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| PfWB Sudel (Bd. 6, Sp. 801) | DWB sudel (Bd. 20, Sp. 929) | |||||||||||||||||||||||||||
1. a. 'Schmutz, Dreck, Schlamm, Straßenkot', Suddel [ LA-Venn Germh Rußl-Neuliebthal Katht Sulz]; Zs.: PfWB Mussudel, PfWB Gesudels; Syn. s. PfWB Baberatsch. — b. 'Schmutzlache, Pfütze', Suddel [IB-Ensh LA-Venn Heeger Südostpf. 16], Sull [ KL-Bruchmühlb]. — c. α. 'nasse Stelle einer Wiese', Suddel [ NW-Kallstdt]; vgl. PfWB Sutter; Syn. s. PfWB Wassergalle. — β. 'sumpfige Wiese', Suddel [ PS-Schönau]. — γ. 'nasse Stelle im Wald', Sull [ LA-Wollmh]; vgl. PfWB Sohl, PfWB Suhl. — δ. 'Sumpfgelände', Suddel [Bergz (Kamm 64)]; Syn. s. PfWB Sumpf 1. — d. 'unansehnliche, schmutzige Brühe', Suddel [IB-Ensh (Glass 115)], Sull [ NW-Wachh BZ-Dernb]. — e. 'Tintenklecks', Sull [ LA-Ilbh]. — 2. FlN, mda. Sull [ BZ-Pleisw]; vgl. PfWB Sohl, PfWB Suhl 2, PfWB Sutter. a. 1534: bey der Sudeln ein lach [StArch. NW-Deidh Waldgrenzbegehung]. — 3. 'Menge'; e ganzi Suddel [ NW-Gimmdg]. — DWB DWb. X, IV 929 ff.
| das f. erscheint (unter einflusz von suhle?) erst in neuerer mundart, vereinzelt mit unechtem endungs -e, vgl.sudle, f., 'wasserpfütze' 2, 328, sonst auch (wie das m.) als sudel, vgl. DWB suttel (sudĕl) 'pfütze, morast, sumpfige stelle' schwäb. 5, 1973, sudl 'jauche, schmutz' unterfrk. 179, sudel 'jauche, schmutziges wasser, verdorbenes getränk, bes. der nicht geklärte kaffee' 2, 587b, sudel 'harn der pferde und rinder', mistsūdl, 'der im sudelfasz als dünger auf die felder geführt wird' nordw.-böhm. 89, sutl 'pfütze' Nordböhm. 523, sûdl 'mistjauche' sächs. Erzgeb. 35, sudel 'unsaubere, verschüttete flüssigkeit' Trierer ma. 208, sudel in sudelwasser 'spülwasser' lothr. 512a, suddel 'sudelwäsche' lux. ma. 433; suddel jeder schlechte rest von kaffee, bier u. s. w. Coblenz. 76; als masc. älter bezeugt, vgl. der [Bd. 20, Sp. 930] sudel immundities, paeder, excrementum, sordes stammb. (1691) 2054, sudel, m., inquinamentum dt.-frz.-lat. (1695) 356, ein sudel locus paludosus t.-lat. 2, 355c, s. übertragen der sudel quisquiliae, res objectae 378; sudel 'jauche' Vogtld. 424, sudel 'sumpf' Aach. 241, sudel 'jauche', 'unwillkommener regen', 'allerlei abraum' 7, 324; vgl.süddel 'schmutz, geifer' mecklenb. 89a, suddel 'sumpf, pfütze, lache' v. spitzbubenspr. 70a; entsprechend ags. gesyd 'volutabrum' hat als ursprünglichste bedeutung 'morast' sowie das im morast stehende 'schmutzwasser' zu gelten, vgl. die jägersprachliche verwendung 'sudel, ein loch oder lache, worinnen sich das wild weltzt' a. a. o.; 'sudel ... zeigt eigentlich einen morast oder sumpf an, in welchem die hirsche und die sauen sich des sommers und zur prunftzeit abkühlen' wohlred. jäger (1779) 359, vgl. weidmannsspr. 290; allgemein als 'morast, pfuhl' im 16./17. jh. literarisch bezeugt: dar nemlich die gottlosen werden dort, wie durch eine grosze flut allerlei ungeziffer, schlangen, ottern, heidexen, krötten, uncken, und andere scheuszliche, heszliche würm gleich zusamen geschwemmet in den fewrigen stinckenden pfuel und sudel spiegel der hellen (1588) 108b; in dieser grundsuppen sind pfützen oder sudel des teuffels Corinther (1591) 1, 3b; darnach hat er sie in einen süddel oder pfützen wider herab geworffen epit. hist. (1596) 32a; dieser zauberer unnd schwartzkünstler Faustus, ist gar ein schendlicher böser wurm, welche bestia und ein cloaca oder sudel vieler teufel und bösen geister gewesen 34b; gott ist gütig, habt euch nichts zu befahren, nur immerfort im suddel hinein synopsis (1649) 12; neu von der mundart erborgt im sinne 'schmutz' in deutlicher anlehnung an 2sudeln, besudeln: ists lauter schmutz hier unterm sonnenscheine? ... deinen sudel sauf allein!
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