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 PfWB strupfen (Bd. 6, Sp. 735)   PfWB Grete (Bd. 3, Sp. 432) 
   strupfen, strüpfenschw.:
1. 'streifend überziehen oder abstreifen', von Kleidung, Haut der Tiere, Blättern usw., struppe (drubə) [Lambert Penns 145], strippe (dribə) [verbr., Andre 124 Höh 59 Müller Dietschw 63 PfId. 138 Lambert Penns 145 Krämer Gal 210], streppe (drebə) [ KU-Altkch O'alb WD-Niedkch HB-N'alth Walsh IB-Rohrb]; Zs.: ab- 1, an-, aus-, darüber-, herum-, herunter-, hinauf-, über-, um-, PfWB zusammen-, PfWB zurückstrüpfen; sich st. 'sich ausziehen, die Kleider wechseln', bes. wenn man naß geworden ist [ZW-Bottb, verbr.]; die Kleeder iwer die Ohre st. [ BZ-Albw]; Laab st. 'Laub abstreifen zur Futtergewinnung im September' [ KL-Gerhbn PS-Heltbg]; Welschkarn st. 'Maiskolben entblättern' [Lambert Penns 145]; Kleesame st. 'den Samen vom Klee abstreifen' [ BZ-Dernb]; Duwack st. 'Tabak von den Stengeln abstreifen' [Beam Penns 90]; Kersche st. 'Kirschen ohne Stiele abstreifen' [ BZ-Dernb]. Die Heidelbeeren werden gestrippt [Wilms Alph. 52].

[Bd. 6, Sp. 736]
Die Wäsch es gestrippt 'nur glattgestrichen, aber nicht richtig gebügelt' [ KB-Kriegsf]. Wann's orich naß is, muß mer die Grumbeere st. 'muß man den anhängenden Schmutz mit der Hand abstreifen' [ KU-Schmittw/O]. 's Kind hat die Worscht g'strippt 'das Wurstfüllsel aus dem Darm herausgestreift' [ BZ-Dernb]. Wann's net veel Fuurer (Futter) gibt, gihn die Leit in de Wald un strippe Läib (Laub) [ KU-Schmittw/O]. Un wie ehr vor Staune gar 's Mailche ufgeht, do stripp ich ehr was an de Finger [PfRSch. 7. 1. 1927]. Wie bischde dann widder gestribbd? 'gekleidet' [Hussong Kirkel 147]. Ich bin so geschwitzt, daß ich mich st. 'umkleiden' muß [ IB-Ommh]. Ich bin in e Gewirrer ninkumm, wie ich hääm sin kumm, han ich mich misse st. von Kopp bis zu Fuß [ KU-Börsbn]. Stribb die Blus grad iwer de Kopp [Wilms Alph. 52]. RA.: eem 's Fell (die Haut) iwer die Ohre (de Kopp) st. 'jemanden übervorteilen, wirtschaftlich ausbeuten, ihn finanziell ruinieren' [ KU-Bedb, mancherorts]; 's Koppgestell st. 'Bankerott machen' [ KU-Eschau]; sich st., dass. [ KU-Kaulb]. Er strippt de Wammes ääbsch an, dass. [Hebel 24]. Einen VR. s. PfWB Grete 1 a. a. 1798: in der Bruchhöll Laub gestrüpft ... in der Obergeilbach Laub gestrübt [StArch. Kus, Beilagen zu den Gemeinderechnungen Nr. 25]. —
2.
a. 'melken' [ WD-Niedkch HB-Kirrbg KB-Kriegsf]; die Gaaß st. [ KB-Kriegsf]. VR.: Hopperlobopp, Modder koch Sopp! / Wannde käi Milch hascht, / dann streppde (stripp dir) de Bock [ WD-Niedkch]. —
b. 'Tanzmusik spielen', pfälz. Musikantenspr., strippe [Bei uns daheim 19. 5. 1926]. —
c. 'die Stoppeln erstmalig flach pflügen' [NPf (Klein Wag. 121)]; vgl. PfWB stürzen 3 c. —
d. 'beim Durchziehen durch eine Öffnung an den Seiten schleifen, hängenbleiben' [ KB-Kriegsf]. De Wickel strippt sich 'Der Heuwickel geht beim Befördern in die Höhe nicht glatt durch das Scheuerloch' [ KB-Kriegsf]. —
e. 'scheuern, schrubben', struppe (drubə) [ BZ-Dörrb]; vgl. PfWB schruppen, PfWB strupfern. —
f. 'stoßen', struppe [ KU-Reichsth]; wohl aus stupfen.
3. 'das Wild in Schlingen fangen', strippe [ KU-Wahnwg]; vgl. PfWB Strupf 1. —
4. 'jemandem eine herunterhauen, einen Schlag versetzen, hauen, ohrfeigen' [verbr.]; Zs.: PfWB abstrüpfen 2; Syn. s. PfWB verhauen, PfWB ohrfeigen. Ich stripp der ään! [ KL-Reichbstg]. Ich han em eeni gestrippt [ HB-Schwarzack]. Er hot e paar gestrippt kriet [ KU-Elzw]. —
5.
a. 'jemanden beim Spiel ausnehmen, ihm alles, bes. alle Klicker abgewinnen' [mancherorts]; Syn. s. PfWB abgewinnen. Er is g'strippt [ KB-Kerzh]. Den hammer g'strippt [ RO-Börrstdt]. Mer hun en gestrippt [ RO-Als]. Er hat ne beim Kartespiel gestribbt [Wilms Alph. 52]. Die große Buwe strippe die kläine, beim Klickerspiel [ KU-Schmittw/O]. —
b. 'jemanden geschäftlich übervorteilen, finanziell ruinieren' [ IB-Blieskst PS-Geisbg LA-Herxh]. Er is gestrippt 'hat kein Geld mehr' [ PS-Geisbg]. —
c. '(fremden) Gänsen die Schwungfedern heimlich herausziehen' [LA-Impfl Land]. —
d.

