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 PfWB streuen (Bd. 6, Sp. 697)   PfWB be-trügen (Bd. 1, Sp. 749)   PfWB schwarz (Bd. 5, Sp. 1564) 
   streuen schw.: 'etwas verteilen, gleichmäßig ausstreuen', straae (drāə) [mancherorts östl. NPf LU-Altr, PfId. 138 Krämer Gal 209], straaie (drāiə) [Mang 135], straue (drauə) [mancherorts WPf LU-Limbghf NW-Frankeck Höh 62, 85 Glass II 54 PfId. 138 Don-Schowe Torscha Tscherwk Krämer Gal 209], (drāuə) [KU-Brück Diedk Neunkch Roth KL-Heimkch, Christmann Kaulb 25, 67 Henn Mda.-Int. 105 Müller Dietschw 63 Buch-Illisch], strauwe (drauwə) [ KL-Weilb Weltb], (drāuwə) [ KL-Stelzbg], straawe (drāwə) [KU-Adb Föckbg Hundh, Mang 133], strääe (drə) [verbr. VPf RO-Als Obd, Bertram § 193 PfId. 138 Lambert Penns 144], stree'e (drēə) [vereinzelt VPf, Beam Penns 97], strääje (drjə) [ LU-Muttstdt NW-Wachh]; Part. Perf. gestraat [östl. NPf, Krämer Gal 209], g(e)straut [WPf], g(e)sträät [VPf]; Zs.: PfWB darüber-, PfWB ver-, PfWB ein-, PfWB hinstreuen; Dinger st. 'Kunstdünger st.' [Land]; die Wies st. 'Dünger auf die Wiese st.' [ IB-Ensh]; Äscht verhaue for se straue 'Fichtenäste zu Streu hacken' [Zweibr]. Demorje misse ma Salz st., 's isch spichelglatt druss [IB-Ensh (Glass II 54)]. Die Stubb werd mit Sand g'sträät (vgl. PfWB Silbersand), um 1930 schon veraltet [ LU-Opp]. Un straat die Soot dei Hand, dann geh ich mit deer mit [Zeitw. Gal 1954 13]. Wann schlecht Luft in de Stubb is, verbrennt mer Appelschale un straut Zocker druf [ KU-Schmittw/O]. RA.: Sand in d' Aage st. 'jemanden (mit entsprechenden Reden) ablenken, hinter das Licht führen, betrügen' [ NW-Geinsh, mancherorts]; Syn. s. PfWB betrügen. Do muß mer Äsch st., sagt man, wenn ein seltener Gast zu Besuch kommt [mancherorts Gal Buch]. Scherzhafter Rat, einen Hasen, Vogel zu fangen: Muscht em Salz ufs Schwänzel (uf die Pritsch) st. [LA-Nd'hochstdt, mancherorts, Schandein Sprachsch. 71]. Der Katz is bald (hordich) gestraat 'Die Angelegenheit ist schnell zu erledigen' [ KB-Kriegsf, mancherorts Don Gal Buch]. Volksbr.: In der Nacht zum ersten Mai werden den Mädchen Maisträuße gesteckt, unbeliebten oder verrufenen Mädchen wird dagegen Häcksel gestraat oder Kalk gespritzt [ RO-Mannw, mancherorts]. Bei Fronleichnamsprozessionen streuen Mädchen Blumen auf den Weg [ GH-Schwegh, mancherorts]. a. 1483 (erneuert 16. Jh.): Item strauwet eyn becker zu viel mels (Mehls) under das brodt [PfWeist. 167 (FR-Bockh)]. a. 1573: iren pferden schön strauwen vnd warm stellen [PfWeist. 278 (KB-Dreis)]. a. 1721-84 (aus einem Rezept gegen Gliederschmerzen): Von diesem Pulfer darauf gestraut [Kirchenbuch für das Gericht KL-Katzw und Weilb]. RhWB Rhein. VIII 826/27; LothWB Lothr. 504, ALLG I 294; ElsWB Els. II 622, ALA II 42;

[Bd. 6, Sp. 698]
MRhSA I 73.

