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 PfWB Streusel (Bd. 6, Sp. 698)   PfWB Ribbel (Bd. 5, Sp. 520) 
   Streusel n. (f.): 'Material, das als Streulager für das Vieh dient', um 1930 meist aus Stroh und Strohabfällen, in früheren Zeiten oder in ärmeren Gegenden jedoch auch häufig aus Laub, Abfall von Nadelbäumen, Heidekraut, Moos, Ginster, zerhackten Fichtenzweigen oder minderwertigem, schilfigem Gras; das Wort wird bisweilen nur auf Waldstreu bezogen, Straasel (drāsəl) [RO-Börrstdt PS-Bundth Busbg Heltbg KB-Kriegsf FR-Bobh Mühlh LU-Altr, Bertram § 156], Straaisel (drāisəl) [ KL-Reichb], Strausel (drausəl) [KU-Dietschw ZW-Marthh RO-Lettw KL-Bann Gerhbn Krickb Lind Ramst Schneckhs PS-Claus Geisbg Ruppw Schmalbg KB-Marnh, Müller Dietschw 63 Wilde 295], Strauwsel (drauwsəl) [ KL-Weltb], Strääsel (dręsəl) [verbr. VPf mittl. WPf mittl. SPf RO-Als H'stätt Obd, Heeger Südostpf. 13 Schandein Bav. IV,2 246, 396 Schneckenburger 31 Wilde 18, 99, 292, 295], Streisel (draisəl) [ PS-Gersb BZ-Bergz]; Pl. nicht gebräuchl.; der 1842 in LA-Wollmh geborene August Keiler gibt seiner 1906 herausgegebenen Mundartgedichtsammlung den Titel Schdrääsel. Gen. f. nur NW-Freinsh gemeldet; vgl. PfWB Streu 1, PfWB Streuens, PfWB Streuwerk; Zs.: PfWB Schüffel-, PfWB Waldstreusel; St. schärre 'Laubstreu zusammenrechen' [ KL-Stelzbg]. Mir gehn (fahre) ins St. 'Wir gehen (fahren) in den Wald Laubstreu sammeln' [ NW-Elmst]. Er kummt ausm St. 'Er hat im Wald Streuwerk gesammelt' [ GH-Hördt]. Der fährt

[Bd. 6, Sp. 699]
in de Wald St. hole [ PS-Hintwdth]. In wellem Schlagg dun ehr 'n St. mache? 'In welchem Waldschlag sammelt ihr Laubstreu?' [ NW-Freinsh]. Wer soll de Plugg im Acker fehre? / Wer holt das Sträsel, haut das Holz? [Schandein Ged. 87]. Emezze schlääfen dabber St. / zu ehre Kinner in die Burg [Fuhrmann 5]. Vk.: »Das Sträßel darf nur am Sträßeltag von Bürgern der Gemeinde geholt und an niemanden verkauft werden« [Wilde 295]. a. 1540: Item, wan unser lieben frauen tag, genannt Herdermesz, für kumpt, so hat macht ein ieder gemeinsmann ein tag strauszel zu machen in dem bruch. Item nach sant Michels tag mag der arm mann etwas gewinnen von hau oder strauszel uf der gemein, das hat er recht und macht uf der almud [Grimm Weist. VI 413 (GH-Leimh)]. RhWB Rhein. VIII 829/39; ElsWB Els. II 623.

 

   Ribbel, Riebelm., f.:
1.
a. 'durch Ribbeln entstehendes Klümpchen, Krümel', Riwwel, meist Pl.: Riwwele [verbr., auch Don Gal Buch, Lambert Penns 125], Riwwle [mancherorts mittl. u. südl. VPf], Riewele [ PS-Fehrb], Dim. Riwwelche [ KL-Siegb Don-Tscherwk]; vgl. PfWB Brosel1 1; Zs.: PfWB Brotribbel. Do sin grad die Riwwele abgange

[Bd. 5, Sp. 521]
(von abrollenden Hautschuppen bei einer überfälligen Körperreinigung) [ GH-Zeisk]. RA.: e Riwwel 'eine kleine Menge, ein bißchen' [NW-Dürkh, mancherorts, Schneckenburger 59 Siebenlist 36]; e Riwwelche [ Gal-Dornf]; vgl. auch PfWB Prise1. Ich han noch kan R. geß (kriet) 'noch nicht das Geringste gegessen (bekommen)' [ KU-Kaulb, Schmittw/O]. —
b. insbes. 'mit den Händen oder auf dem Reibeisen geriebener Teig als Suppeneinlage oder Kuchenstreusel' [verbr., auch Auslandspfälzer, Heeger Südostpf. 16 Lambert Penns 125 Krämer Gal 175]; vgl. PfWB Brosel1 2, PfWB Streusel; Zs.: PfWB Eier-, PfWB Mehlribbel; Millichsupp mit Riwwele [ LA-Gommh]; vgl. PfWB Ribbelsuppe. In die Worschtsupp kummen Riwwele [ NW-Haßl]. —
2. 'Falten im Bettuch', Riwwele [ NW-Dürkh]. — F.: Genusangaben: m. KL-Matzb GH-Schwegh PfId. 116, f. KU-Kaulb Schmittw/O BZ-Annw Lambert Penns 125 Krämer Gal 175. — Südhess. IV 1386/87; RhWB Rhein. VII 383/84; ElsWB Els. II 219.