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| PfWB Walpurgis-nacht (Bd. 6, Sp. 1034) | PfWB um-gehen (Bd. 6, Sp. 882) | |||||||||||||||
1. 'die Nacht zum Walpurgistag (1. Mai)', Walbertsnacht [ FR-Mörsch LU-Limbghf], Walwerts- [ KU-Wolfst], Walburges- [ FR-Albsh], Walburgis- [ LU-Hochd Oggh Schauh], Waldburga- [ LU-Ruchh], Walburgertsnaacht [ KL-Mackb]; Syn.: Erstemai-, Hexen-, PfWB Mainacht. In der W. wird von Jugendlichen allerhand Schabernack verübt, es werden Maisträuße gesteckt und Mädchen versteigert, s. PfWB Häcksel, PfWB hexen 2, PfWB Hexerei 2, PfWB hold, PfWB Hure 2, Mädchenversteigerung, PfWB Maien, PfWB Maibaum 2, -butzen, -männchen, -stock, -strauß, -wisch, PfWB Schubkarch, PfWB Strauß 1 j, PfWB Strohmann, PfWB umgehen 1 a, PfWB Wagenrad; vgl. auch Becker Vk. 314/15; Stoll 57 ff.; Carl Pfalz im Jahr 188/89. Volksgl.: Wenn in der W. mit geweihten Glocken geläutet wird, so können die Hexen, welche auf den Kreuzstraßen in Gegenwart des Teufels ihre Tänze halten, nicht schaden [Journ. 1790, 142-144]. — 2. 'unruhige, von Störungen begleitete Nacht', z. B. nächtliche Unruhe im Viehstall, schlaflose Nacht, gestörte Nachtruhe, Walbertsnacht [ KU-Wolfst], -naacht [ KU-Roßb KB-Marnh], Walwertsnaacht [ KL-Weilb]. Des war emol e W., nach einer unruhigen Nacht [ KU-Roßb]. — RhWB Rhein. IX 206/07. —
| 1. a. 'als Gespenst umgehen, spuken', umgehe, -gehn, -gähn, -gihn, -gäj u. a., s. PfWB gehen [verbr., Klein Prov. 205], om- [ ZW-Ernstw], häufig unpersönl.: 's geht um 'Es spukt, es ist nicht geheuer' [verbr.]. In eme alde Haus in Reichebach geht naachts um zwelf de Zinsmäänschder um (ein Mann, der vor langer Zeit seinen Knecht erschlagen hat) [ KL-Reichb]. Brauchtum: In de Nacht zum 1. Mai gihn die Hexe um, d. h. junge Burschen treiben Schabernack [ KU-Haschb/R]. Volksgl.: E Selbschtmerder (Wer e Grenzstään verrickt) muß u. [ BZ-Dernb]. a. 1720: »Am 12. Oktober klagt Witwe Schläfer, daß die Frau Fermer und deren Magd aussagen ihr Mann selig ginge um und hätten sie dessen Geist gesehen. Beide wurden zum Schweigen verurteilt« [Küchler 570]. — b. α. 'einen Umweg machen' [vereinzelt, Lambert Penns 159]. Wer en Omwäh geht, geht um [ HB-Kirrbg]. Ehr sein veel umgang 'Ihr habt einen großen Umweg gemacht' [ FR-Bockh]. RA.: Handwerksborsch un Bettler gehn nix um 'machen keinen Umweg' [ RO-Obd]. SprW.: Guter Weg krumm - geht nit um, d. h. gut ausgebaute Umwege sind besser als Abkürzungen; man erreicht nicht alles auf direktem Weg besser [ KU-Ulm]. — β. 'ausweichen' [mancherorts]. Des is net se u. [ LA-Gommh]. Er will das Hinnernis u. [ KL-Stelzbg]. 's war net se u. 'Es war unausweichlich' [ KU-Diedk]. — γ. 'eine zuständige Person, Instanz ignorieren, übergehen' [ KB-Albish LU-Alsh BZ-Klingmst]. Ich sein umgang worr [ KB-Albish]. — c. 'umlaufen, zirkulieren' [mancherorts]; 's geht es Gericht (Gerücht) um [ KL-Stelzbg]. Im Ort geht e Kranket um [ KU-Kaulb]. Aus einem Turnspiel: Schau net um, de Fuchs geht um [ NW-Frankeck]. a. 1717: daß unter ihnen selbsten das schützenamt umgehe [PfWeist. 2 (KU-Adb)]. — 2. a. 'ein Kartenspiel verlieren' [ KU-Bedb ZW-Battw]. — b. 'geschäftlich zugrundegehen, Bankrott machen' [mancherorts]; vgl. PfWB ummachen 3 a. — 3. a. 'mit jemandem verkehren, Umgang haben' [verbr.]. SprW.: Sag mer, mit wem de umgehscht, dann will ich der sage, wer de bischt [ LU-Opp]. Mer lernt die Leit erscht kenne, wann mer mit ne umgeht [ KU-Trahw, mancherorts]. — b. 'behandeln, handhaben' [verbr.]; mem Fuhrwerk (de Gail) u. [ FR-Assh]. Muscht vorsichtich demit u.! [ ZW-Gr'bundb]. Mer muß bloß mit dene Leit e bissel ferstehe umsegehe [ PS-Lu'wink]. Der kann gut umgeh mit Kinn (Kindern) [ ZW-Battw]. RA.: Wenn jemand eine Sache oder Person grob, ungebührlich behandelt, sagt man: Er geht mit um, wie d' Sau mim (mit dem) Beddelsack [GH-Kand, verbr., auch Auslandspfälzer], wie de Hert (Hirte) mit ere Herd Vieh [ ZW- [Bd. 6, Sp. 883] Battw], wie e Saischnidder [vereinzelt Don Gal Rußl]. — RhWB Rhein. II 1132/22; ElsWB Els. I 190.
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