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 PfWB Uminz (Bd. 6, Sp. 884)   PfWB Ameise (Bd. 1, Sp. 194)   PfWB Rot-ameise (Bd. 5, Sp. 606) 
  Uminz s. PfWB Ameise.

 

   Ameise f.: 'Ameise'. Unterschieden wird meist nur zwischen schwarzer und roter Ameise. Die rote Ameise wird als die bösartige angesehen und mancherorts Ruß (s. PfWB Russe) oder Säächims (s. PfWB Seichameise) genannt. Das letztere Wort gilt andernortes für 'Ameise' überhaupt (s. K. 11). Sonstige Bezeichnungen s. Zs. Die Ämetze han mich versäächt 'mit Ameisensäure bespritzt' [Kaislt, allg.]. RA.: Mir bitzelts im Bään, als wenn die Emetze dran wäre [ ZW-Battw]. 's wimmelt un wammelt vun Amitze [ KB-Bennhs]. Er krawwelt flink wie ä Umins [ LU-Alsh]. Das is awwer e Emetz, von einem Menschen, der leicht erregt und heftig wird [ KU-Adb Relsbg ZW-Mittb KL-Mehling]. WR.: Wann die Ametze laafen, gibt's Reen [RO-Semb KL-Heilmosch

[Bd. 1, Sp. 195]

[Bd. 1, Sp. 197]
KB-Bennhs Harxh FR-Tiefth LU-Alsh Opp.]. Bauen die Emetze große Haufe, do kummt e strenger Winder [ RO-Als]. Wann en Umens Grund rausschmeißt, gebt's Rege [Fogel Beliefs Penns 1159]. Volksgl.: Während des Essens darf man nichts von Vogelnestern erzählen, sonst komme die Omezzele ins Nescht un die alde Veel weere abstännich 'verlassen das Nest' [ KU-Schmittw/O]. Wenn rote Ameisen in die Nähe von schwarzen kommen, die ihre Puppen sonnen, pflegen Kinder zu rufen: Ämense holt eier Aajer, die Russe kumme [ LU-Altr]. Kinderspiel: Ein Kind, das in einem Kreis steht, wird von den außerhalb des Kreises stehenden Kindern geneckt, indem diese in den Kreis springen und »Ämetz, ich bin uf deim Haufe« rufen. Die »Ämetz« trachtet, eines der eingedrungenen Kinder abzuschlagen [Pirmas]. — Zs.: PfWB Garten-, Haupt-, PfWB Od-, PfWB Reiter-, Ritter-, PfWB Rot-, PfWB Schwarz-, PfWB Seich-, PfWB Wald-, PfWB Wurmameise. — F. (zum Nachfolgenden vgl. Karte 11): Das Wort ist eines der formenreichsten im Pfälzischen. In der ersten Silbe erscheinen alle Vokalqualitäten. Am stärksten vertreten sind gelängte e-Laute, und zwar geschlossenes ē vorwiegend im westlichen Teil der mittleren und südlichen Westpfalz, offenes ę überwiegend in der nördl. West- und in der Mittelpfalz sowie im westl. Teil der mittl. und im östl. Teil der südl. VPf. Die Formen mit a, o und u nehmen, vielfach ineinander verzahnt, die Nordpfalz sowie den Norden der Vorderpfalz ein; den Kern bilden die Formen mit a im mittleren Teile dieses Raumes (westlich und südlich Kirchheimbolanden sowie Umgebung von Grünstadt). Auffallend ist das Auftreten von u in vier getrennten Kleinräumen: Obermoschel und Umgebung (nördl. NPf), Frankenthal (nördl. VPf), mittlerer Pfälzerwald von Weidenthal bis Stelzenberg und Südostecke der Pfalz (ohne Neuburg). Die Formen mit i erscheinen im südl. Teil des Pfälzerwaldes, im östl. Teil der VPf von nördl. Ludwigshafen bis südlich Germershein sowie in zwei Kleinräumen westl. Kandel und um Bergzabern. — Die Vielheit der Vokalqualitäten ist das Ergebnis verschiedener Lautentwicklungen: Umlaut unter Einfluß von i bzw. e der nächsten Silbe (a > e, ę, ä), Verdumpfung durch nachfolgenden Nasal (a > o, u, wie z. B. mhd. āne > ohne > uhne), Vokalhebung gleichfalls vor Nasal (e > i, wie z. B. bei mhd. stēn > dīn). Die zweite Silbe des Wortes zeigt verschiedene Grade der Abschwächung des auf ei zurückgehenden Vokals, und zwar von ē bis Schwund. Die Angaben der Gewährspersonen lassen hier keine vollkommene Klarheit gewinnen. So erscheint für die Umg. von Pirmas gewöhnlich Äämez, Ämez, während Otterstetter (S. 45) nmds angibt.