 

   be-trügen st.: wie schd., betrie, -trije, -triche, -trige, s. F. [allg.]. Met dem Gaul bischde bescheß un betroo 'doppelt betrogen' [ KU-Schmittw/O]. SprW.: Die Leit wolle betroge sei [Fogel Prov. Penns 108]. VR.: Hoscht dei Bindel ufgepiddelt un bischt heemgetriddelt; werrscht Mutter un Vatter onlie un die Kih im Stall betrie — riefen die Buben in Neu-Chrusno (Galizien) den Mädchen zu, die mit einem zu kleinen Grasbündel heimgingen. Syn.: PfWB abrahmen, PfWB anschwindeln, auf den Apfel setzen, ausschmieren, bäen, balbieren (über den Löffel); PfWB bedudeln, PfWB -gockeln, PfWB -gocksen, PfWB -gumpeln, PfWB -kohlen, PfWB -kümmeln, PfWB -luchsen, PfWB -mogeln, PfWB -rußen, PfWB -scheißen, PfWB -schmuggeln, PfWB -schummeln, PfWB -schwindeln, PfWB -tappeln, PfWB -token, PfWB -toren, PfWB -treiben (Beschiß), -tuppen; PfWB Beschiß treiben, petschieren, pinseln, prellen, pritschen, Bündel aufhängen, drankriegen, drüberziehen; einlacken, -seifen, -wickeln; foppen, führen (hinters Licht), gocksen, halten (zum besten), hauen (übers Ohr); PfWB hereinlacken, PfWB -legen, PfWB -schmieren; PfWB herumführen (an der Nase), PfWB -schmieren; PfWB hineinlegen, -tunken; PfWB hintenherummachen; PfWB hinterführen, PfWB -gehen, PfWB -kommen; PfWB holen, PfWB kohlen, PfWB lackieren; PfWB machen, PfWB schwarz (weiß) machen; Fisimatenten (Kuschemucke, Rauch in den Sack, Schikanen, Mengenges, Schmu, Schwindel, Unterschlagung) machen; mauscheln, mogeln, muscheln, mutscheln, neppen, rasieren, Säcke voll geben, schieben, schikanieren, Rotz an die Backen schmieren, Haare schneiden, Schnippchen schlagen, schwindeln, schummeln, streichen, Sand in die Augen streuen; überfordern, -tölpeln, -vorteilen; mit Schikanen umgehen; vergocksen, -goschen, -kohlen, -rußen, -wischen, -witschen; blauen Dunst vormachen, Kappe übers Ohr ziehen, Augen zuschmieren. F.: bədrīə und -drījə [WPf nördl. u. teilweise mittl. VPf (bezügl. der letzteren s. Bertram 116 ff.)], -drixə [mittl. u. südl. VPf Ostteil von PS], -driöə [nördl. Teil der mittl. VPf (vgl. Bertram 118, § 203)], -drigə [verbr. LU]. Part. Perf.: bədrō, -droxə, -droöə, -drogə (die Verbr. entspricht ungefähr derjenigen der Inf.-Formen in der oben aufgeführten Reihenfolge). — RhWB Rhein. VIII 1410; Bad. I 170.

 

   schwarz Adj.:
1.
a. 'von der dunkelsten Farbe, (fast) kein Licht reflektierend, absolut dunkel', schwarz (wards, wḁrds, wads) [verbr., Bertram § 241 Christmann Kaulb 85 Heeger Südostpf. 14 Höh 79 Müller Dietschw 68 Schneckenburger 43, 44 Lambert Penns 147 Krämer Gal 195], schwärz (węrds) [LA-Mart, Fogel Beliefs Penns Nr. 458], Kompar.: schwär- zer [verbr., Lambert Penns 146], Superlat.: am (de) schwärtschd(e) [vereinzelt, Krämer Gal 195]; Zs.: PfWB pech-, PfWB kohlraben-, PfWB krappen-, PfWB rabenschwarz; e schwarzes Klääd [ BZ-Böllbn], schwarze Strimp [ RO-Rehborn]; schwarzer Dinde 'Tinte' [ KU-Schmittw/O]; de schwarz Punkt im Ääg 'die Pupille' [ BZ-Wernbg]; 's Schwarze in de Aue, dass. [ IB-Gersh, mancherorts]; de schwarz Mann 'der Schornsteinfeger', bes. Kinder- oder Ammensprache [ LA-Gommh, vereinzelt]. RA. und Vergleiche: so schw. wie 'n Krapp (Rab) [ NW-Haßl, vereinzelt]; sch. wie die Nacht [ KB-Kriegsf, mancherorts]; sch. wie e Schuck (Schuh) [Thielen So rerre mer 110, mancherorts Don Gal Buch]; sch. wie de Deiwel [ KU-Bedb]; sch. wie e Owe [ KU-Bedb, LA-Wollmh]; so schwärz as 'n Grab [Fogel Prov. Penns Nr. 1685]; die schwarz Visit 'der Schornsteinfeger' [ BZ-Dernb]. Es sitzt e schwarz Kätzi im Owe 'Es ist kein Feuer im Ofen' [ KU-Schmittw/O]. De schwarz Perer is im Geldbeidel 'der Geldbeutel ist leer' [ KL-Samb]. Hol emol enne aus dem Faß, wu die schwarz Katz druf sitzt! 