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 PfWB wamschen (Bd. 6, Sp. 1043)   PfWB fressen (Bd. 2, Sp. 1589) 
   wamschen schw.:
1.
a. 'tüchtig, gierig, mit vollem Munde, unästhetisch essen', wamsche (wḁmə) [verbr., Müller Dietschw 71 Otterstetter 200], wommsche [Glass 132], wambsche (wḁmbə) [vereinzelt, Thielen 121]; Zs.: PfWB herunter-, PfWB hinein-, PfWB hinunter-, PfWB zusammenwamschen; Syn. s. PfWB essen, PfWB vollfressen, weitere Syn.: PfWB abbinden 1 b δ, PfWB acheln, PfWB achielen, PfWB pelzen1 2 b, PfWB buffeln, PfWB drehen 4, PfWB eindrehen, -fressen, -hauen, -keilen, -legen, -leisten, -stopfen, PfWB verdrücken 2 a, -essen, -putzen, -schlingen, -spachteln, -tilgen, PfWB flicken 2 b, PfWB flitschen 3 b, PfWB fluttern, PfWB vollfressen, -schlagen, PfWB fressen, PfWB futteraschieren, PfWB futtern, PfWB hafern1 1 b, PfWB hamstern 2, PfWB hineinstopfen, -wurgsen, PfWB hinunterwolfen, PfWB ledern 2 b α, PfWB mampfen, PfWB mamschen, PfWB manfeln, PfWB manscheln, PfWB manschen2, PfWB maulen 3, PfWB mauscheln2, PfWB menagieren, PfWB moffeln, PfWB muffeln, PfWB münfeln, PfWB munkeln2, PfWB murksen 1 c, PfWB nähen 2 b α, PfWB nudeln 2 a α, PfWB raspeln 3 b, PfWB ratzen 1 b α, PfWB regalieren 2, PfWB schlappern 3, PfWB schlenkern 3 b, PfWB schlingen1 2, PfWB schlumpen, PfWB schnallen 4, PfWB schrauben 2, PfWB schroten1 2 a, PfWB schrumpfen 2, PfWB schruppchen 2, PfWB schruppen 5, PfWB schütten 2 b, PfWB spachteln 2, PfWB spinnen 3 a, PfWB spulen 2 a, PfWB stopfen 3 a, PfWB unterlegen 2, PfWB wamscheln, PfWB wamschteln, PfWB wamschten, PfWB wappchen 2, PfWB wegmachen 2, -putzen 2, PfWB weiden 2, sich w. 'sich mit Essen vollstopfen' [Höh 122, ZW-O'aub]. Der kann w.! [ LU-Alsh]. Ma wamscht un schmatzt un schluckt un kaut [Kraus Gloori Bagaasch 59]. Er huckt an seim gedeckte Disch, / un pitscht un wamscht, was lecker isch [Kraus Pat 47]. Abbeditt hot er immer ghatt, hot gewambschd wie en Alder [Kunnrädel 106]. —
b. 'einen trinken', ene wamsche [ IB-Gersh]; vgl. PfWB bamschen; Syn. s. PfWB trinken. —
2. 'dreinschlagen, hauen, prügeln', wamsche [verbr., Heeger Südostpf. 26 Höh 137 PfId. 149 Lambert Penns 173 Krämer Gal 238], wambsche [vereinzelt, Ehrhardt 132]; vgl. PfWB flamschen; Zs.:

[Bd. 6, Sp. 1044]
PfWB darauf-, durch-, ver-, PfWB hinein- 2, PfWB hinwamschen; Syn. s. PfWB verhauen. Ich wamsch dich! [ PS-W'fischb]. Ich han en gewamscht [ PS-O'simt]. Der isch emol geheerig gewamscht wor [ HB-Einöd]. — RhWB Rhein. IX 233 wammesen; LothWB Lothr. 529; ElsWB Els. II 827 wamsen.

 

