Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 PfWB walten (Bd. 6, Sp. 1035)   PfWB Gott-walts (Bd. 3, Sp. 395)   PfWB Geh-rock (Bd. 3, Sp. 131) 
   walten schw.: 'selbstbestimmt handeln, Gewalt haben über', walde (waldə) [mancherorts, Höh 75 Lambert Penns 173 Krämer Gal 238], meist nur in festen Wendungen: im Reimpaar schalde und walde kenne (losse) 'uneingeschränkt handeln können (lassen), freie Hand haben' [ KU-Kaulb KL-Hirschhn] und in der Gruß-, Wunsch- und Ergebenheitsformel Gott walt's! [verbr.]; Gott wall's [ KU-Bedb], gesprochen beim Glockenläuten [Feierowend 1/1955 1 Eid 19], beim Beginn der Arbeit [mancherorts, Schandein Bav. IV,2 380], bei der ersten Aussaat [Vogelsgesang 24], bei der Rückkehr der Zugvögel (Störche) und den ersten Blüten des Frühjahrs [ Gal], beim Essen des ersten Gemüses im Jahr [ KU-Krottb Rutsw/G LU-Opp NW-Kallstdt, Gal], beim Einschießen der Brote in den Backofen [ Gal], Grußformel beim Begegnen im Feld und bei der Arbeit [ RO-Feilbg NW-Weidth], beim Betreten des Stalls [RO-Gonb Sippf ZW-Marthh]; vgl. PfWB Gottwalts.

 

 -walts m., f.:
1. 'Bett', scherzh. RA.: sich in de alde Gottwalts lehe 'sich in das ungemachte Bett legen' [PS-Claus Hermbg Dahn KL-Einsdhf Kleeberger 101 Don-Tscherwk Gal-Dornf]. —
2. 'die Dorfglocke', die G. [Feierowend Nr. 1/1955, S. 1]. Beim Läuten am Morgen, Mittag und Abend sagte man früher »Gott walt's!« [ebd.]. —
3. 'Überrock', bes. vom früheren Hochzeitsrock des Mannes [BZ-Billh u. Umg. Schandein Bav. IV/2, 270]; vgl. PfWB Gehrock. — Südhess. II 1430.

 

  Geh-rock m.: 'langer schwarzer Männerrock, der von Verheirateten bei feierlichen Anlässen und zum Kirchgang getragen wird', Gehrock [(1925) verbr., Zahn Pläsier 240]; vgl. PfWB Gehfrack, PfWB Gehwegdahinten, PfWB Schwalbenschwanz, PfWB Schwenker. Südhess. II 1181; Bad. II 335.