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| PfWB Strupp-hünkel (Bd. 6, Sp. 739) | PfWB Hünkel (Bd. 3, Sp. 1249) | PfWB Butzel (Bd. 1, Sp. 1419) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. 'Hühnerart mit bauschigem Gefieder', Strupphinkel [ Don-Schowe Torscha]. — 2. a. 'weibliche Person mit ungekämmtem, struppigem Haar' [KU-Kaulb Kus RO-Rehborn KL-Hirschhn Lind Glass Klutzkopp 106 Hussong Kirkel 147]; vgl. PfWB Straubhünkel. — b. 'schlampige, unordentliche weibliche Person' [RO-Odh, Thielen 109]. — RhWB Rhein. VIII 887.
| 1. a. = PfWB Huhn 1 a, Hink(e)l (hiŋgəl, hiŋgl), Pl. Hinkel und Hink(e)le [allg. WPf (ohne Ost-PS) NPf nördl. u. mittl. VPf, vgl. K. 207, verbr. Penns Don Gal Buch], Henkel (heŋgəl) [ IB-Aßw ZW-Maßw WD-Niedkch RO-Duchr O'hs]; Dim. Hinkelche, Pl. -cher [fast allg.], Pl. Hink(e)lich [ LA-Knöring BZ-Dierb]. Zs.: August-, PfWB Perl-, PfWB Pfau-, PfWB Brüh-, PfWB Trut-, PfWB Fleisch-, PfWB Gründonnerstags-, PfWB Hauben-, PfWB Land-, Lege-, PfWB Rauch-, PfWB Schott-, PfWB Suppen-, PfWB Welsch-, PfWB Zwerghünkel. Es gibt weiße, braune, schwarze, scheckiche, gesprenkelte H. [verbr.]. Mer hun e brieich H. 'brütendes H.' [ ZW-Wiesb]. Die H. gackern, ich muß se fidere [verbr.]. Sie dut die H. fihle, ob se Eier lege werren [ NW-Kallstdt]. Ich muß noch e H. schlachde, ausnemme, roppe [verbr.]. 's H. werd gekocht, gebroot [KL-Enkb, verbr.]. Die Gluck nemmt die Hinkelcher unner die Flitte [ KL-Matzb]. Die H. werre vum Hahn gereihert [ KL-Fischb]. Vergl. u. RA.: Der Unordentliche kummt doher wie e verroppt H. [ HB-Jägbg Kirrbg]. Er is hungrich wie 's Millers H. [ Gal-Sap]. Er sieht aus, wie wann ehm die Henkel 's Brout weggefreßt härre [ WD-Niedkch]. Sie geht erum wie e krank H. [verbr. NPf], wie e verschäächt 'verängstigtes' H. [KU-Kaulb ZW-Krähbg Heeger Tiere II 8]. Er guckt wie e scheel H. [verbr. SPf]. Er macht e Gesicht wie e H., wann's blitzt [ NW-Elmst Frankeck]. Dem geht's wie eme H., das e Ei leje will un net kann, von einem Aufgeregten [ KB-Bubh]. Die isch närrisch wie e H. vor Daa [PS-Erfw, NW-Deidh Hebel 15]. Er hot e Verstand wie e H. [ LA-Essing], e Gedächtnis wie e H. [Hebel 15]. Du hoscht e Aamooß (Augenmaß) wie e H. [verbr. Don Gal Buch]. Heitsedaags wollen die Eier g'scheider sein wie die H., von Heranwachsenden, die auf den Rat der Älteren nicht hören wollen [verbr. Gal]. Er denkt sich sein Dääl wie sell H. 'hält sich mit seinem Urteil zurück' [Kaislt]; der RA. liegt folgende Begebenheit zugrunde: Eine [Bd. 3, Sp. 1250] Frau kommt auf dem Markt an einem unentwegt schwatzenden Papagei vorbei und fragt den ein H. feilbietenden Bauern: Kann des H. net redde? Darauf antwortet der Bauer: Nää, des denkt sich sein Dääl. Dumme Leute geben de Hinkle Haai, un 'm Sääbock Wasser [ HB-Schwarzack]. Sie gehe mit de H. schloofe (uf die Stang) [KU-Trahw Kaislt, verbr., auch Don Gal Buch]. Der Friedfertige dut käm H. eppes [ KL-Siegb]. Ich wollt, ich wär e H.: morjens dät ich mein Ai lehe un ging dann de ganze Dag met'm Gockel spazeere [NPfGV Nr. 3/1926]. Wann die H. net lehe, muß mer'ne uf die Schwänz kloppe [ KU-Schmittw/O]. Sollen anwesende Kinder ein verfängliches Gespräch nicht mithören, so warnt man den Gesprächspartner: Still, die Hinkle kratze am Stroh [ Don-Gottlob]. Des kratzt kee H. mehr aus 'Das erfährt niemand' [ LU-Muttstdt]. Scherzh. Gespräch: O weh, 's kummt raus! — Was dann? — 's H. aus'm Hihnerhaus [ LA-Essing]. Neckreim für den Ort Kottweiler-Schwanden: Kottweiler-Schwane, do krähn die Hinkle wie die Hahne [ KL-Miesb]. SprW.: Nit alle Hinklich gäckse, wann se e Ei gelecht hawwe [LA-Impfl]. Nix is schlimmer, als wann e alt H. glucksich werd, von einem älteren Mädchen, das den Männern nachläuft [Krieger 12]. E blinn H. findt a mol e Kernche [Rockhs, verbr., auch