sëlleʳ Bür gseit, wo-n-ⁱʰm dʳ Esl vʳreckt is Su. Zu einem, der verreist: Wo geʰt dr W. hiⁿ? Antw.: Wo miʰ dr Wind hiⁿjagt! Ruf. Gang diⁿs Wëgs! Osenb. Geʰ du dini Wëj Str. Sineⁿ W. geʰn Hf. Do bin iʰ niemeⁿ im W. hinderlich allg. Iⁿ eim ebbes uf dr W. gëⁿ Zehrgeld mit auf den W. geben Hi. Su. Banzenh. E gueteʳ W. is nix um Bf. ‘Gut weg um wart nie krumm’ Geiler in Als. 1862/67, 160. Deⁿ W. under d Füess nëʰmeⁿ fortgehen, aufbrechen Str. W. macheⁿ Bahn machen Dü. In dr Säg e W. macheⁿ die Zähne der Säge nach aussen richten Geberschw. Eim dr W. zeigeⁿ zurechtweisen Olti. Hf. Ja, min W. is dr witst sagt einer, der aufbrechen will, namentl. wenn er in einem fremden Dorfe auf Besuch ist Dunzenh. ‘Ja! min wèj isch der wîdschd’ Bergmann 14. ‘s fiehre alle Wèj nà Rom’ Dehli. JB. XI 63. Eim uf Stëj-e-W. nochgeʰn fortwährend hinter einem her sein Str. Sie suchen alle weg vnd steg Geiler 9. Narr Kloster. Us m W. geʰⁿ ausweichen, das Zusammentreffen mit jemand vermeiden allg. Dëm gang iʰ noʰ nit üs m W. mit dem nehme ich es noch auf Banzenh. Im Bschisseⁿ geʰt der keⁱⁿm üs im W. das ist der grösste Betrüger Lützelstn. Eim uf deⁿ W. steʰn auflauern K. Z. Drei Stungeⁿ Wëjs wit drei Wegestunden weit K. Z. ‘wenn er schon vber die hundert meyl wegs von jhnen ist’ Geiler 19. Narr Kloster. Eins Wëjs geʰ iʰ jetz heim sofort Bf. ‘man muss da eines wegs fort gehen’ Mosch. I 358. s is mⁱr eppes in dr W. kummeⁿ Katzent., ähnl. Z. es ist mir ein Hindernis zugestossen, auch bildl. s is mⁱr eppis über dr Wëg gluffeⁿ etw.

[Bd. 2, Sp. 799b]
Unangenehmes begegnet Hi. s is nix ausserm Wëch es ist annehmbar, es lässt sich nichts dagegen sagen Wingen b. Weissenb. I(n) eim eps in deⁿ W. lejeⁿ O., leijeⁿ U. einem ein Ärgernis geben. Er het noch iⁿ niemeⁿ nix iⁿ dr W. glegt Su. ‘vït mär äpä dr vaag färschpäärä noch?’ Landsman Lied. 99. Das hat guteⁿ Wëch Wingen, gütteⁿ W. Wh. hat nichts auf sich, eilt nicht, geschieht nicht. Um deⁿ W. si(n) in der Nähe sein, sich in der Nähe aufhalten, auch bildl. im Anzug: Ich bin noch nit Hochzitter, awer s is eps um deⁿ W. Hf. s is ni ghür, s is wider eps um deⁿ W. wenn ein Gewitter droht, oder wenn der politische Himmel getrübt ist allg. Um di W. unterwegs M. Zss. Wëgschisser, –seicher. — Basel 307. Bayer. 2, 874.