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 PfWB Unter1 (Bd. 6, Sp. 934)   PfWB Kuh-unter (Bd. 4, Sp. 681) 
   Unter1 f., Untern m., f.:
1. 'Mittagszeit', die Zeit zwischen 11 und 13 Uhr, Unner [ NW-Weish/S], Unnere [RO-Feilbg KB-Albish Bubh Harxh Kriegsf Mauchh, Thielen 115]; im Unnere [ KB-Mauchh]; in de Unnere [ RO-Feilbg]; em Unnere ruhe [ KB-Kriegsf]. Dann spielt mer so im Unnere die Mahd (Magd) / Un kocht un butzt un wäscht [Müller Schneiderche 81]. RA.: Der geht unnerm Unnere 'Er stiehlt im Feld, während die anderen Mittagsruhe halten' [ NW-Weish/S]. —
2. '(schattiger) Platz, an dem die Tiere ihre Mittagsrast machen, Ruhelager mit Tränke', bes. von Tieren (Schweinen, Schafen, Kühen) in der Waldweide mit Hirten, Unner [ ZW-Krähbg O'hs KL-Stelzbg Trippstdt PS-Geisbg LU-Opp], Unger (Gutturalisierung nd > ng) [ KL-Fischb PS-Fehrb GH-Vollmw], Unnere [ NW-Hardbg]; vgl. Unterstatt 1; Zs.: Vieh-, Kuh-, PfWB Sauunter. De Hert fährt in die Unger 'begibt sich mit der Herde zum Mittagsrastplatz' [ PS-Fehrb]. »Nachmittags gegen 3 Uhr wurde das Vieh nach der under getrieben und verblieb dort, bis der Hirt damit heimfuhr« [Engelhardt 64]. o. J.: An dem Altenborn aber solle für die Viehtränk eine genügliche Trift und Unger offengelassen werden [PfW 1911, S. 207 (PS-Merzalb)]. —
3.
a. 'Lagerplatz der Zigeuner', Unner [ ZW-Krähbg]. —
b. vgl. PfWB Schießunter. —
c. 'Unterkunft, Behausung', Unner [vereinzelt SWPf, Glass 121]. Wer jetzt kän Unner hat [Kraus Metzelsupp 54]. Awer du mir es neetisch gebe: Esse, Trinke, Kläder, e Unner [Kraus Unser Babbe 24]. —
d. 'ungepflegte Wohnung, Durcheinander' [HB-Höch IB-Ballw Glass 121]; Zs.: PfWB Sauunter 2; Syn. s. PfWB Wirrwarr. —
4. FlN: aus Bed. 2 hervorgegangen, amtl. Unter [RO-Börrstdt Rockhs KL-Dansbg Kaislt FR-Hettldh LA-Diedf, Zink FlN 159], Unner [ KU-Rutsw/L ZW-Contw], Unger [KL-Fischb LU-Ruchh NW-Lambr BZ-Annw Bindb Schweig GH-Schaidt, Zink FlN 159], Im Hunger [ NW-Deidh]. Die Schwedisch Unger [ BZ-Silz]; weitere Nennungen bei Christmann FlN 253-255; häufig auch in Zs.: Kuh-, Kurz-, Lämmels-, Lang-, Sau-, PfWB Schafsunter. a. 1600: Jins Oberst Wiedhaw Jns Vnder, daselbst haben sie mit Ihrem Viehe geundert [Zweibr I A. 757 Bl. 15]. — Ahd. untarn 'Mittag', mhd. undern, untern, untere 'Mittag, Mittagessen' ( Lexer Lexer II 1792). — RhWB Rhein. IX 49/50 Under(n); LothWB Lothr. 394 Onner; ElsWB Els. I 54 Unger; Hess.-Nass. IV 231 Under(n); Ramge HFA K. 43; DWB DWb. XI, III 1691 ff.

 

 -unter, -unger m., f. :
1. 'schattiger Platz mit Tränke auf der Weide für die Mittagsruhe der Kühe', Kuhunner [ KL-Erlb, vereinzelt], Kih- [ZW-Battw Gr'bundb LA-Edk., lothr. SWPf (Keiper Nachl.)], Kihunger [PS-Fehrb, vereinzelt SPf]; vgl. PfWB Viehunter. a. 1781: Wiesen bey der Kühunter im Bruch [LeinSb. (NW-Dürkh)]. a. 1786: wer die Kuheunner benutze [GdArch. KL-Olsbr]. —
2. FlN, mancherorts eine Wiese, andernorts eine Waldabteilung, ein Waldstück bezeichnend, ehemals Ruheplatz der Tiere, amtl. Kühunter, mda. Kihunner [ ZW-A'hornb Kl'bundb L'wied PS-Th'eischw Wesbg Zesbg RO-Imsb KL-Lind Mittbn KB-Kerzh NW-Gimmdg LU-Mundh SP-Dudhf Spey LA-Edk GH-Rülzh], Kühunger [ PS-Fehrb], Kuhunger [ BZ-Ingh], amtl. Kuhhunger, mda. (kīuŋər) [ NW-Haardt BZ-Schwanh]. — Zu ahd.

[Bd. 4, Sp. 682]
untarn (Schützeichel AhdWb. 214) > mhd. undern, untern 'Mittag' ( Lexer Lexer II 1792). Deutung einiger Gewährspersonen: 'weil hier das Vieh gut untergebracht ist'. Die Form -unger mit Assim. des d > g nach n; vgl. Heeger Südostpf. 56 u. Sütterlin 298. — Südhess. IV 28; RhWB Rhein. IV 1697 Kühunder.