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| PfWB Uhr (Bd. 6, Sp. 866) | PfWB Korn-rad(e) (Bd. 4, Sp. 488) | ElsWB Wick(e) (Bd. 2, Sp. 809b) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. a. 'Vorrichtung zum Messen und Ablesen der Zeit', Uhr (ūr, ūÄr) [verbr., Christmann Kaulb 91 Henn Mda.-Int. 281 Höh 86 Mang 145 Lambert Penns 155 Krämer Gal 221]; Pl. -e [verbr.]; Dim. Sg. Ihrche [ KU-Brück Herschw/Petth WD-Niedkch RO-Dielkch Rockhs KL-Reichb Hütschhs PS-Geisbg Schmalbg LU-Oggh Opp], Ihr- sche [ NW-Frankeck Freinsh], Ehrche [ KU-Kaulb], Uhrche [KU-Bedb RO-Als Odh Sippf KB-Kerzh Kriegsf NW-Kallstdt LU-Opp Krämer Gal 221], Uhrle [NW-Haßl SP-Heiligst Land], Ihrle [LU-Limbghf LA-Gommh Ilbh Impfl BZ-Albw], Ihrl [ PS-Erfw BZ-Dierb GH-Kand]; Pl. Uhrcher [RO-Als [Bd. 6, Sp. 867] ![]() [Bd. 6, Sp. 868] PS-Gersb], Ihrlich [ LA-Nd'hochstdt Wollmh]; s. Abb. 98: Standuhr aus Neustdt; scherzh. Bez.: Grundbirne 2 b, PfWB Gunkel 3, PfWB Klapper 1 d, PfWB Quetsche1 2 a, PfWB Spindel 3, PfWB Zwiebel; kinderspr.: Ticktack, Ticktackuhr; rotw. Schleggem; Zs.: PfWB Armband-, PfWB Taschen-, PfWB Teller-, PfWB Ticktack-, PfWB Turm-, PfWB Eier-, PfWB Gemeine-, PfWB Hand-, PfWB Herren-, PfWB Kasten-, PfWB Kirchen-, PfWB Küchen-, PfWB Kuckucks-, PfWB Radium-, PfWB Rathaus-, PfWB Regulat-, PfWB Sack-, PfWB Säckel-, PfWB Sand-, PfWB Schlag-, PfWB Sonnen-, PfWB Spindel-, PfWB Stadt-, PfWB Stand-, PfWB Stech-, PfWB Stopp-, PfWB Stuben-, PfWB Wachtel-, PfWB Wand-, PfWB Wecker-, PfWB Zylinderuhr. Die U. geht (laaft) 'ist in Gang' [KU-O'alb, verbr.]. Die U. steht (is stehegebliwwe, geht net) [ LU-Alsh]. Die U. geht vor (nach) [KL-Stelzbg, verbr.]. Die U. esch abgeloffe [ GH-Zeisk]. Die U. werd ufgezoche [ GH-Kand]. Die U. schlächt halwer 'schlägt zur halben Stunde' [ NW-Kallstdt], schlacht Verdel 'schlägt die Viertelstunde' [ PS-Erfw]. Die U. schläggt nor die ganze Stunne [ NW-Haßl]. Uf unseri U. kammer sich verlosse [ PS-Erfw]. Der Mond hot en G'sicht wie die Uhr an de Wand [Birmelin Penns Gezw. 131]. Ich such mei Kart un stech se in die U. [Kraus Arwed 46]. RA.: die U. schlaan lorre (lassen) 'einen flachen Stein über das Wasser hüpfen lassen' [ KU-A'glan]; wisse, wievell (was) die U. geschlaa hot 'die Zeichen der Zeit erkennen, etwas richtig erfassen' [ RO-Dielkch, vereinzelt]; um die U. erum schlofe 'solange schlafen, bis der kleine Zeiger einmal um die Uhr herumgewandert ist = 12 Stunden' [ KU-Kaulb, mancherorts]. Die U. geht nom Pandhaus 'unpräzise' [Thielen So rerre mer 117]. For denne hat die U. geschlaa (is die U. abgelaaf) 'Mit ihm geht es zu Ende' [ HB-Höch, mancherorts]. Bei einem, dem Schleim in einem Strang aus der Nase hängt, sagt man: Die U. guckt eraus [ KB-Kriegsf]. Zieh dei U. uf! [ KU-Kaulb]. Er zieht die U. uf, wenn er den Schleimstrang hinaufzieht [ LU-Limbghf]. Volksgl.: Bleibt eine U. ohne ersichtlichen Grund stehen, so wird das als Zeichen gedeutet, daß sich etwas besonderes ereignet hat [ LA-Gommh, mancherorts], es gilt besonders als Zeichen oder Vorzeichen für ein Unglück oder einen Todesfall [ZW-Gr'steinhs, verbr.]