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 PfWB Stübchen (Bd. 6, Sp. 742)   DWB stübchen (Bd. 20, Sp. 156) 
 Stübchen 'Packfaß' s. PfWB Stübich.

 

 stübchen, n., ein hohlmasz, der bildung und verbreitung nach ein nd.-md. deminutivum vgl. das obd. stübich 'packfasz', schriftsprachlich nur ganz vereinzelt auf obd. boden; mundartlich bezeugt für Holstein, Niedersachsen, Hessen, Thüringen, Pommern und Mecklenburg, in Obersachsen ausgestorben Müller-Fraureuth 2, 581b, im rheinischen anscheinend nie gebräuchlich. neben der nördlicheren form stöv(e)ken begegnet šdwichen šdibchen Hertel Thür. 239; stöbbichen Schultze nordthür. 45a; die belege reichen bis ins 13. jahrh. hinauf, im 18. jahrh. ist das wort bereits stark im erlöschen, kaum rettet es sich noch in das 19. hinüber.
als hohlmasz, vornehmlich für flüssigkeiten, meistens vier quart (auch vier schoppen, pott, kannen, masz) gleichgesetzt, näheres bei Adelung 4, 840; Krünitz ök. lex. 176, 209 sowie unten; in den wörterbüchern früh verzeichnet, auch in ihnen wird das verbreitungsgebiet deutlich sichtbar: stopa eyn stoveken Dief. nov. gl. 349b (lat.-nd. wb. von 1417); metreta stobichen gloss. 360a, stopa stubichen, stobichen u. s. w. 554b; batus ... ein masz oder ome von 9 stübichen Bas. Faber thes. (1587) 105b; duos congios vini fortis ... zwey stübichen starcks weins ebda 200a; stbichen ungefehrlich drey Straszburger masz Decimator thes. (1608) 295a; culeus ein fuder von 20 eymern ungefehr 6 stbichen nomencl. lat. germ. (Hamb. 1634) 315; vgl. weiter Reyher thes. (1668) 2, 4526; 3, 1392; Stieler (1691) 2126; 2216; Kramer 2 (1702) 918a; 1017b, weiter hinauf reichen urkundliche belege: ein stveken wyns Bremer urkunde von 1259 s. Lünig reichsarch. 9, 444; der eymer sol haben virzendehalb stubechin (1308) cod. dipl. Sax. reg. 2, 5; einen guldînen kelch, dâ ginc în wol zwei stubechîn Hermann

[Bd. 20, Sp. 157]
v. Fritzlar bei Pfeiffer myst. 1, 177, 11. am häufigsten als masz für bier und wein: dat men nein dicker beir. scholde bruwen wenn ein stoveken umme einen penning d. städtechr. 7, 143, 4 (Magdeburg); das sind unserm masz nach hundert und zehen stübichen oder sechs eimer weins J. Göritz freiburgische weinlese (1619) A 1a; von Fischart übernommen: ist gut bir, es gilt dir, liebes thier, ein stubgen oder vier Garg. 144 neudr.; ein stübchen wein (a stoop of wine) Shakesp. 2, 206. seltener mit anderen angaben verbunden: bi iii stobeken blodes chron. v. Ribnitz 155, 28. Techen; vor 2 stubichin essiges (1410) nach Crecelius 822; tzwe stibichen bottern (1446) bei Vilmar 405; gelegentlich auch ein gemäsz: so vil taubenmist als nun ungeferlich in ein halb stübichen oder unsern bleisack (s. th. 2, 101) gehet Mathesius Sarepta (1571) 170b. häufig begegnet das wort in küchen- und arzneirecepten: alsdann nim ein stübichen gar gut weinessig Bapst v. Rochlitz arzneib. (1597 f.) 88; stosz es alles klein, wie staub, und thu es in zwey stübichen essig Walther pferdez. (1658) 122; keyser Karl wasser macht man also: nimm ein stübichen des allerbesten stärckesten brandweins Hohberg georg. cur. (1682) 1, 242. in der sprache der Lüneburger sülze war stoveken das masz zum eichen der solgefäsze, früher des ammer (1 gross ammer hält 40 stoveken ...) später des kum ... als solmass diente das stoveken nicht, sondern das sal nd. jahrb. 5, 152. vereinzelt und anscheinend local enger begrenzt steht stübchen als bierkrug: er fand richtig hinter vollen 'stübchen' — hölzerne, innen verpichte kannen, aus denen man in Lichtenhayn, wie in einigen anderen nahen 'bierdörfern' einzig trinkt — die aufgesuchten Franken F. Schnabels universitätsj. 138 neudr. v. 1907; 'stübchen' eine art deckelkrug Bosse jugendz. 297; mehr ein birkenmeier, stübchen und schleifkanne, als krug Fr. L. Jahn w. 1, 448 Euler; mit dem ich so manches stübchen Lichtenhainer in Jena getrunken Scheffel ges. w. 4, 23; wenn man an ein bösz gewissen gleich ein stübichen weins geust, so find sichs doch wider Petri d. Teutschen weish. 2 C cc 6b. hierhin wohl als scherzhafte übertragung stübchen steife mütze der bairischen unterofficiere Horn soldatenspr. 68. — (weitere belege zs. f. d. wortf. 11, 206 und die register z. d. urkundenb. von Braunschweig und Hildesheim; Lexer 2, 1257.)
composita: stübchenflasche: twier stovekensvlaschen (1383) urkundenb. d. st. Hildesheim 5, 69 Döbner; ist denn das eine so grosze sache, einer stübchenflasche die jungferschaft zu nehmen (a pottle-pot's maidenhead) Eschenburg Shakesp. 7, 47. —