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 PfWB über-heben (Bd. 6, Sp. 847)   PfWB heben (Bd. 3, Sp. 736)   PfWB über-heben (Bd. 6, Sp. 847) 
 -heben st.:
1. 'sich durch Heben eines zu schweren Gegenstandes weh tun', iwwer- hewe, -hewwe, -häiwe, s. PfWB heben [verbr.]. De Miller hot sich an dene schwere Mehlsäck iwwerhowe [ BZ-Dernb]. —
2. übertr. 'sich überschätzen, sich an einer Sache übernehmen' [ FR-Bockh]. Mit dere Sach hadder sich geheerich iwwerhowe [ FR-Bockh]. —
3. 'entledigen, entheben'. Mer sein dere Sach iwwerhob 'Dieser Sache sind wir entledigt' [ KU-Schmittw/O]. — RhWB Rhein. IX 17; LothWB Lothr. 263; ElsWB Els. I 296. —

 

   heben st., schw.:
I. 'emporheben', hewe (hēwə) [verbr. NWPf mittl. WPf mancherorts übrige Pfalz], (hewə, seltener hęwə) [verbr. NPf südl. WPf südl. VPf], hiwe (-ī-) [ RO-Rehborn Odh]; Konjugation s. F. Zs.: PfWB ab-, PfWB an-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB be-, PfWB darauf-, PfWB darüber-, PfWB ein-, PfWB er-, PfWB ver-, PfWB herauf-, PfWB heraus-, PfWB herüber-, PfWB herum-, PfWB herunter-, PfWB hinauf-, PfWB hinein-, PfWB hinüber-, PfWB hinunter-, PfWB hoch-, PfWB über-, PfWB wegheben. —
1.
a. etwas h.
α. de Korb h. [PS-Gersb, verbr.]. Ich hun 're e Lascht Blärrer gehob (auf die Schulter oder auf den Kopf, zum Wegtragen) [ KU-Schmittw/O]. Er kann schwer h. [ PS-Erfw]. Do kann mer sich e Bruch (e Leibschade) h. [LU-Opp, verbr.], die Aue vor de Kopp h. [ KU-Schmittw/O]. SprW.: Stään, die mer nit h. kann, läßt mer lieche [ BZ-Klingmst]. VR.: E jeder Gascht (hier: die Graserin), der hebt sei Lascht. Wer das net kann, der kriet kee Mann. Wer das net dut, der kriet e rode Juddebu [ Gal-Dornf]. —
β. 'Körperteile emporstrecken'. Ich kann kän Arem h. [PS-Erfw, verbr.]. Heb drei Finger! (zum Schwur) [ BZ-Klingmst]. Heb Fuß!, Aufforderung an das Pferd beim Beschlagen [Zweibr, verbr.]. RA.: Heb die Bään e bißche! 'Beeile dich!' [ FR-Kirchh KL-Samb]. Der Kranke kann werrer de Kopp h. [NW-Wachh, verbr.]. Er hebt

[Bd. 3, Sp. 737]
de Kopp wie e Pohahn (Pfauhahn) [ BZ-Albw]. —
γ. gehowe voll 'überfüllt' [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB gehaufte. —
b. jemanden h. Kumm, ich heb dich uf de Gaul [NW-Kallstdt, verbr.]. Ich soll 's Kind aus der Daaf (Taufe) h. [ RO-Dielkch LA-Gommh]. Den muß mer in de Sarrel (Sattel) h., von einem Hilfsbedürftigen [ KU-Schmittw/O], uf die Stang h., dass. [ PS-Geisbg]. Den han se (bis) in de Himmel gehob 'über Gebühr gelobt' [ KU-Hefw, allg.]. —
2.
a. 'etwas zutage fördern'; e Schatz h. [ FR-Bockh]. —
b. 'Gebühren erheben'. Heit werd 's Holzgeld gehob [ KU-Kaulb]. Die RA. Backowezins h. s. PfWB Backofenzins. a. 1498: bueßen vnd frewell ..., wer die zu heben vnd zu nehmen hab [PfWeist. I 455 (IB-Eschring)]. a. 1568: die beet allein zue heben [Grimm Weist. V 567 (LA-Gleisw)]. —
c. einen h. 'einen Schoppen, einen Schnaps trinken'; äne h. [KL-Enkb, verbr.]; änner h. [HB-Webh, verbr.]. Syn. s. PfWB trinken 1 a. Mer dun e bißche h. [Kirchhbol]. Er kann ganz gut h. 'viel Alkohol vertragen' [ KB-Bennhs]. —
d. ohne Obj. 'heftig atmen'. De Gaul hebt [ RO-Obd KU-Bedb]. —
e. 's hebt mich, vom Brechreiz [SOPf (Nachlaß Heeger)]. 's hot mer gehob [KU-Kaulb, südl. VPf]. Do hebt's aam jo, wann mer das sieht [ KU-Kaulb]. 's hot sich alles in mer gehob [ KU-Schmittw/O]. —
f. refl.
α. Der Newwel hebt sich [NW-Freinsh, verbr.]. —
β. Heb dich! 'Geh weg!' [ Don-Schowe Gal-Waldd]. —
γ. De Daaig ( Teig) hot sich gehob [ KU-Adb]. —
δ. De Wein hot sich gehob 'ist trübe geworden' [ KB-Zell]. —
ε. 'sich bessern'. 's Geschäft hebt sich, von der Wirtschaftslage [ KU-Schmittw/O]. Die Kranket hot sich gehob [ FR-Bockh]. Verleicht hebt sich mein Iwel (Übel) noch [Kühn Schnitze I 145]. —
II. 'halten'. Zs.: PfWB ab-, PfWB ane-, PfWB an-, PfWB auseinander-, PfWB daran-, PfWB darauf-, PfWB dawider-, fest-, PfWB vor-, PfWB hin-, PfWB zu-, PfWB zurück-, PfWB zusammenheben. —
1. trans. 'festhalten', hewwe u. hewe [südl. WPf südl. VPf], häiwe (hęiwə) [um Land, Danner Penns 50]; vgl. K. 186.
a.
α. Heb emol das Ding! [Zweibr]. Er hebt de Kopp (vor Schmerzen) [ KU-Schmittw/O]. Er hot de Unkel am Rockzippel g'howe [Hartmann Unkel 10]. Im Scherz zu Kindern: Morge metzle mer, un du muscht der Sau 's Schwänzel h. [LA-Nd'hochstdt, Keiler 134]. RA.: Er hebt sich am Strohhalm [ KU-Schmittw/O]. Ich hab de Bauch g'hebt vor lauter Lache [ PS-Erfw LA-Gommh GH-Kand]. 's geht so, als wann's der änt hebt un der anner loßt's net gehn [ BZ-Dernb]. Er gebt her, was er net h. kann [ PS-H'einöd]. SprW.: 's isch immer eppes, was de Himmel hebt [ GH-Vollmw]. —
β. 's Kind h. 'auf dem Arm halten', auch als Taufpate [ NW-Geinsh, mancherorts]. Das Kind hun ich gehob [ KU-Adb], iwwer (die) Dääf gehob [KU-Bedb, mancherorts WPf NPf]. Wann mer konfermeert is, därf mer kläine Kinner h. [ KU-Schmittw/O]. —
γ. 'zurückhalten'; de