   fressen st.:
1. vom Vieh 'Nahrung aufnehmen', fresse (fręsə) [fast allg.], frasse [ RO-Rehborn PS-Schönau Hirschth Bundth Bruchw BZ-Rechtb]; Konjugation s. F. Die Gail fressen Hawwer [ RO-Hochst, allg.]. Die Stare hun desjohr unser ganze Kersche gefreß [ KB-Bischh]. Den dreckiche Kerl fressen noch die Lais [NW-Kallstdt, verbr.]. RA.: E Kuh frißt 'n Kiwwel voll, von einem Vielfraß [ LU-Friesh]. SprW.: Wu der Hund se fresse kriet, dort laaft er hin [ Gal-Obl]. Volksgl.: Wammer die Kih 's eerschtmol in die Weed dut, sagt m'r: »Freß net wie en Wolf!«, noh werre sie net dick [Fogel Beliefs Penns Nr. 841]. Scherzh. Fragespiel: Was frißt de Gaul? Hää (Heu), Hawwre, Wicke, kannscht mich jo nit zwicke (gezwickt wird, wenn die Antwort nicht sofort kommt) [ BZ-Billh]; Ähnliches s. PfWB Gans 1 a. VR. s. PfWB ausleeren, PfWB popeia, PfWB bumbeija, PfWB Rübe. —
2. vom Menschen 'unmäßig, gierig und unschön essen', derb vom Essen überhaupt. Uf so're Kerb (Kirbe) werd gefreß un gesoff [KB-Kriegsf, verbr.]. Heit freß ich nix, Unmutsäußerung bei einer Magenverstimmung [ LU-Oggh]. Dort kriet mer net satt se f. [ KU-Schmittw/O]. Ich hab Hunger, daß ich en Ochs f. kennt [ FR-Mörsch]. Wann de net willt, dann hoschde gefreß, zu einem Kind, das nicht essen mag [ KU-Kaulb]. Vergleiche und RA.: Er frißt wie e Bär 'ißt viel' [ BZ-Sarnst], wie e gepändt Perd, dass. [Hebel 18], wie e Sau [ KU-Dunzw NW-Kallstdt BZ-Dernb], wie e Stick Vieh [ KB-Kerzh, KU-Schmittw/O], wie e Brunnebutzer [ KU-Diedk], wie e Drescher [RO-Dielkch, verbr., auch Don Gal Buch Rußl], wie e Holzhacker [LU-Opp Hebel 18 Rußl-Sulz]. Er freßt for zwää [ LA-Gleisw], for drei [RO-Callb, verbr.]. Er frißt en Kiwwel voll [Land], en Karch voll [ NW-Geinsh]. Er freßt, bis'm de Odem ausgeht [ KU-Diedk]. Er hat gefreß, daß er nimmi »bapp« saan kann [ebd.]; vgl. (sich) dick-, fett-, vollfressen. Er frißt wie e Spatz 'ißt wenig' [ PS-Nothw GH-Freisb]. Ich freß wie en Stork (Storch): ich schling's ganz nunner [ KB-Rüssing]. Der freßt alles met Dreck un Speck [KL-Reichb, verbr.], mit Haut un Hoor [NW-Elmst, verbr.]. Der freßt kää Beer, wann se net dreimol geschält is [Kaislt, verbr.]. Es fresse zwää (die in Streit leben) net aus enner Schissel, auch:

[Bd. 2, Sp. 1590]
kää Kersche metnanner [ KL-Wörsb]. Der frißt m'r aus de Hand [ BZ-Klingmst]. Ich freß e Besem un die Butzfraa dezu! scherzh. Beteuerung [Kaislt]. Mein Buwe fresse m'r noch 's Dach vum Haus [ PS-Gersb LU-Opp], die Hoor vum Kopp [KU-Trahw, verbr.]. Der mänt, er hätt de gescheite Dreck allään gefreß, vom Eingebildeten [ KL-Weilb], er hätt die Weisheit (die Gescheitheit) met de Leffel gefreß [KU-Trahw, verbr.]. Du frescht mer noch mei Lewe [Gal-Ugartsbg, verbr. Don Gal Buch]. Die will alles f. 'alles allein haben' [NW-Freinsh, verbr.]. Er werd dich net f. [KU-Kaulb, verbr.]. Ich kennt dich grad f., so gern han ich dich [ ZW-Battw]. Du fresch se! Androhung von Hieben [ GH-Berg]. Er hot's gefreß 'hat es begriffen', auch 'glaubt es' [ RO-Dielkch, KU-Bedb IB-Biesing BZ-Steinf]. SprW.: Was de Bauer net kennt, freßt er nit [PS-Geisbg, verbr.]. 's gibt viel Narre, awwer käin, die nix f. [ KU-Schmittw/O]. Wie ooner freßt, so schafft er aa [RO-Sippf, LU-Maud Oggh Gal-Slawitz]. VR. s. PfWB allein 1, PfWB backen (I 513 Z. 8 ff.), Beeden, Pfingstenlümmel 2, PfWB Daumerling, PfWB David, PfWB Thron 1, PfWB drunten, PfWB Hecke, PfWB Messerstiel, PfWB Revisor. a. 1568: daß vielfeltig fressen und sauffen so hernochmals so viel als unnötig abgestellt und vermiten werden [Küchler 26]. Zs. PfWB ab-, PfWB an-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB dick-, PfWB durch-, PfWB ein-, PfWB ver-, PfWB fett-, PfWB voll-, PfWB heraus-, PfWB her-, PfWB herum-, PfWB herunter-, PfWB hinunter-, hinweg-, PfWB mit-, PfWB satt-, steif-, PfWB über-, PfWB weg-, PfWB zusammenfressen. —
3. von Sachen. Der Owe freßt viel Brand 'Brennmaterial' [ KU-Kaulb]. De Roscht freßt am Eise [Kaislt]. 's Geschwär frißt um sich [ KU-Schmittw/O]. Er freßt, un 's Elend freßt ehn [Gal-Brotschk, verbr. Don Gal Buch]. Den frißt der Neid [BZ-Kap/Drusw, verbr.]. De Kummer frißt m'r am Herz [ ZW-Battw]. SprW.: Ää unverrechter Cent freßt zwee gerechte [Penns]. — F.: Zu den Präsensformen vgl. PfWB essen. Grenze für g(e)freß! g(e)fresse ähnl. gebroch/gebroche (s. K. 1); ge- fast allg. WPf NPf selten VPf, g- fast allg. VPf selten WPf NPf. — Südhess. II 945 ff.; RhWB Rhein. II 781 ff.; LothWB Lothr. 173; ElsWB Els. I 183/84; Bad. II 227/ 28.