. Wenn zwei Uhren gleichzeitg schlagen, stirbt bald jemand [ RO-Odh NW-Kallstdt]. Volksbr.: Wenn jemand stirbt, wird im Augenblick des Todes die U. angehalten (sie wird wieder in Gang gesetzt, wenn die Trauernden vom Friedhof zurückkommen) [ PS-Geisbg, mancherorts]. Rätsel von der U.: For was steht de U. im Haus? Antwort: Wann se greßer wär as 's Haus, dann dät 's Haus in d'r U. steh [Horne Penns 107]. Es geht un hängt an de Wand, es schlaat un hat ke Stock [ KL-Reichb]. Die än saat: Ich wollt, 's wär Dag. Die anner saat: Ich wollt, 's wär Nacht. Die dritt saat: Mer is än Dun, ich han Dag un Nacht kän Ruh, Bett, Ofen, Uhr [Hebel 115]. Scherzh.: 's hängt an de Wand un mecht tick-tack un wann's runnerfallt, is die ganz U. [Bd. 6, Sp. 869] kaputt [ KU-Diedk]. KR.: Wir wollen einmal spazieren gehn, / ob wir keine Räuber sehn. / U. schlagt eins, U. schlagt zwei, U. schlagt drei, / Räuber, Räuber kommt herbei! [ NW-Frankeck]. Kinderspiel: Uhre verkaafe, ein Spiel (um 1940), bei dem verschiedene Kinder als Uhren im Laden stehen. Der Kunde bekommt sie vorgeführt, indem man am Ohrläppchen zieht, wobei das jeweilige Kind einen Glockenton imitiert. Kauft der Kunde eine Uhr und will sie zu Hause ausprobieren, so muß er sich statt des Glockentons jedoch diverse Unflätigkeiten anhören [Kaislt]. a. 1521: 8 alb. vor seyll ann die awer vnd zu den glocken [LandsbgKellR]. a. 1550: 4 fl hen wir geben dem auhermacher zu Speier, daß er die auher gemacht hot zu sant Ulrich [Wenz 292]. — b. 'von der Uhr angezeigte Zeit, Stunde', bei Uhrzeitangaben [verbr.]; Zs.: PfWB Vieruhr; bis zwelf U. ufbleiwe [ Gal-Dornf]. Es is drei U. [ KU-Herschw/Petth]. 's geht uf zehn U. [ ZW-Bechhf]. 's is finnef U. dorch [ KU-Herschw/Petth]. 's is ebbes iwwer elf U. [ NW-Kallstdt]. Wieviel U. is's? [ NW-Kallstdt]. Wieviel U. hoscht de? [ NW-Frankeck]. Oum elw U. es die Leicht 'Beerdigung' [ WD-Niedkch]. Bei ungefähren Zeitangaben finden sich Reste flektierter Formen (Plural bzw. Genitiv), teilweise mit Verschiebung der Wortgrenze, die auf Bildungen hindeuten wie z. B.: *um den/der Uhren drei > *um en Uhre drei > am e Nure drei 'ungefähr gegen drei Uhr' [Bertram § 255], weitere Varianten: umme Nuhre sechs [ LA-Ilbh]; amme Nuhre viere [ NW-Gimmdg]; am enuhre sechse [Frankenthaler Zeitung 24. 10. 1925]; (so) 'n Uhre zwee [Lambert Penns 155]; e norre ... [Kamm 48]; bisweilen mit neuerlichem Zusatz von U.: am Nurre drei Uhr [ IB-Ommh]; so merjens am Nure finf Uhr [ KL-Bann]; ohne Verschiebung der Wortgrenze: um Uhre drei [PS-Rodalb (Bernhard 176)]; am Uhre viere [ BZ-Nd'horb]; so am elef U. erum [ IB-Ommh]; Urer finf [Schandein Bav. IV,2 247]. Es is Uhre acht 'Es ist etwa acht U.' [ KU-Adb]. RA.: merke, wievel U. 