[Bd. 3, Sp. 738]
Gaul häiwe [ LU-Altr]. Heb de Has! [ BZ-Billh, mancherorts]. Manchmol hebt die Kuh die Milch [ ZW-Battw NW-Frankeck]. RA.: Heb'n am Frack! [ BZ-Albw]. Ehr Leit, hewen mich, ich bring'n um [ BZ-Dernb]. Dem Niesenden ruft man zu: Heb se! [ PS-Lu'wink]; dass. mit Zusatz: wenn se hascht [ PS-Busbg]; vgl. PfWB hatzi. Heb mol, was de net in d'r Hand hoscht, vom entweichenden Darmwind [Fogel Prov. Penns Nr. 1987]. SprW.: Was mer net h. kann, loßt mer läife (laufen) [ KU-Schmittw/O]. —
b. sich h. 'sich festhalten'. Heb dich! [PS-Dahn, verbr.]. Er hebt sich am letze Griff 'am verkehrten Griff im Eisenbahnabteil' [ LA-Edk]. Hebb dich an meim Rock, daß ich dich net verleer [Kühn Schnitze II 89]. Er hot sich an'm gehob 'hat sich durch ihn Vorteile verschafft' [ ZW-L'wied]. RA.: Du kannscht dich an de Weide h. 'Deine Sache, deine Forderung ist verloren' [ KU-Schmittw/O]. —
2. intrans.
a. 'von Dauer, haltbar sein'. Der Strick häibt net [ PS-Busbg, mancherorts]. (In de Zeidung lest se), die Mode dhed nit h. [Hartmann Teemaschin 76]. Die häibt, von einer Ohrfeige [ GH-Zeisk]. An äim Enn hebt's noch, vom letzten Hindernis [ KU-Schmittw/O]. RA.: Das hebt un dreht net 'Das ist nichts Rechtes' [ KU-Adb, Kaislt]. —
b. 'haltmachen, stehenbleiben'. Heb emol! [ BZ-Klingmst]. — F.: Präs. Sing. 1. hēb/ heb/hęib; 2. hēb(d)/heb(d)/hęib(d); 3. hēbd/ hebd/hęibd; Pl. 1 - 3. hēwə(n)/hewə(n)/hęiwə(n); Länge und Kürze des Vokals entspricht dem Inf. Das Part. Perf.: gəhōb mittl. u. nördl. WPf mancherorts NPf, gehob südl. WPf, gəhōwə/kōwə mancherorts mittl. VPf, gəhowə NOPf, kowə südl. VPf; gəhebd ZW-Gr'bundb, kebd PS-Erfw Hintwdth. — Südhess. III 198 ff.; RhWB Rhein. III 375 ff.; LothWB Lothr. 238 heppen, 241 hewen; ElsWB Els. I 294/95; Bad. II 587/88.

 

 -heben st.:
1. 'sich durch Heben eines zu schweren Gegenstandes weh tun', iwwer- hewe, -hewwe, -häiwe, s. PfWB heben [verbr.]. De Miller hot sich an dene schwere Mehlsäck iwwerhowe [ BZ-Dernb]. —
2. übertr. 'sich überschätzen, sich an einer Sache übernehmen' [ FR-Bockh]. Mit dere Sach hadder sich geheerich iwwerhowe [ FR-Bockh]. —
3. 'entledigen, entheben'. Mer sein dere Sach iwwerhob 'Dieser Sache sind wir entledigt' [ KU-Schmittw/O]. — RhWB Rhein. IX 17; LothWB Lothr. 263; ElsWB Els. I 296. —