'Hol vom besten Wein!' [ GH-Kand, FR-Bockh LU-Muttstdt]. Ist eine Frau ihren Mann leid, so sagt man zu ihr: Du e schwarz Hinkel ins Kloschder un loß en dotbere (totbeten) [ LU-Böhl]. Am e rußiche Kessel mach ich mich net sch. 'Ich gebe mich nicht mit gemeinen Leuten ab; ich meide Situationen, die mir zum Nachteil gereichen könnten' [ GH-Westh]. SprW.: In de Nacht (Bei Nacht, Nachts) sin alle Kih (Katze) sch. [ LU-Opp, mancherorts, auch Don Gal Buch]. Schwarze Kih gewwen aach weißi Millich [ KL-Alsbn]. Wer sich am e rußiche Kessel reibt, werd sch. 'Wer sich in schlechte Gesellschaft, in negative Situationen begibt, soll sich nicht über negative Folgen wundern' [ GH-Nd'lustdt, mancherorts]. De Deiwel is net so sch., wie er gemolt werd 'Nicht alles ist wirklich so schlimm, wie es auf den ersten Blick aussieht' [ LA-Edh, mancherorts Don Gal Buch]. Volksgl.: In der Volksüberlieferung, in Sagen und Erzählungen kommen häufiger schwarze Tiere oder Wesen vor: So soll ein schwarzer Hund unterirdische Schätze der Burg Wilenstein oder des Klosters Disibodenberg bewachen [Heeger Tiere II 19 Schandein Bav. IV,2 321]. Eine schwarze Katze geht als eine Art Gespenst um [ BZ-Hermbghf]; schwarze Katzen haben auch besondere Fähigkeiten oder bringen

[Bd. 5, Sp. 1565]
Unglück [FR-Bockh KB-Kriegsf BZ-Albw, Fogel Beliefs Penns Nr. 655]. Kindern droht man mit einer Schreckgestalt, um sie beim Dunkelwerden im Haus zu halten: De schwarz Mann kimmt (holt dich)! [RO-Feilbg, verbr.]; vgl. PfWB Schwarzmann. Du kimmscht bei die schwarz Hex! [ RO-Feilbg]. Weiterer Volksgl.: Die schwarz Katz (das schwarz Hinkel) sell ke Bauer aus 'm Haus losse, das bringt Unglück [ NW-Geinsh]. Wammer die Hausdeer ufmacht un es leit e schwarzer Farrm (Faden) uf de Trepp, steht e Trauerbotschaft in's Haus [Kaislt]. Große schwärze Schlange sehne (sehen), bringt schlecht Glick [Fogel Beliefs Penns Nr. 485]. Brauchtum: Früher trug die Braut am Hochzeitstag ein schwarzes Kleid, gegen 1930 kommt das weiße Hochzeitskleid allmählich in Mode [verbr.]. AR.: Schwarz, weiß, rout / geb mer Stickel Brout / geb mer Stickel Kuche / un du muscht suche [ LA-Nußd]. VR.: Roder Fuchs im Hinkelstall / frißt die roðe Hinkel all, / die schwarze läßt er leie, Forts. und Var. s. PfWB Fuchs 2 b [ KU-Kaulb]. Kinderspiele: Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann [Wasgau-Bote 1934 Nr. 13]; Schwarzer Peter, ein Kartenspiel, bei dem eine Karte (mit der Abbildung einer schwarzen Person) für den Verlierer übrigbleibt [Kaislt, verbr.]; vgl. PfWB Schwarzenpeters. Ausruf beim Spiel (bes. PfWB Tenee-ui): schwarz!, wobei der Fänger weiß oder bloo ruft [ KU-Albb A'glan Ehw Jettb Hinzw Konk O'alb KL-Reichbstg]. Ein Pfänderspiel: Ein Kind tritt als Handelsfrau auf und sagt: Ich bin das Frääche vun Erlebach un hab was Schönes mitgebracht! Nicht weiß, nicht schwarz, nicht ja, nicht nein, Madam was wünschen Sie für e Kleid? Gebraucht eines der angesprochenen Kinder im folgenden Verkaufsgespräch eines dieser vier Worte, so muß es ein Pfand geben [J. Hoffmann Chronik des rheinpfälzischen Dorfes Kriegsfeld 1897 68]. a. 1786: 1 schwarz seiden Halstuch [R. Wihr Rehhütter Chronik 1937 131]. —