[Bd. 6, Sp. 737]
'stehlen, entwenden', strippe [verbr., Glass 99 Thielen 108]; Syn. s. PfWB stehlen. Sie hen Obs im Feld g'strippt [ BZ-Dernb]. Sie hemmer (haben mir) die Beere (Birnen) g'strippt [ LA-Venn]. —
6. 'jemandem die Meinung sagen, ihn kritisieren, zurechtweisen', strippe [KU-Bedb Nerzw O'staufb Rutsw/G Schmittw]. Ich hon 's em gestrippt [ KU-Nerzw]. Die mit ehrem freche Maul muß jere (jeden) st. [ KU-Schmittw/O]. — Mhd. strupfen 'streifen, abrupfen' ( Lexer Lexer II 1255). — RhWB Rhein. VIII 842 ff. strippen, 888/89 struppen; LothWB Lothr. 507 strippen; ElsWB Els. II 634.

 

   Grete f., n.:
1.
a. 'Kurzform zum VN. Margarethe', Gret (grēd) [verbr.]; Dim.: Gretche [verbr. WPf NPf], Gred(e)l [verbr. VPf Ost-PS], Grerel [mancherorts bes. VPf], Grel (-ē-) [ LA-Nd'hochstdt BZ-Dierb]. Vergl. u. RA.: Die es angezoo wie 'm Narr sein Gretche [ KU-Kaulb]. Die is gemuschdert wie 's Grerel im Herbscht [ KU-Brück]. Der Geizige stellt sich dran, mer mänt grad, 's wär de arm Gret ehr Bu [Kaislt]. SprW.: Mer loßt die Gret nit alleen [ KB-O'wies]. VR.: 's Häns'che sitzt am Fenschter un flickt an seine Schuh. Do kummt des Nachbars Gretche un guckt dem Häns'che zu. »Ach Häns'che, wann de heirate witt, do heirat numme mich; ich han e blanke Daler, der langt fer mich un dich. Un wann mer dann verheirat sin un han noch gar keen Haus, do hocke mer uns in de Henkelkorb un gucken owe raus.« [Feierowend Nr. 8/1950, S. 5]. Hänsel un Gredel, des ware zwaa Leit; Hänsel, fliech fort, Gredel du aa; Hänsel, kumm willer (wieder), Gredel, du aa! [ LU-Altr]. Ich un mein Gret kenne schien danze; sie met'm Berrelsack, ich met'm Ranze [ KU-Kaulb]; Var. s. PfWB Bettelsack. Gretche, mein Mädche, was duschde? Ich sitze am Owe un huschde. Ich kehre das Haus un strippe die Maus un mache meim Kindche paar Händschelcher draus [ Gal-Schönth]. Weitere VR. s. PfWB ätsch, PfWB Bach (I 502 Z. 8), Petersilie (I 744 Z. 4), Pfad 2, PfWB vernähen 2 a, PfWB Floh (II 1468 Z. 20). —
b. 'einfältiges Frauenzimmer'. Das is mol e Gret [ KB-Kriegsf], e dumm G. [RO-Dielkch, verbr.], e tappichi G. [Land], e närrische G. [ LA-Wollmh], e dorich (törichte) G. [ HB-N'alth]. Zs.: PfWB Platsch-, PfWB Pfusch-, PfWB Floh-, PfWB Gänse-, PfWB Gnuster-, Heiden-, Herdstein-, Kir-

[Bd. 3, Sp. 433]

[Bd. 3, Sp. 435]
ben-, Lumpen-, PfWB Muster-, PfWB Schnapp-, PfWB Zahnweh-, PfWB Zottelgrete.
2.
a. Katzenname, Gredel [verbr.]; Hundename, Grerel [ ZW-Käshf]; Kuhname [verbr.]. —
b. in Blumennamen für Margerite (Nigella damascena): Gretche (Gredl, Grerel) im Grine [verbr.]; G. hinner de Heck, uf de Heck [verbr.]; G. im Busch [verbr.]. Zs. PfWB Heckengretel. —
c. s. PfWB Tanzengretel, Lehmgretchen, PfWB Schwabengrete. — RhWB Rhein. II 1392 ff.; LothWB Lothr. 215; ElsWB Els. I 285; Bad. II 469/ 70.