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| PfWB Suckel-stange (Bd. 6, Sp. 800) | PfWB Stange (Bd. 6, Sp. 429) | PfWB Turn-stange (Bd. 2, Sp. 681) | |||||||||
| 1. allg. 'langes, gerade gewachsenes Stück Holz', Stang (daŋ, dḁŋ) [verbr., Christmann Kaulb 77 Henn Mda.-Int. 46 Karch Gimmdg/ Muttstdt 57 Müller Dietschw 61 Lambert Penns 142 Krämer Gal 205]; Pl. Stange [verbr.]; Dim. Stängelche [mancherorts, Krämer Gal 205]; Zs.: PfWB Anwaag-, PfWB Ausreiß-, PfWB Pinsel-, Bleich-, PfWB Bohnen-, PfWB Brech-, PfWB Brunnen-, Tabaks-, PfWB Telegrafen-, PfWB Driller-, PfWB Trockel-, Trükkel-, PfWB Turn-, PfWB Eggen-, PfWB Eimer-, PfWB Eisen-, PfWB Etter-, PfWB Fahnen-, PfWB Vanillestange(n), PfWB Federstängelchen, PfWB Vogels-, PfWB Vorhang-, PfWB Forlen-, PfWB Galgen-, PfWB Gäulsgeschirr-, PfWB Gauls-, Gereih-, Gerüst-, PfWB Glocken-, PfWB Guts-, PfWB Hakel-, PfWB Haken-, PfWB Harren-, PfWB Hebel-, PfWB Hebe-, PfWB Herd-, PfWB Hopfen-, PfWB Kelter-, PfWB Kleider-, PfWB Kletter-, PfWB Kübel-, PfWB Lärmen-, PfWB Latt-, PfWB Lenk-, PfWB Leuchsen-, PfWB Loh-, PfWB Mechanik-, PfWB Mücken-, PfWB Ober-, PfWB Ofen-, PfWB Reif-, PfWB Rocken-, PfWB Schnaken-, PfWB Schrot-, PfWB Schür-, PfWB Stellbrett-, PfWB Streb-, PfWB Suckel-, Wende-, PfWB Wetter-, PfWB Wurf-, PfWB Zitter-, PfWB Zuckerstange(n). Honn Fissääls e longi Schdong fa de Debbich se klobbe! [Glass II 54]. De Gaul kummt uf e St. 'das Bein des Pferdes, das beim Beschlagen nicht stillhält, wird an eine Stange gebunden' [ KU-Schmittw/O]. Der kimmt met so re lange Stang [Ranssweiler 69]. Früher hat man über die St. geschiß, von einer primitiven Toilette [ ZW-Battw]. Un noht (nachher) 's Uflade, allo, des is mer gut von Hand gang, un do hammer so Stange angeleet [ PS-Lu'wink]. RA.: uff die St. hewe 'einen oder etwas herausstreichen, hervorheben' [ PS-Geisbg]; e scheni St. Geld 'viel Geld' [ IB-Blieskst]; e Stang Wasser ins Eck stelle 'harnen, Wasser lassen' [Land]; Stange un ken Wald 'Hochmut, Dünkel' [ ZW-Gr'bundb]; hohe Stange, kleiner Hopfen 'viel Schein, wenig Sein' [ ZW-Battw]; jemand die Stang halle 'unterstützend beistehen' [Thielen So rerre mer 111, KU-Bedb ZW-Battw RO-Lettw Messbhf [Bd. 6, Sp. 430] KL-Hirschhn Land Schandein Sprachsch. 69 Don-Schowe Torscha]. Sie halle enanner die St. 'Sie sind beide gleichstark' [ KU-Schmittw/O]. Der hot meh Stange wie Bohne [Schandein Sprachsch.]. Der hot (große, hoche, sein) Stange im Kopp, von einem mit großen Plänen, die nie zu verwirklichen sind [BZ-Dernb, mancherorts, Schandein Bav. IV,2 228 Schandein Sprachsch. 69]. Der macht Stange, von einem Putznarr gesagt [ KL-Lind]. Es traan zwää keen Wasser in enner St. 'haben Streit miteinander' [ KL-Wörsb, KU-Blaub KL-Hirschhn]. Dinn un lang macht a en St. [Fogel Prov. Penns Nr. 1601, Horne Penns 101]. Er fuchtelt (fährt) mit de St. im Newwel rum 'Er treibt unnützes Zeug' [ NW-Kallstdt, KU-Schmittw/O ZW-Ernstw NW-Hardbg]. VR.: Ri, ra, ro / de Summerdaach isch do! / De Winter isch vergange / mit Spieße un mit Stange. / Roter Wei un Brezle nei, / heit wemmer luschtich sei! [Bergz (Kamm 103)]; zum Brauchtum s. PfWB Sommertag, PfWB Stabaus. Var.: ... mit Schibbe un mit Stange / De Winter werd gefange [Wilde 269 (LA-Rhodt) Carl Pfalz im Jahr 110]. a. 1540: darzu thut das kirchspiel das holtz, item cantzel, stangen, pfoldt (Pult), sanetuhr (Sanduhr) und dergleichen [PfWeist. 531 (Flurskapelle bei KU-Ulm)]. a. 1560: sol niemand kein haag zerreissen, stangen darauß laden oder tragen [PfWeist. 562 (NW-Freinsh)]. a. 1614: vnnd was nach(her in) der achter stuben durch schultes vnndt gericht vff angehortte clagen vnndt verandtworttung vor der stangen geruget vnndt erkant würdt von freuelnn, das gehoret den fauthen zue [PfWeist. 303 (NW-Dürkh)]. — 2. Holzstange nach bes. Verwendung. a. 