b. 'dunkelfarbig, relativ dunkel' [verbr.]; Zs.: PfWB backsteinschwarz; schwarze Wolke 'dunkle Regenwolken' [ RO-Obd]; schwarzer Rääch 'dicker Rauch' [ PS-Erfw]; e schwarzi Haut 'dunkler Teint' [ NW-Kallstdt]; schwarzer Kaffee (Tee) [BZ-Dierb, verbr.]; e schwarzi Hex 'dunkelhäutige oder dunkelhaarige weibliche Person' [LA-Ilbh, verbr.], auch subst. e Schwarzi, en Schwarze 'eine dunkelhäutige oder dunkelhaarige Person; Neger' [verbr.]. Der is ganz sch. im Gesicht verbrennt 'von der Sonne braungebrannt' [ KU-A'glan]. In Afrika gebt's Velkerstämm, / Die sin ganz sch. un dauern em [Münch Werke I 124]. RA. und Vergleiche: nit 's Schwarz unnerm Naggel 'nicht das Geringste' [NW-Hardbg, verbr.]; enner schwarz un bloo schlache 'tüchtig verprügeln' [LA-Hainf, verbr.]; die schwarz Katz 'weibliche Schambehaarung' [ KU-Kaulb]; ins Schwarze treffe, genau das Rich-

[Bd. 5, Sp. 1566]
tige treffen, übertr. vom schwarzen Mittelpunkt der Zielscheibe [ LA-Wollmh]. Er is sch. wie en Neger (Zijeiner), von dunkelhäutigen Menschen [ LU-Alsh], sch. wie de Erdsboden, dass. [Heeger Nachl.], sch. wie e Schunke, von einem Schmutzigen [Rockhs]. Bään wie e Owerohr, net so dick, awer so sch. [ KB-Gauh]. Der Kaffee muß sein: Hääß wie die Hell, sch. wie de Deiwel und sieß wie die Lieb [ BZ-Dierb]. For schwarze Kaffee schaff ich net 'Für geringen Lohn arbeite ich nicht' [ KU-Herschw/Petth]. 's werd mer sch. vor de Aue 'Anfälle von Schwindel, Bewußtlosigkeit bekommen' [Zweibr, mancherorts]. Er liecht 's Bloo vum Himmel uns 's Schwarz vum Dach, von einem haltlosen Lügner [LU-Opp, vereinzelt VPf]. Die belien (belügen) uns aach als emol, daß mer sch. werd, dass. [RO-Münstapp]. SprW.: Schwarz gebore, esch wische un wäsche verlore 'Man muß sich mit seinen Naturanlagen abfinden' [ BZ-Dierb]. VR. s. PfWB Meise 1, PfWB schlafen 1 a. Rätsel von der Hagebutte: E sch. Keppche - e rot Recklche - un die Titzcher voller Stee [Zeitw. Gal 1959 82]. —
c. sch. als Namenteil zur Differenzierung dunklerer Varianten bei Pflanzen-, Tiergattungen, Krankheitssymptomen u. a.: schwarzer Riesling 'Müllerrobe, eine rote Rebsorte' [NW-Dürkh (Wilde 204)]; vgl. Früh-, PfWB Kleinschwarze; de schwarze Herbscht 'die Lese der dunklen, roten Traubensorten', im Ggs. zum weißen Herbst [ FR-Heuchh, Frankth Lambsh LA-Edh]; schwarze Heckebeere 'Brombeeren' [mancherorts mittl. VPf (Wilde 35)]; schwarze Embeere (Embiere, Himbeere) 'Brombeere' [vereinzelt mittl. WPf, IB-Heckdh Seelb]; schwarze Hembere (hęmbərə), dass. [KU-Kaulb Rothsbg, Mang 101], schwarze Humbeere, dass. [ PS-Rodalb]; vgl. PfWB Schwarzhimbeere und K. 68; schwarze Elsbeere 'Heidelbeeren' [ PS-Erfw]; schwarze G'hannstrauwe 'schwarze Johannisbeeren' [ NW-Kallstdt, mancherorts]; schwarze Kersche [LU-Altr, verbr.]; schwarze Imeze (Imese, Iminze, Ämeze, Uminse) 'schwarze Ameisen', im Ggs. zu den roten Ameisen [ NW-Kallstdt, LU-Friesh Opp NW-Frankeck Wachh LA-Gommh]; schwarze Käffer 'Küchenschaben' [ LA-Gommh]; schwarze Schnecke'dunkelbraune Nacktschnecken' [ LU-Opp NW-Frankeck]; schwarze Idaljener eine dunkle Hühnerrasse [ KU-Hefw LA-Gommh]; de schwarze Star eine Augenkrankheit (im Ggs. zum grauen, grünen Star) [ RO-Dielkch, mancherorts]; die schwarze Bladdere [ KL-Reichb]; schwarzer Kuche 'Kuchen aus dunklem Mehl, Brotkuchen' [ ZW-O'hs RO-Höring KL-Eulbis PS-Herschbg H'einöd Saalstdt Th'frösch]; vgl. PfWB Schwarzkuchen. —
2. übertr.
