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 PfWB stutzen (Bd. 6, Sp. 793)   PfWB Stutz-stein (Bd. 6, Sp. 796)   PfWB Stutz-männer (Bd. 6, Sp. 796) 
   stutzen schw.:
1. 'etwas kürzen, kürzer schneiden', stutze (dudsə) [verbr., Albrecht 123 Krämer Gal 211]; Zs.: PfWB ab-, PfWB zustutzen; e englisch gestutzte Bart [ LU-Neuhf]; de Bart (die Hoor) st. losse [ ZW-Gr'bundb]; de Schnorres gestutzt [Kraus Naube 56]; dem Gaul de Schwanz (die Mähn) st. [mancherorts]; die Bääm ('s Holz) st. 'Bäume, Sträucher zurückschneiden' [verbr.]; Laab st. 'im Weinberg Laub schneiden, Geiztriebe entfernen' [ LA-Rhodt BZ-Heuchh Pleisw/O'hf]; vgl. WKW 72; Syn. s. PfWB geizen. De Rattefänger (Hund) krieht die Ohre gestutzt [ KU-Schmittw/O LU-Altr]. Weil er zu keem Balwierer geht, / Wo em de Vollbart stutze dät [Münch Werke I 72]. RA.: die Hoor (de Bart, Schwanz un Ohre) st. 'zurechtweisen, tadeln' [ PS-Rodalb Pirmas FR-Bockh LU-Altr NW-Weish/S]; die Ohre st. 'verhauen' [ FR-Heßh]. Dem gehere die Fliechel gestutzt 'Man sollte ihn zurechtweisen' [vereinzelt, Bernhard 158 Kamm 80]. Die hot e Zung, die gehert gestutzt 'Sie redet zuviel' [ LU-Neuhf]. Der esch vumme Schneirer gestutzt 'ist verrückt' [ GH-Zeisk]. Volksgl.: Den Mädchen soll

[Bd. 6, Sp. 794]
man bei abnehmendem Monde die Haare st. [ NW-Frankeck]. —
2.
a. 'an-, zusammenstoßen', bes. vom Bock, der mit den Hörnern stößt [mancherorts VPf vereinzelt übrige Pf Mang 108 Wilde Tiere I 20 Krämer Gal 211]; Zs.: PfWB anstutzen; met de Stern 'Stirne' st. [ KU-Schmittw/O]. De Bock stutzt 'stößt mit den Hörnern' [NW-Dürkh, Schandein Sprachsch. 70]. RA.: Ich gläb, du bischt gestutzt 'verrückt' [ BZ-Dernb]. Volksbr.: zu Ostern werden hartgekochte Eier mit der Spitze aneinandergestoßen [Stoll 56, 221]. Kinderspiel: Stutze - stutze - Hammele!, dabei stößt man mit der Stirn aneinander [ KU-Bedb, Schmittw/O]. Beim Klickerspiel: das Zusammenstoßen der Kugeln [ LU-Neuhf]; unerlaubt mit der Hand nach dem Ziel stoßen [ FR-Grünstdt]; vgl. PfWB Klickerchens. —
b. 'an den Stutzstein gestoßen werden', als Zeichen der Aufnahme in die Bürgerschaft von Weisenheim am Berg, stutze [NW-Weish/B Schandein Bav. IV,2 398/99 Stoll 76]; vgl. PfWB Martini, PfWB Stutzmänner; s. O. Gödel: Mit dem Stutzen das Bürgerrecht erwerben. In: PfRh. 4/1990 20. —
3. 'mit der Zunge beim Sprechen anstoßen, lispeln' [ LA-Nd'hochstdt GH-Schwegh]. —
4. 'geschlechtlich verkehren' [ BZ-Dernb]. Er hot sie gestutzt 'begattet' [ BZ-Dernb]. —
5. 'staunen, zögern, verblüfft sein' [NW-Hardbg Haßl Spey Lambert Penns 146]. —
6. weitere Zs.: PfWB herstutzen. — RhWB Rhein. VIII 965/66; LothWB Lothr. 511; ElsWB Els. II 621.

 

 -stein m.: 'vor dem Rathaus stehender Stein, der dem Rechtsbrauch des Stutzens dient', -stein [Schandein Bav. IV,II S. 398/99]. Die Stutzmänner stoßen die Kandidaten, die in die Dorfgemeinschaft aufgenommen werden wollen, dreimal an diesen Stein [Stoll 76, 97, 123, 187, 229]; vgl. PfWB stutzen 2 b. —

 

  Stutz-männer Pl.: 'die vier ältesten Gemeinderäte, die durch Stutzen einen Fremden in die Dorfgemeinschaft aufnehmen', ein Martinsbrauch, Stutzmänner [Stoll 76, 123, 130 NW-Weish/B]; vgl. PfWB stutzen 2 b, PfWB Stutzstein.