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| PfWB süß (Bd. 6, Sp. 824) | PfWB sauer-süß (Bd. 5, Sp. 787) | |||||||||||||||||||||||||||
1. a. 'einen lieblichen, honig- oder zukkerartigen Geschmack habend', Ggs. PfWB sauer, sieß (sīs) [verbr., Christmann Kaulb 28, 87 Höh 66 Mang 140 Müller Dietschw 59 Lambert Penns 150 Krämer Gal 211]; Kompar. sießer [verbr., Lambert Penns 150 Krämer Gal 211]; Superl. am (de) sießschd(e), sieschd(e) (sīsdə, sīdə, sīsd, sīd), beide Formen häufig nebeneinander [mancherorts, Lambert Penns 150 Krämer Gal 211]; Zs.: PfWB bitter-, PfWB honig-, PfWB sauer-, PfWB zuckersüß; [ KU-Bedb]. Das Obs esch s. [ BZ-Dernb]. De Wein schmackt s. [ NW-Wachh]. De neie Wein isch s. [ BZ-Heuchh], auch sießer Wein oder nur Sießer, subst. 'neuer, unvergorener Wein, Most, Federweißer' [vereinzelt VPf], Sußer [Kröher Lyoner 124]; vgl. PfWB Sauser 2; Sießie 'Marmelade' [Hussong Kirkel 155], Sießes 'Zuckerzeug, Bonbon' [ GH-Zeisk]. Die Trauwe wern s. [ LA-Wey]. Das isch widderlich s. [ LA-Gommh]. Tee, Schokelad un Beeredreck / Un lauter sieß un babbig Zeig [Münch Werke I 119]. RA. u. Vergl.: So sieß wie Zucker [ LA-Ilbh, mancherorts], wie Blut [ NW-Kallstdt], wie Honich (Hunich) [ KB-Kriegsf RO-Rehborn], wie Linse [RO-Als, Hebel 19]. Die Äppel sin so s., daß se em es Maul bis hinner die Ohre ziehn, iron. [Westricher Kalender 1957 102]. Er kriegt sieße Ebbel 'Schläge' [Wilde 9]. Wer bevorzugt von Ungeziefer geplagt wird, hot sießes Blut [Land, verbr.], z. B.: Der hot sieß Blut, an den gehn alle Schnoke [ LA-Gommh]. An mich gehe se net, ich han keen sieß Blut [ KU-Bedb]. SprW.: En goldner Krugg macht ken saurer Wei s. [Penns (Barba)]. Einen VR. s. PfWB hoch 2 a. — b. 'nicht angesäuert' [verbr.]; sießi Millich, im Ggs. zur sauren Milch, Sauermilch; vgl. PfWB Süßmilch [BZ-Stein, verbr.], sießer Rahm [ SP-Heiligst, mancherorts], sieß Kraut 'frisches, noch nicht gesäuertes Weißkraut' [ PS-Erfw]; de Milchhafe (es Milchgescherr) sieß mache 'Milchtöpfe an der Sonne, auf dem Herd, im Backofen trocknen, damit die einzufüllende [Bd. 6, Sp. 825] Milch nicht sauer wird', [NW-Freinsh, mancherorts VPf]. De Rahm isch s. [ GH-Lingf]. Volksmed.: bei schrundigen Händen muß mer Saufe (s. PfWB Saufen) dricke un die Hänn met sieße Rahm schmeere [ KU-Herschw/Petth]. — c. 'ohne Essig oder saure Soße zubereitet'; sieße Knepp eine Art Kartoffelklöße (vgl. sauere Knepf unter PfWB sauer 1 c) [NW-Elmst u. Umg. (Bertram § 289)]. — 2. a. 'lieblich, angenehm' [verbr.]. 's Kind hat so sieße Guckelcher [Kaislt]. Die Mäd, die Pälzer Mäd, / Die sin un bleiwen halt mei Freed / un dun mer sieß mei Lewe werze [Münch Werke I 149]. RA.: sauer un sieß metmache 'Beschwerliches und Angenehmes durchstehen' [ KU-Schmittw/O]. Antwort auf die Frage: Wie geht's? — S. un sauer 'So recht und schlecht' [ ZW-Bechhf]. Kaffee soll sein: Hääß wie die Hell, schwarz wie de Deiwel un s. wie die Lieb [ BZ-Dierb]. Zu Kindern: Geb mer e Sießer 'einen Kuß' [ PS-Ruppw]. Volksgl.: Mädchen, die e sieß Mailche haben, gelten als eingebildet [ LU-Neuhf]. — b. 'übertrieben freundlich, schöntuerisch, schmeichlerisch' [verbr.]; Zs.: PfWB judensüß; s. redde (sprooche, plaudere) [ NW-Haßl, mancherorts]. Der dut so s. [ RO-Obd]. Der redt ääm ins G'sicht so s. un hinnerum macht er änne aus 'macht er einen schlecht' [ PS-Erfw]. Das is e Sießer 'Das ist ein Schmeichler, Schöntuer' [KU-Diedk, verbr.]. RA.: So s. wie e Judd [ KU-Schmittw/O, vereinzelt Don]. — 3. a. 'trocken, hochliegend', von Wiesen, im Ggs. zu PfWB sauer 3 a [vereinzelt]; e sieße Wiß [ KL-Erlb]. — b. 'auf trockenem Boden gewachsen', Ggs. PfWB sauer 3 b [mancherorts]; sießes Fuuder [ ZW-Nd'aub]; sieß Hei [ HB-Brenschb]. 's Gras is s. [ ZW-L'wied, vereinzelt]. — 4. die sieße Hoor 'die feinen, zarten Schläfenhaare' [mancherorts SOPf], auch nur die Sieße [ KU-Kaulb Kreimb ZW-Lambsbn Kaislt NW-Neidfs GH-Zeisk]; vgl. PfWB Süßhärchen; die Sieße roppe [ ZW-Lambsbn]; an de Sieße nemme [ GH-Zeisk]. Er hot em die sieße Hoor ausgeroppt [ BZ-Dernb]. — 5. vgl. die Zs.: PfWB Engel-, PfWB Mädchenssüß. — RhWB Rhein. VIII 1010 ff.; LothWB Lothr. 478; ElsWB Els. II 377.
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