a. 'negativ, schlecht, ungünstig' [verbr.]; die lange schwarze Stunne voll Gedanke [Kraus Arwed 50]. Der hot e schwarz Herz (Seel) 'Er hat ein schlechtes, heimtückisches Wesen' [ LU-Opp].

[Bd. 5, Sp. 1567]
Doi schwarzi Seel will niemand hann [Damm Nachtdischlamp 34]. Ich seh sch. 'Ich bin pessimistisch' [Kaislt, mancherorts]. Mer sell nid sou sch. sääne unn nid sou roosanich [Braun Lääsebuuch 225]. Der steht im schwarze Buch 'Er ist vorbestraft' [ ZW-Battw]. —
b. 'illegal, unerlaubt' [verbr.]; sch. fahre 'ohne Fahrschein fahren' [ KU-Schmittw/O, mancherorts]; sch. schlachde (schaffe, brenne) 'außerhalb der gesetzlichen Vorschriften schlachten (arbeiten, Schnaps brennen)' [ KL-Ottb, mancherorts]; vgl. PfWB Schwarzarbeiter. —
c. sch. sein. α. Ausdruck beim Kartenspiel 'ohne Stich bleiben' [mancherorts]; vgl. PfWB Schneider 8 a. Mer sinn sch. [ LU-Opp]. —
β. 'betrunken sein' [ KU-Herchw Schmittw/O RO-Odh O'mosch KB-Biedh SP-W'see]. Er es sch. [ RO-Odh]. Wer hot dann denn so sch. gemacht? [ SP-W'see]. —
d. sch. machen 'belügen, betrügen, hintergehen' [mancherorts]. Der hot mich sch. gemacht [ LA-Gommh]. Den will ich emol sch. mache [ LU-Opp]. —
3. 'religiösen, klerikalen, katholischen Vorstellungen nahestehend', bes. von politischen Gruppierungen, Zeitungen u. ä. im bes. vom Zentrum (bis 1945), danach von der CDU [mancherorts]; die Schwarze 'die Zentrumsleute' (1936) [ LA-Wollmh, mancherorts]; e schwarzer Brurer [ BZ-Dierb]; die schwarz Kattel Bezeichnung für eine zentrumsnahe Zeitung (um 1920) [LU-Muttstdt Land]; e schwarzer Keiler, Schimpfwort für katholische Geistliche [ KU-Schmittw/O]. Er is so sch. wie die Nacht, von einem überzeugten Zentrumsmann (um 1920) [ LU-Opp]. —
4. sch. als Bestandteil von syntaktischen Gruppen in FlN; amtl. Schwarzer Herrgott, berühmte Weinbergslage [KB-Zell, Wilde 204]; Am Schwarzen Kreuz [ NW-Freinsh]; Die Schwarzen Äcker [ LU-Friesh]; Die Schwarze Kehr [ KL-Neukch]; Der Schwarze Felsen [ NW-Lambr]; Schwarzer Letten [ LA-Edk]; Im Schwarzen Sand [ NW-Deidh Forst]; Im Schwarzen Bruch [ HB-Einöd]; Schwarzes Meer [Germh]. a. 1390: der swartze acker am konigespecher wege [StArch. Neustdt, Liber animarum des Kollegiatsstifts]. a. 1600: ein Woog unterhalb des Schwarzen Bilds [Reichsl. 38]. — Südhess. V 885 ff.; RhWB Rhein. VII 2015 ff.; LothWB Lothr. 472; ElsWB Els. II 530/31.