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 PfWB stribitzen (Bd. 6, Sp. 700)   PfWB strupfen (Bd. 6, Sp. 735)   PfWB Stribb-jacke (Bd. 6, Sp. 700) 
   stribitzen schw.: 'stehlen, entwenden', stribitze (driˈbidsə) [ RO-Dörnb KL-Weilb PS-Glashtt BZ-Dernb], striwitze (driˈwidsə) [ KB-Kriegsf LU-Oggh BZ-Heuchh]; Syn. s. PfWB stehlen. — Kreuzung aus strippe (s. PfWB strüpfen) und PfWB stibitzen 1.

 

   strupfen, strüpfenschw.:
1. 'streifend überziehen oder abstreifen', von Kleidung, Haut der Tiere, Blättern usw., struppe (drubə) [Lambert Penns 145], strippe (dribə) [verbr., Andre 124 Höh 59 Müller Dietschw 63 PfId. 138 Lambert Penns 145 Krämer Gal 210], streppe (drebə) [ KU-Altkch O'alb WD-Niedkch HB-N'alth Walsh IB-Rohrb]; Zs.: ab- 1, an-, aus-, darüber-, herum-, herunter-, hinauf-, über-, um-, PfWB zusammen-, PfWB zurückstrüpfen; sich st. 'sich ausziehen, die Kleider wechseln', bes. wenn man naß geworden ist [ZW-Bottb, verbr.]; die Kleeder iwer die Ohre st. [ BZ-Albw]; Laab st. 'Laub abstreifen zur Futtergewinnung im September' [ KL-Gerhbn PS-Heltbg]; Welschkarn st. 'Maiskolben entblättern' [Lambert Penns 145]; Kleesame st. 'den Samen vom Klee abstreifen' [ BZ-Dernb]; Duwack st. 'Tabak von den Stengeln abstreifen' [Beam Penns 90]; Kersche st. 'Kirschen ohne Stiele abstreifen' [ BZ-Dernb]. Die Heidelbeeren werden gestrippt [Wilms Alph. 52].

[Bd. 6, Sp. 736]
Die Wäsch es gestrippt 'nur glattgestrichen, aber nicht richtig gebügelt' [ KB-Kriegsf]. Wann's orich naß is, muß mer die Grumbeere st. 'muß man den anhängenden Schmutz mit der Hand abstreifen' [ KU-Schmittw/O]. 's Kind hat die Worscht g'strippt 'das Wurstfüllsel aus dem Darm herausgestreift' [ BZ-Dernb]. Wann's net veel Fuurer (Futter) gibt, gihn die Leit in de Wald un strippe Läib (Laub) [ KU-Schmittw/O]. Un wie ehr vor Staune gar 's Mailche ufgeht, do stripp ich ehr was an de Finger [PfRSch. 7. 1. 1927]. Wie bischde dann widder gestribbd? 'gekleidet' [Hussong Kirkel 147]. Ich bin so geschwitzt, daß ich mich st. 'umkleiden' muß [ IB-Ommh]. Ich bin in e Gewirrer ninkumm, wie ich hääm sin kumm, han ich mich misse st. von Kopp bis zu Fuß [ KU-Börsbn]. Stribb die Blus grad iwer de Kopp [Wilms Alph. 52]. RA.: eem 's Fell (die Haut) iwer die Ohre (de Kopp) st. 'jemanden übervorteilen, wirtschaftlich ausbeuten, ihn finanziell ruinieren' [ KU-Bedb, mancherorts]; 's Koppgestell st. 'Bankerott machen' [ KU-Eschau]; sich st., dass. [ KU-Kaulb]. Er strippt de Wammes ääbsch an, dass. [Hebel 24]. Einen VR. s. PfWB Grete 1 a. a. 1798: in der Bruchhöll Laub gestrüpft ... in der Obergeilbach Laub gestrübt [StArch. Kus, Beilagen zu den Gemeinderechnungen Nr. 25]. —
2.
a. 'melken' [ WD-Niedkch HB-Kirrbg KB-Kriegsf]; die Gaaß st. [ KB-Kriegsf]. VR.: Hopperlobopp, Modder koch Sopp! / Wannde käi Milch hascht, / dann streppde (stripp dir) de Bock [ WD-Niedkch]. —
b. 'Tanzmusik spielen', pfälz. Musikantenspr., strippe [Bei uns daheim 19. 5. 1926]. —
c. 'die Stoppeln erstmalig flach pflügen' [NPf (Klein Wag. 121)]; vgl. PfWB stürzen 3 c. —
d. 'beim Durchziehen durch eine Öffnung an den Seiten schleifen, hängenbleiben' [ KB-Kriegsf]. De Wickel strippt sich 'Der Heuwickel geht beim Befördern in die Höhe nicht glatt durch das Scheuerloch' [ KB-Kriegsf]. —
e. 'scheuern, schrubben', struppe (drubə) [ BZ-Dörrb]; vgl. PfWB schruppen, PfWB strupfern. —
f. 'stoßen', struppe [ KU-Reichsth]; wohl aus stupfen.
3. 'das Wild in Schlingen fangen', strippe [ KU-Wahnwg]; vgl. PfWB Strupf 1. —
4. 'jemandem eine herunterhauen, einen Schlag versetzen, hauen, ohrfeigen' [verbr.]; Zs.: PfWB abstrüpfen 2; Syn. s. PfWB verhauen, PfWB ohrfeigen. Ich stripp der ään! [ KL-Reichbstg]. Ich han em eeni gestrippt [ HB-Schwarzack]. Er hot e paar gestrippt kriet [ KU-Elzw]. —
5.
a. 'jemanden beim Spiel ausnehmen, ihm alles, bes. alle Klicker abgewinnen' [mancherorts]; Syn. s. PfWB abgewinnen. Er is g'strippt [ KB-Kerzh]. Den hammer g'strippt [ RO-Börrstdt]. Mer hun en gestrippt [ RO-Als]. Er hat ne beim Kartespiel gestribbt [Wilms Alph. 52]. Die große Buwe strippe die kläine, beim Klickerspiel [ KU-Schmittw/O]. —
b. 'jemanden geschäftlich übervorteilen, finanziell ruinieren' [ IB-Blieskst PS-Geisbg LA-Herxh]. Er is gestrippt 'hat kein Geld mehr' [ PS-Geisbg]. —
c. '(fremden) Gänsen die Schwungfedern heimlich herausziehen' [LA-Impfl Land]. —
d.

[Bd. 6, Sp. 737]
'stehlen, entwenden', strippe [verbr., Glass 99 Thielen 108]; Syn. s. PfWB stehlen. Sie hen Obs im Feld g'strippt [ BZ-Dernb]. Sie hemmer (haben mir) die Beere (Birnen) g'strippt [ LA-Venn]. —
6. 'jemandem die Meinung sagen, ihn kritisieren, zurechtweisen', strippe [KU-Bedb Nerzw O'staufb Rutsw/G Schmittw]. Ich hon 's em gestrippt [ KU-Nerzw]. Die mit ehrem freche Maul muß jere (jeden) st. [ KU-Schmittw/O]. — Mhd. strupfen 'streifen, abrupfen' ( Lexer Lexer II 1255). — RhWB Rhein. VIII 842 ff. strippen, 888/89 struppen; LothWB Lothr. 507 strippen; ElsWB Els. II 634.

 

 Stribb-jacke s. Strüpfjacke.