Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 PfWB Sturm (Bd. 6, Sp. 780)   PfWB Regen-sturm (Bd. 5, Sp. 456) 
   Sturm, Sturmenm.:
1. 'heftiger Wind', Sturm (durm) [verbr. mittl. Pf nördl. und südl. VPf lothr. SWPf vereinzelt übrige Pf], Storm (dǫrm) [verbr. WPf NPf mittl. VPf vereinzelt übrige Pf], Stoorm (dōrm) [ FR-Bockh], Starm (darm) [mancherorts NWPf RO-Falkst FR-Beindh LA-Venn Mang 110 Lambert Penns 142 PennsDeitschEck 27. 5. 1939 Don-Schowe], Starem (dārəm) [RO-Feilbg Danner Penns 145], Stḁrm (dḁrm) [ KU-Kaulb RO-Bistschd], Stärm (dęrm) [ KU-Reipkch FR-N'lein], Sturem (dūrəm) [ LU-Altr], Storem (dorem) [ HB-Einöd IB-Wolfh KB-Gauh GH-Nd'lustdt]; s. K. 372; Pl. Stirm (dirm) [ KU-Diedk], Sterm (dęrm) [ LU-Alsh]; Zs.: An-,

[Bd. 6, Sp. 781]

[Bd. 6, Sp. 783]
PfWB Gewitter-, PfWB Herbst-, PfWB Hexen-, PfWB Land-, PfWB Regen-, PfWB Schloßen-, PfWB Schnee-, Wirbelsturm. 's bricht 'n St. los [ LA-Maik, vereinzelt]. Mit Regge, Schtarm un Dunner, Blitz [PennsDeitschEck 27. 5. 1939]. RA.: 's geht met St. 'schnell und mit Gewalt' [ KU-Schmittw/O]. Er hot manche St. bestann 'Gutes und Schlechtes mitgemacht' [vereinzelt]. Jetzt werd emol mit St. drangange, wenn man eine schwere Arbeit vor sich hat [ NW-Ellstdt]. Es leit St. 'Feueralarm' [ FR-Bockh SP-Harths]. SprW.: Wer Wind seet (säät), werd St. ernte 'Böses zieht Schlimmeres nach sich' [ GH-Vollmw]. Volksgl.: Regen und St. am Hochzeitstag bedeuten Unglück, Vermögensverlust und Aussterben der Familie [ KU-Wolfst KL-Morb NW-Lach]. Bei schwerem St. sagt man: 's hot sich äner ufg'hängt [ ZW-Gr'steinhs KL-Bann Erlb BZ-Dernb]. Wann der Hund sich uf der Buckel legt, gebt's St. [Fogel Beliefs Penns Nr. 1217]. Volksbr.: Brauchspruch: Unter Deinem Schirmen, / bin ich vor den Stirmen, / aller Feinde frei, Schutz für Haus und Hof [RO-Sippf]. —
2.
a. 'Streit, Schimpferei, Spektakel' [ KL-Reichb]; Syn. s. PfWB Spektakel 1. Der hot St. im Haus [ KL-Reichb]. Wann der heemkommt, dann geht der St. los [ KL-Reichb, LU-Alsh]. Mit dem Bub hun ich immer owends e St. bis er eischleeft [ KU-Obw/T]. RA.: en St. bestehe 'einen Streit überstehen' [ LA-Ranschb]. Wie im St. es er uffene los [ KL-Siegb]. —
b. 'Alkoholrausch' [verbr., Hebel 24]; Dim. Stermche (dęrmχə) [mancherorts], Stermel (dęrməl) [LA-Birkw Gommh BZ-Annw GH-Leimh, W. Wüst: Jäger aus Kurpfalz 1926 S. 72]; vgl. PfWB Stürmer 2, PfWB stürmisch 2 b; Syn. s. PfWB betrinken. Er hot e (soi) St. (Stermche) [mancherorts, L. Hartmann in: Bayerland 1933 S. 480 Kühn Kumödi 3]. E kleener St. macht dem nix [ KL-Reichb]. Un Aff' un Schtorm un Brand [Rohr 96]. RA.: Er hot e St. wie e Haus [ KU-Herschw/Petth Schmittw/O KB-Biedh LA-Roschb]. —
3. 'eine Weile, eine kurze Zeitspanne', Sturm [lothr. SWPf], Storme (dǫrmə) [IB-Ommh Nd'würzb (PfId. 137)], Sturme (durmə) [IB-Ensh, Glass II 28, 38]; Dim. Stirmche [ ZW-Schmitshs]; vgl. DWB DWb. X, IV 596 Sturm III 6. Geh als, inneme St. kumm ich noh! [ IB-Ommh]. Noh me Storme saht er zu dem alt Berschmann [Kraus Herzdrickerte 37]. Imme St. kannschde wirra kumme [ IB-Ommh]. Wart noch e St., ich kumme glich! [IB-Ensh (Glass 101)]. — RhWB Rhein. VIII 953/54; LothWB Lothr. 510; ElsWB Els. II 614; ALA II K. 341 B/C.

 

 -sturm m.: wie schd., Reenstorm [ ZW-Hornb, mancherorts]. Südhess. IV 1313.