[Bd. 1, Sp. 198]
Vorwiegend nordpfälzisch sind n-Infix (minds, mənds u. a.) und l-Suffix (ēmədsl, ūməsl, umindsl u. a.). Die Formen mit z (ds) im Auslaut (məds, ōmənds u. a.) herrschen vor; s (ēməs, ems, ims u. a.) erscheint vornehmlich an der pfälzisch-lothringischen Grenze, im nördl. Teil der mittleren VPf und in der südl. VPf bis zur pfälz.-elsässischen Grenze. In dem zuletzt genannten Gebiet sind auch die Komposita Sächims, -äms, Rotims u. a. stärker vertreten. Mehrere der genannten Formen setzen sich, wie die auf unserer Karte eingetragenen Formen aus DWA V zeigen, über die Grenzen der Pfalz in den benachbarten Gebieten fort oder sind Ausläufer von Formen dieser Gebiete. Die Galizien- und Buchenlandpfälzer haben zumeist Oomenz (65' u. Oomenzl, vereinzelt Oometz, Oometzl, Oomes, Amenz (mənds), Umetz, Umenz, Uminzl, entsprechend ihrem Hauptherkunftsgebiet Nordpfalz, Rheinhessen u. mittlere und untere Nahe; bei den Batschkapfälzern dominiert westpfälzisches Ämetz (məds); seltener erscheint nordvorderpfälzisches Umetz (ūməds); bei den Banatpfälzern überwiegt nordpfälzisches Omenz (ōmənds) und Ometz (ōməds); die Schwarzmeerpfälzer haben Imes (īməs) und Iminz (īminds) wie der östl. Teil der mittl. Vorderpfalz mit dem angrenzenden rechtsrheinischen Gebiet; in das gleiche Gebiet weist das pennsylvanienpfälzische Iminz, in den nördl. anschließenden Bereich pennsylv. Umenz (unmənds). Es ist jedoch anzunehmen, daß die jetzige Verbreitung aller dieser Formen mit der des 18. Jahrhunderts nicht ganz übereinstimmt; die Formen Omenz u. Omenzl dürften Ende des 18. Jahrhunderts in der Nordpfalz und in den nördl. an sie angrenzenden Gebieten — dem Hauptherkunftsbereich der Galizien- und Buchenlandpfälzer — vorherrschend gewesen sein (auch Louisendorf bei Cleve hat Omenzl!), während sie heute in diesem Gebiete nur in kleinsten Räumen vorkommen oder nur noch Reliktformen sind. — Zur Etymologie s. Kluge-Miztka17. — RhWB Rhein. I 160 ff.; Saarbr. 6; LothWB Lothr. 8; ElsWB Els. I 36; Bad. I 39/40.

 

   Rot-ameise f.: 'Ameise', Rotims, Pl. -e [ PS-Bundth Nothw BZ-Blankbn], Routems [ LA-Nd'hochstdt], Rorems [ ZW-Bottb PS-Kröpp Windsbg], Pl. Routemse u. Routimse [GH-Zeisk, Heeger Tiere II 15], Rorremse [ ZW-Riedbg]; vgl. PfWB Odameise, PfWB rot 1 bβ; Syn. s. PfWB Ameise, K. 11. —