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 PfWB un-selig (Bd. 6, Sp. 928)   PfWB selig (Bd. 6, Sp. 64) 
  -selig Adj. :
1. 'unglücklich, niederträchtig, schlecht', unselich, un- (ūnsēliχ, un-) [vereinzelt]; unselicher Kerl! 'verdammter Kerl!' [ LU-Oggh]; unselich Zeig treiwe 'Unsinn treiben' [ KL-N'hemsb]. Volksgl.: Dem Seliche rechend's ins Grab, dem Unseliche uf sein Hochzetsdaach [ BZ-Dernb]. —
2. 'armselig, kümmerlich, elend', bes. von Pflanzen [ LA-Venn BZ-Apphf]. Die Planz es unselich [ BZ-Apphf]. — RhWB Rhein. VIII 72; LothWB Lothr. 521 und ElsWB Els. I 56 and. Bed.

 

   selig Adj.:
1.
a. 'der ewigen Seligkeit teilhaftig', selich (sēliχ) [verbr. WPf NPf mancherorts VPf, Christmann Kaulb 11 Mang 119 Lambert Penns 149 Krämer Gal 197], selisch (sēli) [mancherorts, Schneckenburger 19], selig (sēlig) [mancherorts mittl. u. nördl. VPf vereinzelt übrige Pf]. Der isch s. 'Er ist im Himmel'. RA.: De Glaawe macht s. 'Er ist vom Erfolg einer Sache überzeugt' [ LA-Gommh, KU-Bedb]. Wer 's glaabt, werd s., meist als Infragestellung des Wahrheitsgehaltes einer Äußerung [KU-Diedk, verbr.], gelegentlich mit Zusätzen wie: wer 's nit glaabt, kann 's bleiwe losse [ ZW-Battw], wer Wein trinkt, werd frehlich [ LU-Opp, mancherorts]. Der macht e Gsicht wie de selig Deiwel [ KU-Krottb]. SprW.: Luschdich gelebt un s. g'storwe, isch 'm Deiwel d' Rechnung verdorwe [LA-Gommh, verbr.]. Dem Selige regent's ins Grab, dem Unselige uf sein Hochzetsdag [ BZ-Dernb, mancherorts]. VR.: Glauwe macht s., de Hering macht Dorscht, de Parrer die Preddich, de Metzger die Worscht [Bergz (Kamm 116)]. —
b. 'verstorben' [mancherorts], um 1930 meist schon veraltet; Zs.: PfWB gottselig; mein seljer Mann [ KU-Brück, vereinzelt]; unser Vadder s. [ LU-Opp, mancherorts]; mein Modder s. [ KU-Kaulb]. a. 1311: nach mins vader seligen briefen vnd nach siner gift [OttbgUrkb. 305]. a. 1320: sinre dohter Margareten selgen [SpeyUrk. 265]. a. 1345: Ich Liebe, Bechtolfes seligen frauwe [OttbgUrkb. 425]. a. 1500: und im gesagt, das sein vater selig kein burgschaft ... getan het [Krebs Prot-Domk. Nr. 57]. a. 1621: Sigmund Geuterspergers, gewesenen Pfarrers zu Erbach seeligen nachgelassene wittib [WerschwSchR 214]. —
2.
a. 'überglücklich, wunschlos glücklich' [verbr.]; Zs.: PfWB glückselig. 's iss alles so frehlich, / Mer fiehlt sich so s. [Birmelin Penns Gezw. 78]. RA.: (scherzh. Umbildung zu den Seligpreisungen der Bergpredigt): S. sinn die Langsame, dann sie werre Herrgottstrendler (Gottestrendler) genannt, von trägen Menschen [ HB-Kirrbg, KU-Schmittw/O]. SprW.: De Wei macht frehlich, die Lieb macht s. [ LA-Nd'hochstdt]. —
b. 'angeheitert, betrunken' [verbr.]; Zs.: PfWB weinselig; Syn. s. PfWB betrinken. Er is (war) s. [KB-Gauh, verbr.]. —
3. vgl. die Zs.: PfWB arm-, PfWB trüb-, PfWB heim-, PfWB lahm-, PfWB müh-, PfWB saum-, PfWB unselig. — RhWB Rhein. VIII 71/72; LothWB Lothr. 476; ElsWB Els. II 349.