's es 'die Zeichen der Zeit erkennen, etwas richtig erfassen' [ KL-Hirschhn, mancherorts]; eem weise, wievel U. es esch 'jemanden zurechtweisen, etwas richtigstellen' [ LA-Ilbh, mancherorts]. Wäschde net, wieviel U. es is? 'Weißt du nicht, was das Gebot der Stunde ist?' [ LU-Oggh]. Mach vier Uhr! Grußformel beim Vorübergehen an arbeitenden Leuten, d. h. 'Mach bald Feierabend' [ ZW-Lambsbn]. Abschlägige Antworten auf die Frage Wieviel Uhr isses (dann)?: Dreiverdel ums Eck erum (wann de springscht, kummschde aa noch erum) [ LU-Oggh, mancherorts]; Dreiverdel uf Quetschekuche, wanner gebacke isch, derfscht en aach versuche [Land]; Dreiverdel uf kalde Erbse [mancherorts Gal]; Dreiverdel uf Bahnestecke (Bohnenstecken), wann d' mer 's ni glääbscht, kannsch mich am Arsch lecke [ GH-Kand]; Dreiverdel uf Glocke, wann de Hund scheißt, gibt's Brocke, wann die Katz scheißt, gibt's Brih, des kriegscht morge frih [ LA-Nd'hochstdt, vereinzelt]; E bißje (Fimf [Bd. 6, Sp. 870] Minudde) mehn wie vorhin [ KL-Reichb, mancherorts]. 's geht grad ums Eck erum [ BZ-Dernb]. Soviel wie geschdern um die nämlich Zeit [Hebel 110, mancherorts]. 's isch noch e Stunn bis uf Hatzebihl [ GH-Kand]. BR.: Luut (Lugt) de Hahn nom Rhin, so reents umen Uhre acht oder nin [ IB-Reinh]. a. 1507: vnd sollen zu einer vhren außfahren vnd in der andern wider in [PfWeist. 26 (RO-Alsbr)]. a. 1530: vff den mondag vmb ein euwer ... vff den abent vmb vier auer ongeuert (ungefähr) [PfWeist. 35 (RO-Als)]. a. 1530: abents zu vier aüer [PfWeist. 36 (RO-Als)]. a. 1535: vff montag, den zwolfften des monats Aprilis vmb zehen auhern vor mittag oder nahe darbei [PfWeist. 195 (KB-Bubh)]. a. 1606: Zwischen Acht vnd Neun Auren [HanLicht. 7 Bl. 2v]. — c. vgl. PfWB Totenuhr. — 2. übertr. a. 'sonstige Vorrichtungen zum Anzeigen oder Messen; Verbrauchszähler', bes. für elektrischen Strom, Gas, Wasser [mancherorts], häufiger in den Zs.: PfWB Gas-, PfWB Licht-, PfWB Wasseruhr. De Lichtmann hat die U. abgelese [ BZ-Albw]. — b. '(aufziehbares) mechanisches Spielwerk' [vereinzelt]; Zs.: PfWB Spieluhr. — 3. a. 'Kornrade (Agrostemma githago)' [ FR-Hettldh Mühlh]; vgl. PfWB Uhrblume; Syn. s. PfWB Kornrade. — b. 'Deltanelke (Dianthus deltoides)', Ührche [Pirmas (Wilde Notizen)]. — c. 'Samenkopf des Löwenzahns', Kinderspr., weil die Kinder die Samen abblasen und dabei sagen »Wieviel Uhr ist es?«, Uhr [Wilde 165/ 66]. — RhWB Rhein. IX 27 ff.; LothWB Lothr. 518; ElsWB Els. I 63.
| [Bd. 4, Sp. 489] PfWB Uhr, Uhr-, PfWB Wegblume, PfWB Winde. — Südhess. III 1687; RhWB Rhein. IV 1267. —
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