Don Gal Buch Rußl]. E g'scheit H. legt aach emol newe 's Nescht [verbr. NPf, auch Don Gal Buch Rußl]; Var. s. Hebel 48. Wu die H. ausgebriht werre, dort welle sie aa schloofe [Penns]. Aus gebackene Eier gebt's ke H. [ PS-Saalstdt]. Määre (Mädchen), wo peife, Hinkele, wo krähe, soll mer zum Dorf enausjääe (hinausjagen) [ KL-Reichb], soll mer beizeide die Häls rumdrehe [verbr. Don Gal Buch Rußl Buffington-Barba Penns 97]; Var. s. PfWB Pfarrer 1. BR.: Wann sich die H. lause, gebt's Reen [ KU-Wahnwg Bedb KL-Wörsb ZW-Battw Käshf]. Wann die H. uf die Bääm fliehn, gibt's Rege [ PS-Vinn]. Wann sich die H. frih roppen 'die Federn ausrupfen, mausern', gebt's e harter Winder [ KL-Heilmosch]. Volksgl.: Wann en H. kräht, gebt's en Leicht 'Beerdigung' [Fogel Beliefs Penns Nr. 528]. Warze reibt mer mit Blut vu'me ganz schwärze H. [ebd. Nr. 1677]. Scherzh. Rat für eine Frau, die ihren Mann loswerden möchte: Du e schwarz H. ins Kloschter un loß'n dotbere (totbeten) [ LU-Böhl]. Die schwarz Katz, das schwarz H. sell (soll) kään Bauer aus'm Haus losse [ NW-Geinsh]. Rätsel: Was guckt 'me halwe H. gleich? 'Was sieht so aus wie ein halbes H. ? — Die anner Hälft [Horne Penns 105]. VR. s. PfWB Bippel 2 c, PfWB popeia. Scherzh. Heilsegen: Hääle, hääle, Sege, 's Kätzche sitzt uf'm Stege, 's Hinkelche uf de Mischt; 's wääß kään Mensch, was an deim Fingerche is [ KU-Diedk]. Einen AR. s. PfWB eins 1. a. 1522: 1 malter gersten mit den jungen hynckelln vffgangen des jars [Bd. 3, Sp. 1251] [LandsbgKellR]. — b. wild lebende Hühner s. PfWB Bläß-, PfWB Fasanen-, PfWB Feld-, PfWB Reb-, PfWB Wasserhünkel. — 2. übertr. a. 'einfältige Frau', zumeist in Verb. mit bestimmten Adj.: e ääbsch H., von einer Ungeschickten [Kaislt]; e aldes H. [ PS-Fehrb]; e dumm H. [BZ-Rinnth, verbr.]; e närrisch H. [KL-Siegb, verbr.]; e verfrornes H. 'wer leicht friert' [GH-Vollmw, verbr.]; e verliebt H. [ KU-Bedb]; e verschloofe H. 'Schlafmütze' [ KB-Gauh]; vgl. PfWB Huhn 2. Zs. PfWB Frier-, PfWB Kraut-, PfWB Schnapp-, PfWB Strupp-, PfWB Stubenhünkel. — b. α. die Gluck met de Hinkelcher 'Siebengestirn' [ HB-Kirrbg]. — β. Hinkle 'Tannenzapfen' [Wilde 124]. — γ. Hinkelcher 'Kiefernzapfen' [ KL-Ottbg Schneckhs]. Zs. PfWB Bibhünkel. Syn. s. PfWB Butzel1 4. — c. s. PfWB Geschwisterhünkel. — Südhess. III 814 ff.; RhWB Rhein. III 984 ff.; LothWB Lothr. 243; ElsWB Els. I 346; Bad. II 795.
| 1. 'Schwein', Kinderspr., Butzel (budsəl) [mittl. u. südl. VPf Heeger Tiere I 18 [Bd. 1, Sp. 1420] PfId. 29]; 'junges Schwein' [ebd.]; vgl. PfWB Ferkel, Zs. PfWB Saubutzel; Schmeichelname für das Schwein [ebd.]; vgl. PfWB Butz1 1. — 2. 'unreinliches, unfolgsames Kind', Scheltwort [PS-Bobth BZ-Schweig Rechtb Kühn Hamet 101]. — 3. 'Tintenklecks' [ NW-Dürkh LA-Venn]; vgl. PfWB Butz2 8. — 4. 'Kiefernzapfen', Butzel, Pl. Butzle u. Butzlich [mittl. u. südl. VPf, s. K. 74], Putzel [ BZ-O'schlettb V'weidth], Butzelcher [Hombg]; Butzle roppe 'Samenzapfen brechen' [ GH-Büchbg]. Syn.: PfWB Bib 2, PfWB Bibhünkel, PfWB Bummer 1, PfWB Puppenhähnlein, Forlebib, -butzel, PfWB Gackel, PfWB Gickel, PfWB Gockel, PfWB Glucke, PfWB Gutzel, PfWB Hahn, PfWB Hahnengockel, Hahngikkel, PfWB Hoppel, PfWB Hünkel, Hussau, PfWB Hutzel, Kätzchen, Kienhahn, Klöbchen, PfWB Kunenböcklein, -bummer, PfWB Krachel, PfWB Sau, PfWB Saubutzel, PfWB Schaf, PfWB Surr, PfWB Wutz, PfWB Zapfen. Vielerorts, bes. in der VPf, bezeichnet das Wort den Zapfen von jedem Nadelholzbaum. Nach Wilde 59 heißen die Fichtenzapfen in NW-Hamb grouße Butzele. Bertram 152/53 verzeichnet Butzl 'kleiner Fichtenzapfen'. Zs. PfWB Tannen-, PfWB Fichten-, PfWB Forlenbutzel. — 5. 'Hagebutte' in den Zs. PfWB Hafer-, PfWB Hagebutzel. — Südhess. I 1268/69; Bad. I 388/89; Schwäb. I 1571.
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