'die Schlafstange der Hühner', Stang [verbr. SOPf vereinzelt übrige Pf]; Dim. Stängel [ NW-Elmst Frankeck LA-O'hochstdt Siebdg BZ-Apphf Billh Dierb Eußth Kling Queichhmb W'rohrb GH-Kand Mindlach Schwegh Steinw Wind], Stängelche [ RO-Falkst LA-Venn], Stängele [ GH-Westh]; Dim. Pl. Stänglich [ BZ-Pleisw/O'hf]; Zs.: PfWB Hühner-, PfWB Hünkels-, PfWB Sitzstange; Syn. s. PfWB Hünkelsstange; s. K. 207. Die Hinkel hocken uf d'r St. (uffem Stängelche) [ RO-Falkst NW-Rödh]. Die Hinkel (Hinkle) gehn uf die St. 'gehen schlafen' [ RO-Obd PS-Rodalb LU-Dannstdt]. RA.: die St., scherzhaft für 'das Bett' [ KL-H'spey FR-Frankth]; vgl. PfWB Bett. Ich geh uf die St. 'Ich gehe ins Bett' [KU-A'glan LU-Alsh/Gr, Beam Penns 87]. Er huppst uf die Stang 'geht schlafen' [ FR-Höning]. Der geht mit de Hinkel uf die St., wenn jemand früh schlafen geht [Kaislt, ZW-Gr'bundb]. — b. 'die Abtrennung eines Viehstandes im Stall' [ LA-Edk]; Syn. s. PfWB Scheidewand. — c. 'die Stange, auf die die Würste nach dem Schlachten zum Trocknen gehängt werden' [vereinzelt]; Zs.: PfWB Fleisch-, PfWB Harst-, PfWB Wurststange. In d'r ow're Schtub e Schtang voll Werscht, / Im Schornschte geraachte Schinke [Claus 27]. RA.: Die hawwen a mäh Stange wie Worscht, von Menschen, die eingebildet sind und mehr scheinen wollen, als sie sind; wenn einer zu [Bd. 6, Sp. 431] hoch hinaus will [LU-Oggh, mancherorts ges. Pf, Feierowend Nr. 4 28. 1. 1956 S. 2 NPfGV 8/1934 Krieger 24, 48 Wilms Alph. 65]. Die hän bloß Stange un kää Wärscht, / so korze Hoor sin glei(ch) geberscht [Fuhrmann 2]. Stange im Kopp hun awwer kä Werschd fa dro, übertriebene Ansprüche stellen [Thielen So rerre mer 112, PS-Lu'wink]. Der hat große Stange un wenig Worscht for druff se henke [Hebel 22]. Das is e Iwwerspannter, der hat a meh Stange wie Werscht 'Der hat mehr Pläne, als er je verwirklichen kann' [ KL-Reichb]. Die hun Stange un nix for druf se hänke [RO-Sippf]. Der glaabt, do hänge die Stange voll Werscht 'Er glaubt, es wäre alles im Überfluß da und umsonst' [ KL-Reichb]. SprW.: Hot de Deiwel die Worscht geholt, kann er aa noch die St. hole [ NW-Haßl Spey]. — d. 'als Zeichen beim herbstlichen Schließen der Weinberge' [ RO-Ebbg Feilbg NW-Gönnh]. — 3. a. 'ein großgewachsener, hagerer Mensch' Das esch e langi St. [mancherorts VPf vereinzelt übrige Pf]; Syn. s. PfWB Gammel 1. — b. 'das menschliche Bein', scherzh. Plumps, leih ich aach uff meim Qwardier / Un strampel met de Stange [Müller Butterbärwel 11]. — c. 'männliches Glied, Penis' [Umg. des Potzberges im Glantal]; vgl. PfWB Stangenfieber; Syn. s. PfWB Schwanz 2 a. — d. 'Geschlechtsteil des Stiers' [ KL-Reichb]; Syn. s. PfWB Rute 2 d. — 4. Teil von technischen Einrichtungen. a. ' Teil der Kelter' [ KU-Lohnw]. — b. 'eiserne St. als Teil der Ackerwalze' [ PS-Geisbg FR-Albsh]. — c. 'Querverbindung am bäuerlichen Wagen zwischen den gegenüberliegenden Wagenleitern oder Seitenbrettern' [ IB-Schnapp KL-Rodb]; Pl. Stange [ ZW-Ixh]; Dim. Pl. Stängelcher [ NW-Lambr Wachh]; Zs.: PfWB Gereite-, PfWB Kopfbrett-, PfWB Kopf-, PfWB Leiter-, PfWB Quer-, PfWB Sperrstange; Syn. s. PfWB Spannholz 1 a; s. Abb. 26. — d. 'die Wagendeichsel' [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB Deichsel 1, PfWB Stangengaul; s. K. 85. — e. 'Stiel des Dreschflegels' [ KU-Bedb HB-Walsh]; Zs.: Flegel-, PfWB Schlegelstange; Syn. s. PfWB Dreschflegelsrute; s. Abb. 33. — 5. 'weißes Stäbchen zur Verstärkung in der Hemdkragenspitze'. Weiße Stängelscher fer an die Grääche [Braun Lääsebuuch 213]. — 6. 'mit Salz bestreute dünne Stange als Knabbergebäck', Stängelcher Dim. Pl. [IB-Ensh (Glass 95)]; Zs.: PfWB Salzstange. — 7. 'Hauptwurzel der Meerrettichpflanze, die als Gemüse verwendet wird' [ BZ-Dernb GH-Zeisk]; vgl. PfWB Meerrettichwurzel; Zs.: PfWB Meerrettichstange, -stengel; e St. Määredich [ KL-Weilb]. — RhWB Rhein. VIII 525; LothWB Lothr. 493 Stang; ElsWB Els. II 605.
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