walten schw.: 'selbstbestimmt handeln, Gewalt haben über', walde (waldə) [mancherorts, Höh 75 Lambert Penns 173 Krämer Gal 238], meist nur in festen Wendungen: im Reimpaar schalde und walde kenne (losse) 'uneingeschränkt handeln können (lassen), freie Hand haben' [ KU-Kaulb KL-Hirschhn] und in der Gruß-, Wunsch- und Ergebenheitsformel Gott walt's! [verbr.]; Gott wall's [ KU-Bedb], gesprochen beim Glockenläuten [Feierowend 1/1955 1 Eid 19], beim Beginn der Arbeit [mancherorts, Schandein Bav. IV,2 380], bei der ersten Aussaat [Vogelsgesang 24], bei der Rückkehr der Zugvögel (Störche) und den ersten Blüten des Frühjahrs [ Gal], beim Essen des ersten Gemüses im Jahr [ KU-Krottb Rutsw/G LU-Opp NW-Kallstdt, Gal], beim Einschießen der Brote in den Backofen [ Gal], Grußformel beim Begegnen im Feld und bei der Arbeit [ RO-Feilbg NW-Weidth], beim Betreten des Stalls [RO-Gonb Sippf ZW-Marthh]; vgl. PfWB Gottwalts. | | -walts m., f.:1. 'Bett', scherzh. RA.: sich in de alde Gottwalts lehe 'sich in das ungemachte Bett legen' [PS-Claus Hermbg Dahn KL-Einsdhf Kleeberger 101 Don-Tscherwk Gal-Dornf]. — 2. 'die Dorfglocke', die G. [Feierowend Nr. 1/1955, S. 1]. Beim Läuten am Morgen, Mittag und Abend sagte man früher »Gott walt's!« [ebd.]. — 3. 'Überrock', bes. vom früheren Hochzeitsrock des Mannes [BZ-Billh u. Umg. Schandein Bav. IV/2, 270]; vgl. PfWB Gehrock. — Südhess. II 1430. | | Molzer m.: 'langer Männerrock aus Wolltuch von tiefblauer oder sonst dunkler Farbe', Bestandteil der ehemaligen Tracht, Molzer [Schandein Bav. IV,2 270 Becker Volkstr. 70]; vgl. PfWB Gottwalts. |
| Im Wörterbuch eingetragene Verweise | | | Gott-walts PfWB | | Automatisch erzeugte Querverweise | | | Molzer PfWB |
| | | | | Im Wörterbuch eingetragene Verweise | | | Gott-walts PfWB | | Automatisch erzeugte Querverweise | | | walten PfWB |
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