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 PfWB übig (Bd. 6, Sp. 863)   PfWB untig (Bd. 6, Sp. 955) 
   übig Präp.:
1. eine Lage oberhalb, über bezeich-

[Bd. 6, Sp. 864]
nend, iwwich (iwiχ) [vereinzelt, Christmann Kaulb 49 Mang 152 Müller Dietschw 43 Schandein Ged. 239 Krämer Gal 221]; im Verhältnis zu PfWB über in dieser und in den folgenden Bed. meist veraltend (um 1930). Die Hänn i. 'm Kopp sammeschlaa, vor Erstaunen [ KU-Bedb]. Er wohnt i. uns [ PS-Th'eischw]. Die Lamp hängt i. 'm Disch [Krämer Gal 221]. RA.: Abschlägige Antwort auf die Frage, was man tut: Schnitz i. Wetterhaife setze [ BZ-Nd'ottb]. a. 1770: Garthen übig dem Dorff [BrPr. Nr. 189 536 (KL-Schwedb)]. —
2. eine äußere Lage, eine Bewegung über eine Oberfläche bezeichnend [vereinzelt]; i. de Bann gehn 'die Felder abgehen' [ KU-Bedb]. De Has is i. die Wiß gesprung [Kleeberger 127]. Noot guckt se iwwich alles her / un meent, - 's dut noch was fehle [Ranssweiler 85]. De Pälzer Bitzler hot die Kränk, / Der schmeißt ehm i. Disch un Bänk [Räder 32]. RA.: ääm i. 's Maul fahre 'die Rede abschneiden, zurechtweisen' [ KU-A'glan]; i. 's ganz Gesicht lache [ KU-A'glan]. Den guck ich i. die Schiller (Schulter) on 'Den schätze ich gering, den verachte ich' [ KU-Schmittw/O]. Einen VR. s. PfWB Pfeife 1 a. —
3. eine Lage, Richtung über etwas hinaus, hinüber, jenseits, auf der anderen Seite bezeichnend' [vereinzelt]. I. em Bach leit unser Wies [KL-Gimsb u. Umg.]. Un war schun i. d' Hunnert naus 'hatte die Hundert schon überschritten' [JKurpf. 1926 58]. RA.: ebbes i. 's Herz bringe 'sich überwinden gegen inneren Widerstand' [Spey]. Einem Mißliebigen wünscht man, daß er uf e Wildsau geschnallt un i. de Rhein gejaht (gejagd) werd [NPfGV 1926 18]. Scherzfrage: Wie weit geht de Newwel? Antwort: Bis i. de Rhein, do haaßt er Nawwel [ FR-Bockh]. a. 1426: Acker vbig der lantwer [Kurpf. A. 1149I Bl. 13v]. a. 1604: Ein Wieß ... gelegen Vbig dem Dorffgraben [Lgb. 120 Bl. 229 (NW-Dackh)]. a. 1731: Hauß undt Hoff übig der Brücken gelegen [GGA 437a (LA-Böching)]. — Zum Suffix -ig vgl. PfWB hintig, PfWB obig. — Hess.-Nass. IV 210.

 

   untig Präp.:
1. 'unterhalb, unter', Ggs. PfWB obig, unnich (uniχ) [mancherorts NWPf NPf VPf, PfId. 144 Christmann Kaulb 49 Lambert Penns 157, 158, auch Don Gal Buch]. Greif em u. de Aarme 'unterstütze ihn' [ KU-Ulm]. Er wuhnt u. unserem Haus [ PS-Schindhd]. Gekichert un gelacht hänn se schunn u. de Deer [Kunnrädel 118]. Un hockschd dich u. so en Disch voll Winzer [Räder Bitzler 11]. Er hat sich u. die Eisebahn gelegt 'Selbstmord begangen' [ LA-Diedf]. RA.: Unnich de Hand (Hann) 'beiläufig, nebenbei, gelegentlich' [KU-Obw/T GH-Nd'lustdt, Krämer Gal 223]; u. die Haub kumme 'verheiratet werden' [ FR-Bockh, mancherorts]. Dem wachst 's Gras u. de Fieß, von einem sehr langsam Gehenden [ Gal-Reichenbach]. Des bringt 'n u. de Borrem [Kleeberger 127]. SprW.: Wer sich mischt unnich die Klei, denne fressen die Sai [ Gal-Dornf, mancherorts]. Volksgl.: Wann en Hund unich me Fenschter heilt, bedeit's Unglick [Fogel Beliefs Penns Nr. 442]. Einen VR. s. PfWB Bettelleute. a. 1550: 4 morgen vndig dem alten schloss [Niedhammer 235]. a. 1624: 1 manßmatt wiese Jndig dem Rust [WerschwSchR]. a. 1652: vndig dem großen garten [GgHospR]. a. 1739: Untig der Kirch [SLgb. LA-Burrw 5]. a. 1768: Wingarten untig Bratenstich

[Bd. 6, Sp. 956]
[Kurpf. 884 (RO-Duchr)]. a. 1781: untig dem Galgen [Knapp 72]. —
2. 'zwischen, inmitten' [vereinzelt]; vgl. PfWB zwischig; 's Geld unnich d' Leit bringe [ GH-Nd'lustdt]. De Vatter fährt unnig die Kinner enein 'fährt dazwischen, gebietet Einhalt' [ KL-Neukch]. — Rhein. IX 60, Z. 6 f.