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 PfWB Unter-arm (Bd. 6, Sp. 936)   PfWB Ar (Bd. 1, Sp. 319)   PfWB Arm (Bd. 1, Sp. 325) 
   Unter-arm, -armenm.: 'der Arm vom Ellbogen abwärts', Unnerarm, -arem, usw., s. PfWB Arm [mancherorts], Ouner- [ WD-Niedkch]; vgl. PfWB Vorderarm. Sei U. is aus em Gelenk [ KL-Reichb]. RhWB Rhein. IX 62 and. Bed. —

 

  Ar2 (Handhabe am Pflug) s. PfWB Arm.

 

   Arm, Armenm.:
1. 'Arm des Menschen'; de(r) rechtseAarm(Aarem), de linkse A.; bei der jüngeren Gener., bes. in den Städten, auch schon: de rechte, de linke A. Der hat starke, feschte Äär(e)m, Mordsäär(e)m 'muskulöse, kräftige Arme', schwache, dinne, därre 'dürre' Ä., Spatzeär(e)m 'schwache Arme'. Der is stark in de Ä. [allg.], bringt vor Kraft die Ä. net zamme, von einem kräftigen Mann, der mit angewinkelten Armen geht [ NW-Lambr], hot kää Schmalz in de Ä. [ LA-Edh], hot nix in de Ä. [allg.]. Er hot e(n) steife(r), kinschtlicher, falscher, helzner A. [allg.]; ene in de A. nemme 'umarmen' [allg.]. RA.: Er hot e(n) lange(r) A. 'weitreichenden Einfluß' [allg.]. Dei Äärme sin se korz 'Du vermagst nichts' [ KL-Reichb]. Der is sei rechter A. 'Hilfe und Stütze' [ KU-Diedk LU-Opp]. Er hot e(n) loser A. 'ist mit Schlagen schnell zur Hand' [verbr.]; dafür meist e losi Hand. Wann der e A. verliert, hat er e Sprachfehler, von einem, der mit den Händen redet [Kaislt]. Du musch(t) e paar Ä. voll Bruschttee nemme, scherzhaft für 'ein Mädchen in den Arm nehmen', gleichsam als Mittel gegen Husten [verbr.]. 's Meische is mer in de Aarm gefahr, wenn man sich den Arm anschlägt [ ZW-Battw]; vgl. PfWB Judenknöchelchen. Der kann net met 'm Aareme in de Sack 'gibt kein Geld aus' [ KU-Bedb, KB-Bischh]. Ene uf de A.

[Bd. 1, Sp. 326]
(ufs Ärmche) nemme 'foppen' [verbr.]; die Bään unner de A. nemme 'eilen' [verbr.]; die Katz unner de A. nemme, um besser sehen zu können [ KU-Kaulb Kaislt NW-Weish/S]; die Kapp unner de A. nemme 'auf dem Rathaus die Geburt eines Kindes anzeigen' [ LU-Fußgh]; em unner die Ä. greife 'Hilfe angedeihen lassen' [verbr.]; in de A. (in die Ä.) falle 'an der Ausführung eines Vorhabens hindern [allg.]. Ich schaff dich mit ääm A. fort, Prahlen gegen einen Schwächeren [ LU-Opp]. SprW.: Liewer en mieder A. wie en leerer Darm [ Rußl-Worms]. Volksgl.: Wammer sich die Summerflecke uf der ärscht Mai mit Daa 'Tau' wäscht, kammer sich se uf die Ärm oder die Been schlage, not krigt mer sie därt hin [Fogel Beliefs Penns 1631]. —
2. 'armartiger Teil eines Gerätes', bes.:
a. 'eiserne Stange, an der das Wirtshausschild angebracht ist'. Scherzwort: Do streckt unser Herrgott (auch: de Wert) sein A. eraus [verbr.]. —
b. 'Richtungsanzeiger am Wegweiser' [allg.]. —
c. Im Pl.: Arme des Waagebalkens (des Hebels) [allg.]; 'Handhaben am Pflug', vgl. Pflugsrehe; in der Verkl. Äärmcher [ ZW-Marthh KL-Hauptstl PS-Hermbg Kröpp]; 'Balken, die die Zimmerdecke tragen' [GH-Hatzbühl Gal-Dornf (Äärmcher)]; 'Hebe- und Haltevorrichtungen an Maschinen' u. ä. —
3. Flußarm, Quergraben, armartiger Waldteil u. ä. —
4. Hüllwort für 'Arsch'. Der kann mich kreizweis am Arm nemme [ KB-Bischh]. Zs.: PfWB Pedal-, Pfarrers-, PfWB Pflugs-, PfWB Kinder-, Kinds-, PfWB Manns-, PfWB Mannsleuts-, PfWB Maschinen-, PfWB Ober-, PfWB Mords-, PfWB Mutter-, PfWB Schubkarch-, PfWB Schlittschuh-, PfWB Spatzen-, PfWB Speck-, PfWB Stumpf-, PfWB Unter-, Waage-, PfWB Walzen-, PfWB Wand-, Wegweiser-, PfWB Weiber-, PfWB Weibs-, Weibsleutsarm. — F.: rəm rm Äm [vorn. nördl. WPf NPf VPf östl. PS]; die stärkste Trübung (nahezu o) [südl. VPf HB-Medh (1928)]; für KL-Lind hat nach Höh Äm zu gelten. ārəm ārm āÄm vorn. mittl. und südl. WPf. Die Formen mit r + Sekundär-e (rəm ārəm) gehören mehr der älteren und ältesten, die mit Ä mehr der jüngeren Gener. an (Schandein Sprachsch. 1 verzeichnet Arem, Christmann Kaulb. 6 rəm). Mancherorts, bes. im Raum Kaislt, ist nahezu ām zu hören. Die Pfälzer von Don Gal und Buch sprechen deutlich rəm bzw. ārəm, s. z. B. Schwartz 10; Lambert Penns 13: ārm. Kurzes a nach Bertram 21 in LU-Iggh LA-Edk. Im Nordwesten der Pfalz erscheint die Singularform r(ə)mə; KL-Hütschhs hat ārəmə; BZ-Stein rim. Der Pl. lautet meist ǟrəm ärm äÄm (bez. r, r und Ä s. o.); der NW hat wie im Sing. vorherrschend rəmə rmə Ämə; BZ-Stein: ǟrim. Dim.: ǟrəmχə ärmχə äÄmχə (Pl. -ər) [WPf NPf nördl. VPf westl. Teil mittl. VPf], ǟrm(ə)lχə [PS-Hintwdth LU-Alsh GH-Schwegh (neben ǟÄml)], ärm(ə)l ǟÄm(ə)l [östl. Teil mittl. VPf südl. VPf]; Don Gal Buch haben

[Bd. 1, Sp. 327]

[Bd. 1, Sp. 329]
fast allg. ǟr(ə)mχər.RhWB Rhein. I 242 ff.; LothWB Lothr. 13; ElsWB Els. I 67; Bad. I 71.