streuen schw.: 'etwas verteilen, gleichmäßig ausstreuen', straae (drāə) [mancherorts östl. NPf LU-Altr, PfId. 138 Krämer Gal 209], straaie (drāiə) [Mang 135], straue (drauə) [mancherorts WPf LU-Limbghf NW-Frankeck Höh 62, 85 Glass II 54 PfId. 138 Don-Schowe Torscha Tscherwk Krämer Gal 209], (drāuə) [KU-Brück Diedk Neunkch Roth KL-Heimkch, Christmann Kaulb 25, 67 Henn Mda.-Int. 105 Müller Dietschw 63 Buch-Illisch], strauwe (drauwə) [ KL-Weilb Weltb], (drāuwə) [ KL-Stelzbg], straawe (drāwə) [KU-Adb Föckbg Hundh, Mang 133], strääe (drə) [verbr. VPf RO-Als Obd, Bertram § 193 PfId. 138 Lambert Penns 144], stree'e (drēə) [vereinzelt VPf, Beam Penns 97], strääje (drjə) [ LU-Muttstdt NW-Wachh]; Part. Perf. gestraat [östl. NPf, Krämer Gal 209], g(e)straut [WPf], g(e)sträät [VPf]; Zs.: PfWB darüber-, PfWB ver-, PfWB ein-, PfWB hinstreuen; Dinger st. 'Kunstdünger st.' [Land]; die Wies st. 'Dünger auf die Wiese st.' [ IB-Ensh]; Äscht verhaue for se straue 'Fichtenäste zu Streu hacken' [Zweibr]. Demorje misse ma Salz st., 's isch spichelglatt druss [IB-Ensh (Glass II 54)]. Die Stubb werd mit Sand g'sträät (vgl. PfWB Silbersand), um 1930 schon veraltet [ LU-Opp]. Un straat die Soot dei Hand, dann geh ich mit deer mit [Zeitw. Gal 1954 13]. Wann schlecht Luft in de Stubb is, verbrennt mer Appelschale un straut Zocker druf [ KU-Schmittw/O]. RA.: Sand in d' Aage st. 'jemanden (mit entsprechenden Reden) ablenken, hinter das Licht führen, betrügen' [ NW-Geinsh, mancherorts]; Syn. s. PfWB betrügen. Do muß mer Äsch st., sagt man, wenn ein seltener Gast zu Besuch kommt [mancherorts Gal Buch]. Scherzhafter Rat, einen Hasen, Vogel zu fangen: Muscht em Salz ufs Schwänzel (uf die Pritsch) st. [LA-Nd'hochstdt, mancherorts, Schandein Sprachsch. 71]. Der Katz is bald (hordich) gestraat 'Die Angelegenheit ist schnell zu erledigen' [ KB-Kriegsf, mancherorts Don Gal Buch]. Volksbr.: In der Nacht zum ersten Mai werden den Mädchen Maisträuße gesteckt, unbeliebten oder verrufenen Mädchen wird dagegen Häcksel gestraat oder Kalk gespritzt [ RO-Mannw, mancherorts]. Bei Fronleichnamsprozessionen streuen Mädchen Blumen auf den Weg [ GH-Schwegh, mancherorts]. a. 1483 (erneuert 16. Jh.): Item strauwet eyn becker zu viel mels (Mehls) under das brodt [PfWeist. 167 (FR-Bockh)]. a. 1573: iren pferden schön strauwen vnd warm stellen [PfWeist. 278 (KB-Dreis)]. a. 1721-84 (aus einem Rezept gegen Gliederschmerzen): Von diesem Pulfer darauf gestraut [Kirchenbuch für das Gericht KL-Katzw und Weilb]. RhWB Rhein. VIII 826/27; LothWB Lothr. 504, ALLG I 294; ElsWB Els. II 622, ALA II 42; [Bd. 6, Sp. 698] MRhSA I 73. | | be-trügen st.: wie schd., betrie, -trije, -triche, -trige, s. F. [allg.]. Met dem Gaul bischde bescheß un betroo 'doppelt betrogen' [ KU-Schmittw/O]. SprW.: Die Leit wolle betroge sei [Fogel Prov. Penns 108]. VR.: Hoscht dei Bindel ufgepiddelt un bischt heemgetriddelt; werrscht Mutter un Vatter onlie un die Kih im Stall betrie — riefen die Buben in Neu-Chrusno (Galizien) den Mädchen zu, die mit einem zu kleinen Grasbündel heimgingen. Syn.: PfWB abrahmen, PfWB anschwindeln, auf den Apfel setzen, ausschmieren, bäen, balbieren (über den Löffel); PfWB bedudeln, PfWB -gockeln, PfWB -gocksen, PfWB -gumpeln, PfWB -kohlen, PfWB -kümmeln, PfWB -luchsen, PfWB -mogeln, PfWB -rußen, PfWB -scheißen, PfWB -schmuggeln, PfWB -schummeln, PfWB -schwindeln, PfWB -tappeln, PfWB -token, PfWB -toren, PfWB -treiben (Beschiß), -tuppen; PfWB Beschiß treiben, petschieren, pinseln, prellen, pritschen, Bündel aufhängen, drankriegen, drüberziehen; einlacken, -seifen, -wickeln; foppen, führen (hinters Licht), gocksen, halten (zum besten), hauen (übers Ohr); PfWB hereinlacken, PfWB -legen, PfWB -schmieren; PfWB herumführen (an der Nase), PfWB -schmieren; PfWB hineinlegen, -tunken; PfWB hintenherummachen; PfWB hinterführen, PfWB -gehen, PfWB -kommen; PfWB holen, PfWB kohlen, PfWB lackieren; PfWB machen, PfWB schwarz (weiß) machen; Fisimatenten (Kuschemucke, Rauch in den Sack, Schikanen, Mengenges, Schmu, Schwindel, Unterschlagung) machen; mauscheln, mogeln, muscheln, mutscheln, neppen, rasieren, Säcke voll geben, schieben, schikanieren, Rotz an die Backen schmieren, Haare schneiden, Schnippchen schlagen, schwindeln, schummeln, streichen, Sand in die Augen streuen; überfordern, -tölpeln, -vorteilen; mit Schikanen umgehen; vergocksen, -goschen, -kohlen, -rußen, -wischen, -witschen; blauen Dunst vormachen, Kappe übers Ohr ziehen, Augen zuschmieren. — F.: bədrīə und -drījə [WPf nördl. u. teilweise mittl. VPf (bezügl. der letzteren s. Bertram 116 ff.)], -drixə [mittl. u. südl. VPf Ostteil von PS], -driöə [nördl. Teil der mittl. VPf (vgl. Bertram 118, § 203)], -drigə [verbr. LU]. Part. Perf.: bədrō, -droxə, -droöə, -drogə (die Verbr. entspricht ungefähr derjenigen der Inf.-Formen in der oben aufgeführten Reihenfolge). — RhWB Rhein. VIII 1410; Bad. I 170. | | |